Schubabschaltung ist nett, keine Frage, aber mehr als (fast-)Nullverbrauch kommt dabei auch nicht heraus. Da ist mir der negative Verbrauch eines regenerierenden E-Autos immer noch lieber.
Stimmt. Aber wo genau ist da jetzt das Argument für oder wider Verbrenner/E-Auto?
Wenn es den mal gibt können wir die Diskussion ja gerne nochmal rauskramen und die Fakten neu sortieren…
Wenn man die verbrauchten kWh alle zusammen rechnen würde für die reklamiert wird, dass sie aus EE kommen, dann hätten wir schon lange eine EE Überversorgung.
Betrachtet man die Stromversorgung zu einem ganz bestimmten Zeitpunkt, dann ist solange man keine EE Volldeckung hat der EE-Strom schon aller verbraucht. Die Residuallast wird in der Regel überwiegend durch fossile Kraftwerke gedeckt, weil die EE in der Regel an ihrer Leistungsgrenze produzieren. Wegen eines zusätzlichen Leistungsbedarfs scheint die Sonne nicht plötzlich stärker, und der Wind weht nicht stärker, und auch das Wasser fließt nicht stärjer.
Schaltet man zu diesem Zeitpunkt das Laden des Elektroautos ein wird also dieser Strom von einem fossilen Kraftwerk kommen, das gespeicherte Energie in Form des Brennstoffs verbraucht. Wird jetzt reklamiert dass der Strom für das Laden des E-Autos zu einem bestimmten Zeitpunkt aus EE kommt, dann fehlt die Leistung an anderer Stelle und die anderen Verbraucher haben entsprechend weniger EE zur Verfügung. Das ist nicht fair, und Teil der Ökostromlüge, und ist reine Geschäftenacherei, und letztlich vergleichbar mit dem Ablasshandel. Letztlich ist es also nur ein Spiel linke Tasche/rechte Tasche.
Natürlich verursacht der Zubau bei den EE in der Gesamtbilanz eine Reduktion des fossilen Anteils. Aber so lange keine 100 % EE im Netz sind können die Gegner der EE immer mit dem Grenzkraftwerk argumentieren, während die Befürworter der EE alle für sich reklamieren, dass der erzeugte EE Strom alleine ihnen gehört, und die Anderen den fossilen Strom verbrauchen.
Fair wäre meiner Meinung nach den Strommix zu betrachten, und jeder bekommt seinen Anteil an EE Strom und fossilem Strom.
Das E-Auto ist Teil der Lösung. Es kann die Probleme verschärfen, muss es aber nicht. Wenn es zum richtigen Zeitpunkt geladen wird, lädt es schon heute mit 100% Erneuerbaren und steigert dabei gleichzeitig den Anteil der Erneuerbaren im Strom-Mix. Damit das wirklich gut funktioniert, brauchen wir leider noch etwas andere regulatorische Rahmenbedingungen (die Technik dafür steht in den Startlöchern). Die kriegen wir umso schneller, je mehr Endverbraucher und Stromanbieter sich wirklich für das Thema interessieren: Ökologischster Ladezeitpunkt
Wenn irgendwann ganz dringen plötzlich Strom gebraucht wird, dann ist ein Pumpspeicherwerk oder ein Batteriespeicher viel schneller, als ein fossiles Kraftwerk. Da geht es dann normalerweise aber um viel größere Ursachen, als das Laden eines einzelnen Elektroautos!
Die Betrachtung von Bestandsstrom und Zusatzstrom wie im Artikel, um den es hier geht ist, ist einfach völliger Bullshit.
Wegen eines zusätzlichen Elektroautos wird zu keinem Zeitpunkt irgendwo im europäischen Verbundnetz ein Kraftwerk angeworfen. Ein einzelner Kleinverbraucher ändert den Stromix überhaupt nicht.
Viele zusätzliche Kleinverbraucher erfordern, wenn nicht andere Verbraucher wegfallen, zusätzliche Kraftwerksleistung, da wird afaik zumindest in DE mehr EE zugebaut als fossil.
Die Behauptung aus dem Artikel ist einfach idiotisch.
Strommix ist als gemittelte Betrachtung sicher sinnvoll, 100% fossil ist einfach falsch!
Es gibt hier eine Liste von Argumenten, die erklären, warum die Grenzstrombetrachtung für die Tonne ist, siehe angehängtes PDF hier ganz am Schluss. Ein paar davon sind allerdings Deutschland-spezifisch.
Ein weiterer Grund: E-Autos als völlig unerwartete, zusätzliche Verbraucher darzustellen, denen die in Panik geratenen Stromnetzbetreiber dann notgedrungen nur mit panischem Hochfahren von Fossilkraftwerken begegnen können, entbehrt jeglicher Grundlange. Das würde nämlich im Umkehrschluss bedeuten, dass die Stromkonzerne, welche natürlich auch Kraftwerksplanung betreiben und damit gezwungenermassen auch mit dem Abschätzen und Einkalkulieren von zukünftigen Entwicklungen in der Stromnachfrage beschäftigt sind, alle dumm wie Brot sind und Elektromobilität einfach schwuppdiwupp vergessen haben.
Schön wärs! Ein Kohlekraftwerk emittiert z.B. ca. das Doppelte eines schweren LKW an NOx (pro kWh).
Das Problem mit diesen Kraftwerken ist auch, dass man sie bei Nichtbedarf nicht einfach ausschalten kann.
Auf jeden Fall, allerdings sind der Beimischung (bisher) Grenzen gesetzt. Der Strommix sah 2016 so aus:
Mein E-Auto ist zu 100 Prozent durch PV-Strom unterwegs
(eigene Anlage, aktuell)
Dank Haus-Akkus und dem großen Akku im Tesla, den man nicht zwangsläufig jeden Tag laden muß.
Im Winter werde ich externen Windstrom in Anspruch nehmen müssen, aber seit dem ich den Tesla habe, speise ich keinen Strom mehr ein und ziehe dank Balancing auch nichts von draussen, und das fühlt sich schon extrem cool an
Welchen LKW und welches Kraftwerk vergleichst Du da und beziehst Du den Wert auf eingesetzten Energieträger oder auf die genutzte Energie unter Berücksichtigung des Wirkungsgrads?
Dazu kommt, dass NOx in der Atmosphäre recht schnell* abgebaut werden und den Schaden nicht am Emmisionsort sondern am Immisionsort anrichten. Da ist es ein erheblicher Nachteil für Menschen auf der Straße, wenn Emmisionsort und Immisionsort nur wenige Meter auseinander liegen.
Wie bei so vielen Dingen bringt es wenig einfach zwei Zahlen ohne Kontext zu vergleichen.
Die ganz Diskussion mit den s.g. Spezialisten hat einen Haken. E Autos seien erst sauber mit 100% EEs gut wären und die anderen erzählen dass wir bereits Überschüsse ins Ausland verschenken. Ich sehe das ähnlich wie Volker, BEVs können ein Problem sein aber auch Teil der Lösung. Dass aber Leuten, die keinen EE Strom beziehen der saubere Strom weggenommen werden soll kann ich nicht nachvollziehen
Mehrere weitere Haken hat die Grenzkraftwerks-Diskussion:
Wenn und solange wir Strom exportieren, könnten wir den Export reduzieren und den bisher exportierten Strom im Elektroauto verwenden, ohne eine einzige kWh mehr produzieren zu müssen. Es gibt also überhaupt keine weitere Emissionen.
Wenn ein Elektroauto einen Verbrenner ersetzt, fallen die Schadstoffemissionen aus dem Verbrenner weg. Selbst wenn also schmutziger Strom verwendet wird (und man die höhere Effizienz weglässt) gibt es im Hinblick auf den gesamten Primärenergieverbrauch keine höheren Emissionen.
Insofern kann ich Mathie nur zustimmen: Das ist alles Bullshit.
Ich versuche ja immer wieder ein Pro&Contra zu finden und lese auch mal etwas nach und quer und rückwärts und gucke mal nach den Leuten die so was schreiben, gucke Sendungen dazu und so weiter.
Ich komme immer wieder zu dem Schluss: Die Sache ist viel zu kompliziert um hier irgendeinen als „Sieger“ zu küren. Vieles ist einfach nur „Presse“. Viele sind in einer Blase gefangen und sehen nicht über den Rand. Es gibt unzählige ähnliche Beispiele. Nehmt lieber Stoffbeutel zum einkaufen. Neulich sah etwas, dass die Produktion der Stoffbeutel so viel Recourcen verbraucht, dass man einen Stoffbeutel schon 1000x verwenden muss, dass er eine Plastiktüte ersetzt. Das Problem ist ja nicht die Tüte, sondern das sie zu schnell weggeschmissen wird. Eine andere witzige Sache ist, dass ja die Umweltverbände sagen man solle Fahrrad fahren. Es gab mal eine Studie das dadurch aber der Energiebedarf des Fahrers steigt. Mehr Essen, mehr Trinken, der ausgestoßene Atem wird mehr, es muss mehr Essen und Trinken produziert und am Schluss ist alle Einsparung wieder Null. Ob das alles stimmt, keine Ahnung. Aber du kannst ja alles untersuchen und wirst immer wieder zu einem anderen Ergebnis kommen. Und da heute NIEMAND mehr unabhängig ist/sein kann, werden die ganzen Ergebnisse immer nach links oder rechts tendieren.
Ich denke, Elektroautos in der Stadt sind für in der Stadt lebende Menschen besser. Langfristig wird es aber eh dazu kommen das eher viele mit wenigen Autos fahren und auch viele gar nicht mehr zur Arbeit müssen, weil es ja heute schon viel Arbeit gibt, die man von zu Hause aus erledigen kann. Das wird noch viel viel mehr werden. Und dann wird keiner mehr sein eigenes Auto haben. Ich weiß, ein Horror für uns Autoland, aber es wird kommen.
Klima ist ein globales Problem, CO2 macht nicht an der Grenze halt. Insofern ist es eigentlich nicht zulässig, exportierten Strom in der Argumentation auszublenden. Was zählt, ist der globale Strommix.
Aber wenn man ermitteln will, was in der eigenen Situation das Optimum ist, muss man Argumente abwägen. Dazu muss man in einem ersten Schritt die validen Argumente vom Bullshit trennen.
Die Argumentation, dass ein Elektroauto 100% fossil fährt, well der Strom aus erneuerbaren Quelle schon verbraucht sei, ist halt absoluter Bullshit. Da ist nichts dran, also kann man dieses Pseudoargument in der eigenen Abwägung außer acht lassen.
Das ist der erste Schritt. Man muss aber eigentlich noch weiter denken, es geht nicht um den Strommix, sondern die globale CO2-Bilanz, da muss man dann auch die Subsitutionseffekte berücksichtigen, die durch den Entfall des Verbrenners entstehen.
So sieht es aus. Ich habe das schon oft gesagt, ein Tesla ist sicher nicht perfekt, aber egal wie besser als ein Verbrenner. Es sind die Vorstellungen dass es nicht genug ist nur die Hälfte an CO2 zu emittieren.
Ein dt. Braunkohlekraftwerk und ein EURO6 LKW. Beides sind Messwerte bezogen auf ein kWh elektrische bzw. mechanische Arbeit.
Natürlich ist die Emission an einem Ort wegen der Einleitung in die Atmosphäre in grösserer Höhe von Vorteil, es ging nur darum zu zeigen, daß die Filter des Kraftwerks nicht unbedingt besser sind.