E-Autos im Winter

Die Kälte fordert beim Elektrofahrzeug schon seine Tribute.

Klar haben Verbrenner (Benziner) auch ihre Nachteile bei der Kälte, allerdings auch überragende Vorteile:

  • Wärme ist ein Abfallprodukt und kann problemlos für das aufheizen des Innenraums verwendet werden, egal ob 18 oder 24 Grad im Innenraum, der Verbrauch bleibt gleich.
  • Die Reichweite sinkt vielleicht um 20 %, beim Elektrofahrzeug sind es eher 40 bis 50 % bei minus 20 Grad
  • das Tanken dauert im Winter gleich lang wie im Sommer, auch bei eiskaltem Motor

Liegengeblieben bin ich mit meinen Benzinern nie, das wird mit dem Tesla auch nicht passieren, aber seitdem die Temperatur so niedrig sind, misse ich die wohlige und kostenlose Wärme meines Verbrenners schon ein wenig, jedes Grad mehr kostet Reichweite. Man gewöhnt sich aber daran.

So ein Kaltstart ist für keinen Motor gut, wenn die 12V Batterie beim Tesla schlapp macht, steht ihr auch da. Und es ist zu 90% die Batterie. Nicht weil Diesel oder AdBlue ausflockt. Benziner sind da noch weniger ein Problem (brauchen weniger Energie und Benzin flickt nicht aus :wink:).

Trotzdem können und dürfen wir nicht mit dem sinnlosen verbrennen weiter machen, daher wird man auch mit dieser Einschränkung zu leben lernen.

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Die 12V Batterie im T hält allerdings sehr viel länger, auch im Winter, da sie nicht mit Spitzenlasten für den Anlasser beansprucht wird.

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Das ist falsch. Das stört den tesla rein garnicht. Meine 12V Batterie war erst vor kurzem kaputt, dadurch steigt der Stand-By Verbrauch ins unermessliche (d.h. 5% pro Tag), aber alles (bis auf Sitzheizung und Ladepad) geht noch.

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Schon richtig, aber ohne Wartung / Prüfung der Batterie, fällt sie irgendwann aus.

… und hier schreiben ja viele „kein Wartungsintervall“…

Spannend, wie lange hat sie gehalten?

Ich hab das Auto am 10.11. frisch in Berlin abgeholt, am 19.11. war sie kaputt ^^. Also um deine Frage zu beantworten, sie hat ganze 9Tage gehalten.

Der mobile Servicetechniker war aber super nett und konnte sie problemlos tauschen. War das erste mal für ihn das er das bei einem Model 3 machen musste, anscheinend ist in der gesamten Leipziger Region noch nie eine 12V Batterie bei einem Model 3 / Y kaputt gegangen. Es gibt aber auch einige kleine Einschränkungen ohne Batterie, ausführlichen Bericht siehe hier:

Edit: Musste Tagesanzahl anpassen, hatte mich in der Woche geirrt.

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Der Akku kann aber in beiden Situationen vorgewärmt werden. Das vermindert diese beiden Probleme.

Daher glaube ich die 40% bis 50% nicht so ganz. Hat jemand genauere Werte?

Am Ende ist es immer etwas mehr, aber wie viel mehr hängt von so vielen Faktoren wie Topographie, Temperaturen, Streckenprofil in Länge und wie häufig… Für den einen ist Winter wenn es unter 7 Grad hat, für den anderen bei -20 Grad und Schneewehen.

Vorwärmen kann man (vernünftig) nur mit eigener Wallbox…

Da hast du sicher nicht ganz unrecht, aber ich mache es auch an der Schuko-Steckdose. Dauert länger und funktioniert bei sehr starkem Frost auch nur beschränkt, aber es geht halt in Maßen auch ohne 11 kW Wallbox.

Aber eben mit Strom am Stellplatz :wink:.

Bei allen Respekt, aber ich glaube nur die wenigsten können Zuhause UND im Büro laden ODER parken in der warmen Tiefgarage…

Ich parke grundsätzlich immer im Freien, im Büro darf ich an Schuko mit 10 A laden.

Wieso glaubst du das? Ich und meine Kollegen in der Firma können natürlich Zuhause UND im Büro laden. Denke, das ist bei vielen Dienstwagen-Nutzern, die ein BEV fahren, so.

Das trifft lediglich auf Einfamilienhausbesitzer zu, nicht aber auf Bewohner von, ökologisch wesentlich sinnvolleren, Mehrfamilienhäusern.

Somit kann nahezu die Hälfte eben nicht Zuhause laden :wink:.

Ich überlege zwar auch aus diversen Gründen mir ein Einfamilienhaus zu kaufen, aber eigentlich entspricht das nicht meiner Wohnphilosophie.

Nicht nur Laternenparker werden nicht permanent an der Wallbox hängen, auch Nutzer öffentlicher Garagen und Quartiergaragen werden zu einem hohen Prozentsatz Zuhause nicht laden können.

Es kann auch nicht im Sinne des Erfinders sein (ich weiß was im Handbuch empfohlen wird), permanent eine Ladesäule zu okkupieren, obwohl man nicht laden muss. Selbst im Büro stecke ich mich nach Ende des Ladevorgangs ab und parke mich um, damit ich hier nicht blockiere.

Meine Kollegen finden es schon absurd, dass ich täglich meine 16-20% nachlade und nicht einfach 1-2x die Woche „voll“ lade.

Diese Denke bleibt auch in den Köpfen, allein aus Komfortgründen, werden daher wohl viele Elektrofahrzeuge nur bei Bedarf auf (hoffentlich) 80 oder 90% geladen um später wieder eine Zeit Ruhe zu haben.

Wir im Forum sind gewissermaßen technisch affin und beschäftigen uns zumindest mit der Materie, aber die Infrastruktur wird das was du machst, auch zukünftig nicht „hergeben“.

Das ist keine Kritik, nur ein Blick aus einer anderen Perspektive. Ich würde es auch absurd finden, in Parkgaragen an z.B. 400 Stellplätzen, eine Steckdose oder Wallbox zu installieren. In AT bin ich mit meinen täglichen 80 km Arbeitsweg (40 km eine Richtung) schon ein Langstreckenpendler.
Die allermeisten pendeln lediglich die Hälfte, meine Kollegen würden somit einmal wöchentlich auf 90% laden und bis 10 oder 20% herunterfahren.

Für die allermeisten ist das was ich, oder du, machen weder alltagstauglich noch akzeptabel.

Das der Akku dadurch rascher verschleißt ist klar, der Verbrennungsmotor verschleißt aber auch stark wenn man kalt Leistung fordert. Trotzdem es seit 100 Jahren Verbrenner gibt, wurde ich oft belächelt weil ich bis 80 Grad Öltemperatur nur 1/3 der Leistung abgerufen habe (bin immer so gefahren, dass das Auto ca. bei 2.000 Umdrehungen in den nächsten Gang geschalten hat). Die meisten steigen ein und fahren einfach, und wenn nach 500 Meter Leistung erwünscht ist und es zufällig minus fünf Grad hat, dreht der Motor trotzdem seine 4.000 Umdrehungen und mehr. Das schmerzt mir zwar in den Ohren, aber viele hören das gar nicht. Die fahren vielleicht zum Ölwechsel wenn es der Wagen anzeigt.

Realistisch betrachtet, werden die Hersteller die Elektroautos so konzipieren müssen, dass das Laden auf 100% nur 90% sind und 0% noch 10% bedeuten (wie es alle anderen ja auch machen, Tesla geht hier noch einen eigenen Weg).

Habe jetzt vor kurzen mit einer Frau mit einem M3 geredet, die „Tankt“ einmal wöchentlich am Schnelllader und lädt nur nicht permanent auf 100% weil das „zu lange dauert“. Dass das einen technischen Hintergrund hat, ist ihr nicht klar und kann auch nicht vermittelt werden. Es fehlt das Interesse, der Wagen steht sicher auch mal unter 20% bei jeder Jahreszeit über Nacht. Die besagte Person könnte sogar Zuhause laden, will aber nichts investieren… eine amortisierung kann man auch nur schwer vermitteln.

Es ist der Zahn der Zeit, Produkte müssen „idiotensicher“ sein, alles andere verursacht in der breiten Masse nur Probleme.

Daher sind für die Klimakatastrophe auch dringend gesetzliche Vorgaben notwendig, dem Pöbel ist das abschmelzen der Pöbel (dazu zähle ich mich auch), extreme Wetterkapriolen und die Folgen unseres „zivilisierten“ Lebens nicht im tatsächlich Ausmaß bewusst. Ich würde sogar behaupten, wir haben uns evolutionär bereits an gewisse Auskömmlichkeiten angepasst. Die heutigen Technologien sind für die Masse (ich spreche von unserer Dienstleistungsgesellschaft) Raketenwissenschaft.

Der „Hans Peter“ macht sich mehr Sorgen darüber, dass er sich den Weg ins Büro nicht mehr leisten kann, als das System dahinter zu hinterfragen. Eigentlich sollte er sich nämlich fragen, warum man ihm ein Haus in derart peripheren Gegenden errichten lies, das er einerseits vom motorisierten Individualverkehr abhängig ist und warum man mitten am Feld im Umkreis von 10 Kilometern keine Lebensmittel bekommt.

Sorry, nun bin ich etwas weit ausgeschweift, aber das ist eigentlich ins volle fassen, Zuhause den Stecker rein, im Büro den Stecker rein, beim Einkaufen den Stecker rein - ob notwendig oder nicht, … genau diese Denke hat uns die ganzen Probleme erst eingebracht.

Daher kratze ich auch beim Tesla das Eis von der Scheibe, ich komme nämlich nie in den Genuss „gerade vor Abfahrt“ an der Wallbox zu hängen.

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Es ist einfach zu stark von der Situation abhängig. Wenn das Auto draußen stand und kalt ist und ich dann nur 5km damit langsam fahre, dann sind sogar 100% drin. Die sind aber egal - auf der Kurzstrecke brauche ich keine große Reichweite.

Auf der Langstrecke bei schneller Autobahnfahrt habe ich noch keine 20% gesehen, das war immer weniger. Ist auch logisch - Heizung kostet Energie pro Zeit und nicht pro km.

Ich würde gerade im Winter auf keinen Fall mehr auf mein Elektroauto verzichten wollen. Man darf vor der Fahrt auch dann enteisen und vorheizen, wenn man nicht eingestöpselt ist. Sind ja nur 5 Minuten, in der kurzen Zeit kostet das nicht viel Energie. Ich habe mein Model 3 noch nie gekratzt und brauche mir auch keine Sorgen mehr um das Anlassen zu machen.

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Die 12V Batterie im Tesla ist eine relativ kleine Gel Blei Batterie. Muss ja keinen Anlasser betreiben. So etwas hält normalerweise ewig. Ich hab daheim 30 Jahre alte Gel Batterien. Leer wird die auch nicht so schnell - hängt am großen Akku. Und selbst wenn die mal kaputt geht, hilft eine einfache PowerBank. Im Manual steht die genaue Vorgehensweise.
Die Heizung im Tesla ist viel schneller, als im Verbrenner. Bis der mal das Wasser erwärmt hat… Und vor allem funzt sie im Stand und man kann bequem vorheizen. Musste heute Morgen, -5°, keine Scheiben kratzen und hatte eine warmen Sitz. 40-50% Reichweitenverlust ist mehr als nur übertrieben. Bei mir macht das gerade mal 2-3kWh auf 100km Autobahn aus (das entspricht nicht mal 0,5l Benzin). Und darüber, wie lange man für’s Tanken braucht, muss man doch hier nicht diskutieren. Ob das Auto Nachts 5h oder 5,5h braucht ist völlig irrelevant. Völlig irrwitzig ist allerdings die Behauptung, die Wärme beim Verbrenner bekäme man umsonst. Diese Wärme, die da produziert wird, muss man mühsam wegbringen und kostet Unmengen von Sprit.
Wie oft ich früher mit meinen Verbrennern Morgens im Winter Probleme hatte kann ich gar nicht zählen. Heute steige ich morgens in ein vorgewärmtes Auto und brauche nicht zu befürchten, dass nix geht.

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Ich lade fast ausschließlich zuhause - zumindest seit ich den LR habe. Vorher mit dem SR habe ich auch in der Arbeit geladen. In München stehen alle paar 100 m Ladesäulen. Ich hätte aber auch in der Parkgarage dazu die Möglichkeit. Man muss nur einfach mal etwas genauer hinschauen. Ist ähnlich wie mit Pilzen im Wald. Die schreien auch nicht „hier bin ich“

Das ist schön, in Wien ist auch alle paar 100 Meter eine Säule. Am Land kannst du die Säulen aber wie in einem sauren Wald die Pilze suchen. Du findest sie nicht… weil es diese nicht gibt.

Außerdem blockiere ich keine Säule, nur damit ich die Standheizung einschalten kann.

Am Land hast du halt mehr private Ladeinfrastruktur. Mangels MFHs.

In meinen 8 Jahren Diesel hatte ich als Garagenparker nie Probleme mit dem Anspringen, dafür hat die Abwärme oft genug nicht gereicht, das Auto in weniger als einer halben Stunde warm zu bekommen wenn es mal für ne Weile draußen stand. Der Verbrauch geht ebenfalls bei Touren <100km signifikant nach oben. 20-30% Mehrverbrauch waren da eher die Regel als die Ausnahme. Bei Kurzstrecken (35km Frau zum Bahnhof bringen, selbst zur Arbeit) hatte ich auch schon den Fall, dass der Verbrauch sich mehr als verdoppelt hat.

Unterm Strich gibt sich das nicht viel - zumindest meiner Erfahrung nach. Beim Verbrenner merkt man es halt tendenziell weniger oft.

Da gibt es doch diesen Test aus Schweden mit sämtlichen Elektrofahrzeugen, allerdings nur bei 0 °C und dort lag der durchschnittliche Reichenweitenverlust bei ~ 30%. Bei -20 °C hat man deutlich mehr, eher 50 - 60% Reichweitenverlust. Bei -20 °C benötigt die Kabinenheizung schon 5 - 6 kW und keine 2 - 3 kW bei nur 0 °C.

Wo bitte benötigt denn die Kabinenheizung bei modernen Fahrzeugen mit Wärmepumpe 2-3kW sobald der einmal warm ist?

Wenn du mal Björn Nylands letztes Video schaust braucht die Wärmepumpe im Model 3 rund 800W bei 0Grad.

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