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Die Sorgen meiner Nachbarn...

Was daraus zu lernen wäre: Der nächste Garagenmieter sollte bei der Eigentümerversammlung eine Steckdose beantragen für die elektrische Standheizung meines neuen Hybridautos*

Hybrid = ein Tesla kann mit elektrischer und mit potenzieller Energie bewegt werden. :smiley:

Interessanter Ansatz. Was uns auf einen fragwürdigen bzw. absurden Punkt bringt: Niemand kann etwas dagegen sagen, dass ich meinen Tesla in die Garage stelle. Und es könnte (oder würde) wohl auch niemand was dagegen sagen, wenn ich meinen Tesla in der Garage aufladen würde. Das einzige, wogegen jemand etwas sagen kann, ist, dass ich eine Steckdose installieren lasse, die es vorher so nicht gab. Wäre die Steckdose schon da, wäre die ganze Debatte gegenstandslos. Und wenn ich einen anderen Grund gehabt hätte, eine Steckdose zu beantragen, wäre die Debatte vielleicht auch ganz anders verlaufen.

Ich lasse diese Feinheiten zurzeit von einem Juristen untersuchen. Ich halte Euch auf dem Laufenden.

Wie geht es denn zur Zeit den Sorgen der Nachbarn :question: :smiley:
Uli

Hallo Uli,

danke der Nachfrage! Der große Durchbruch ist noch nicht gelungen; der Versuch einer Abstimmung per Umlaufverfahren im Nachgang zur Eigentümerversammlung aus dem November ist, ebenso wie die Abstimmung auf der Versammlung selbst, fehlgeschlagen. Dem Umlaufverfahren hatte ich ein Anschreiben mit den fünf wesentlichen Punkten (eine Seite, große Schrift) sowie die Pressemeldung der DEKRA-Studie zur Information beigelegt, nebst der Aufforderung, bei weiteren Fragen die Hausverwaltung oder mich direkt zu kontaktieren. Mich hat niemand kontaktiert, und das Umlaufverfahren wurde von mindestens einem Eigentümer boykottiert.

Zurzeit bereite ich die nächste Eigentümerversammlung vor, die glücklicherweise in diesem Fall nicht erst in einem Jahr, sondern bereits im März stattfinden wird. Ich werde anbieten, mich als Gast zur Verfügung zu stellen. Eventuell gelingt es mir noch, auch einen unabhängigen Experten mitzubringen, denn die Herausforderung wird sein, auf jede mögliche Frage eine glaubwürdige Antwort zu haben. Meine persönliche Glaubwürdigkeit scheint nicht auszureichen, das von mir verfasste Informationsschreiben hat seine Wirkung ja verfehlt.

Soweit erstmal. Viele Grüße!
Volker

Servus Volker,

hast du es bisher noch ausschließlich mit psychotherapeuthischer Unterstützung geschafft, diesem bornierten Haufen gegenüberzutreten oder musstest du doch bereits Psychopharmaka einsetzen? Kompliment an deine sachliche Gelassenheit - alleine beim Lesen stellen sich bei mir schon alle Haare am Rücken auf - und ich trage ein dickes Fell!

Ich versuche dein Ladeanliegen mit positiven Gedanken zu unterstützen…falls es nicht helfen sollte, könnte ich noch meinen Schwiegervater in einen Zug nach Berlin setzen. Der mißt knappe 2m und ist leidenschaftlicher und durchtrainierter Fleischhauer in 3. Generation - der kann sich ja mal mit deinen Nachbarn unterhalten… :smiling_imp: :smiling_imp:

Was anderes fällt mir grad ein…ist das Ladeapp schon aktiv?

Ich drück dir die Daumen…
Lieben Gruß
Mario

Solche Probleme wie meine könnten langfristig völlig verschwinden. Die Amerikaner machen es schonmal vor! :slight_smile:
http://coloradoenergynews.com/2013/01/boulder-countys-requirement-new-homes/

Hallo Volker.Berlin
dein Problem ist aber genau das warum es mit der Durchsetzbarkeit von e-Mobilität Probleme gibt
weil die Menschen egoistische Ängste herumtragen wenn sie in Wohngegenden sind mit gemeinsamen Einrichtungen
und Zustimmungen verweigern
In einer Eigentümergemeinschaft alle zu überzeugen ist sehr schwer.
Wie stellt sich die Stadt eigentlich dazu wenn du dir auf öffenlichen Grund eine Stromtankstelle vor dem Haus errichten lässt
Gruß Norbert

Hübsche Idee! :slight_smile: Glücklicherweise gibt es sogar schon eine, nicht direkt vorm Haus, aber ganz in der Nähe. Insofern ist für den Notfall vorgesorgt. Aber auf Dauer ist das natürlich nix, dass ich einen teuren Tiefgaragenstellplatz unterhalte (praktisch wegen Parkplatznot, bei frostiger Witterung und als Schutz vor Vandalismus – wirkt sich sogar günstig auf die Versicherung aus) und dann das Auto zum Tanken doch wieder tage- oder noch besser nächteweise ins öffentliche Straßenland stelle…

hallo Volker,

wie schon gesagt, die Eigentümergemeinschaft kann dir die Installation nicht verbieten, da es sich um eine bestimmungsgemäße Nutzung deines Parkplatzes notwendig ist. Würdest du dort den Anschluß für ein Schweißgerät brauchen, dann hättest du womöglich schlechtere Karten.

Also nur Einsprüche mit Begründung oder wie ich es gemacht habe, die Installation den Miteigentümer zur Kenntnis gegeben und dem Verwalter angezeigt.

lg

Eberhard

Hallo Eberhard,

ja, das habe ich nicht vergessen. Mein RA ist sich da allerdings nicht ganz so sicher wie Du, zumal die Gegenseite ja nun gerade mit Sicherheitsbedenken argumentiert, was neben ästhetischen Argumenten (die in einer Tiefgarage wohl kaum zu halten wären) einer der beiden zulässigen Gründe ist, solche Maßnahmen abzulehnen.

Ich habe keine Angst vor Konfrontation, solange sie erstens unvermeidbar und zweitens zielführend ist. Beides scheint mir im vorliegenden Fall fraglich. Auf die Dauer werden die Sicherheitsbedenken nicht zu halten sein, und ich werde meine Steckdose kriegen. Das leise Zähneknirschen eines einzelnen Nachbarn werde ich dann gelassen überhören… Lächeln ist immer noch die höflichste Art, dem Gegner die Zähne zu zeigen!

Die einzigen Sicherheitsbedenken welchen nachvollziehbar sind, ist die Tasche, das eine Steckdose immer unter Spannung ist. Das ist aber normal. Dann wäre aber eine abschließbare Dose ausreichend.
Bei solchen Sicherheitsbedenken dürften auch keine benzingetriebene Fahrzeuge in der Garage abgestellt werden, wegen der Brandgefahr und möglichen auslaufendes Öl und Benzin. Schon mal nach Ölflecken in der Garage gesehen. Da werden gefährliche und krebserregende Stoffe an die Umgebungsluft abgegeben (PAK = polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe). Das stört wohl keinen.

lg

Eberhard

Einmal ganz ein anderer Einwurf zu diesem Thema. Wenn du dir angenommen einen Porsche kaufen würdest, steht dort auch in der Betriebsanleitung, wenn du ihn für 6 Wochen nicht benützt muss die Batterie an ein Ladegerät. Das bedeutet, es muss wieder eine Steckdose vorhanden sein um dies zu gewährleisten. Damit wäre es kein „modernes“ Auto vor dem man aus Unwissenheit angst haben muss, aber eine Steckdose wäre trotz allem notwendig. Vielleicht hilft es ja in diese Richtung zu argumentieren.

Kann zwar nicht mit der Deutschen Bedienungsanleitung dienen aber die Englische hab ich gefunden: porsche.com/all/media/pdf/Ow … a_PCNA.pdf

Hallo Volker, dürftest du ein gasbetriebenes Auto in der Garage parken?

cool, und wenn Du das jetzt noch mit diesem Hinweis verbindest ist alles perfekt :

handelsblatt.com/auto/test-t … 10510.html

Warum heißen diese Autos nochmal Verbrenner ?

Hallo Volker,
Frage: Gibt’s für eure Tiefgarage keine Verwaltungs- und Nutzungsordnung? Ich besitze ein Haus in einer Überbauung von 26 Einfamilienhäusern, gemeinsam besitzen wir eine Tiefgarage mit 40 Abstellplätzen integriert mit zentraler Gasheizung, Elektro- und Lüftungsraum. Einzelne Eigentümer haben bereits Elektroanschlüsse, selber muss ich noch an meinen zwei Plätzen Anschlüsse installieren. Gemäss Nutzungsordnung ist es untersagt feuergefährliche, explosive und andere, Gefahren in sich bergende Gegenstände zu deponieren. Diese sind Feuerpolizeilich genau definiert z.B. Benzinrasenmäher! oder Butan/Propanflaschen für Gartengrills. Rasenmäher oder Vertikutierer müssen einen entfernbaren Tank besitzen! Reparaturen an Autos und Geräten sind untersagt.
Betreffend Rechte des Einzelnen ist ganz klar nach Gesetz geregelt: Werden Arbeiten/Installationen mit Zustimmung der Mehrheit der Stimmrechte angeordnet bzw erlaubt, so können sie auch gegen den Willen nicht zustimmenden Miteigentümern ausgeführt werden!
Wo kämen wir hin wenn sich gewisse Querulanten aus Prinzip immer gegen etwas Neues wehren.
Persönlich habe ich mit dem Feuerwehrinspektorat und unserem örtlichen Feuerwehrkommandanten Kontakt aufgenommen und das Thema Elektroauto (Lithium/Ionen Batterie), Hybrid und Gasbetriebene Autos erörtert. Es dürfen keine Arbeiten/Reparaturen in einer privaten Tiefgarage ausgeführt werden. Das Laden von Elektroautos oder Plug In ist erlaubt und birgt kein Risiko. Die Feuerwehr sollte aber in jedem Fall informiert werden wenn ein solches Auto in der Tiefgarage parkiert wird. Es bestehen spezielle Vorschriften wie Hybrid- und Gasbetriebene Autos im Brandfall gelöscht werden müssen!
Zur Beruhigung meiner Nachbarn werde ich einen Brand/Rauchmelder über meinen Platz installieren und mit der Feuerwehr ist eine Löschübung in unserer Überbauung geplant. Kostet mich ein paar Bierchen, Würste und Brot - beruhigt aber ängstliche Gemüter.

Hallo Urs,
vielen Dank für Deinen ausführlichen Beitrag! Es ist ermutigend, zu sehen, dass andere offenbar mit ganz ähnlichen Problemen zu kämpfen haben – und sie überwunden haben.

Genau so ist es bei uns auch, allerdings gilt das nur für die Eigentümerversammlungen. Auf der letzten Eigentümerversammlung ist mein Antrag gescheitert, weil es einzelnen Beteiligten gelungen ist, alle anderen zu verunsichern, so dass keine Mehrheit mehr zustande kam. Bis zur nächsten Eigentümerversammlung gibt es nur den Weg des „Umlaufbeschlusses“ (schriftliche Abstimmung), der aber eine geschlossene 100%ige Zustimmung erfordert. Das hat die Hausverwaltung versucht, nachdem ich einige Informationen zusammengestellt hatte, die bei der ersten Versammlung nicht vorgelegen haben, der Umlaufbeschluss ist aber (erwartungsgemäß) nicht durchgekommen. Jetzt bleibt nur die nächste Eigentümerversammlung, wo dann wieder eine einfache Mehrheit genügt. Um die zu erreichen, sammele ich zurzeit Material und Kontakte aller Art.

Das ist eine super gute Idee! Vollkommen naheliegend, wenn man es sich überlegt, aber von selbst bin ich nicht drauf gekommen und hier im Thread hat das vor Dir auch noch keiner erwähnt. Vielen Dank, ich werde mich umgehend darum kümmern!

Eine kleine Material-Sammlung:

Außerdem kam auf eine Anfrage beim VDE eine hervorragende Argumentationshilfe: Vielleicht kann ich einer technischen Diskussion unter Laien einfach dadurch aus dem Weg gehen, dass ich das Risiko im Sinne einer Versicherung mit einer Prämie beziffere? Versicherungen sind dafür bekannt, genau zu rechnen und das Risiko zu meiden. Wenn man nun eine Versicherung finden könnte, die die Schäden abdeckt, vor denen sich meine Nachbarn fürchten, und wenn die Prämie für diese Versicherung sehr niedrig wäre, dann müsste jedem einleuchten, dass realistischerweise nichts passieren kann.

Glücklicherweise gibt es diese Versicherung, und ich werde sogar mein Model S genau so versichern. Ich habe gerade nochmal telefonisch nachgefragt und bekomme in den nächsten Tagen eine schriftliche Bestätigung (auf Briefpapier, macht hoffentlich mehr Eindruck). In dem speziellen Tarif der DGVO für’s Model S sind Haftpflichtschäden, die ursächlich auf die Traktionsbatterie zurückgehen, ausdrücklich abgedeckt – und zusammen mit einer Vollkasko (ohne Fahrerbeschränkung, ohne Kilometerbeschränkung, ohne Schadenfreiheitsrabatt) kostet diese Versicherung gerade mal 1.218,00 € p.a. brutto. Finde ich ein relativ überzeugendes Argument, hoffentlich können meine Nachbarn dem folgen! :wink:

Weitere Details zum Angebot der DGVO in diesem Thread: viewtopic.php?f=4&t=622

Und so äußert sich die Berliner Feuerwehr:

Gerade kam das Schreiben von der DGVO:

Na gut, ganz normale KFZ-Haftpflicht eben. Leider haben sie vergessen, die Stichworte „Batterie“, „Aufladen“ und „Tiefgarage“ unterzubringen, obwohl ich ausdrücklich darum gebeten habe. Aber auch so ist die Situation ja eigentlich klar genug, und immerhin geht eindeutig aus dem Schreiben hervor, dass es sich um ein reines Elektro-Auto („Tesla“) handelt. :slight_smile:

Zwei kleine Updates, die ich gerne unserer Materialsammlung hinzufügen möchte. Vielleicht kann sie ja auch jemand anders nochmal brauchen. Für uns ist natürlich keine neue Erkenntnis dabei, aber wenn es darum geht, Außenstehende zu überzeugen, hat eine Aussage vom Hersteller mehr Gewicht als meine unbedeutende persönliche Überzeugung.

Nur zum Spaß, und um eine zitierfähige Aussage zu generieren, habe ich Interesse an einem BMW i3 vorgetäuscht und BMW mein Problem geschildert. Das war am Freitag Abend. Am Samstag bekam ich Nachricht, dass meine Mail an eine zuständige Fachabteilung weitergeleitet worden sei. Am Sonntag(!) bekam ich dann von BMW folgende kurze, aber erfreulich klare Aussage:

Von diesem Ergebnis beflügelt, habe ich erneut bei Tesla nachgehakt. Und siehe da, auch Tesla konnte sich – endlich – zu einem vergleichbaren Statement durchringen:

Geht doch! :slight_smile: