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Die Sorgen meiner Nachbarn...

Ja, Wow! Glückwünsche! :smiley: :sunglasses:

Das stimmt optimistisch für die Zukunft. Glückwunsch!

@Volker.Berlin:
Ich stehe aktuell vor der gleichen Situation wie du in 2012, nur dass ich selbst der Eigentümer vom Stellplatz bin.

  1. Wie würdest du denn heute vorgehen mit dem Wissen, das du dir in all den Jahren angesammelt hast?
    Einen Beschluss der Eigentümerversammlung oder nur die Hausverwaltung informieren und den Elektriker beauftragen?

  2. In einem deiner Beiträge im Mai sprachst du von einem „Gesamtkonzept“, das die Eigentümer haben wollten. Wurde bei deinem Anschluss irgendwas in Hinblick auf ein zukünftiges Gesamtkonzept berücksichtigt oder handelt es sich um einen ganz normalen Einzelanschluss?

Es kommt sehr auf die Struktur der Eigentümergemeinschaft und auf Deine Persönlichkeit hat. Es gibt ja einige Berichte von Leuten, die erfolgreich und ohne viel Gegenwind einfach Fakten geschaffen haben, ohne vorher groß zu fragen. Aus meiner Sicht ist daran nichts zu kritisieren, aber ich bin anders gestrickt. Ich würde wieder den Weg wählen, mir vorher die Zustimmung zu holen, damit mir hinterher keiner an den Karren fahren kann. Allein schon um des lieben Friedens willen – schließlich geht es hier um meine Nachbarn, denen ich mehr oder weniger jeden Tag begegne. Da bin ich schon bemüht, unnötigen Affront zu vermeiden.

Ich wäre jetzt allerdings nicht mehr so naiv, zu hoffen, dass das ein Selbstläufer ist, für den die Hausverwaltung keinerlei Hilfestellung braucht. Du musst selbst den Vorschlag, den Du in die Versammlung einbringen willst, bis ins Detail ausarbeiten – am besten unterlegt mit einem konkreten, individuellen Angebot von einem Elektriker, der sich die Örtlichkeit auch schon mal angesehen hat. Und Du musst auf überraschende Nachfragen gefasst sein. Fragen, die für uns schon so selbstverständlich sind, dass wir sie uns gar nicht mehr vorstellen können…

Ja. „Gesamtkonzept“ heißt zunächst einmal übersetzt: „Wir wollen was kriegen, aber nichts geben (außer bestenfalls unsere Zustimmung).“ In meinem Fall war es nötig, einen neuen „Hausanschlusstrenner“ (fast sowas wie ein eigener Hausanschluss, aber nicht ganz) zu installieren, um überhaupt mehr Strom als bloß für ein Lichtkabel in die Garage zu kriegen. Diesen Hausanschlusstrenner mit vier vorbereiteten Zählerplätzen (Summa summarum 2000 Euronen) habe ich vorgeschossen. Die Installation ab Zähler geht natürlich sowieso auf meine eigene Kappe. Wenn jetzt ein weiterer Eigentümer gern Strom auf seinem Garagenplatz haben möchte, soll(!) er sich mit 500 Euro an der Gemeinschaftsinstallation beteiligen. Hinzu kommen (weniger als) 500 Euro für die Installation vom Zählerkasten bis zum Stellplatz, sowie die jeweilige Wallbox.

Die Anlage ist so ausgelegt, dass sie bei Bedarf durch weitere Zählerplätze ergänzt werden kann. An der Wand ist genug Platz, um 16 der 19 Stellplätze über individuelle Zähler mit Strom zu versorgen. Der Anschluss gibt genug her, dass man 6 Plätze ohne Lastmanagement gleichzeitig mit 11 kW versorgen könnte. Solange nicht mehr als drei Plätze angeschlossen sind (momentan nur meiner), ziehe ich an meinem Anschluss 22 kW. Meine Wallbox (Wallb-e) hat aber auf dem Board einen kleinen Schalter, mit dem man sie quasi in eine 11 kW-Box verwandeln kann. Für 11 kW habe ich dann halt sehr kräftige Kabel verlegt, aber das schadet ja nichts – ganz abgesehen davon, dass es überhaupt nicht absehbar ist, wann hier mal vier oder mehr E-Autos stehen werden…

Bevor jetzt jemand nachrechnet: Nein, das macht ökonomisch keinerlei Sinn. Für das Geld könnte ich sehr lange an den Säulen von Vattenfall und RWE laden, die in meinem Fall sogar fußläufig erreichbar sind. Für mich war das ab einem gewissen Punkt vor allem ein politisches Projekt: Nachdem ich gemerkt habe, wie schwierig es ist, das Projekt zu realisieren, war allein diese Schwierigkeit schon Grund genug für mich, das durchzuziehen. Man stelle sich nur vor, jemand ist weniger enthusiastisch als Du und ich – wenn der solche Hürden auch nur von weitem riecht, kauft er sich doch wieder einen Diesel! Da ich aber möchte, dass es in Berlin mehr E-Autos gibt, musste die Hürde weg. Wo soll man denn anfangen, wenn nicht im Wortsinn vor der eigenen Haustür?

Wer sich jetzt hier im Haus für ein E-Auto entscheidet, muss nur noch die eigenen Finanzen durchrechnen. Die politischen Hürden habe ich bereits aus dem Weg geräumt und die gesellschaftliche Akzeptanz in der Hausgemeinschaft ist nunmehr manifestiert. Das war mir wichtig, und ich denke, das habe ich geschafft.

Danke für deine ausführliche Antwort, die Informationen sind sehr hilfreich!
Ich werde auf jeden Fall einen Antrag auf der ETV stellen, wenn auch erstmal ganz simpel formuliert als „32A Steckdose“, um unnötige Verwirrung zu vermeiden.
Für mich ist das Thema Elektromobilität, genau wie bei vielen anderen hier, eine Herzensangelegenheit zur drastischen Verbesserung der Lebensqualität in Großstädten und garantiert nichts wo ich den Kosten-Nutzen-Faktor penibel berechne.

Wenn du noch kein EV hast, ist es vermutlich einfacher. Du willst halt ne Steckdose haben, um dein Auto zu saugen. Wenn da schon ein EV steht und das jeder sehen kann, kommen die ganzen Verbrennerdampfinhalatoren hervorgekrochen, die aus reiner Boshaftigkeit nein sagen. Ich hatte Glück, dass die meisten Besitzer in meiner Anlage Investoren und nicht Selbstbewohner sind. Einem Investor kann man eher verständlich machen, dass Lademöglichkeiten vor Ort den Wert der Anlage erhöhen und im Wettbewerb ein Alleinstellungsmerkmal darstellen.

Klar. Mit einem klassischen Drei-Phasen-Sauger! :mrgreen:

Apropos, ich erwähne es immer wieder gern: Für mich hat sich die Wallb-e unter anderem deswegen hervorragend bewährt, weil sie eine Schuko-Dose und eine Typ 2-Dose im selben Gehäuse (und an derselben Leitung) anbietet. Natürlich können die beiden Anschlüsse konstruktionsbedingt nicht gleichzeitig benutzt werden, aber es ist schon sehr wertvoll, dort auch mal einen Staubsauger oder einen Fön (zwecks Aufkleber/Vignetten-Entfernung) anschließen zu können.

Also ich möchte meinen Miteigentümern schon klar sagen was Sache ist und da es keine Typ2-Steckdose ohne Wallbox gibt, werde ich den Antrag wohl so in der Art formulieren:

„Beschlussantrag von Herrn … (Eigentümer Stellplatz …) zur Installation eines Ladeanschluss am Tiefgaragenstellplatz.
Der Ladeanschluss dient der Nutzung für ein Elektrofahrzeug und läuft über den Zähler des Eigentümers.
Das Einholen notwendiger Genehmigungen bei den Stadtwerken und sämtliche Kosten für die Installation durch einen Fachbetrieb werden vom Eigentümer übernommen, die Ausführungsdetails mit der Hausverwaltung und dem Beirat abgestimmt.“

Da eh bald die Versammlung ist möchte ich die Gelegenheit nutzen überhaupt mal die Stimmung einzufangen. Entweder ich hab Glück und es geht gleich so durch oder anschließend noch 2-3 Jahre Zeit um den harten Weg zu gehen :slight_smile:

@Volker:
Ich hätte auch gerne Typ2 und Schuko (z.B. für E-Bike) in einem abschließbaren Gehäuse, dann schau ich mir diese Wallbox mal genauer an.

Mein Tipp: Besprich Dein Vorhaben vor der Versammlung mit einem kompetenten Elektriker!
Guck mal hier: Essentials - Empfehlenswerte Elektriker
bzw. hier: Empfehlenswerte Elektriker

Ein ehemaliger Nachbar, zu dem ich noch guten Kontakt habe, hat einen Elektrofachbetrieb mit Erfahrung in dem Gebiet, der macht den Anschluss und den Antrag bei den Stadtwerken für mich.
Ich möchte auf jeden Fall auch vor der Versammlung klären wie die Leitungen genau verlegt werden, falls jemand diesbezüglich fragt (das erwarte ich bei uns eher als Sicherheitsaspekte) und ob die Sicherung vom Haus für drei Phasen 32A ausreichend ist.
Den Antrag selbst möchte ich aber erstmal ohne technische Details formulieren, sonst ist das für manchen Eigentümer eher abschreckend.

Ein Kühlschrank ist nicht im Lieferumfang enthalten, von Schoko würde ich also eher absehen. Du kannst aber natürlich einen eigenen Kühlschrank an die „Schuko“-(Schutzkontakt-)Steckdose anschließen und dort dann Deine Schokolade aufbewahren… :stuck_out_tongue:

Die Dosen sind bei der Wallb-e frei zugänglich, insofern gibt es kein „abschließbares Gehäuse“. Du kannst die Box aber optional mit Schlüsselschalter bekommen, dann fließt ohne Schlüssel kein Strom. Ich habe diese Version und bin damit sehr zufrieden. Man kann den Schlüssel auch im aktivierten Zustand abziehen, so dass sozusagen „Dauerfreigabe“ besteht.

Würd es nur als (rote) Kraftstromsteckdose bezeichnen. Die hat jeder schon mal gesehen und ist nicht all zu verdächtig. Die Staubsauger an Tankstellen sind ja auch an solche angeschlossen :smiling_imp:

Ich habe ein paar neue Informationen zu unserem Haus und meinem Antrag, den ich auf der Eigentümerversammlung stellen möchte.

Also erstmal haben wir im Haus 10 Parteien mit ca. 25 Stellplätzen, weil ein paar Wohnungen 2 Stellplätze haben und vom Nachbarhaus (Altbau) auch noch Stellplätze in der TG sind.
Das Haus ist per Panzersicherung mit 3 x 100A abgesichert, das dürfte mehr oder weniger Standard sein bei einem Mehrfamilienhaus.

Die Fragen die sich mir aktuell stellen:

  1. Wieviele Elektroautos kann man an diesem Hausanschluss mit je 11kW gleichzeitig aufladen, ohne sich um einen neuen Anschluss etc. pp zu kümmern, was von den Kosten her bei uns in München wahrscheinlich wieder jenseits von Gut und Böse ist.
  2. Was passiert wenn der x-te Eigentümer einen Ladeanschluss möchte und dies nicht mehr über die vorhandenen Kapazitäten (egal ob Hausanschluss oder neuer, separater Anschluss) abgedeckt ist. In diesem Fall wird ein neuer Hausanschluss, ein Ausbau des bestehenden oder ein Lastmanagement notwendig, alles bestimmt mit hohen Kosten verbunden. Mir fällt da leider auch keine faire Lösung ein, die Vorfinanzierung für andere wie bei Volker finde ich suboptimal.

Dass es eine Panzersicherung mit 3 x 100 A gibt, heißt nicht unbedingt, dass Du von der Straße nicht mehr bekommen kannst. Du musst beim Netzbetreiber anfragen, welche Versorgung er für Euren Straßenanschluss maximal zur Verfügung stellen kann. In meinem Fall war es so, dass der Versorger über die vorhandenen Leitungen problemlos mehr Leistung zur Verfügung stellen konnte, als aktuell abgesichert war. Es war daher vergleichsweise preiswert möglich, einen neuen „Hausanschlusstrenner“ (nicht: „Hausanschluss“) zu installieren, der über eine eigene Absicherung nochmal deutlich mehr Leistung zur Verfügung stellt. Jedenfalls habe ich das so in Erinnerung, schlagt mich nicht, falls es keinen Sinn ergibt. Langer Rede kurzer Sinn: Lade mal einen Elektriker zu Dir ein, der Ahnung von sowas und auch von Elektro-Autos hat, bitte den Hauswart, zum Termin den Hausanschlussraum aufzuschließen, und guck es Dir gemeinsam mit dem Fachmann mal ganz genau an. Der Elektriker kann auch die Anfrage beim Netzbetreiber stellen. Erst dann lohnt es sich, weitere Pläne zu machen.
:arrow_right: Essentials - Empfehlenswerte Elektriker

Die Anfrage beim Netzbetreiber läuft schon, allerdings halt nur für meinen 32A-Anschluss.
Der Beirat fragt sich nun was passiert wenn eines Tages der Punkt erreicht ist, an dem die bestehene Kapazität nicht mehr ausreicht.
Die haben halt die Sorge, dass den letzten die Hunde beissen und man deshalb jetzt schon ein Gesamtkonzept braucht.
Mein Elektriker kann aber kein Gesamtkonzept im Rahmen meines Auftrags machen, ich kann ihn maximal klären lassen wieviele Anschlüsse möglich sind bis es halt richtig teuer wird.
Und genau darauf habe ich weder eine Antwort noch eine Idee wie ein faires Vorgehen wäre, damit eines Tages alle ihren Ladeanschluss am Stellplatz haben.

Dazu fällt mir nur eins ein: Du sicherst zu, ggf. auch vertraglich, dass Du Deine individuelle Lösung zurückbaust, wenn die Hausgemeinschaft ein Gesamtkonzept beschließen sollte. Du würdest „Deine Anschlussleistung“ an die Hausgemeinschaft zurückgeben, die gemeinsam eine Lösung mit Lastmanagement realisiert, an der Du dann auch teilnehmen würdest. So sind die Interessen von allen gewahrt, und durch Deinen „Alleingang“ wird die Situation für die anderen Eigentümer nicht schlechter.

De facto wird es dazu in absehbarer Zeit kaum kommen, aber wenn doch, dann musst Du halt Deine individuelle Investition abschreiben und mit den anderen gemeinsam nochmal in eine Gesamtlösung investieren. Dafür hast Du dann aber schon ein paar Jahre lang laden können.

Wenn der Punkt erreicht ist, an dem zusätzliche Ladewillige nicht mehr bedient werden können, müssen die Bestands-Wallboxen entfernt werden und durch Wallboxen ersetzt werden, die Lastmanagement beherrschen. Das Kostenrisiko trägt der einzelne Nutzer, der dann eben in 20 Jahren mal ne neue Wallbox kaufen muss.

Ein Gesamtkonzept ist absurd, da die Wallboxen ja nicht jünger werden und in 2 Jahren die heute angebotenen Modelle schon nicht mehr produziert werden. Ein auf heutiger Technik aufgebautes Gesamtkonzept kann also gar nicht in 10 oder 20 Jahren, wenn es nötig wäre, für die gesamte Garage ausgebaut werden, da dann die Wallboxen fehlen. Außerdem wäre vermutlich der Leitstand schon Elektroschrott.

+1, so meinte ich das.

Gesamtkonzept muss ja nicht heißen, dass man sofort einen Leitstand installiert. Für mich heißt es nur, dass man auf die (berechtigte) Frage der anderen Eigentümer: „Und was ist, wenn ich auch mal ein Elektroauto haben sollte?“ eine befriedigende Antwort geben kann.

Das ist eine gute Idee, so werde ich das machen, danke dir!
Erfahrungsgemäß wird da die nächsten 10 Jahre eh nix in der Richtung passieren, da bin ich mir fast 100% sicher.
Und wenn die ETV dann doch eine Insellösung favorisiert kann ich mich ja daran beteiligen und habe trotzdem noch meinen eigenen Ladeplatz.

Ich ändere den Antrag jetzt folgendermaßen ab:

„Beschlussantrag von Herrn … (Eigentümer Stellplatz …) zur Installation eines Ladeanschluss am Tiefgaragenstellplatz.
Der Ladeanschluss dient der Nutzung für ein Elektrofahrzeug und läuft über den Zähler des Antragstellers.
Das Einholen notwendiger Genehmigungen bei den Stadtwerken und sämtliche Kosten für die Installation durch einen Fachbetrieb werden vom Antragsteller übernommen.
Die Ausführungsdetails sind vorab mit der Hausverwaltung und dem Beirat abzustimmen.
Sollte zu einem zukünftigen Zeitpunkt die Anzahl der in der Eigentümergemeinschaft vorhandenen Elektromobile die Kapazitätsgrenze des Hausanschluss erreichen und eine Gesamtlösung mit Lastmanagement für die Tiefgarage notwendig werden, beteiligt sich der Antragsteller auch an diesen Kosten.
Der invididuelle Ladeanschluss wird dann, falls dies für das beauftragte Gesamtkonzept notwendig ist, auf Kosten des Antragstellers zurückgebaut.“

Was meint ihr?