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Die Sorgen meiner Nachbarn...

Die DIN 18015-1 sieht für Wohnanlagen mit 6 bis10 Wohnungen ohne el. Warmwasserbereitung eine Absicherung von 3 x 80 A vor.
Das ist also schon korrekt.
Für 38-100 Wohnungen sind es auch nur 3 x 160 A.
Da staunt der Laie …

Ganz so leicht ist es nicht. Bei den mir bekannten Lastmanagement-Systemen gibt man ein, wieviel der Hausanschluss maximal verträgt. Die können nicht mehrere Hausanschlüsse zusammen managen. Soll also in der Tiefgarage irgendwann mal eine große Installation gebaut werden, muss mehr gemacht werden, als 20 Wallboxen an 20 verschiedenen Hausanschlüssen auszutauschen.

Das Management funktioniert auch besser, je größer die zu verteilende Kapazität ist. An einen 100A Anschluss kann ich 18-20 Autos hängen. Schließen sich aber zufällig 6 Schnarchlader an Phase 1 an, hab ich eine 100A-Schieflast und die anderen 12 Drehstromlader fangen gar nicht erst mit dem Laden an, obwohl noch 6x2x16A verfügbar wären. Bei einem 600A-Anschluss mit 120 angeschlossenen Wallboxen sinkt die Wahrscheinlichkeit dafür, dass der komplette Anschluss von ein paar ungünstig verteilt angeschlossenen Schnarchladern blockiert wird.

Wieso soll es in einer Tiefgarage mehr als einen „Hausanschluss“ geben?
Ich glaub, Du bringst da was durcheinander …
Wenn die Tiefgarage eine Gemeinschaftsgarage einer Einfamilienhaussiedlung ist, dann hat sie einen eigenen „Hausanschluss“, und dann muss dieser eben aufgebohrt werden. Dann ist auch nur dieser eine Hausanschluss der Tiefgarage zu managen.
Es sind sicher keine 20 verschiedenen Hausanschlüsse zu managen.

Ein Hinweis aus der Zeitschrift „Das Grundeigentum 11/2015“.

Nett. Der Regelt den „Energieversorgungsanschluss“ und ist damit vermutlich tatsächlich relevant. Allerdings sollte man vielleicht erst einmal den Kommentar dazu lesen, bevor man das als Gegeben hinnimmt… Auch Interessant: Absatz 8.

Brisant finde ich den Punkt:

Das heißt konkret was? Bestandsschutz für den ersten, klar. Aber wenn der 22kW ohne Lastmanagement installiert hat, und der Hausanschluss nur 33kW hergibt, stellt sich die Rücksichtnahme problematisch dar. Der Erste könnte sagen: Interessiert mich nicht, ich will 22kW immer verfügbar haben. Installiert ihr mal euer Lastmanagement, ich zahl davon keinen Euro.

Das ist doch mal ein Anreiz, Erster zu sein! :smiling_imp:

Darum bin ich bei unsere Tiefgarage auch der erste :laughing: :laughing: und keinen hast gestört - in 10 Jahren werden die dann auch mal darüber nachdenken wieso Sie nix gesagt haben :laughing: :laughing:

Fast keine Gegenstimmen

Ja, Wow! Glückwünsche! :smiley: :sunglasses:

Das stimmt optimistisch für die Zukunft. Glückwunsch!

@Volker.Berlin:
Ich stehe aktuell vor der gleichen Situation wie du in 2012, nur dass ich selbst der Eigentümer vom Stellplatz bin.

  1. Wie würdest du denn heute vorgehen mit dem Wissen, das du dir in all den Jahren angesammelt hast?
    Einen Beschluss der Eigentümerversammlung oder nur die Hausverwaltung informieren und den Elektriker beauftragen?

  2. In einem deiner Beiträge im Mai sprachst du von einem „Gesamtkonzept“, das die Eigentümer haben wollten. Wurde bei deinem Anschluss irgendwas in Hinblick auf ein zukünftiges Gesamtkonzept berücksichtigt oder handelt es sich um einen ganz normalen Einzelanschluss?

Es kommt sehr auf die Struktur der Eigentümergemeinschaft und auf Deine Persönlichkeit hat. Es gibt ja einige Berichte von Leuten, die erfolgreich und ohne viel Gegenwind einfach Fakten geschaffen haben, ohne vorher groß zu fragen. Aus meiner Sicht ist daran nichts zu kritisieren, aber ich bin anders gestrickt. Ich würde wieder den Weg wählen, mir vorher die Zustimmung zu holen, damit mir hinterher keiner an den Karren fahren kann. Allein schon um des lieben Friedens willen – schließlich geht es hier um meine Nachbarn, denen ich mehr oder weniger jeden Tag begegne. Da bin ich schon bemüht, unnötigen Affront zu vermeiden.

Ich wäre jetzt allerdings nicht mehr so naiv, zu hoffen, dass das ein Selbstläufer ist, für den die Hausverwaltung keinerlei Hilfestellung braucht. Du musst selbst den Vorschlag, den Du in die Versammlung einbringen willst, bis ins Detail ausarbeiten – am besten unterlegt mit einem konkreten, individuellen Angebot von einem Elektriker, der sich die Örtlichkeit auch schon mal angesehen hat. Und Du musst auf überraschende Nachfragen gefasst sein. Fragen, die für uns schon so selbstverständlich sind, dass wir sie uns gar nicht mehr vorstellen können…

Ja. „Gesamtkonzept“ heißt zunächst einmal übersetzt: „Wir wollen was kriegen, aber nichts geben (außer bestenfalls unsere Zustimmung).“ In meinem Fall war es nötig, einen neuen „Hausanschlusstrenner“ (fast sowas wie ein eigener Hausanschluss, aber nicht ganz) zu installieren, um überhaupt mehr Strom als bloß für ein Lichtkabel in die Garage zu kriegen. Diesen Hausanschlusstrenner mit vier vorbereiteten Zählerplätzen (Summa summarum 2000 Euronen) habe ich vorgeschossen. Die Installation ab Zähler geht natürlich sowieso auf meine eigene Kappe. Wenn jetzt ein weiterer Eigentümer gern Strom auf seinem Garagenplatz haben möchte, soll(!) er sich mit 500 Euro an der Gemeinschaftsinstallation beteiligen. Hinzu kommen (weniger als) 500 Euro für die Installation vom Zählerkasten bis zum Stellplatz, sowie die jeweilige Wallbox.

Die Anlage ist so ausgelegt, dass sie bei Bedarf durch weitere Zählerplätze ergänzt werden kann. An der Wand ist genug Platz, um 16 der 19 Stellplätze über individuelle Zähler mit Strom zu versorgen. Der Anschluss gibt genug her, dass man 6 Plätze ohne Lastmanagement gleichzeitig mit 11 kW versorgen könnte. Solange nicht mehr als drei Plätze angeschlossen sind (momentan nur meiner), ziehe ich an meinem Anschluss 22 kW. Meine Wallbox (Wallb-e) hat aber auf dem Board einen kleinen Schalter, mit dem man sie quasi in eine 11 kW-Box verwandeln kann. Für 11 kW habe ich dann halt sehr kräftige Kabel verlegt, aber das schadet ja nichts – ganz abgesehen davon, dass es überhaupt nicht absehbar ist, wann hier mal vier oder mehr E-Autos stehen werden…

Bevor jetzt jemand nachrechnet: Nein, das macht ökonomisch keinerlei Sinn. Für das Geld könnte ich sehr lange an den Säulen von Vattenfall und RWE laden, die in meinem Fall sogar fußläufig erreichbar sind. Für mich war das ab einem gewissen Punkt vor allem ein politisches Projekt: Nachdem ich gemerkt habe, wie schwierig es ist, das Projekt zu realisieren, war allein diese Schwierigkeit schon Grund genug für mich, das durchzuziehen. Man stelle sich nur vor, jemand ist weniger enthusiastisch als Du und ich – wenn der solche Hürden auch nur von weitem riecht, kauft er sich doch wieder einen Diesel! Da ich aber möchte, dass es in Berlin mehr E-Autos gibt, musste die Hürde weg. Wo soll man denn anfangen, wenn nicht im Wortsinn vor der eigenen Haustür?

Wer sich jetzt hier im Haus für ein E-Auto entscheidet, muss nur noch die eigenen Finanzen durchrechnen. Die politischen Hürden habe ich bereits aus dem Weg geräumt und die gesellschaftliche Akzeptanz in der Hausgemeinschaft ist nunmehr manifestiert. Das war mir wichtig, und ich denke, das habe ich geschafft.

Danke für deine ausführliche Antwort, die Informationen sind sehr hilfreich!
Ich werde auf jeden Fall einen Antrag auf der ETV stellen, wenn auch erstmal ganz simpel formuliert als „32A Steckdose“, um unnötige Verwirrung zu vermeiden.
Für mich ist das Thema Elektromobilität, genau wie bei vielen anderen hier, eine Herzensangelegenheit zur drastischen Verbesserung der Lebensqualität in Großstädten und garantiert nichts wo ich den Kosten-Nutzen-Faktor penibel berechne.

Wenn du noch kein EV hast, ist es vermutlich einfacher. Du willst halt ne Steckdose haben, um dein Auto zu saugen. Wenn da schon ein EV steht und das jeder sehen kann, kommen die ganzen Verbrennerdampfinhalatoren hervorgekrochen, die aus reiner Boshaftigkeit nein sagen. Ich hatte Glück, dass die meisten Besitzer in meiner Anlage Investoren und nicht Selbstbewohner sind. Einem Investor kann man eher verständlich machen, dass Lademöglichkeiten vor Ort den Wert der Anlage erhöhen und im Wettbewerb ein Alleinstellungsmerkmal darstellen.

Klar. Mit einem klassischen Drei-Phasen-Sauger! :mrgreen:

Apropos, ich erwähne es immer wieder gern: Für mich hat sich die Wallb-e unter anderem deswegen hervorragend bewährt, weil sie eine Schuko-Dose und eine Typ 2-Dose im selben Gehäuse (und an derselben Leitung) anbietet. Natürlich können die beiden Anschlüsse konstruktionsbedingt nicht gleichzeitig benutzt werden, aber es ist schon sehr wertvoll, dort auch mal einen Staubsauger oder einen Fön (zwecks Aufkleber/Vignetten-Entfernung) anschließen zu können.

Also ich möchte meinen Miteigentümern schon klar sagen was Sache ist und da es keine Typ2-Steckdose ohne Wallbox gibt, werde ich den Antrag wohl so in der Art formulieren:

„Beschlussantrag von Herrn … (Eigentümer Stellplatz …) zur Installation eines Ladeanschluss am Tiefgaragenstellplatz.
Der Ladeanschluss dient der Nutzung für ein Elektrofahrzeug und läuft über den Zähler des Eigentümers.
Das Einholen notwendiger Genehmigungen bei den Stadtwerken und sämtliche Kosten für die Installation durch einen Fachbetrieb werden vom Eigentümer übernommen, die Ausführungsdetails mit der Hausverwaltung und dem Beirat abgestimmt.“

Da eh bald die Versammlung ist möchte ich die Gelegenheit nutzen überhaupt mal die Stimmung einzufangen. Entweder ich hab Glück und es geht gleich so durch oder anschließend noch 2-3 Jahre Zeit um den harten Weg zu gehen :slight_smile:

@Volker:
Ich hätte auch gerne Typ2 und Schuko (z.B. für E-Bike) in einem abschließbaren Gehäuse, dann schau ich mir diese Wallbox mal genauer an.

Mein Tipp: Besprich Dein Vorhaben vor der Versammlung mit einem kompetenten Elektriker!
Guck mal hier: Essentials - Empfehlenswerte Elektriker
bzw. hier: Empfehlenswerte Elektriker

Ein ehemaliger Nachbar, zu dem ich noch guten Kontakt habe, hat einen Elektrofachbetrieb mit Erfahrung in dem Gebiet, der macht den Anschluss und den Antrag bei den Stadtwerken für mich.
Ich möchte auf jeden Fall auch vor der Versammlung klären wie die Leitungen genau verlegt werden, falls jemand diesbezüglich fragt (das erwarte ich bei uns eher als Sicherheitsaspekte) und ob die Sicherung vom Haus für drei Phasen 32A ausreichend ist.
Den Antrag selbst möchte ich aber erstmal ohne technische Details formulieren, sonst ist das für manchen Eigentümer eher abschreckend.

Ein Kühlschrank ist nicht im Lieferumfang enthalten, von Schoko würde ich also eher absehen. Du kannst aber natürlich einen eigenen Kühlschrank an die „Schuko“-(Schutzkontakt-)Steckdose anschließen und dort dann Deine Schokolade aufbewahren… :stuck_out_tongue:

Die Dosen sind bei der Wallb-e frei zugänglich, insofern gibt es kein „abschließbares Gehäuse“. Du kannst die Box aber optional mit Schlüsselschalter bekommen, dann fließt ohne Schlüssel kein Strom. Ich habe diese Version und bin damit sehr zufrieden. Man kann den Schlüssel auch im aktivierten Zustand abziehen, so dass sozusagen „Dauerfreigabe“ besteht.

Würd es nur als (rote) Kraftstromsteckdose bezeichnen. Die hat jeder schon mal gesehen und ist nicht all zu verdächtig. Die Staubsauger an Tankstellen sind ja auch an solche angeschlossen :smiling_imp: