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Die Sorgen meiner Nachbarn...

Bei 20 22kW Ladestationen, die gleichzeitig betrieben werden, würden bereits ein Anschluss mit 640A benötigt. Ich vermute deshalb, ohne weitere Vorbereitungen dürfte das nicht so einfach zu realisieren sein.

Noch eine kleine Warnung von mir: Habe Ende Mai von der Eigentümerversammlung die Installation einer Steckdose (CEE16) oder Wallbox in der Tiefgarage (Baujahr 1999) genehmigt bekommen. Der Elektriker hat sich dann alles angesehen und wollte ein Angebot schreiben. Jetzt der Hammer: Der Abzweig hätte im Sicherungs-/Zählerkasten, natürlich hinter meinem Zähler, passieren sollen. Das geht aber nicht so einfach, weil der Sicherungs-/Zählerkasten im Treppenhaus (Keller) angebracht ist und damit nicht mehr den aktuellen Brandschutzbedingungen entspricht. Deshalb dürfen keine Erweiterungen vorgenommen werden; es besteht nur Bestandsschutz. Möchte ich meine Steckdose in der TG haben, muss entweder der Schrank brandsicher eingemauert oder in einen anderen Kellerraum (mit Brandschutztür) umgezogen werden!

Noch warte ich auf die endgültige Aussage vom Elektriker, ob es nicht doch noch andere Lösungen gibt, aber ich sehe schwarz, zumindest in nächster Zeit einen Anschluss in der TG haben. Selbst wenn ich diese Baumaßnahmen selbst bezahlen würde, so brauche ich sicher wieder die Zustimmung der Eigentümergemeinschaft und die kann ich mir dann im Mai 2016 holen …

Hier meine Überlegungen, die auf den gemachten Erfahrungen mit meiner Installation basieren:

  • Ein Gesamtkonzept ist eine feine Sache und wird mit zunehmender Beliebtheit der Elektromobilität in einer grossen Wohnanlage sicher einmal nötig sein (Lastmanagement, optimale Nutzung von allgemeinem Eigentum etc.)
  • Ab wann aber ein solches Gesamtkonzept wirklich Sinn macht, ist ziemlich unklar und hängt ua auch stark von den Gegebenheiten wie bestehende Strominstallationen, Kaufkraft der Eigentümer, Affinität zum Thema usw. vor Ort ab. Zudem bin ich mir nicht sicher, wer ein solcher Konzept ausarbeiten könnte (Hauselektriker, Versorger, unab. Ingenieurunternehmen?)
  • Die Ausarbeitung eines Konzepts kann nicht vom Antragsteller finanziert werden, sondern von der EG. Damit müsste die EG über die Erstellung abstimmen und ein Budget sprechen. Ob du dafür eine Mehrheit findest? Nachdem das Konzept steht, müsste die EG ja dieses annehmen, also wieder eine Abstimmung. Bei uns hätte das im besten Fall ein Jahr gedauert :open_mouth:
  • Der Pionier sollte nicht wegen dieser fehlenden (und irgendwann sicher notwendigen) Grundlage bestraft werden.

Mein Vorschlag (aus 300 km Entfernung :wink: ): An der Versammlung den Antrag unterstützen. Nach dem Abstimmung ad-hoc das Thema Gesamtkonzept aufbringen und ein paar „Mitstreiter“ suchen, die die ersten Abklärungen dazu machen können. Den Antragsteller kann man ja vorab bitten, mit seinen Erfahrungen aus der Installation an diesen Vorabklärungen mitzuwirken.

Hilft das etwas?

Ich würde auf keinen Fall ein noch nicht akutes Problem zur Barriere für die Anschlüsse machen die problemlos sind. Wenn der erste 22kW haben möchte und nicht bekommen kann ist es Zeit. Evtl. könnt ihr ja vereinbaren das in dem Fall die Kosten für eine Erweiterung des Hausanschlusses auf die Nutzer von 22kW Anschlüssen (oder 11kW) umgelegt werden. Wenn es so viele werden das es akut wird dann ist der Divisor ja auch groß.

Keine Möglichkeit einen Antrag zwischen den EG-Versammulungen mit Zirkularbeschluss zu erwirken? Was sagt euer Reglement dazu? In der Schweiz musst du 100% der Stimmen haben, wenn es im Regl. nicht anders aufgeführt ist. Da musste ich durch, denn sonst hätte ich bis Februar 16 warten müssen… und mein MS kommt im August :wink:

Ein paar Anmerkungen von mir:

  • Die Idee eines Miteigentümers, als Reaktion auf meinen einzelnen Antrag ein Gesamtkonzept vorzuschlagen, hat die Fertigstellung meiner Lademöglichkeit um ca. 18 Monate verzögert.
  • Ich muss zugeben, dass die Installation als ganzes dadurch erheblich gewonnen hat. Sie hat mich aber auch erheblich mehr Geld gekostet, als das bei einer Einzelinstallation der Fall gewesen wäre, und wenn sich nicht in absehbarer Zeit noch mindestens drei weitere Nutzer finden, bleibe ich auf diesen Kosten sitzen.
  • Im Moment bin ich auf absehbare Zeit der einzige, der auch nur entfernt an dem Thema interessiert ist. (Anm.: Daher lade ich selbstverständlich zurzeit auch mit 22 kW, obwohl das „Gesamtkonzept“ nur 11 kW pro Ladeplatz vorsieht. Ich kann meine Wallb-e aber ggf. dauerhaft auf 11 kW drosseln, sollte das erforderlich werden.)
  • Entscheidend für ein Gesamtkonzept ist die Skalierbarkeit: Der wesentliche Teil der Kosten darf erst entstehen, wenn weitere Nutzer aufspringen, sonst ist es für den ersten Nutzer allein nicht zu stemmen, und für eine gemeinschaftliche Finanzierung sicher auch kein Konsens zu finden.
  • In meinem Fall wurde die Ausarbeitung des Konzepts von einem sehr begeisterungsfähigen Elektrikermeister vorgestreckt. Wäre das nicht der Fall gewesen, wären die Kosten für die Ausarbeitung selbstverständlich zu meinen Lasten gegangen, wie auch die gesamte Installation. Jedes Zögern meinerseits im Hinblick auf die Übernahme der Kosten hätte das Projekt auf der Stelle scheitern lassen.

Das ist ja großer Mist. Nicht-separierte Zählerkästen im UG eines Treppenhauses dürften öfter installiert worden sein. Bei einer Wohnanlage mit exakt dieser Bausituation in Heidelberg hatte ich vor 15 Jahren ein Kabel (einphasig) zum TG-Stellplatz verlegen lassen. Jetzt kann man ja auch keine Dach-PV-Anlage mehr anschließen.

Danke, viella und Leto und Volker.Berlin:

Ihr habt wohl Recht, ich werde den Antrag bedingungslos unterstützen.
Auch werde ich noch keine Pferde Scheu machen, wegen zukünftiger Grenzen.
Wer weiß wie schnell das Interesse an Elektroautos überhaupt in meiner EG zunimmt.

Für ein Gesamtkonzept ist auch die nächsten Jahren sicher noch Zeit - und bis dahin gibts dann bestimmt schon fertige Lösungen am Markt - hoffe ich.

@Volker.Berlin:
Vielen Dank für Deinen Link!

Ich möchte an meinen 20 Stellplätzen Wallboxen installieren. Wenn 20 Wallboxen ohne Lastmanagement installiert werden sollen, wird das richtig teuer. Unsere Wohnanlage mit 300 Wohnungen ist mit 2000A angeschlossen, also 1,38MW (oder waren es sogar 2x2000A?). Laut Netzbetreiber ist das ungewöhnlich sehr viel, aber Glück für mich. Denn so kann ich relativ problemlos 200A bekommen und der Mitarbeiter phantasierte schon von einer Vollausstattung der ganzen Tiefgarage mit Ladeinfrastruktur.

Normal sind also deutlich weniger als 2000A für 300 Wohnungen. Für 640A für 20 ungemanagte Wallboxen wird man also praktisch niemals irgendwo einfach so herbekommen. Tesla baut sich für solche Anschlussleistungen einen eigenen Trafo und nimmt sich die Leistung aus dem Mittelspannungsnetz.

Wenn also irgendwann einmal so viele Elektroauto fahren wollen, dann müssen die Altinstallationen eben entfernt und durch ein steuerbares Wallboxmodell ersetzt werden.

Um die Zustimmung nicht zu gefährden, schlage ich dir vor, zwei Anträge in die Versammlung einzubringen:

  1. Installation gemeinschaftlicher Ladelösungen
  2. Zusätzlich Erlaubnis zur Installation einer eigenen

Der erste Antrag wird wahrscheinlich abgelehnt, der zweite könnte Zustimmung finden.

Einfach aufpassen, dass man mit dem gutgemeinten ersten Traktandum nicht das zweite mitverhindert. Darum meine Idee einer ad-hoc Eingabe nach der Zustimmung zum Einzelantrag.

Nein, ich selbst stelle ja gar keinen Antrag (noch nicht).

Ich denke auch, dass es in den Fällen, in denen der erste einzelne Eigentümer einen Antrag auf eine Ladeinstallation stellt, im Sinne einer Förderung der Elektromobilität das Beste ist, diesen Antrag bedingungslos zu unterstüzen und jegliche Anwandlungen in Richtung Gesamtkonzept erst einmal zu unterdrücken, mit der Begründung, dass ja keine schnelle Verbreitung der Elektromobilität in Sicht ist :stuck_out_tongue: .

Hat dann erst mal ein Eigentümer einen Anschluss durchgesetzt, dann kann keinem mehr der nächste Anschluss verweigert werden.
Dass man dann bald Gesamtlösungen braucht, ist dann zwar eine Diskussionspunkt, aber dieser kann nicht mehr zur Ablehnung oder extremen Verzögerung der Sache führen, da schon mal die grundsätzliche Berechtigung und Notwendigkeit vorweggenommen ist.

Ich würde auch nicht unmittelbar nach dem Beschluss der ersten Zulassung mit dem Hinweis auf eine Gesamtlösung kommen, sondern frühestens nach der Installation der ersten Ladestation. Denn erst dann gibts kein Zurück mehr. :exclamation:

Das mag die Sache beschleunigen, Du musst Dir aber auch im Klaren sein, dass es für die Pioniere dadurch unterm Strich deutlich teurer werden kann. Jedes Ding hat eben zwei Seiten…

Das Schlimmste, was dem „Pionier“ später kostenmässig passieren kann ist doch nur der eventuelle Austausch der Wallbox gegen eine, die lastmanagementfähig ist, oder?
Ich würde es auch so machen, wie „Elektroniker“: bloß keine schlafenden Hunde wecken!

Ist hier auch so, kann man machen und braucht 100% Zustimmung. Die Hausverwaltung hat mir aber schon für den ersten Antrag davon abgeraten, weil die 100% fast nie zustande kommen. Auf der Eigentümerversammlung braucht es dann nur eine einfache Mehrheit. Da ich eigentlich keine Lust habe, die Verbesserung des Brandschutzes alleine zu bezahlen … mal sehen wie es weiter geht.

Ich bin auf das Laden in der eigenen TG nicht angewiesen; es sollte nur für Notfälle sein. Ich habe eine Ladesäule 50m vom Büro und da kostet der Strom die Hälfte (im Vergleich zur eigenen TG). Und in Stuttgart und Umgebung gibt es ca. 400 weitere Ladepunkte, also wirklich kein Problem, wenn man nicht gerade die im Zentrum nutzen möchte, die natürlich immer von Verbrennern zugeparkt sind. (Und im Notfall lege ich die Schuko-Verlängerung aus meinem Keller oder von meiner Waschmaschine in die TG.)

Noch am Rande bemerkt, weil hier gerade Hausanschlussleistungen diskutiert werden: Bei mir sind es 9 Wohnungen und 3x 80A, also 55 kW. Ein Witz finde ich. Wenn da mal jeder ordentlich den Herd anmacht, ist die Panzersicherung fällig.

Allerdings! Exakt die gleiche Absicherung hat mein Einfamilien-Haus!

das ist immer eine Frage der Gleichzeitigkeit. Eine Panzersicherung läßt für eine begrenzte Zeit überlasten, so kann es bei 130-150% des Nennstroms schon mal eine Stunde brauchen bis der auslöst/schmilzt.

Die DIN 18015-1 sieht für Wohnanlagen mit 6 bis10 Wohnungen ohne el. Warmwasserbereitung eine Absicherung von 3 x 80 A vor.
Das ist also schon korrekt.
Für 38-100 Wohnungen sind es auch nur 3 x 160 A.
Da staunt der Laie …

Ganz so leicht ist es nicht. Bei den mir bekannten Lastmanagement-Systemen gibt man ein, wieviel der Hausanschluss maximal verträgt. Die können nicht mehrere Hausanschlüsse zusammen managen. Soll also in der Tiefgarage irgendwann mal eine große Installation gebaut werden, muss mehr gemacht werden, als 20 Wallboxen an 20 verschiedenen Hausanschlüssen auszutauschen.

Das Management funktioniert auch besser, je größer die zu verteilende Kapazität ist. An einen 100A Anschluss kann ich 18-20 Autos hängen. Schließen sich aber zufällig 6 Schnarchlader an Phase 1 an, hab ich eine 100A-Schieflast und die anderen 12 Drehstromlader fangen gar nicht erst mit dem Laden an, obwohl noch 6x2x16A verfügbar wären. Bei einem 600A-Anschluss mit 120 angeschlossenen Wallboxen sinkt die Wahrscheinlichkeit dafür, dass der komplette Anschluss von ein paar ungünstig verteilt angeschlossenen Schnarchladern blockiert wird.

Wieso soll es in einer Tiefgarage mehr als einen „Hausanschluss“ geben?
Ich glaub, Du bringst da was durcheinander …
Wenn die Tiefgarage eine Gemeinschaftsgarage einer Einfamilienhaussiedlung ist, dann hat sie einen eigenen „Hausanschluss“, und dann muss dieser eben aufgebohrt werden. Dann ist auch nur dieser eine Hausanschluss der Tiefgarage zu managen.
Es sind sicher keine 20 verschiedenen Hausanschlüsse zu managen.

Ein Hinweis aus der Zeitschrift „Das Grundeigentum 11/2015“.