Die Mär vom sauberen E-Mobil

Ja das sollst du, denn du profitierst davon. Zum Dienstwagen: Ist es den weg? Sehe nix davon…alles wie immer…

Wenn ich also Solarmodule aus China kaufe und 100% davon nach Spanien verkaufe, dann ist das was genau? Entscheidend ist der Saldo zwischen Einkauf und Verkauf und das ist in diesem Dokument nicht zu entnehmen.

Wie gesagt, es ist sehr müßig darüber zu spekulieren. Selbst bei der Tesla Fabrik in Grünheide werden aktuell noch Akkus aus China geliefert und sicher auch Stahl, Alu und Co importiert, da hilft der Anteil des Absatzes in Deutschland recht wenig.

Ich vertraue da mehr auf die Profis vom ISE und ZSW…

Jetzt machst du aber ein durcheinander. Ich hab geschrieben:

  • 6000 W, Leistung, Dauerlast, pro Person (ok, Wert war veraltet, ist heute 10-20% tiefer)
  • x 24h x 365 T = 52,5 MWh im Jahr
  • im Vierpersonenhaushalt also ca. 210 MWh im Jahr
  • grosse PV auf Hausdach macht nur rund 10% davon

Aber eben nur private Haushalte. Als Beispiel sei erwähnt dass du bestimmt kürzlich mal auf einer Strasse unterwegs warst, wohl Asphalt oder Beton; dazu waren Baumaschinen unterwegs, Reinigung, Zementwerk oder Ölgewinnung, Transport der Materialien, und von allem nicht wenig. Oder dass in Tiefkühllagern das vorgehalten wird, teilweise ein halbes Jahr lang um Saisonalität auszugleichen, was wir im Supermarkt kaufen können.

ICH beanspruche wenig davon. Letzteres gar fast nie. Ersteres (Strasse) letzte Woche fast nur mit dem Fahrrad (Gewicht geht übrigens in vierter Potenz (!) in Abnützung der Strasse ein, ein 2t Tesla also 160’000x mehr als das Fahrrad). – Bin ich deswegen mit meiner PV nun energieautark? Ganz sicher nicht. Der Postbote kam vorbei, der LKW ist zum Supermarkt gefahren, das Restaurant in dem ich war hat womöglich tiefgekühlte Zutaten verwendet.

Mir geht es um eine ganzheitliche Betrachtung und dass keiner hier die Augen an der Grundstücksgrenze verschliesst, nur weil er / sie ein paar Panels auf dem Dach hat.

Seite 21 in der aktuellsten Schweizer Taschenstatistik zeigt auf, dass das kleine Land im Jahr rund 310 TWh Energie (1’125’550 TJ, oder rund 4500 Watt Dauerleistung) einsetzt. Davon verbrauchen die Haushalte aber nur rund ein Viertel (ganz unten auf der Seite, Verluste gehen auch noch weg s.o.), also rund 80 TWh. Immer noch Energie, nicht nur Strom. Hochgerechnet auf Deutschland (80 vs. 8 Mio Einwohner*innen) wären das aber 850 TWh was nahelegt, dass das UBA und das BFS bestimmte Grenzen anders ziehen. Auf jeden Fall aber ist die Schlussfolgerung „644 TWh für Deutschlands Privathaushalte = Deutschlands Gesamtverbrauch plus Peanuts“ falsch. Letzterer müsste im Vergleich zur Schweiz nämlich bei rund 3000 TWh liegen. Es ist also wesentlich mehr Energie als hier erwähnt.

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Ah ok verstehe…du betrachtest also Import vs. Export bzgl. der Energiemenge.
Ich hatte nur den Export betrachtet.

Ja da sind wir inzwischen (und da gebe ich dir recht) deutlich schlechter geworden…2022 ist kein gutes Jahr…

Daher werden auch die extrem erscheinenden Ausbauziele der PV vorgestellt, in D etwa um den Faktor 10 (von derzeit 60 GW). Keinesfalls nur auf den Eigenverbrauch schauen, sondern die nutzbaren Dachflächen möglichst komplett belegen. Zusammen mit dem Ausbau der Windkraft wird dann nach „Elektrifizierung“ der Sektoren auch der Postbote, die LKW und der Supermarkt klimaneutral wirtschaften.

In dem Zusammenhang möchte ich auf einen Faden aufmerksam machen den ich 2016 gestartet hatte

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:+1: Beitrag den man so nur unterschreiben kann.

Ich versuche gerade seit 1 Jahr jemanden sein Scheuendach was man mit ca. 45 Kwp belegen könnte schmackhaft zu machen.
Der Solarbauer vor Ort meinte…Ausrichtung W bringt nichts. Besser nicht bauen?! Habe das Dach mal mit GISPV bewertet und bin auf 40 MWh gekommen. Das muss sich doch lohnen oder liege ich falsch?
Achso…vier (!) Pendler im Haushalt…kein E Auto…

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Ich wüßte nicht, das ich das gefolgert hätte. Ich habe das UBA zitiert, danach sind die 644 25% des Gesamtverbrauchs. Soviel zum durcheinanderwerfen :wink:
Ich habe auch nicht behauptet, „autark“ zu sein. Ich habe mich lediglich dagegen verwahrt, dass das, was der Privathaushalt aus eigener Entscheidung machen kann, sein Dach mit PV zu füllen, nur Peanuts seien.

Hallo Spürmeise,
Hast Du dazu einen Link, das nimmt mich wunder.

@OS-Electric-Drive: Da habe ich jetzt ein Verständnisproblem. Warum ist der Ansatz „eigener“ PV-Strom aus Deiner Sicht immer etwas kritisch, so lange es sich um EEG-Anlagen handelt? Ich erzeuge den Strom selber und verwende ihn in meinem Auto. Was ist da kritisch?
Ich verstehe auch nicht Deine Einlassung: 13 kW ab Netz ist absolut nicht abbildbar. Momentan hat meine Anlage noch 9,8 kWp Nennleistung. Wenn ich mir die damit erzeugten Ströme ansehe, komme ich bei idealen Bedingungen tatsächlich auf diese Leistung.

Ich messe den Überschussstrom, der von der PV-Anlage ins Auto abgegeben wird und ich messe die gefahrenen Kilometer. Und so komme ich auf die Verbrauchswerte. Bei dieser Messung sind die Verluste doch schon berücksichtigt, oder findet jemand einen Ansatz um da etwas Schlechtes hinein interpretieren zu können?

Ich verstehe nicht, warum hier vieles so verkompliziert und negativ gesehen wird.

Gerne. HIer die HTW-Studie, die ca. 590 GW bis 2035 bis zum Aufbrauchen des auf Deutschland entfallenden Klimagasbudgets als nötig ansieht:

Darin wird über den Endenergieverbrauch (derzeit 2500 TWh, künftig je nach Szenario 2000 TWh) berechnet. Da gab es hier in Diskussion öfter Verwirrung mit den Stromverbrauchs-TWhs. In der HTW-Studie wird übrigens ein H2-Importanteil von ca. 20% angenommen, und ca. 20-25 Mio BEV.

Die (durchaus ambitionierten) Ausbauziele der derzeitigen Bundesregierung liegen bei 200 GW PV in 2030 und 300 GW in 2035.

Es geht nicht darum etwas zu verkomplizieren, sondern es zu vereinfachen. Der Umwelt ist es völlig egal ob Dein „eigener“ PV Strom nun ins Auto geht, oder ob der Nachbar in verbraucht, in der Summe wird Dein Auto dadurch nicht sauberer oder schmutziger. Im schlimmsten Fall könnte es sogar schmutziger sein, wenn am Abend ein starkes Windgebiet auftaucht und den CO2 Wert noch tiefer drückt als in der Mittagszeit, daher wäre ein Fremdgesteuertes Laden nach CO2 und Netzbedürfnissen wichtiger als ein rein monetäres steuern der einzelnen.

Mit diesem Ansatz könnte ich vermutlich einen V8 fahren und wäre noch sauberer mit meinen vielen PV Modulen, aber darum geht es nicht. Der Eigenverbrauch ist ein rein bilanzieller Ansatz über saldierende Zähler und hat mit der Physik wenig zu tun. Selbst bei einer Volleinspeiseanlage wird der erzeugte PV Strom an Ort und Stelle verbraucht nur eben anders gemessen.

Am Ende muss bei der Betrachtung über das E-Auto an für sich nach meiner Überzeugung eine allgemeingültige Aussage zu treffen sein. Ist etwa so, wie wenn jemand mit dem eigenen Holz sein Haus heizt, dafür aber Hektarweise Wald benötigt und sich selbst auf die Schulter klopft…

E-Autos sind besser, müssen sich aber im Strommix messen und das können sie. Menschen die keine PV Anlage haben müssen ja auch ein BEV haben können.

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Genau das.

Nur wie bringt man Haushalte und Firmen freiwillig dazu, das zu tun? Eben doch wieder über den Geldbeutel?

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Ich denke nicht, dass das noch umsetzbar ist, dieser Zug ist längst im Rollen. Nur weil es etwas gibt was noch besser ist, muss das andere ja nicht gleich schlecht sein. 80:20… damit kommt man auch gut zurecht. Wenn viel PV verfügbar ist, dann ist es kein Fehler dann auch das Auto zu laden, ob es eventuell noch einen besseren Ansatz gibt weiß ich nicht. Früher oder später müssen Dinge praktikabel sein und nicht zu komplex…

@OS-Electric-Drive: Ich bin tief beeidnruckt von Deiner Fähigkeit, Gutes schlecht zu reden. Aber wenn Du meinst, es wäre besser, auf eine PV-Anlage zu verzichten und einen V8 zu fahren, sollst Du das glauben. Ich glaube das nicht und deshalb belasse ich meine PV-Anlage und lade guten Gewissens meine Autos damit. Und wenn Strom übrig bleibt speise ich diesen für ein paar wenige Cent ins Netz ein. Und ja, insgesamt denke ich dabei natürlich auch an meinen Geldbeutel, weil ich nicht einsehe, auf kostenlosen Strom zu verzichten.

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:man_facepalming: :man_facepalming: :man_facepalming: :man_facepalming: :man_facepalming: :man_facepalming:

Der einzige für mich entscheidende Faktor für das E Auto ist die Effizienz (!) bezogen auf die komplette Energiemenge inkl. thermischer Energie.

Für mich ganz einfach zu merken: 1 L Benzin zu produzieren entspricht in etwa der Energie die benötigt wird um ein BEV auf dem 1 L Benzin Äquivalent zu bewegen. Nun ist das häufig thermische Energie aber dem Universum ist das egal.

Deshalb muss man hier nicht nachdenken, denn Effizienz sollte eigentlich immer gewinnen.

Beim Rest gebe ich dir schon recht…es hilft nichts wenn ich mir ein PV aufs Dach schraube, im Winter mir Strom (verlustbehaftet) aus dem BHK ziehe und mir das BEV schönrede.
Aber auch da, je nach „Quelle“ des Stroms, könnte das gewinnen, denn die Wärme wird zumindest teilweise im BHK genutzt.

Somit es ist keine Mär…Effizienz ist Effizienz…

Bzgl. PV und Einspeisung…ich sehe das so: Eigentlich müssten alle 100% einspeisen und zwar inkl. nationale Reserve die im Sommer gespeichert und dann im Winter gemeinsam genutzt wird.
Aber das ist Wunschdenken…Eigenverbrauch ist auch bei mir reine Kostenoptimierung…

Wer Kohle und eine EFH hat gewinnt…so läuft das Spiel aktuell (und das ist auch so gewollt, denn man will ja noch an allen anderen verdienen…).

Dazu passt auch diese aktuelle Studie von Anfang Jahr:

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@nuibee: Die Argumente gegen PV werden immer skurriler. In Deinem Beitrag sind Annahmen enthalten, die schlichtwegs falsch sind. Wer sagt, das PV-Anlagenbetreiber im Winter ihren Strom verlustbehaftet aus Blockheizkrafwerken beziehen? Wie kommst Du denn darauf? Meine PV-Anlage arbeitet auch im Winter ziemlich effektiv.
Ich habe in meine PV-Anlage 20.000 Euro investiert und deshalb erlaube ich mir, den auf meinem Dach erzeugten Strom für meinen Haushalt und meine E-Autos zu nutzen, so wie es das EEG vorsieht. Den Rest speise ich ein und das ist immerhin noch mehr als die Hälfte des PV-Stroms.
Der Co2-Bilanz ist es übrigens egal, ob ich meinen PV-Strom selbst verbrauche und den Co2-Ausstoß aus meinem Haushalt auf Null reduziere, oder ob ich den Strom einspeise. Dieser Strom wird Co2frei erzeugt und da ist es wurscht, wo er verbraucht wird.
Eine Neiddedebatte braucht es jetzt wahrlich nicht. Wer es sich leisten kann und eine PV-Anlage installiert, tut was Gutes für das Klima, da braucht es keinen Neid. Es muss ja keiner. Und das gleiche gilt, wenn sich jemand ein E-Auto leistet. Ich habe mein Leben lang auf Luxus- und Flugreisen und sonstigen Firlefanz verzichtet und wenn ich deshalb jetzt im Alter für das Klima und die Gemeinschaft etwas tun kann, dann muss ich mich dafür nicht blöd anmachen lassen.

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…das ist der best case…mit dem BHK.

Meine PV trotz Speicher und S Ausrichtung und Hochleistungsmodulen reicht im Dez. und Jan. nicht komplett aus. Woher kommt dann der Strom? Aus dem Wald? Ja ich habe nur 400 kwh Netzbezug aber ich habe diese 400 kwh…

Bitte…ich liebe meine PV aber OS hat da schon recht…Eigenverbrauch ist reine Kostenoptimierung…

Und ja jede PV tut was Gutes! Absolut aber man muss das gesamte Netz und alle Verbraucher mit betrachten und nicht nur den eigenen Haushalt.