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Der letzte Auspuff soll weg! Wärmepumpe für's Haus?

Unsere Gasheizung wird, zusammen mit dem Haus, bald 18 Jahre alt. Die kleineren Reparaturen häufen sich, das Ende scheint nah…

Wir liebäugeln nun mit dem Gedanken, unseren letzten Auspuff loszuwerden. Das darf dann im Endeffekt auch etwas teurer sein als Kauf und Weiterbetrieb einer neuen Gasheizung. Als zusätzlicher Nutzen wäre eine „eingebaute“ Klimatisierung für sehr heiße Tage sicher sehr reizvoll…

Die naive Idee ist wie folgt: Gas-Brennwertkessel raus, Wärmepumpe (für Heizung und Wasser) rein.

Leider kennen wir in unserem persönlichen Umfeld niemanden, der diesen Schritt schon vollzogen hat, daher hoffe ich auf liebe Mitforisten, die mir Tipps geben können… nicht, dass ich mich verrenne! Leider muss ich nämlich nach etwas Recherche feststellen, dass das Thema KOMPLIZIERT ist. Luft-/Erd-/Grundwasser-Wärmepumpe? Neue Heizkörper? (Fußbodenheizung haben wir nicht) Vorher energetisch sanieren? Lohnt sich bei uns (zerklüftetes, kleines Dach West/Ost mit teilweise Abschattung) eine Kombination mit eigener PV?
Fragen über Fragen…

Nicht verkehrt erscheint es mir da, erst einmal über die örtliche Verbraucherzentrale einen unabhängigen Energieberater die örtlichen Gegebenheiten prüfen zu lassen und dann weiterzuschauen.

Oder meint ihr, das kann ich mir sparen, und lasse mir direkt von einigen Anbietern in der Umgebung Angebote erstellen? Da hätte ich lediglich bedenken, dass die mir nicht verraten, wenn das alles bei uns überhaupt keinen Sinn ergibt…

Bin was das angeht Laie: Aber prüfen (lassen) ob das ohne Fußbodenheizung sinn macht. Ich bin mir unsicher ob die hohen benötigen Vorlauftemperaturen für die Heizkörper mit dem Wirkungsgrad einer Wärmepumpe einher gehen.

Ich glaube es geht auch ohne Fußbodenheizung, aber die Effizienz leidet. Wahrscheinlich muss man zumindest die Heizkörper tauschen.

Spannendes Thema - ich bin gespannt, was Du für Erfahrungen sammelst - in 5 Jahren steht mir ein ähnliches Projekt bevor. Ein unabhängiger Energieberater macht bestimmt Sinn, weil der das objektiv und ganzheitlich angehen kann. Dein Haus ist nicht alt, aber Wärmedämmung gehört bestimmt genauso zu einem Konzept wie die Heizkörper.

Was die PV angeht: Das ist ein getrenntes Thema. Die meiste Energie (80%?) braucht die Wärmepumpe für die Heizung, d.h. leider dann, wenn Du am wenigsten PV-Strom bekommst. Kann natürlich trotzdem beides Sinn machen.

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Hallo,

wir haben vor ca. 10 Jahren neu gebaut. Damals kfw40 Standard und Fußbodenheizung.
Wir verwenden seit Anfang an eine Luft/Wasser Wärmepumpe für Heizung und Warmwasser.
Trotz der damaligen ‚Unkenrufe‘ das das alles Hexenwerk ist, funktioniert das sehr gut!
Wir haben zusätzlich noch einen kleinen Holzofen, ca. 3kW fürs Wohnzimmer.
Damit erreichen wir im Winter fast durchgehend kuschelige 22-23 Grad (Meine Frau friert unheimlich schnell, ich sitze meist im T-Shirt rum…).
Das ganze bei ca. 1 Raummeter Holz für den Winter und im Jahresschnitt 40 Euro / Monat Heizkosten (Stromkosten, reiner Öko Tarif, sonst wäre es nochmal günstiger).

ABER ich kenne einige bei denen das garnicht klappte und daher vermutlich auch die ganzen Leute die die WP verteufeln: Man braucht ein Heizsystem welches mit einer geringen Vorlauftemperatur auskommt! Also Flächenheizung (Fussboden / Wand o.Ä.) ist meiner Meinung nach Pflicht, sonst friert man sich den Allerwertesten ab, oder zahlt mächtig drauf!

Weiter muss man entweder jemand vernünftigen haben der einem das Ding einstellt, oder sich selbst in die Anleitung, Daten und deren Bedeutung rein arbeiten. Vernünftige Werte und Programme erarbeiten. In der ersten Zeit war unsere Rechnung etwas höher (zu viel VL Temp, zu wamres WW, falsche Zeiten in den Programmen), mittlerweile sind wir noch drunter, weil wir uns von den Programmen an der Sonne orientieren (WW um die Mittagszeit machen, morgens duscht eh keiner usw.). PV Ist später dazu gekommen.
Vermutlich wird es jetzt wieder ein wenig teurer, weil Tess sich mit der Heizung um den Sonnen-Strom streitet :wink:

Meine Empfehlungen:

  1. Vergiss Luft-/Luft WP, das geht einfach garnicht (allein die Trockenheit ist sowas von ungesund usw…)
  2. Luft-/Wasser WP geht gut, aber nur mit einigermaßen gedämmten Haus und vor allem Flächenheizung
  3. Erdwärme o.Ä. macht es etwas besser, aber ich glaube nicht genug um nicht blöd aus der Wäsche zu schauen bei ‚normalen‘ Heizkörpern.
    Wenn Du also das „System“ nicht ändern willst (IMHO noch wesentlich wichtiger als das Haus zu dämmen wie irre), dann denke eher mal über Pellets nach. Das weis ich auch aus dem näheren Bekanntenkreis, funktioniert mit klassischen Heizkörpern…
  4. Kontrollierte Wohnraumlüftung ist ne tolle Sache und passt ganz gut zur WP.

Viele Grüsse

Andre

PS: Wenn es noch fragen gibt, frag, aber ich glaub ich hab erstmal genug geschrieben :wink:

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Haben eine 38 Jahre alte Ölheizung vor drei Jahren raus und Pellets rein.

Wärmepumpe ist mit alten Heizkörpern und unserer Lage (1000m nN Voralpen) nicht machbar, da der Vorlauf im Winter bei -15°C durchaus mal 75 Grad hat …
Wir haben mit Solarthermie kombiniert, dazu 15 kWp PV Anlage.

Wenn Du hier ein bisschen Austausch willst, schick mir ruhig eine PN.

im großen und ganzen hat @Andre77 das schon vollkommen korrekt zusammengefasst. WP über 55 grad Vorlauf macht wenig Sinn.

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Also mit Heizkörpern würde ich mich davon verabschieden. Habe das für meinen Dad geprüft, da ist die Leistung viel zu hoch, die benötigt wird…

Daher wenn dann direkt Fußbodenheizung rein und dann wäre Erdwärme samt PV zu bevorzugen. Ansonsten LWWP samt PV. Alles andere macht keinen Sinn aus meiner Sicht.

PV sollte Pflicht sein.

Es gibt auch Hochtemperatur-Wärmepumpen die Vorlauftemperaturen von mehr als 80 Grad erreichen. Allerdings sind diese wesentlich teurer in der Anschaffung. Aber evtl. Gibt es dort dann auch entsprechend höhere Förderungen.

Ich würde erstmal schauen, auf welche Vorlauftemperatur die Heizung eingestellt ist, wenn die im Winter deutlich über 50 ° C liegt, dann würde ich im nächsten Winter mal probieren, wie niedrig Du die Vorlauftemperatur wählen kannst, ohne dass ihr friert.

Gasheizungen sind oft auf höhere Vorlauftemperaturen eingestellt als nötig. Wenn Du mit der Vorlauftemperatur im Winter nicht über 50° musst und in der Übergangszeit mit irgendwas um die 40 auskommst, dann lohnt es sich über eine Wärmepumpe nachzudenken.

Sonst erstmal das Haus energetisch verbessern, bis Du auf für die Wärmepumpe sinnvolle Werte kommst.

Von Holzheizungen rate ich wegen des Feinstaubs ab. Da würde der Auspuff im Gegensatz zu Gas schmutziger.

Ob eine Erdwärmepumpe in Fage kommt, liegt an der geologischen Situation, das kann man so pauschal nicht sagen.

Gruß Mathie

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Was haben die denn für Jahresarbeitszahlen. Nicht dass man damit zwar die Bude warm bekommt, aber den CO2-Fußabdruck vergrößert.

Gruß Mathie

Wie man so liest ca. 2,5. Das ist natürlich nicht ganz so gut wie bei einer normalen WP, aber wenn dann der eigene Strom oder Ökostrom genutzt wird ist der Abdruck auch da bei „0“.
Aber es ist auf jeden Fall sinnvoller erstmal deinen Weg zu testen und zu sehen womit man persönlich auskommt.

mit 2.5 gibts auch keine Förderung soweit ich das in Erinnerung habe… muss über 3 oder so liegen …

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Spätestens im nächsten Jahr, wenn meine PV aus der EEG-Förderung fällt, möchte auch ich die 25 Jahre alte Gasheizung erneuern (Brennwert-Therme und teilweise Fußboden-Erwärmung via RTL). Dabei möchte ich so weit es geht Sektoren koppeln (Wärme, Strom, Mobilität). Seit Jahren recherchiere ich über verschiedene Systeme (Latentwärme, gebrannter/gelöschter Kalk, Wasserstoff?) und komme immer wieder auf die Wärmepumpe zurück. Die interessanteste Lösung hat n.m.M. Max Bögl mit ihrem „Naturwärmespeicher“ aber das ist leider nichts für Bestandsbauten. In meinem Fall kommt erschwerend hinzu, dass Therme und Brauchwasserspeicher nicht im Keller sondern in einem kleinen Raum im Obergeschoss eingebaut sind. Ich möchte eigentlich nicht „sämtliche Heizungsrohre“ neu verlegen. :wink:
Wenn auch die Sole-Wasser-WP meist die effizienteste Form ist, kommt diese für Bestandsbauten selten in Frage (aufwändiger Brunnenbau). (Es gibt auch noch die Grundwasser-WP aber diese stellt hohe Anforderungen an die Grundwasserqualität und benötigt Filter, die gern verschmutzen.)
Bleibt eigentlich nur eine Luft/Wasser-WP und auch dafür gibt es Varianten: Innen- oder Außenaufstellung, Monoblock- oder Split-WP.
Mir stellt sich dabei auch die Frage, ob es überhaupt sinnvoll ist, einen Wasserspeicher ständig heiß zu halten? Feiner wäre es doch, nur den tatsächlichen Warmwasserbedarf ad-hoc zu heizen (Frischwasserstation).
Was ist besser auf dem Dach geeignet: Solarkollektoren oder PV? (Oder beides?) Flexibler einzusetzen ist elektrische Energie (Kabel) aber nur teuer zu speichern. Wärmespeicher sind dagegen einfacher zu realisieren. Wie speichere ich möglichst viel Energie des Sommers für das Heizen im Winter, wenn man einen relativ großen Kellerraum zu Verfügung hat? Swimming Pool einbauen? :wink:
Fragen, Fragen, Fragen…

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Zur Frage, ob WP sinnvoll ist für ein Bestandshaus:
Aktuell rüste ich von Heizöl auf WP mit Erdwärme um.
Bestandshaus 1958/1978, 4500 l Öl p.a.

Wir hatten früher Vorlauf 80 Grad Celsius. Nun haben wir herausgefunden, dass 55 Grad Vorlauf reichen - auch durch den Winter, da inzwischen der Dachboden gedämmt wurde und 6 der ältesten Fenster modernisiert wurden.

Wir benötigen eine 13 kW WP, max 65 Grad Vorlauf (also etwas heftig), die kommt Ende des Jahres.
Für die Erwärme habe ich selbst 2,1 km der 32er Georohre 3m tief ins Erdreich verlegt. Krasse Sache !

Die Simulation zeigt, dass die Stromkosten günstiger ausfallen als Öl (allerdings jetzt pari, da Öl günstig ist). Bei den zu erwartenden Strommengen lohnt sich der WP Tarif mit zusätzlichen Zähler. Damit kann das der Tesla nachts ebenfalls 14 ct günstiger laden (kleiner Nebeneffekt).

Wie @Mathie geschrieben hat, ein Selbstversuch im Winter ist aussagekräftig. Du must in Richtung 55 Grad oder weniger für die kältesten 2 Tage kommen.

Ich habe nur im Bad eine Fußboden Heizung. Alle Räume habe Radiatoren, dafür aber nicht zu knapp.

Im Weiteren wird an partikularen Sünden des Hauses in der nahen Zukunft die Dämmung verbessert (z.B. Rollladenkästen, oh manoman) .

Noch ein Hinweis, WP mit Erdwärme ist immer teurer in der Anschaffung aber im Betrieb langfristig günstiger. Die gilt insbesondere beim Bestandshaus.

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Sind Sole-WP ist auch im Bestandsbau problemlos machbar. Das bohren der Erdsonde ist relativ “schonend” und die Einführung in das Gebäude ist in der Regel auch machbar.

Ich habe das erst letztes Jahr hinter mich gebracht. Allerdings in einem KFW 55 Haus dem von örtlichen Versorger die Fernwärme geklaut wurde…

Die passive Kühlung bei dem aktuellen Temperaturen ist sensationell. Damit halte ich das Haus auf unter 23°.

Bei einem Haus welches energetisch nicht saniert wurde und nur Heizkörper hat, würde ich das aber wohl eher nicht machen.

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aus heutiger Sicht würde ich glaube ich keine Solarthermie mehr bauen sondern noch mehr PV.
Die dann an eine Wärmepumpe und mit der WP dann einen möglichst großen Pufferspeicher wärmen. So könnte man evtl. sogar eine „Inselanlage“ darstellen ohne Einspeisung, da eine genug große Menge Wasser fast jede Menge an PV Überschuss aufnehmen kann, wenn der Strom nicht gerade in Haus oder Auto verbraucht bzw. geladen wird.

Derzeit haben wir 1700 Liter Pufferspeicher den wir mit Solarthermie auf Temperatur bringen. Hier überlege ich nun gerade für die Übergangzeit noch eine Wärmepumpe an den Pufferspeicher zu hängen die im Überschuss arbeitet. Also Powerwalls geladen, Haus versorgt, Auto nicht angesteckt oder voll, dann springt die WP an. Hier kann man mit 3kW Strom schon um die 9-11 kW Heizleistung mit der WP schaffen. Im Winter benötigen wir mangels Sonne, altem Haus und Hochtemperatur Heizungskreis einen 34 kW Pellet Kessel …

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Ich habe bei mir bspw. die Wärmepumpe mit der PV verbinden. Ist im Winter Sonne da, wird die Brauchwassertemperatur erhöht um zu Puffern. An sich ist PV effizienter als Kollektoren für das Brauchwasser.

Ich habe 22.75kwp plus Speicher. Mein Speicher könnte sich sogar innerhalb der Garantie amortisieren durch die WP, Klimaanlage und die Elektroautos. Ich benötige trotz der ganzen Stromfresser nicht mal 2.000 kWh aus dem Netz im Jahr. Die letzten 12 Monate habe ich 1.200 kWh benötigt. Und durch Einspeisung kriege ich 120 Euro im Monat. Also in Summe Gewinn.

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Schon allein an den diversen Antworten kannst Du sehen - es ist ein komplexes Thema und kann, ohne vernünftige Analyse Deines Bedarfes und der Qualität/Lage des Gebäudes kaum gelöst werden.
Mein Rat:
Such Dir einen Energieberater/Planer im Umfeld und lass Dir ein mittelfristiges Konzept für die energetische Sanierung der Liegenschaft erstellen.
Dabei geht es, wie schon @Mathie schreibt, im Kern zuerst mal darum das Gebäude energetisch zu sanieren (Aussenhülle) und erst danach die passende Wärmeerzeugung auszusuchen.
Darf auch eine Holzheizung sein. :hugs:
Gruss HDE

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Stehe vor genau der gleichen Investition.
Das Haus ist von 1978, aber mittlerweile größtenteils mit 3-fach-Verglasung. Sonst gibt es nur normale Heizkörper, bis auf eine kleine 15qm Fussbodenheizung im offenen EG. Der Dachboden wurde vor ein paar Jahren mit 10cm Styropor-Dämmung ausgelegt
Von einer Tiefenbohrung wurde mir direkt abgeraten wegen ca. 15.000 Euro Kosten. Eine flächige Auslegung von Rohrer im Garten wird eher ausfallen, da die verwendbare Gartenfläche max 300qm ist. Ohne Prüfung (aber mit dem dringenden Rat eine solche ausführen zu lassen) wurde uns eine Luft/Luft-WP aus Kostengründen nahegelegt.

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Wir wohnen in einem Altau von 1968 mit nur 24er Außenwänden. Die Wände würden vor vielen Jahren mal saniert aber nur mit wenig Dämmung. Die meisten Rolladenkästen sind noch innenliegend und es gibt hier und da etwas ungewünschte Frischluft. Die Fenster wurden in zwei Schritten erneuert (teilweise Dreifachverglasung). Im Keller (komplett unterkellert) sind noch ein paar von den typischen alten einfachverglasten Dingern (da wird man nie fertig im Altbau). Vor der Dachsanierung haben wir im oberen Stockwerk im Winter kaum mehr als 18 °C hinbekommen mit der Ölheizung, die ungedämmte Zugtrepper runtergezogen hat man direkt auf die Ziegel geschaut. Das Dach haben wir erneuert (Dämmung 14 cm in Sparren und nochmal 10 cm Nut und Feder mit Verklebung auf Sparren). Unsere Bäder sind beide mit Fußbodenheizung saniert worden, alle anderen Räume haben Heizkörper (Konvektoren oder Röhren). So viel zur Ausgangssituation.

In 2005 sind wir auf Wärmepumpe umgestiegen, da der Tankraum komplett saniert hätte werden müssen und auch der Brenner schon viele Jahre gesehen hatte. Wir haben eine Luft/Wasser-WP gewählt (Erdbohrungen wären 2 Stck notwendig gewesen und viel zu teuer) mit Innenaufstellung. Heute würde ich mit Außenaufstellung vorziehen. Im oberen Stockwerk (überwiegend Schlafzimmer) sind die alten Konfektoren geblieben, unten haben wir fast alle Heizkörper gegen Röhrenheizkörper umgerüstet, außerdem im Wohnbereich einen großen Röhrenheizkörper (120 cm Breit, 200 cm hoch 4-reihig) installiert und einen zusätzlichen kleinen noch an anderer Stelle.

Wir sparen unterm Strich kein Geld, haben aber kein Problem, das Haus zu wärmen im Winter auch bei Minusgraden bei Vorlauftemperaturen von unter 50 °C. Es hat lange gedauert, bis ich mit den Parametern so weit war, wie ich mir das vorstelle und ohne laute Schreie meiner Frau. Den ersten Winter habe ich praktisch im Keller zugebracht :wink: und der WP beim Regeln zugeschaut. Wir haben einen 850 L Puffer für das Heizungswasser, darin befindet sich eine Spirale für das Brauchwasser zur Erhitzung (also kein Legionellenproblem). Jahresverbrauch ist seit 2005 über alle Jahre ca. 9.000 kWh (das Haus ist 10x12 m mit Komplettunterkellerung, EG und OG Kniestock). Wir haben zusätzlich noch Solarunterstützung (5er-Kollektor innenliegend im Hausdach). Für einen Hausbesitzer eines modernen Hauses sicher unvorstellbare Verbräuche. Wie geschrieben, sind die Kosten zur Ölheizung vergleichbar. Was ich in diesem Jahr das erste Mal gemacht habe ist, die WP teilweise komplett aus zu stellen bzw. auf nur Brauchwasserbereitung zu konfigurieren (reine Faulheit… nein Dummheit).

Im Wohnbereich (offene Küche, Essen Wohnen) sind die Thermostate auf 4 gestellt (also > 21 °C), in den Bädern auf 5 und in den Schlafräumen auf 2 bis 3. Die Innenraumtemperatur erfasse ich für die Regelung der Vorlauftemperatur ausschließlich im Bereich Küche/Essen/Wohnen und regele auf Raumtemperatur 21 °C. Das klappt nicht, meinte der Heizungsbauer aber es klappt sehr gut :upside_down_face:. Unsere Wärmepumpe hat noch eine alte Regelung, die eigentlich für Ölbrenner gedacht war. Die Bäder sind so leicht wärmer als der Wohnbereich, so wie wir es wollen. Zusatz-Elektroheizer z.B. in den Bädern brauchen wir keine was uns von manch einem im Vorfeld prophezeit wurde. Das waren aber die gleichen, die behaupten Altbau und WP geht nicht und wir würden im Winter frieren. Tun wir nicht, die Umrüstung auf größere Röhrenheizkörper und der zusätzliche Riese im Wohnbereich waren wohl ausschlaggebend. Die Wärmeverteilung ist deutlich angenehmer als mit Ölheizung, weil wir zusätzliche Heizkörper geschaffen haben und daher mit deutlich niedrigerer Vorlauftemperatur als mit der Ölheizung fahren können.

Nächste Überlegung ist, wenn die WP mal irgendwann den Geist aufgibt, ggf. getrennte Systeme zu fahren, da ich seit diesem Jahr auch einen 22 kWp PV-Anlage habe mit Speicher 19,5 kWh. Also eine kleine Brauchwasser-WP und die Heizung mit einer eigenen zu fahren. Da muss ich aber aktuell erst mal schauen, ob die PV inkl. Speicher genügend abwirft, damit Tesla und Warmwasser davon profitieren. Da fehlt mir Stand heute noch die Erfahrung. Die jetzige WP bedient sich nicht aus dem Speicher, nur aus direkter PV-Energie. Sie wird über’s Jahr gesehen also wenig von der PV-Anlage profitieren. Der Speicher ist aber viel zu klein oder man könnte auch sagen Speicher ist einfach viel zu teuer, als dass man da Stand heute auf eine sinnvolle Amortisation kommen würde. Das habe ich mehr aus Begeisterung für die Sache gemacht als auf Basis Verstand.

Mein Fazit, nach 15 Jahren: Altbau und WP geht sehr wohl, nur darf man nicht erwarten, dass am Ende eine (große) Ersparnis rausspringt. Dafür habe ich das nicht gemacht, da wäre die Sanierung der Ölheizung sicher günstiger gewesen aber ich wollte definitiv weg vom Öl. Man muss schon ein wenig umbauen (nicht nur die Heizung rein und fertig). Schwieriger aber ist sicher erstmal die Umstellung von Öl, da man eben nicht mehr einfach das Thermostat aufdreht und es wird schnell und spürbar wärmer. Am Anfang habe ich auch etwas übertrieben und meine Frau hat sich über kaltes Badewasser beschwert :rofl:.

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