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Datenschutz & Wächtermodus (Sentry Mode)

Ich habe den Wächtermodus getestet und mir die Aufnahmen angesehen. Ich bin mir fast zu 100% sicher, dass die von Tesla gewählte Implementierung eine legale Verwendung mit Aufzeichnung (!) weder in Deutschland noch in Österreich ermöglicht.

Dieser Beitrag war ursprünglich in diesem Thread: [url]Erfahrungen mit dem Wächtermodus (Sentry Mode) ab 2019.8.3]
Ich habe ihn hier erneut gepostet. Sinn dieses Threads ist die TECHNISCHE Implementierung und ihre Auswirkung auf den Datenschutz bzw. der rechtlichen Situation zu diskutieren. Es soll keine politische Diskussion werden, die hier im Forum nicht erwünscht ist.

Also, hier sind meine Erkenntnise bezüglich Wächtermodus:

Es wird zwar nur anlassbezogen aufgenommen, aber der „Anlass“ steht in keinem Verhältnis zur Gefahr. Ich habe das Auto am Straßenrand geparkt und die Kamera hat bereits beim Vorgbeigehen am Gehsteig die Aufzeichnung gestartet. Ebenso beim Abstellen auf Schräg- oder Senkrecht-Parkplätzen: Es wird bereits aufgenommen, wenn ein Fahrzeug daneben parkt und/oder jemand aussteigt bzw. einfach zwischen den Autos durch die Lücke geht.

Die Rechtslage in Österreich: Aufnahmen im öffentlichen Raum sind prinzipiell nur durch den Staat erlaubt. Videoüberwachung durch Private sind enge Grenzen gesetzt: Das Gesetzt sieht immer eine Interessensabwegung vor. Eine Videoüberwachung ist nur zulässig, wenn sie einen zulässigen Zweck erfüllt und die Geheimhaltungsinteressen Dritter geringer sind, als die Interessen des Betreibers. In der Praxis heißt das, dass ein Angriff wahrscheinlich oder bereits erfolgt sein muss, damit eine Videoüberwachung legal ist. Wenn euer Auto also bereits in eurer Gasse mehrmals mutwillig beschädigt wurde, könnte man eine Überwachung argumentieren. Aber selbst dann ist die aktuelle Implementierung, mit der defakto jeder Passant aufgenommen wird auf jeden Fall zu viel des Guten. In jedem Fall besteht eine Meldepflicht bei der Datenschutzbehörde, die Aufnahmen dürfen nicht länger als 72h aufbehalten werden und es müssen Hinweisschilder angebracht werden. Selbst auf privaten Grundstücken, müssen alle Personen der Aufzeichnung zustimmen. Und auch hier sind Hinweisschilder notwendig, beispielsweise für den Besucher, der über euren privaten Carport zu eurer Türe geht…

Die Situation in Deutschland ist vermutlich ähnlich, aber da kenne ich mich nicht gut genug aus.

Fazit: Wenn ihr den Wächter-Modus nutzen wollt, steckt keinen USB-Stick in die Ports eures Tesla, denn dann wird auch nichts aufgezeichnet. Der Abschreckungseffekt sollte trotzdem ausreichen. Außerdem empfehlt es sich die Datenweitergabe an Tesla zu unterbinden.

Ich hoffe, dass die Implementierung noch verändert wird. Eine Aufzeichnung wenn wirklich etwas passiert, sprich wenn jemand eine Scheibe einschlägt oder in das Innere des Autos gelangt, wäre rechtlich wohl in Ordnung, alles andere nicht.

Danke für die Info! Ich parke in einer Tiefgarage und hab drüber nachgedacht, den Sentry Mode zu aktivieren. Hab mir aber auch Gedanken über die Rechtmäßigkeit gemacht und bin eigentlich auch kein Freund von Videoüberwachung… Mal gucken, vllt ist tatsächlich das Weglassen des Sticks eine Alternative.

Das da dürfte wohl das entscheidende Dokument für DE sein: juris.bundesgerichtshof.de/cgi-b … f&nr=85141

In kurz: generelle Aufzeichnung (Dashcam) = nicht erlaubt, Aufnahmen haben aber gleichwohl vor Gericht bestand.

Rechstkonform scheint man zu sein, wenn die Aufnahme „Situationsbedingt“ z.B. durch Erschütterung gestartet wird. Das wäre evtl auf Tesla anwendbar.

Die Interpretation sollten aber Juristen vornehmen. Bin keiner.

Ich kenne viele Kameras die Privat sind aber immer ein Teil des öffentlichen Raum mit aufnehmen. Zum Beispiel an Tankstellen. Da sind immer oder oft ein Teil der öffentlichen Strassen mit drauf. Oder Geschäfte welchen den Eingang filmen, da ist immer ein der öffentliche Teil des Gehweges mit drauf. Oder auch private Häuser etc. Das ist eine Grauzone welche dann von Fall zu Fall betrachtet werden muss. Solange so wenige Tesla mit dem Sentry Mode auf der Strasse sind wird es niemand stören. Siehe auch den Fall Dashcam. Es ist verboten aber die Aufnahmen wäre dennoch vor Gericht geltend.

Ich überlasse das Tesla ehrlich gesagt und ich werde es nutzen :exclamation:

Viele Grüsse
Eric

Dass die Kameras schon beim Vorbeigehen speichern ist technisch sicher nicht anders möglich, wenn man einen Vorfall komplett auf Band haben möchte. Allerdings sollte das System nach einer Aufnahme beurteilen können ob tatsächlich Gefahr bestand oder nicht. Wenn jemand in 50 cm Abstand vorbei lief und nie näher kam und es zu keiner Erschütterung etc. kam, dann sollte der Modus die Aufnahme sofort wieder löschen. So wie es jetzt ist, halte ich es auch nicht für legal.

Scheiss auf den Datenschutz, wenn einer an meiner Karre was zu schaffen hat will ich wissen wer es war und diese Möglichkeit gibts nun …ist Mega.
Wer das nicht will ausschalten.
Wenn ihr das hier ausgiebig thematisiert wird sicher wieder deaktiviert.
Also haltet die Bälle flach und freut euch das es eine gute Überwachung gibt.

Fazit für mich ist: ich mache mit meinem Eigentum gern das was ich möchte, ohne dabei anderen zu schaden und lasse mir ungern von jmd. in einem Internetforum sagen, was ich damit zu tun / zu lassen habe :wink:

Erst auf eine zerschlagene Scheibe zu reagieren ist für mich wieder ein Rückschritt und geht nicht weit genug.

Was ist mit Kratzern durch Schlüssel an der Tür?
Was ist mit Spiegel abbrechen / abfahren?
Was ist mit Park-Remplern vorn / hinten?
In meiner Heimatstadt wird auch gern mal ein Stück glimmende Kohle von „kill capital“-Freaks auf Autoreifen gelegt, um damit das ganze Fahrzeug abzubrennen.

Bei all dem hätte ich nicht einmal die Möglichkeit, im Nachhinein zu recherchieren.
Bei einem abgebrannten Fahrzeug wäre ich heilfroh, wenn Beweise vorher an Tesla gesendet worden wären und ich evtl. etwas in die Hand bekäme.
Auch habe ich alle Optionen zum Senden der Daten freigegeben, um den Autopiloten möglichst rasch zu verbessern.

Datenschutz… :unamused:
Unsere Gesellschaft muss immer in Extremen leben… erst geht man mit dem Social Media Blödsinn auf Stufe 11 von 10 und rudert jetzt direkt wieder radikal auf 1 von 10 zurück mit EU DSGVO. Gesundes Mittelmaß unerwünscht.

Wegen solcher unsinnigen Ablenkungs-Debatten werden nicht zuletzt Innovationen verlangsamt und Möglichkeiten eingeschränkt.
Wegen solcher Unkenrufe kommt die EU immer erst viel später in den Genuss von neuen Features - zum Kotzen!
Es werden am laufenden Band Steuergelder in Milliardenhöhe verschwendet, Großkonzerne können auf Verbraucherkosten betrügen und werden nicht bestraft (Abgas-Skandal, Steueroasen, …) aber wichtig ist, dass der Tesla keine Aufnahmen vom öffentlichen Raum macht, weil das in irgendeinem Gesetz beschlossen wurde „und jetzt eben so ist“. Wenn es morgen anders ist, laufen wir eben in die andere Richtung - wie Lemminge. Mich würde interessieren, wo genau der Schaden ist, wenn der Tesla die Aufnahmen macht und ich die später eh wieder verwerfe, weil nichts passiert ist - der USB Stick ist nicht unendlich groß und kein normaler Mensch schaut Unmengen von Videos an, wenn kein Vorfall existiert. Die die das doch machen nennt man Voyeure und die finden auch andere Wege als die Tesla Sentry Videos! Niemandem wird ein Haar gekrümmt, niemand wird eingeschränkt. Eine elendige Debatte.

Hi,

ich konnte nicht genug das hier von Neu-TFF’ler @uNki23 geschriebene zustimmen.

Das (Tesla- oder andere) Fahrzeug ist MEIN Eigentum - und MEIN Eigentum möchte ich gerne gegen Eingriffe der Beschädigung oder Entwendung schützen.

Dabei ist mir der sogenannte „Intimsphäre“ von alle, aber besonders nicht wohlgesinnten Mitbürgern (egal welche Hautfarbe, Geschlecht oder politische Auffassung) sowas von egal - und WER hätte eigentlich Interesse an ein Video-Streaming-Kanal namens „Umgebung von mein Tesla“ :question: :question:

Dieses Thema polarisiert anscheinend. Ich bin froh, dass ich es aufgebracht habe.
Und anscheinend gehen die Meinungen der Teilnehmer hier weiter auseinander.

Was der Gesetzgeber sagt (und das ist das, worauf sich die Mehrheit der Menschen, die in Europa leben, geeinigt haben, sei es direkt oder indirekt), ist, dass das der „Schutz des Eigentums“ und der „Schutz des Rechts auf Selbstbestimmung“ gegeinander abzuwegen ist.

Dieser Satz klingt einfach, hat es aber in sich. Er lässt Spielraum und gibt doch eine Linie vor.

Ich möchte nicht, dass in jedem Auto auf der Straße permanent Aufnahme gemacht werden und ewig vorgehalten werden. Nur damit irgendwann jemand einen 50 EUR-Schaden durch einen Kratzer im Lack verfolgen kann. Natürlich ist ein 50-EUR-Kratzer ärgerlich. Aber ist es das wert, die Freiheit aufzugeben in diesem Kontinent tun und lassen zu können was man will, solange man nicht anderen schadet?

Würdet ihr noch gerne auf der Straße telefonieren, wenn das Auto an dem du vorbeigehst, dein Gespräch mit aufzeichnet? Würdest du noch gerne in der Nase bohren, wenn 5 Kameras an Hauswänden oder in Autos dich dabei filmen? Würdest du noch etwas am Heimweg trinken gehen, wenn dich mehrere Kameras von einer Straße zur nächsten verfolgen, wie du etwas angeheitert in Schlangenlinien gehst?

Wir sind in Europa zu dem Schluss gekommen, dass dieses Freiheit mehr wert ist, als ein paar Kratzer im Lack eines Autos. Vielleicht ändert sich das in Zukunft, wenn Leute, denen dies nicht so viel Wert ist Parteien wählen, die das dann in ihrem Sinne ändern. Aber ich habe Respekt vor so klugen Konstrukten, wie die Abwägung von Interessen.

Hallo @pepe,

als unser damals neue, total legal abgestellte Jeep Grand Cherokee RUNDUM per Schraubenzieher (oder wahrscheinlich eher Cutter) einen Schaden zugefügt wurde, das uns damals gut 2.000 EUR für eine Neulackierung kostete, hätten wir sehr gerne über eine interne oder externe Videoüberwachung verfügt.

Aber jedem das seine - viel Vergnügen mit dein neues Model 3, so lange es dauert.

Ich bin schon bei dir, aber erstens werden deine Bewegungen schon protokoliert, Handy, Tesla, etc. Die wissen immer wo du bist. Zweitens gibt es schon überall Kameras, private und geschäftliche und staatliche, an öffentlichen Plätzen, Bahnhöfen, Flughäfen, etc. Und ich denke es steht jedem zu sein Eigentum zu schützen.

Hinweis: So wie es heute ist, ist es nur der Anfang mit Tesla. Sie werden dann sicher den Sentry weiter entwickeln, wie schon angedacht gehen die Aufnahmen in die Cloud und sicher werden sie gelöscht wenn es kein „Eingriff“ vom Owner gibt im Schadensfall. Daher sind wir dann wieder in der Richtung es wird zwar immer aufgenommen, also wie bei der Telekommunikation eine verdachtsunabhängige Protokollierung und bei Bedarfsfall wird es ausgewertet.

Ich denke alles wird gut und wir können uns zurücklegen und ich hoffe wir bleiben alle Schadenfrei.

Viele Grüsse
Eric

Tja der Datenschutz,

allen denen es hier egal ist, sollte es dann auch ok gehen, wenn die Polizei und die Versicherung euer Fahrprofil für z.B. Geschwindigkeitsübertretungen oder die Berechnung des nächsten Beitrags bei Tesla (OHNE weitere gerichtliche Anordnung) anfragt und Tesla diese raus gibt. Natürlich ohne euch zu informieren, wozu auch…

Ich sage nicht, dass ich alles genau nehme, aber ich würde das Thema niemals so runter speilen. Wann immer das System zum eigenen Nachteil ausgelegt wird, merkt man die Vorteile dieser Idee ziemlich schnell.

Ich finde den Sentry gut und denke, man könnte ihn legal bekommen, wenn man sich damit beschäftigt. Vielleicht hat Tesla das schon gemacht.
Wenn nicht, bekommt vielleicht jemand eine Anzeige und es wird dann reagiert.
Das Auto zeigt es ja an und wenn sich jemand gestört fühlt, zeigt er vielleicht den Halter an und dann wird es spannend.

Daher fände ich es besser, wenn es rechtlich klar ist.

Voll Deiner Meinung!

+100

Hoffentlich wird es nicht in der Vollkasko irgendwann als grob fahrlässig angesehen, wenn man den Sentry Mode nicht aktiviert hat.

Kann ich gut nachvollziehen. Vor ein paar Jahren hat jemand in meinem 3 Jahre alten Ford in einem Parkhaus eine Scheibe eingeschlagen. Vermutlich ein Junkie, der nach Geld gesucht hat aber nichts gefunden hat. Natürlich habe ich als erstes den Parkhaus-Betreiber gefragt, ob es Video-Aufzeichnungen gibt. Gab es nicht, also bin ich auf den Kosten sitzen geblieben. Ärgerlich, aber so ist es nun mal. Und trotzdem finde ich es gut, dass wir nicht in einem Überwachungsstaat leben. Ich gehe lieber in einer Stadt spazieren ohne dass ich von tausenden Kameras auf Schritt und Tritt beobachtet werde.

Wir leben doch in einem tollen Staat (oder Kontinent) wo es Kultur gibt, und Bildung und wo jeder seine Eigenheiten ausleben darf, solange man nicht anderen schadet. Man darf grüne Haare tragen, man darf Satire machen, man darf schwul sein, man darf seine eigene Meinung haben. In Russland sind Dashcams erlaubt, aber dafür kannst du für deine sexuelle Orientierung im Gefängnis laden. Was ist dir lieber? Ich habe meine Antwort auf diese Frage!

Ich denke es gibt wirklich Möglichkeiten diesen absolut coolen Sentry-Modus so zu verändern, dass er einen guten Mittelweg zwischen schutzwürdige Interessen der Menschen auf öffentlichem Raum und Eigentums-Schutz verbindet.

Nur mal so zwei Ideen:

Dashcam: Nur 1 Minute aufnehmen und dann rollierend überschreiben. Wenn es einen Aufprall oder Notbremsung gibt, wird diese 1 Minute fix gespeichert. Damit sollte man in 99% der Unfälle bessere Beweismittel in der Hand haben, ohne gleich alles anlasslos aufzuzeichnen.

Wächter: Nur Aufnehmen, wenn es wirklich einen Alarm gibt und nicht schon beim bloßen Vorbeigehen am Auto. Alarm könnte ausgelöst werden, wenn die Scheibe eingeschlagen wird (das sollte über Mikrofone leicht erkennbar sein), wenn am Auto gerüttelt wird (gibt es eigentlich Gyros im Model 3 die das aufzeichenn können???). Schwierig wird es ev. jemanden zu erkennen, der im Vorbeigehen mit einem Cutter einen Kratzer macht. Da bin ich skeptisch, ob das so einfach erkannt werden kann.

Ich habe vermutlich die gleiche Antwort auf diese Frage, allerdings sehe ich nicht, dass sie sich so stellt. Ich denke nicht, dass der Sentry Mode verhindert, dass man hier grüne Haare tragen, Satire machen, oder schwul sein darf :exclamation: :question: :exclamation:

Ich frage mich gerade ob die Leute hier sich die Mühe machen die Post vorher durchzulesen oder nur den letzten? Es ist wirklich mühselig wieder und wieder die selben Dinger zu lesen oder die selben Antworten zu geben.

Gerade wenn jemand sich diesem Thema hier annimmt weil er soweit denken kann und sich bewusst wird das es ein Problem geben könnte, sollten doch genau diese Leute mit Hirn auch so viel Zeit und Anstand haben alles zu lesen, nachzudenken und dann zu schreiben.

Nur mal so meine 50Cent dazu. Lesen, verstehen, nachdenken dann schreiben :slight_smile:

Viele Grüsse
Eric

Hat sicher Vor- und Nachteile. Je nachdem muss man halt noch vermehrt mit dem Mode Tesla-bezogene Fahr- und Parkverbote einrichten. In Bereichen wo Foto- und Filmverbot herrscht wird man nachdenken müssen dass Autos mit Kameras erstens nicht einfahren und wo das Bei Tesla bekannt ist auch ein Parkverbot für entsprechende Autos rund ums Werkareal in Betracht ziehen. Einer mit Kamera in nem Auto ist schnell erkannt. Ein geparktes Auto das als mobile Überwachungsstation da steht weniger.

Aus privater Sicht brauchst den Modus für mich auch nicht. Für irgendwas zahle ich ja Versicherung. Wenn also mal was passiert gehst immer noch so.

Aber bin mal gespannt wie lang der Modus hier aktiv bleibt…