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Das kann doch nicht so schwer sein...

dass ein deutscher Autobauer eine echte Alternative zu einem Tesla Model S baut. Mit ähnlicher Effizienz und Reichweite, innovativem Cockpit (User Experience), dauerhaft hohe Ladeleistungen wie im Model 3 und dafür mit eigenem Servicenetz (Werkstätten) und Ersatzteilversorgung.

Dann bliebe immer noch das Manko des nicht so gut ausgebauten Schnellladenetzwerkes von Ionity und Co. Aber da dürfte man wenigstens hoffen, dass es da voran geht.

Statt dessen werden E-SUVs wie e-Tron und EQC auf den Markt geworfen mit den damit zwangsläufig verbundenen Verbräuchen oder ein Sportwagen (Taycan) mit Verbrauchs- und Reichweitenangaben im SUV-Bereich - trotz Sportwagenabmessungen.

Parallel bringt Tesla seine Fahrzeuge inzwischen an/auf 600km WLTP und ermöglicht immer besser, diese Fahrzeuge Verbrenner-ähnlich zu nutzen. Ich kann auch dieses Marketing-Bla Bla nicht mehr hören: 800 Volt, 270kW Spitzenladezeit, Von Null auf 100 in…, Höchstgeschwindigkeit usw. Das ist doch nur gut für die Prospektwand. Mir ist doch völlig egal, mit wie viel Volt der Akku läuft. Was nutzt eine Spitzenladezeit für wenige Minuten? Und Leistung im E-Auto ist doch eher ein Abfallprodukt… Interessant sind doch Frage wie „wie lange lädt er mit möglichst hoher Leistung?“ Welcher On-Board-Wechselrichter ist verbaut (7/11/22 kW??)?" „Wie hoch ist der Verbrauch bei 80/120/150 km/h?“ usw. Das erfahren wir dann später bei YouTube von einschlägigen E-Mobilisten.

Leicht frustriert werde ich noch auf ein eventuelles Innenraum-Facelift beim Model S warten und dann mal upgraden. Obwohl mich das Servicethema nervt und bei der Übernahme eines Neufahrzeugs mit Checkliste antreten muss.

Die Checkliste ist doch ausgemachter Blödsinn.

Ich glaube genau das ist das Problem: Wann hat denn ein dt. Hersteller zuletzt ein wirklich neues Fahrzeug entwickelt und rausgebracht (Taycan sei ausgeklammert)? Die Fahrzeuge auf’m Markt sind alles nur Weiterentwicklungen. Ein Golf 8 ist ein Golf 7, ist ein Golf 6 der ein bisschen anders aussieht und weiterentwickelt wurde. Wirkliche Neuerungen vermisse ich schon seit Jahren: Innovationen kommen eher von Zulieferern. Ich habe die Vermutung, dass man einfach verlernt hat, Autos zu entwickeln. Man kann bestehende Fahrzeuge weiterentwickeln/verändern. Man kann ein gutes Marketing betreiben. Und das war’s. 2015, wo ich meinen Tesla kaufte, hies es noch von überall: Die Deutschen hätten alles in der Schublade und wenn sie wollen haben sie morgen 5 Tesla-Killer. Mittlerweile sehe ich das anders - Man hat es einfach verlernt, Fahrzeuge zu bauen und ist abhängig von Zulieferern geworden.

Hast du da mal eine Quelle, wer das gesagt hat? Ich höre die Story immer nur im Teslaumfeld, aber nie in seriösen Medien. Inhaltlich wäre das ja ziemlich unsinnig:

Angenommen die Entwicklung eines wirklich neuen Fahrzeugs kostet grob 1 Mrd. EUR. Warum sollte man so viel Geld ausgeben und es dann in die Schublade legen anstelle z.B. höherer Gewinne auszuweisen / Dividende ausschütten etc.

Offensichtlich sind die traditionellen Hersteller einfach massiv überschätzt. Spark hat da zwei gute Punkte gebracht: Die Hersteller entwickeln nicht mehr neu, sondern nur noch weiter. Die Innovationen kommen von externen Zulieferern.

Das in Kombination mit Arroganz und Ignoranz sorgt dafür, dass man ganz weit hinten anfängt.

Ist Dir schon mal aufgefallen, wie viel Teile eines Autos von Fremdherstellern kommen und die auch noch Entwicklung und Forschung betreiben?

Bei manchen Hersteller kann man denken, die bauen nur noch zusammen, mehr nicht. Auch hier wurde gelebt nach „Immer weiter so, was damals gut war ist auch jetzt noch gut…“

Nun plötzlich brauchst Du Mrd. an neuen Geldern und vor allem an Personal, welches sich damit auskennt. Wer schon einmal in einer Entwicklungs- und Forschungsabteilung gearbeitet hat, der weiß das dies Jahre dauert. Meine Nachbarn arbeiten beide in einer Entwicklungsabteilung eines deutschen Autoherstellers :slight_smile:, da erfährt man so einige Sache.

Zusätzlich kommt, daß man ein E-Auto aktuell nicht weltweit anbieten kann, bzw kann man schon, es gibt aber nur in wenigen Ländern die Nachfrage. Es gibt eine gute Doku, glaube bei ARD, über extrem hohen Gehälter bei VW (in jedem Bereich) und warum man für jeden Piep dort extra zahlen muß, bei einem Neukauf. Würden die das nicht machen, würde die Firma den Bach runter gehen. Nun kommen die E-Auto Freaks und wollen in einem 40K inkl. MwSt Auto alles drinne haben, funktioniert nicht.

Zum Threadthema:
Ganz offenbar ist es verdammt schwer! :exclamation:

Ich konnte auf die Schnelle leider auch keine belastbare Quelle finden, aber die Aussage stammt wirklich von einem deutschen Automobilhersteller.

VW hatte seine ersten Gehversuche im Bereich der Elektromobilität mit dem Golf City-Stromer. Viele Jahre später kam dann die Neuauflage alias e-Golf und e-Up.
Und wenn man bedenkt, wie schnell VW den MEB aus dem Boden gestampft hat, dann müssen wirklich irgendwo gut ausgereifte Pläne herumgelegen haben, die nur noch auf den aktuellen Stand der Technik und Technologie gebracht werden mussten.

Mercedes wollte die A-Klasse ganz ursprünglich als Elektroauto auf den Markt bringen, daher war die erste Generation auch so extrem hochbeinig und hat den Elch-Test nicht bestanden, da in der Verbrenner-Version das Gewicht des Akkus im Unterboden fehlte.
Das Joint-Venture von Mercedes in China bringt ja auch ganz anständige Elektroautos auf den dortigen Markt, also kann man davon ausgehen, dass auch sie könnten, wenn sie wirklich wollten.

Audi wollte den A1 bzw. A2 ebenfalls als Elektroauto auf den Markt bringen.
Somit kann man davon ausgehen, dass auch Audi schon zu der Zeit immense Summen in Forschung und Entwicklung investiert hatten, sich letztendlich dann aber doch dagegen entschieden hatten.

BMW hat mit dem i3 eine echte Innovation auf den Markt gebracht, da das Fahrzeug (im Gegensatz zu VW, Mercedes, Audi) kein umgerüsteter Verbrenner ist, sondern von Grund auf als Elektroauto konzipiert wurde.
Leider ist BMW dann bei seinen Bestrebungen wohl eingeschlafen und wacht erst jetzt langsam aus dem Tiefschlaf wieder auf.

Vor allem ist es schwer, mit diesem Aufgabenkatalog aktuell auch Geld zu verdienen - das ist bei Tesla ja genauso und bisher sind keine Gewinne in Sicht, trotz hoher Stückzahl beim Model 3.

In einigen Jahren wird das anders aussehen vermutlich.

Das ist eine gute Frage. Wer diese Aussage mal vorgebracht hat, weiß ich nicht. Ich lese es regelmäßig in dt. Nachrichtenartikeln und von Bekannten bzw. Leuten, die mich auf der Straße auf mein Fahrzeug ansprechen. Die wohl belastbarste Quelle ist ein Bekannter, welcher als Fahrzeugtester die „neuen“ Modelle/Erlkönige der dt. Automobilhersteller testet. Dieser meinte, Tesla könne einpacken, wenn die Deutschen ihre eAutos rausbringen. Auf das Rausbringen warte ich seit ca. 4 Jahren ^.^

Und da in den 4 Jahren tatsächlich nichts ernst zunehmendes auf den Markt gekommen ist, scheinen die Hersteller es nicht zu können oder nicht zu wollen, wobei das „Nicht-wollen“ keinen Sinn ergibt. Welcher Unternehmer möchte kein Geld verdienen? (Natürlich steht dagegen erstmal eine große Investition - Unternehmerisches Risiko gibt es immer) Inwieweit Gewerkschaften solche unternehmerischen Umorientierungen verhindern, weiß ich nicht, könnte es mir allerdings sehr gut vorstellen. Keine Gewerkschaft will die Produktion so verändern, dass weniger Mitarbeiter benötigt werden… Somit wären Gewerkschaften womöglich für die Stagnation und den Untergang der dt. Autmobilhersteller (mit-)verantwortlich.

Jedenfalls freue ich mich über den Taycan. Er sieht als einziges deutsches Fahrzeug nach einem echten und ernstem BEV aus und jede Konkurrenz/ jeder Wettbewerb ist gut!

Spark hat geschrieben:
…wobei das „Nicht-wollen“ keinen Sinn ergibt.

Sie wollen so lange nicht, wie es ihnen noch gelingt, den Leuten weißzumachen, E-Autos seien noch nicht soweit.

„Inwieweit Gewerkschaften solche unternehmerischen Umorientierungen verhindern, weiß ich nicht, könnte es mir allerdings sehr gut vorstellen.“

Auch da würde ich behaupten, Gewerkschaften verhindern aktuell noch. Würde nat. keiner zugeben.
Finde es grad nicht. Auch Bernd Osterloh ist nicht grad ein Freund der E-Mobilität.
Ein Satz, der mir von ihm in Erinnerung geblieben Ist: Jetzt wollen die auch noch, dass VW Ladesäulen baut.
Aber da konnte er sich zum Glück wohl nicht durchsetzen. :wink:
ecomento.de/2019/08/23/vw-start … tandorten/

Es ist richtig und wichtig, dass sich die Gewerkschaften stark dafür einsetzen, dass durch unternehmerische Entscheidungen die Belegschaft keine Nachteile erleidet.
Wenn ein Unternehmen gravierende Umstrukturierungen vornimmt, die dazu führen, dass zukünftig nicht mehr soviel Personal gebraucht wird, dann kann man verstehen, dass die Gewerkschaften dagegen sind und alle Hebel in Bewegung setzen, dass kein Personal abgebaut werden muss.
Wenn allerdings diese „Blockade“ der Gewerkschaften dazu führt, dass sich das Unternehmen nicht (rechtzeitig) umstrukturieren kann und damit den Anschluss an den Markt verliert, dann sollten sich die Gewerkschaften mal überlegen, ob es nicht sinnvoller ist, in den nächsten 2-3 Jahren 5-10% der Belegschaft abzubauen, als dass in 5-6 Jahren ganze Standorte geschlossen werden müssen.
Belegschaftsabbau kann man auch ohne betriebsbedingte Kündigungen erreichen, indem man einfach einen Einstellungs-Stopp verhängt. Den Rest erledigt dann die Altersrente sowie die branchenübliche Fluktuation.

…Threads einen vernünftigen, aussagekräftigen, dem Thema angemessenen Titel zu geben, damit man weiß worum es geht.


scnr

Ich dachte, das wird hier ein Sammel-Thread über „Dinge, die doch nicht so schwer sein können“. :laughing: :smiling_imp: :mrgreen:

@Spark, frag ihn doch mal wieder, wann es soweit ist. :wink:

Gruß