CEE 3x16 A, brauche Anschlusstipps

Ich komme zwar aus der E-Branche, aber bei mir ist es viele Jahre her. Ich brauche daher Hilfe von Experten :unamused:

Meine Frage: Mein MS kommt Ende d. J. und möchte schon einmal eine CEE 3X16 A installieren und so langsam die Komponenten dafür besorgen.

Bestellen möchte ich:

  • CEE 3x16 A Dose
  • 5x 2,5 mm²-Kabel (Länge max. 5 m, denke das reicht, oder sollte ich besser 4 mm² nehmen?)
  • LS-Automat 3-polig, 16 A B-Charakteristik

Ich bin mir nicht sicher, ob die 16 A-Absicherung bei Dauerlast ausreicht. Ich denke, da wären 20 A (und dann 4 mm²) besser, oder? Gibt es da Erfahrungen?

Danke!

Soll das in der Garage installiert werden?

Wenn ja, siehe hier: Essentials - Laden Tesla Model S zu Hause

Zu deinen Fragen speziell:

Eine 20A Sicherung für eine 16A Dose ist nicht zulässig. Du kannst höchstens die Zuleitung mit 20A absichern, wenn du in der Garage eine Unterverteilung machst mit 16A LSS.

Leg so viel Querschnitt wie machbar. 6mm² verringert die Leitungsverluste. 10mm² schafft Spielraum wenn mal 2 E-Autos dran hängen sollen.

danke erstmal, auch für den Link!
Nein, soll draußen installiert werden. Im Carport gibt es eine zweite Anschlussdose mit Bettermann-Box für unseren Leaf. Hier kann ich nur unter größeren Umständen eine zweite Dose installieren (u. a. ca. 30 m Erdkabel!), davon ca. 5 m Einfahrt mit Pflastersteinen. Also soll die neue Dose draußen an die Hauswand.
Und logisch, ich kann eine 16A-Dose nicht mit 20 A absichern! Danke für den wichtigen Hinweis!

Aber trotzdem die Frage: Wie sind eure Erfahrungen, muss ich den Ladestrom auf z. B. 3x15 A reduzieren oder hält der 3-polige Automat i. d. R. durch. Bei meiner PV-abhängigen Bettermann-Box werden teilweise (bei voller Sonne über Stunden) bis zu gemessenen etwas mehr als 17 A gezogen. Der 16 A-Automat hielt bisher trotzdem.

Es gibt bei LSS verschiedene „Charakteristiken“ der Auslösung. Nimm 16 A LSS mit der Charakteristik C.

Die 16A LSS werden ganz schön warm. Hitzestau im Schaltkasten kann nach einiger Zeit zum Auslösen führen, obwohl nur 16A fließen. Dicke Kabel helfen, Hitze von den LSS abzuleiten.

Muss der Automat eigentlich allpolig abgeschaltet werden? Was würde passieren, wenn ich 3 einzelne Automaten nähme und einer davon auslöst?

Es muss nicht, die ersten DSK waren auch mit Einzelsicherungen versehen. Es sollte aber allpolig abgeschaltet werden. Wenn mal eine Einzelsicherung fliegt, die dann wieder reingedrückt wird und sofort wieder fliegt, dann liegt ein Problem vor, bei dem man nicht unbedingt noch Saft auf den anderen Adern haben möchte.

Was in Deiner Aufstellung oben auch noch fehlt ist ein Fehlerstromschutz. Siehe dazu Grundsätzliches zu Strom ab der Mitte.

OK, danke euch!

Ich wäre da sehr vorsichtig…
Die Auslösecharakteristik beschreibt das Auslöseverhalten bei Überlast. Die entsprechende Kennlinie stellt den Auslösestrom (als Vielfaches des Nennstroms) in Abhängigkeit der Auslösezeit dar. Eine Charakteristik C dient primär dazu, das Auslösen des Automaten bei kurzzeitigen hohen Einschaltströmen (die ein Vielfaches des Nennstroms betragen können) zu verhindern. Stromspitzen führen dann nicht zur ungewollten Abschaltung.
de.wikipedia.org/wiki/Leitungssc … akteristik

Die Werte der Kennlinien sind auf eine Umgebungstemperatur von 30° bezogen. Der thermische Auslöser ist ein wesentlicher Bestandteil des Überlastschutzes. Bei höheren Umgebungstemperaturen verringern sich die maximalen Überlastströme um 5…6 % je 10°C Temperaturerhöhung.

So weit, so gut… Hohe Einschaltströme (und damit der Einsatzzweck einer C-Charakteristik) treten beim MS nicht auf.
Ich halte es für höchst bedenklich, eine C-Charakteristik nur deshalb einzusetzen, um dadurch das Auslösen bei höheren Temperaturen zu verhindern. Schließlich stellt eine zu hohe Temperatur bei den auftretenden Dauerlasten unser größtes Sicherheitsproblem dar.

richtig! Wenn kein Temperatursensor vorhanden ist, kann ich froh sein, wenn wenigstens der LSS bei zu hohen Temperaturen auslöst. Das Herabsetzen der Sicherheitsanforderungen (bzw. -einrichtungen) ist keine Lösung.

EON vertreibt seine „Sicherheitspakete“ für die Ladeboxen mit C-Charakteristik LSS, daran habe ich mich orientiert. Die stehen eher nicht im Verdacht, die Sicherheitsanforderungen herabzusetzen. In einer DSK sind LSS mit B-Charakteristik.

Wichtig ist vor allem ein großer Leitungsquerschnitt. Statt 6 mm² also 10 mm² oder besser noch 16 mm² nehmen. Damit senkt man die Leitungsverluste, es entsteht weniger Wärme und die entstandene Wärme wird besser abtransportiert.

Das ist vor allem eine Ressourcenverschwendung (Kupfergewinnung). Für 5 Meter Kabel würden es auch 1,5 mm² tun (0,33% Verlust).
Und ein C20-Automat könnte bis 27 Metern Leitungslänge angeschlossen werden („nicht fremdgeheizter“ FI/LS B16 an der Dose).
http://www05.abb.com/global/scot/scot209.nsf/veritydisplay/e26fece48906e55bc12576190048d748/$file/2cdc401001d0108.pdf

Mit der CEE 16 gibt es also m. E. 2 Probleme:

  1. Die 16 A-Absicherung könnte knapp werden
  2. Wenn ich - wie empfohlen wurde - eine 10 oder 16 mm² Leitung nehme, werde ich vermutlich Probleme mit den Klemmen in der Dose bekommen, oder nicht? In dem Fall müsste ich dann eher eine CEE 32 nehmen und mit Adapter arbeiten. Das wird mir aber zu kompliziert.

Daher habe ich momentan folgende Lösung auf dem Schirm:

  • CEE 3x16, geschützt montiert unterm Dachvorstand und hinter meiner Klima-Split-Anlage
  • Leitung 5 x 4 oder 5 x 6 mm², müsste m. E. beides reichen, meine 2,5er Leitung an der Bettermann Box habe ich auch bei Volllast, also über mehrere Stunden mehr als 17 A noch nicht einmal handwarm bekommen, und das bei ca. 25 m Leitungslänge. Ok, der MS ist noch ne andere Hausnummer wegen der längeren Ladung und 3 Phasen in der Leitung, aber ich denke das müsste gehen.
  • 3 einzelne 16 A Automaten mit B-Charakteristik, weil die habe ich noch und werde ich mal probieren. Falls mal einer rausfliegen sollte, ziehe ich vor dem Wiedereindrücken das MS-Kabel und reduziere im MS den Ladestrom.
  • Auf einen FI werde ich wohl verzichten

Frage: Das Originalladekabel ist ja meineswissens 6 m lang, Wenn ich dieses mit einem anständigen CEE-Verlängerungskabel (4 oder 6 mm²) verlängere, könnte mein MS während des Ladevorgangs im Carport stehen. Müsste doch möglich sein, oder?

Könnte sein. Diese Dose erlaubt max 4qmm starr oder 2,5qmm flexibel.

Selbstverständlich ist es möglich und auch erlaubt, die LSS mit C-Charakteristik zu nutzen. Man sollte sich nur bewusst sein, für welchen Zweck die verschiedenen Charakteristiken vorgesehen sind. Eine zweckfremde Nutzung zur Verhinderung des Auslösens bei überhöhten Temperaturen halte ich für sicherheitstechnisch bedenklich. Nach Berechnung und Tests des Temperaturverhaltens der Box kann das jedoch durchaus sinnvoll sein. Außerdem würde ich erwarten, dass in den EON-Boxen Thermostatschalter verbaut wurden.

Die nur 5 Meter im Eröffnungspost habe ich überlesen, mea culpa. Ich würde trotzdem ein dickeres Kabel als 1,5 mm² verwenden. In den Essentials ist ein Link zu einer Exceltabelle, mit der man selber berechnen kann, welche Verluste bei welchem Querschnitt auftreten. Damit kann der TS ja mal ein wenig spielen und sich dann selbst ausrechnen, wie lange er laden muss, bis sich der Mehrpreis des jeweiligen Kabels amortisiert hat.

16 A Dosen von Mennekes mit vernickelten Schraubkontakten können bis 18 mm² aufnehmen, sind hochwärmebeständig, allerdings nicht für 9 Euronen zu haben; Qualität kostet eben. Für eine einmalige Anschaffung, die zukünftig oft gebraucht wird und die Dose über Stunden maximal belastet, lohnt sich der Mehrpreis meiner Meinung nach. Aber auch das darf jeder nach seinem Gusto selbst entscheiden.

In der verlinkten Dose von Conrad sind auch nur Klemmkontakte. Diese halte ich nicht für so gut wie Schraubkontakte

Stimmt! Von Klemmkontakten halte ich für solche Zwecke auch nichts. Hier ist eine hervorragende Verbindung mit möglichst wenig Übergangswiderstand angesagt. Das erreicht man wohl nur mit vernünftigen Schraubkontakten.