Bruch des Querlenkers bei 200km/h

Falls bei der ratsamen Rechtsauskunft von einer Klage abgeraten wird, würde ich mir noch überlegen, das Auto vor der Reparatur zu verkaufen. Tesla würde vermutlich nicht die ganzen CHF 7570 als Minderwert anrechnen.
Dieses Auto würde ich lieber nicht mehr benutzen, da vielleicht doch die Karosseriestruktur beschädigt ist.

Das es eben nicht „normaler Verschleiß“ ist?

Ich kenne nicht eine einzige technische Nachbesserung, welche Herstellerseitig auf „normalen Verschleiß“ gründet.
Zu 99% gründen die (wie auch im Text oben aufgeführt) auf bekannten Auslegungs- oder Produktionsfehlern.

Und das SeC kann nicht sagen, „normaler Verschleiß“, wenn am Infobrettchen ein SB hängt, das genau dieses Versagen des Bauteils moniert.

Wo kämen wir da hin?

Boeing sagt dann zu MCAS auch, normaler Verschleiß, ach und ihre MAX8 ist eh aus der Garantie…

Mein Rechtsgefühl sagt mir, hier handelt es sich um einen verdeckten Mangel. Und dessen Verjährung läuft erst an, wenn er dem Geschädigten als dieser erkennbar wird.

Und das Schreiben beweist, dass der Mangel Tesla bekannt ist.

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Aus eigenen Erfahrungen, zum Glück nicht beim Model S, aber vor ca. 20 Jahren ist mir beim Bremsen aus 280km/h auf der AB in DE das Gleiche passiert. Das Rad hat eingeschlagen und blieb im Radhaus stecken. Nach genauer Überprüfung wurde die Radhausverkleidung (war gerissen), der untere Querlenker und der Stabi getauscht (war verbogen). Der Rest war ok und ist bis Heute ohne Probleme. Bezahlt habe ich alles selber, das teuerste waren 2 neue Reifen, da der Rechte stark in Mitleidenschaft genommen wurde.

Den Arbeitsaufwand stufe ich hier als sehr hoch ein. Wenn die Räder runter sind sehe ich nur die Radlager, die mehr Aufwand bedeuten würden (wenn die gemacht werden). Der Rest ist rasch getauscht und danach eingemessen. Aber wenn man dem SeC vertraut, dann sollen sie es tun, mir müsste man die einzelnen Posten genau erklären, warum diese gemacht werden.

Weil das Schreiben eindeutig davon spricht, dass gewisse Anforderungen an die Standfestigkeit nicht erfüllt sein könnten? Und das sogar auf einen bestimmten Zeitraum eingegrenzt werden kann?

Aus meiner Sicht ist das eigentlich ein Fall für einen Rückruf. Seit 2017 ist Tesla bekannt, dass Fahrzeuge unterwegs sind, bei denen ein Fertigungs- oder Auslegungsfehler zu einem Bauteilversagen an einem spurbestimmenden Achsteil führen kann. Das könnte in einem Rechtsstreit ziemlich unangenehm werden. Oder wenn man das KBA da mal drüber schauen lässt.

Ich habe bei anderen Herstellern schon Rückrufe bei 15 Jahre alten Fahrzeugen erlebt.

Solange Tesla es bei Auslieferung des Fahrzeuges nicht wusste, gelten die 2 Jahre Gewährleistung und zwar auch oder gerade für versteckte Mängel. Denn sonst wären sie ja offensichtlich und würden bei der Übernahme bemängelt.

Rückruf ist ein anderes Thema.

Richtig, im jetzigen Stadium bleibt der Kunde vermutlich darauf sitzen.

Trotzdem bin ich der Meinung, dass das Wissen um einen konkreten Fehler, der sich zeitlich eingrenzen lässt und potentiell ein Sicherheitsrisiko darstellt, die Voraussetzungen für einen Rückruf erfüllt. Dass es den nicht gibt, kann man durchaus Tesla ankreiden.

Verstehe hier die Argumentation nicht.

Dann müssten auch die zahlreichen Takata Airbags nicht getauscht werden, die Fahrzeuge sind auch aus der Gewährleistung raus.

Die Airbags wurden wegen eines behördlich angeordneten Rückrufs getauscht. Das ist bei Tesla aber nicht der Fall. Auch wenn das vielleicht sinnvoll wäre, aber anscheinend kommt das doch zu selten vor.

Diese Argumentation ist absolut richtig und ich muss meine Aussage weiter oben revidieren.
Die Gewährleistung beginnt ab Übergabe zu laufen und beträgt 24 Monate.

Nun wäre im deutschen Recht noch der letzte Ausweg, dass Tesla scheinbar Kenntnis hat, dass es ein Problem mit dem Bauteil gibt/geben kann.
Ob man damit schon was in Richtung Täuschung machen kann, weiß ich nicht.

Unfassbar ärgerlich im aktuellen Fall und für alle bisher nicht Betroffenen eventuell Anlass, dieses SB an ihren Fahrzeugen proaktiv machen zu lassen, bevor es knallt.

Das kann man aber leider nicht vergleichen.

Nicht die Geschichte was passiert ist (grob) definiert, was da getauscht werden muss und sollte.
Das kann uns allen nur das hier betroffene Auto selbst „sagen“.

Und da wissen wir nichts dazu. Ich sehe Posten und Arbeitszeiten, die soweit alle passen können.
Was auffällt ist der Bremskraftverteiler (?).
Wo der am Model S sitzt und wie der auszubauen ist und wie er beschädigt wurde, weiß ich aber nicht.

Also noch mal, die Veranschlagung muss ich so erst mal als schlüssig hinnehmen.

An den TS, ich würde mich umhören, ob Dir den Wagen eine freie Werkstatt auch instandsetzen würde und dann die Teile einfach bei Tesla kaufen (soweit) verfügbar.

Die 210Chf/Stunde machen halt einfach den Bärenanteil aus.

Aber grundsätzlich sehe ich auf der Auflistung keinerlei Arbeiten, die nicht jede andere Werkstatt auch durchführen könnte.

Mal eine Frage an die Kenner:
Können ausgeschlagene Buchsen mehr Schaden als das Poltern und Klappern verursachen?
Zur Fin meines Oldies gibt es keine vorgesehenen Überprüfungen, daher gehe ich zunächst bis auf die Buchsen von einem stabilen Fahrwerk aus. Die im Faden genannten Preise lassen den freien Werkstätten ja viel Spielraum. Das Fahrzeug soll natürlich sicher sein, unabhängig vom Klötern.
Bei dem Bericht bin ich natürlich völlig hochgeschreckt, auch wenn wohl nur in 2016 produzierte MS zu prüfen sind.
Zum Glück ist Dir, SwissTeslaDriver, nichts passiert.

https://www.teile-direkt.at/optimal-13835102.html

die Aftermarket Querlenker sind von der Form so wie die letzte Revision von Tesla. Die -A sehen anders aus.

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Der Bremskraftverstärker sitzt vor dem Fahrer. Wie bei fast jedem Auto. Der muss raus, wenn man den oberen LINKEN Querlenker tauschen will. So muss auch die Batterie rechts raus, wenn man diesen oberen rechts wechseln will. Der Ausbau dieser ganzen Teile ist schon viel, aber wenn man man es einmal gemacht hat, auch relativ einfach. Für eine Werkstatt mit Bühne die wissen was sie machen, ist das Routine.

Fahrzeugnutzer haben die Möglichkeit, das KBA über einen (vermuteten) Produktmangel zu informieren. Ob dann Untersuchungen eingeleitet werden, entscheidet die Behörde, daraus kann aber durchaus ein angeordneter Rückruf folgen. Mit dem Bulletin von Tesla ist das aus meiner Sicht nicht mal unwahrscheinlich.

Was das dann in der einschlägigen Presse an Schlagzeilen bedeutet, kann man sich ja ausmalen…
Aber nichtsdestotrotz ist das für mich schon sicherheitsrelevant.

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hier der direkte Link

wäre für die Gelenkwellen ja auch was.

KBA interessiert sich „nur“ für die Sicherheit, oder auch für „abhanden gekommene“ Produkteigenschaften durch Softwareupdates (85er Akku …) oder todgeschriebene MCUs?

Ausgeschlagene Buchsen/Gummilager an Achslenkern verursachen neben den Geräuschen gern durch die veränderte Achsgeometrie ungleichmäßigen Reifenverschleiß.

Zusätzlich wird das Einlenkverhalten meist träger und das Fahrwerk auf unebener Fahrbahn schwammig (Spurrillen machen sich zB stärker bemerkbar, das muss aber nicht immer an verschlissenen Achsteilen hängen).

Auf Dauer werden andere Achsteile stärker belastet, da die Gummibuchse auftretende Kräfte nicht mehr oder nur vermindert aufnehmen und dämpfen kann. Unter Umständen geht das dann über die vorgesehene Belastung hinaus und die Bauteile werden durch höhere dynamische Belastung geschädigt. Das muss dann aber schon eine Weile gehen, vorher meckert wahrscheinlich TÜV/Dekra/… oder das eigene Empfinden beim Fahrverhalten/Komfort.

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Leider interessiert das mit dem Akku dem KBA nicht. Habs schon versucht. Das Gespräch dauerte keine 15sec. Ich solle mir ein Anwalt nehmen, war der einzige Satz. Gesägt, tun getan :rofl:

Das mit dem Querlenker könnte aber gehen.

Die Vollkasko-Lösung erscheint mir weiterhin die erfolgversprechendste, weil der Schaden vermutlich derselbe ist wie beim Ansteuern eines Schlaglochs. Beim Bremsen aus hoher Geschwindigkeit und einem angeschlagenen Querlenker würde vermutlich sogar eine kurz zuvor überfahrene Querrille ausreichen.
In meinem Fall könnte ich keinen Vollkasko-Schaden anmelden, da ich seit Beginn meiner Autokarriere nur Teilkasko-Versicherungen abgeschlossen habe.

Da steht aber nicht “brake booster”. Aus der Beschreibung schließe ich eher auf den Bremskraftverteiler?

Eben mal gegoogelt, werde aber zusätzlich noch im EPC schauen.
Es scheint sich um die Bremsleitungen zur Hinterachse zu handeln.
Was gut möglich ist, wenn das Fahrzeug tiefer kam oder diese in dem Bereich entlanglaufen, wo das Rad Rabatz gemacht hat. Dann müssen die halt neu. Beide, weil es ein Bauteil ist (bundle).

Das würde auch die benötigten Stunden erklären. Bremsleitungen aus-/einbauen ist Gefummel.

Also wie vermutet, die Leitungen laufen durch das linke Radhaus. Also muss quasi der halbe Unterboden weg, damit man die beiden Leitungen wechseln kann.

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