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Bremsanlage - empfohlene Wartung

Ich möchte an dieser Stelle mal versuchen Euch ein wenig bzgl. Wartung der Bremsanlage zu sensiblisieren.
Vorab: Ich bin gelernter KFZ-Meister mit eigener Werkstatt, verfüge also über die notwendigen Fachkenntnisse für eine Bremsenreparatur :wink:

Hintergrund ist:
Tesla schreibt ja keinerlei turnusmäßige Wartung für die Fahrzeuige vor, es gibt lediglich lose Empfehlungen, die hinsichtlich der Bremsbeläge (wenn überhaupt) auch nur eine Kontrolle der Belagstärke beinhalten.

Bei meinem Wagen (2015er MS P85D) fiel mir nun kürzlich ein Zittern im Lankrad beim scharfen Abbremsen aus höherer Geschwindigleit auf (bei normalen Bremsvorgängen oder niedrigeren Geschwindigkeiten war nichts davon zu merken).
Ich habe daraufhin die Bremsanlage überprüft, und dabei festgstellt, dass auf der Vorderachse beide inneren Bremsbeläge und auf der Hinterachse alle 4 Bremsbeläge in den Sätteln festkorrodiert waren.
-> Die Bremsscheiben waren in Ordnung, Belagstärke war bei über 80% es hätte also noch kein abnutzngsbedingter Austausch der Beläge angestanden.

Die Beläge saßen dabei dermaßen fest, dass ich die Bremssättel demontieren mußte um die Beläge demontieren zu können.

Problem ist einfach, dass die Kombination Alu-Bremssattel <-> Bremsbelagträger aus Stahl eine Kontaktkorrosion erheblich begünstigt, dadurch dass die Bremse auch nur viel weniger / seltener beansprucht wird als bei einem Verbrenner „gammelt“ diese dann einfach fest.

Eine Notbremsung aus hoher Geschwindigkeit wäre ganz sicher nicht sehr spaßig geworden :nauseated_face:

Tesla empfiehlt ja lediglich „für Fahrzeuge in Gebieten mit Kaltwitterung, die Bremssättel alle 12 Monate oder 20.000 km reinigen und schmieren zu lassen“.

Ich möchte DRINGEND dazu raten, Deutschland umbedingt als „Gebiet mit Kaltwitterung“ anzusehen, und 1 mal jährlich die Bremsen auf Freigängigkeit prüfen bzw. nachschmieren zu lassen.

Gruß
U.R.

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Da stimme ich dir zu 100% zu.
Unbedingt jedes Jahr, am Besten nach dem Winter Bremsen selber warten oder warten lassen.
Sonst kann es sehr gefährlich werden!
LG Manni

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Und was auch noch wichtig ist bei Alusätteln…
Keine Kupferpaste verwenden !
gibt erhöhte Korrosion und auch hässliche Quetschgeräusche :wink:
Sonst bin ich auch zu 100% dabei…

Gilt aber fast generell bei allen EV, da die Bremse eher festgammelt.

Grüße
Mario

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Danke für den Thread…
Habe ihn mal in meinen Warungsmaterial-Thread verlinkt…

Fällt sowas nicht beim TÜV auf? Ja ich weiß, ist nur alle 2 Jahre.

TÜV prüft nur Scheiben- und Belagstärke.

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Nein, das wäre vermutlich auch beim TÜV nicht aufgefallen.
Außer Scheiben und Belagstärke prüft der TÜV zwar auch noch die Wirkung der Bremse auf dem Bremsenprüfstand und / oder bei einer Probefahrt - das hätte meine Bremse aber vermutlich komplett unauffällig bestanden.
Bei dem Fehlerbild funktioniert die Bremse bei niedrigen Fahrgeschwindigkeiten (= niedrigen Raddrehzahlen) noch „gut genug“ und die „Fahrgeschwindigkeit“ bei Messung auf dem Bremsenprüfstzanfd entspricht nur etwa Schrittgeschwindigkeit.

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Danke für den wertvollen Hinweis!
Was verwendet ihr als Gleitmittel anstatt der unzulässigen Kupferpaste?

Ich nehme eine spezielle keramische Montagepaste.

Die Geschickte von der „Kupferpaste die die Bremssättel frisst“ ist allerdings ohnehin nur eine urbane Legende.
Die in heutigen Kupferpasten enthaltenen Bestandteile sind ggü. den in Bremssätteln verwendeten Alu-Legierungen in schätzungsweise 99,9999 % :crazy_face: der Fälle komplett unkritisch.
Gab wohl von vielen Jahren mal einen Sonderfall mit ener Alu / Magnesium Legierung bei BMW…
Das wird dann immer gern an den unpassendsten Stellen wieder hervorgekramt.
Es muß also keiner hektisch zum Auto rennen und die Sättel auswaschen wenn er beim letzten mal Kupferpaste verwendet hat … :wink:

Ich bevorzuge aus verschiedenen Gründen wie gesagt dennoch Keramik.

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Der Empfehlung zur jährlichen (oder 2 jährlichen Wartung, wenn ordentlich geschmiert wurde) kann ich voll zustimmen.
Das ist sicher sinnvoll.

Die Panik, was bei einer eventuellen Vollbremsung passieren könnte, halte ich jedoch für völlig überzogen.

Ein Bremsbelag kann nicht so festgammeln, dass der immense Druck, der bei einer Vollbremsung entsteht, den nicht lösen und mit ausreichender Kraft an die Bremsscheibe drücken könnte.

Außerdem sollte man ohnehin all paar Wochen mal ordenlich bremsen, um die Bremsbeläge mal zu bewegen und Flugrost auf den Scheiben zu vermeiden.

Das beugt auch dem Festkorrodieren vor.

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Und wer seine Räder selber wechselt der guckt ja auch automatisch 2 x im Jahr danach. Und der wo es wechseln lässt macht das hoffentlich bei jemandem der das ebenfalls macht. :wink:

Zu Panik besteht kein Anlaß, man sollte das Thema dennoch ernst nehmen und nicht verharmlosen.

Darum geht es gar nicht!
Dadurch, dass niemals beide Beläge gleich stark festgegammelt sind, fehlt bei der Bremsung das Kräftegleichgewicht zwischen rechter und linker Seite der Bremsscheibe.
Damit wird die Bremsscheibe während der Bremsung zu einer Art „Wellscheibe“ verformt.
Zudem kann / wird die Bremsbalance links <-> rechts und / oder vorne <-> hinten beeinträchigt.

Und wie erkennst Du beim Radwechsel ob deine Beläge noch frei im Sattel laufen oder festhängen??

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Völlig richtig.
Die Bremse muss ordentlich funktionieren.

Das halte ich jetzt eher für nervig, oder ärgerlich, weil es Geld kosten kann.
Wenn man die Bremse aber alle paar Wochen mal ordentlich benutzt und die Bremsen prüfen lässt, wenn der Wagen beim Bremsen leicht seitwärts zieht, ist das Risiko nicht wirklich groß.
Sonst könnte eine Prüfung zwischen 2 TÜV Terminen eine ganz sinnvolle Lösung sein.
Jedes Jahr aufmachen und neu schmieren, halte ich für überzogen.

Ich konnte bei meinem Tesla Model S bei einer stärkeren Probebremsung eine eindeutige Bremsunbalance zw Li u. Rechts feststellen.
Das ist besonders bei nasser Fahrbahn gefährlich.
Der Bremsdruck muss bei einer Bremsung erhöht werden, die Bremse reagiert zögerlich.
Für mich bei den älteren Model S ist die Brembo Bremse eine eindeutige Schwachstelle.
Schon nach 6 Monaten, besonders über den Winter(weil saumässig gesalzen wird) kann ich eine Verschlechterung meiner Bremsen feststellen.
Bei anderen Herstellern gibt es das Problem des festgammeln überhaupt nicht!!!
LG Manni

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Ich hatte neulich unser MS beim AT Zimmermann zur Durchsicht, da die CPO Garantie im März ausläuft und ich evtl. vorliegende Mängel noch auf Garantie von Tesla behoben haben wollte.
Durch eine Verwechslung dachte Zimmermann dass an meinem Wagen die Feststellbremse vergammelt sei und hat diese zuerst demontiert und gereinigt. Erst als ihm auffiel, dass diese völlig in Ordnung war hat er nochmals bei mir nachgefragt und wir konnten den Irrtum aufklären.
Allerdings war ihm wohl aufgefallen, dass die Beläge falsch herum eingebaut waren und somit von ihm korrigiert werden konnte. Die Festellbremse wurde vor nicht allzulanger Zeit vom SeC erneut. Die sind also auch nicht perfekt. :wink:

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@tesla-andi
Die Bremsbeläge für deine Feststellbremse waren falsch herum eingebaut!
Wie muss ich mir das Vorstellen?
LG Manni

Das kann ich dir auch nicht sagen, da ich am Termin nicht dabei war. War an dem Tag verhindert und meine Tochter ist dann zum Termin gefahren. Ich bekam halt nur die Auskunft am Telefon diesbezüglich. Vielleicht weiß jemand hier wie das gemeint gewesen sein könnte?

Das ist Deine persönliche Schlußfolgerung und die mag für Dich auch OK sein.

Ich sehe das wie gesagt grundlegenbd anders.
Die Bremsen war bei meinem Wagen erheblich in Ihrer Leistungsfähighkeit und Betriebssicherheit eingeschränkt - sowohl was die Bremsleistung insgesamt angeht als auch wegen des starken Rüttlelns in der Lenkung beim scharfen Bremsen.
Wie groß der Unterschied ist fällt jetzt natürlich sehr deutlich im Vergleich zu vorher auf - das ist gewaltig!
Ich habe den Wagen übrigens seit rund 1 Jahr und der Vorbesitzer hatte einen Servicevertrag bei Tesla. Der war jedes Jahr 1 x im SeC zum Service.
Die haben auch immer artig die Belagstärke gemessen und notiert, stufen abre Deutschland offenbar auch nicht als Gebiet mit Kaltwitterung ein.
Ich werde meine Bremse daher vorläufig definitiv 1 Mal jährich auf Freigängigkeit prüfen - also Beläge raus, nötigenfalls reinigen und nachschmieren und dann wieder rein.
Wenn nichts festhängt sollte das in max 1 Stunde erledigt sein - diesmal habe ich für den kompletten Akt gut 4 Mal solange gebraucht.
Spart also nichtmal Zeit oder Geld wenn man das schlampt.
Wenn dann nach 1 jahr alles noch wie neu aussehen sollte kann man immer noch das Intervall auf 2-jährig verlängern…
Das macht definitiv sind und würde ich auch Jedem empfehlen.

Dann hast Du anscheinend eine ähnlich gelagerte Problematik wie ich.
Ich halte es allerdings für annähernd unmöglich, dass das nach fachgerechter Prüfung / Reinigung und Schmierung bereits nach 6 Monaten wiederkommt, wie Du schreibst.
Da gibt’s entweder noch eine zusätzliche Thematik (z.B. ein schwergängiger Bremskolben) oder die wartung wird nur oberflächlich ausgeführt. Genaueres ist aus der Distanz natürlich nicht zu sagen.

Die im MS verbaute Brembo Bremse selbst ist übrigens absolut erstklassig.
Ist ein echtes Sahnestück - sowas findet man im Serien-Fahrzeugbau nur selten.
Da gibt’s erstmal überhaupt nichts dran auszusetzen.
Man muß sie halt ab und an mal ein bischen pflegen … :wink:

Bei mir war es so,
ich holte meinen CPO im Frühjahr 2019 direkt von Tilburg ab.
Anfangs muss man erst mal sein Fahrzeug kennenlernen.
Ich fuhr auch noch einen VW Sharan, da sind Bremsleistung und Ansprechverhalten immer TOP.
Mir kam es komisch vor, dass nach dem 1 Winter der Bremsdruckpunkt immer verzögert kam.
Beim TÜV war immer alles OK.
Im Sommer entwickelte die Scheibenbremse beim fahren um die 100hkm unangenehme laute Schwingungstöne, oder auch Resonanztöne.
Ja klar die Bremsklötze werden gegen die Scheibe gepresst und bleiben dann zu nahe an der Scheibe und es entstehen laute Schwingungstöne.
Im Sommer 2020 schaute ich die Brembo Bremsanlage genauer an.
Die Belagsstärke war noch etwa 70%, ich löste die 2 Bolzen und ich musste die Bremsbeläge mit Gewalt raus hämmern. Die Beläge waren so der Massen festgefressen, dass ich glaubte sie wären angeschweisst!!! Scherz :slight_smile:
@U.R nachdem ich alles gesäubert, bzw leicht mit ner kleinen Feile(Drahtbürste) Bearbeitet und dann mit viel Keramik Paste behandelt habe, war des Ansprechverhalten bzw der Bremsdruck akzeptabel. Mein VW bremste immer noch besser!
Jetzt noch im Winter bemerke ich schon wieder ein nachlassen der Bremswirkung, aber nicht so krass wie nach dem 1 Winter.
Meiner Meinung nach sind die Bremsen in meinem VW Sharan um einiges Besser, der Bremsdruck ist immer sofort zu 100% vorhanden.
Aber wie du schreibst müssen alle Model S/X Fahrer nach dem Winter unbedingt die Bremsen in einer verlässlichen(die was die Arbeit auch richtig machen) Werkstätte warten lassen.
LG Manni

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Ja, das wäe sinngemäß meine Empfehlung.
Ebenso halte ich „1 x jährlich“ für ein sinnvolles Intervall.

@Manni49
so wie ich Dienn Bericht lese vermute ich mal, dass Du nur nach der vorderen Bremse geschaut hast - richtig?
Die hintere ist mindestens ebenso wichtig und sah bei mir noch schlimmer aus als die vordere.
Hinten gibt’ beim MS / MX allerdings 3 verschiedede Sättel (2 verschiedene Brembo Festsättel und die Mando Anlage) und die Thematik kann theoretisch bei anderen Sätteln auch anders ausgeprägt sein als bei mir. Prüfen würd’ ich’s aber in jedem Fall!