Bericht über meine Model 3 Performance Probefahrt

Hallo Forengemeinschaft,

Nach meiner Registrierung, vielen Beiträge Lesen und Vorstellung hier im Forum, ist dies nun mein 2. Beitrag indem ich von meiner kürzlichen Probefahrt im Model 3 Performance berichten will. (Achtung, es ist ein etwas längerer Text geworden)

Zur Vorgeschichte sei erwähnt, dass ich vor etwa zwei Monaten damit begonnen hatte, mich etwas spezifischer mit der eMobilität auseinander zu setzten. Somit lag es unweigerlich auf der Hand, dass irgendwann dann Tesla zur Sprache kommt.

Und siehe da, es gibt sogar eine Tesla Niederlassung in der Gegend und das Model 3 wurde interessanter… Also an einem Samstagnachmittag spontan ohne Voranmeldung mal so ins Showroom zum Information einsammeln und um das Model 3 im real life mal zu sehen (war zufällig in der Gegend). Die Tesla Mitarbeiter konnten kompetent und unaufdringlich, meine ersten Fragen wurden sauber und klar beantwortet (kein à la: „Oh, das muss ich nachschauen“ oder „da kann ich Ihnen im Moment nicht antworten, warten Sie mal, ich frag schnell meinen Kollegen“). Anschliessend wurde dann ein Termin für eine Probefahrt vereinbart.

Vor einigen Tagen war es dann soweit, ich durfte das Model 3 Performance in Begleitung eines Tesla-Mitarbeiter fahren und erfahren…

Die Probefahrt fand im Stadtverkehr sowie auf Autobahn und etwas Landstrasse statt.

Auch wenn ich im Showroom schon mal im Model 3 Probe sitzen konnte, ist es jedoch was anderes wenn man weiss, dass man das Fahrzeug auch gleich fahren werden darf.

Einstieg somit mit einem leicht erwartungsvollem Grinsen im Gesicht - Der verehrte Leser möge seine Aufmerksamkeit doch bitte auf dieses Grinsen lenken…

Nach einer kurzen Einweisung des Tesla-Mitarbeiter zur Bedienung und Einstellen des Fahrersitzes, Spiegeln und Lenkrad konnte es losgehen.

Fuss auf die Bremse, Fahrhebel auf D und dann erstmal: Ups, keine Rückmeldung dass das Auto ja schon „läuft“, wo ist meine - ach so gewöhnte bisherige - (Verbrenner/Motor/Vibration) Rückmeldung? Läuft das Ding etwa schon wirklich? Ein zugegeben erstmals fremdes Gefühl… ich bin noch niemals mit einem Stromer gefahren, geschweige denn selbst gesteuert… Das Grinsen neutralisiert sich vorerst zu einem eher etwas verhaltenem Erstauen…

Und wie soll ich meinen nächsten Eindruck beschreiben? Das (noch anfangs etwas zögerliche) Betätigen des Strompedals war einfach nur ein „Cool - das Ding bewegt sich!“. Das Grinsen erscheint wieder…

Ganz behutsames Losfahren auf dem Gelände bis zur Strasse hin, dichter Querverkehr auf 3 Spuren, jetzt wieder ganz sanft das Strompedal drücken, im Hinterkopf dass eben das Performance Modell ja wie Schmitz’ Katze abgehen soll! Lenkrad nach links eingeschlagen - „Mann, was für eine tolle reaktive und trotzdem sanfte Lenkung“.

Dann erst mal etwas Stadtverkehr mit der Autobahn als Zwischenziel. Meine nächste Überraschung war dann das passive Bremsverhalten wenn man das Strompedal löst! Erstaunlich und verblüffend! Das Grinsen verstärkt sich…

Erst danach bemerkte ich die Ruhe von dem Kasten, das komplette Fehlen der „Verbrennermotorgeräuschefeedback“ beim Schalten (mir dünkt, der verehrte Leser versteht die Intention meiner Worte). „Menno, diese Ruhe ist doch eingach nur herrlich“. Auch die „Vibrationen“ sind nicht mehr da, läuft das Auto überhaupt noch oder ist es wieder ausgegangen und wir rollen nur noch aus und die Blockierung der Lenksäule rastet gleich ein?… Erstaunlich, welche Fragen einem so durch den Kopf ziehen können beim ersten Stromer-Fahren!

Weiteres langsames Antasten an die Lenkung und diese passive „Bremse“ beim Fahren durch die Stadt sowie beim Halten an den Ampel&Co. Wir nähern uns so langsam der Autobahn, es herrscht etwas mehr Verkehr als sonst. Das Grinsen progressiert trotzdem weiter…

Auffahrt zur Autobahn ist frei, Tesla-Mitarbeiter erwähnt dass der Fahrer jetzt ruhig einmal die Beschleunigung sanft antasten solle…

Gesagt, getan: das Strompedal etwas tiefer gedrückt. Während dem so recht flotten Einfädelvorgang auf der Auffahrt zur Autobahn, war schon ein zügiges nach vorne preschen zu spüren und somit eine erste Gelegenheit, den Komfort der Vordersitze bei der Beschleunigung zu erahnen. „Ups - das geht ja flott!“. Tesla-Mitarbeiter entgegnet, der Fahrer möge sein Fazit erst mal nach einem kommenden Überholmanöver äussern. Nach diesem eleganten Einfädeln verstärkt sich das Grinsen immer mehr in Richtung zu einem Lachen.

Tesla-Mitarbeiter erklärt und demonstriert den Tempomat sowie die Abstandsreglung. Ich betätige den Hebel, drehe etwas am Einstellrad am Lenkrad und es ist sofort umgesetzt: „Tolle Funktion“ erwäge ich „ganz unkompliziert und sehr angenehm“.

Während wir so dann im Verkehr dahin fahren, erklärt der Tesla-Mensch den Autopiloten, von dem ich ja im Vorfeld so einiges gelesen habe. „Ja, nun bin ich aber mal gespannt wie es sich anfühlt, dem Auto einfach mal die erste Kontrolle zu überlassen!“: Und was soll ich sagen, es ist einfach grandios, von 4 Überholmanöver sind 3 auf Anhieb geglückt, einmal habe ich bewusst abgebrochen um zu erfahren, wie sich das Auto „anfühlt“ wenn der Fahrer die Kontrolle wieder alleinig übernimmt! Von rechts kommend möchte sich nun ein Sattelschlepper auf die Autobahn einfädeln und der Tesla macht im Platz! Da nun eh stockender Verkehr herrscht, lass ich ihn gewähren und es ist gut! Model 3 verhält sich hier sehr defensiv und trotzdem gefällt mir dies.

Ich bin begeistert wie toll dies alles klappt, auch im dichteren Verkehr! Es ist schon erstaunlich, wie anfänglich fremd es sein kann, dem Wagen die Kontrolle zu überlassen; jedoch auch, wie schnell ich mich daran gewöhnen könnte! (Bisher fuhr ich nur das übliche Tempomat ohne Abstandsregelung) Das Grinsen geht definitiv in ein Lachen über!

Während wir dann so dahin cruisen, muss noch unbedingt die Soundanlange angetestet werden! Tesla-Mitarbeiter hatte die im Vorfeld schon beim Einsteigen auf stumm geschaltet damit der Lenker während der Fahrt die Erklärungen auch hören soll. Ihm also mitgeteilt, dass ich jetzt die Soundanlage testen möchte: souverän auf Spotify umgeschaltet, irgendwelche Playlist die mir zusagt ausgewählt und schon lief die Musik. „Klappt ja schon mal ganz gut, auch hier keine Probleme! Ok, alle Passagiere an Bord, haltet euch jetzt mal kurz die Ohren zu!“ (Meine Ehefrau war mit an Bord, hat als Passagier „getestet“ ). Zustimmung von Allen und los ging es, ich habe mal etwas (viel) lauter geschoben bzw am Lenkraddings gedreht. Das Lachen wurde immer breiter - was für eine geiles Teil! Klarer, toller und satter Sound… Erster Gedankengang: Live-Mitschnitt von Fear of the Dark… Da würden bestimmt die Erinnerungen an das damals besuchte Konzert noch präsenter sein, man könnte sich fühlen, als wäre man wieder mittendrin! (Der werte Leser, der dies zu erkennen vermag, wird interpretieren können. Alle anderen, sei hier auf ein klassisches Konzert verwiesen, mir dünkt das gleiche Erlebnis würde zustande kommen). Mann, das könnte ein Spass werden! Um die Passagiere zu schonen wieder auf leise runtergeschaltet und kurz die beste Ehefrau Aller angeschaut! Sie konnte nur noch herzhaft über meinen Gesichtsausdruck lachen.

Als sich der Verkehr so langsam verzogen hatte, durfte ich nun die „ganze“ Beschleunigung austesten: Das Lachen stockte kurz vor Überraschung - das Teil geht ja wirklich ab wie Schmitz’ Katze. „Ha, was ist das für eine Rakete, Menno das macht ja richtig Spass!“. Tesla-Mitarbeiter: „Ich habe Ihnen ja gesagt, das es spassig sein kann! Habe ich Ihnen zu viel versprochen?“, „Auf gar keinem Fall: Vorstellen kann man es sich schon, aber es selber erleben: einfach Klasse!“

Sich wieder beruhigt und sauber auf der rechten Spur zurück, gemütlich mit Tempomat weiter dahin gleiten… Bis zu dem Augenblick als ein Lichtreflex im linken Aussenspiegel mein linkes Auge um Aufmerksamkeit bittet. Etwas genauer hingeschaut… irgendein Audi Q (was auch immer) blinkte sich die Spur frei. Vor mir wieder ein LKW jedoch noch mit genügend Abstand… „Darf ich etwas spielen?“ Tesla-Mensch schaut etwas verdutzt und er wird keine Zeit für seine Antwort mehr finden. Blinker, Strompedal nach unten und ab geht die Post… Mann, was für ein Spass! Solch ein breites Lachen während einer Autofahrt hatte ich noch nie!!!

Obwohl ich eher gemütlich auf Autobahnen unterwegs bin, ist es jedoch ein sehr beruhigendes Gefühl zu wissen, dass man Leistung jederzeit voll abrufen kann wenn Leistung gewünscht wird. Sogar noch jetzt, beim schreiben hier, kommt mir das Grinsen wieder…

Die Rückfahrt verlief ganz gemütlich, noch etwas Autobahn und dann Stadtverkehr. Automatischen Anfahren und Abbremsen bei Stop&Go. Ausserdem noch viele Erklärungen und Antworten auf all meine Fragen vom Tesla-Mitarbeiter. Das Lachen blieb weiterhin!

Nach einer knappen Stunde also wieder zurück auf dem Tesla Gelände. Vom Tesla-Mensch noch die Ausparkhilfe mittels Smartphone demonstriert bekommen, sowie noch weitere Funktionen via Smartphone. Das Lachen hielt immer noch…

Also Leute, ich kann nur sagen, ich bin voll begeistert vom Model 3!
Es macht Spass ohne Ende, kann kraftvoll und auch gemütlich sein. Das Design gefällt mir sehr, dieses Minimalistische spricht mich schon an. Persönlich bin ich nicht so der Auto-Fachmann, finde die Verarbeitung von dem, was ich in der kurzen Zeit mir anschauen konnte, doch recht ordentlich und gelungen. Das Panorama Dach finde ich auch ganz Klasse!

Die ganzen Assistenzsysteme gefallen mir und ich denke, mit einer gewissen Einarbeitungszeit, kann man diese auch souverän bedienen. Ich gehe sogar soweit in meiner Annahme, dass man nachdem sich eingewöhnt hat, nicht mehr ohne diese Systeme fahren möchte!

Alle Tesla-Mitarbeiter, mit denen ich bis jetzt zu tun hatte, hinterliessen einen sehr kompetenten Eindruck. Zu keinem Zeitpunkt hatte ich das Gefühl mit einem Verkäufer zu tun zu haben, sondern eher mit Leuten, die vom Produkt überzeugt sind und es dir einfach nur vorstellen möchten. Auch wurde nicht nach der Probefahrt die übliche Frage gestellt: “Wenn Sie zufrieden mit dem Auto sind, können wir dann hineingehen, die Optionen zusammen auswählen und dann den den Vertrag setzten, oder was denken Sie? Ich hole mal eben schnell die Papiere.“

Fazit: Was für ein tolles Auto! Und auch die beste Ehefrau aller ist überzeugt von der Karre.

Danke fürs Lesen, Kommentare sind natürlich erwünscht - und wer Schreibfehler findet, darf sie gerne behalten; denn Deutsch ist nicht meine Muttersprache.

Anarore
(noch immer am Grinsen)

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Wow, das war ja ne tolle Fahrt! Wie die meisten hier habe ich ohne Probefahrt im Dezember bestellt.
Vielen Dank für die unterhaltsame Geschichte und viel Spaß, wenn es dann da ist.

Cooler Bericht, sehr unterhaltsame Schreibweise! :slight_smile:

Ich / wir haben unser Model 3 ohne Probefahrt bestellt. Außer Probesitzen im Store München und Kopenhagen kann ich keine Erfahrung mit dem Model 3 vorweisen. Außer es zählen die gefühlt 1000 Youtube Videos dazu :slight_smile:

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Toller Bericht! Es gibt nur eine Sache, die stört an einem Tesla so richtig: Man gewöhnt sich leider sehr schnell daran. Deshalb erde ich mich fast jedes Wochenende indem ich einen Verbrenner fahre. Nur für sehr kurze Strecken, aber das hilft ungemeint.

Ich darf unter der Woche noch einen Renault bewegen … ähm, das ist schon fast Bestrafung.

Ein toller und sehr unterhaltsam geschriebener Bericht, danke dafür!
Ich denke, so ähnlich wird es mir wohl auch gehen, wenn es soweit ist.
Die Zukunft naht :laughing:

Viele Grüße
Sven

Toller Bericht! Deckt sich meinen Erfahrungen der Probefahrt Model 3 P gegen S100!
Ich bin noch auf das Model 3 Non P gespannt, es ist ja baugleich mit dem P und auch sehr nahe daran…
Aber das Non P gibt es nicht zur Probefahrt von Tesla.

Habe den Bericht gern gelesen, und sehr geschmunzelt!

Nächsten Do fahre ich wieder Probe! Tesla hat übrigens in ganz Norddeutschland keinen AWD, nur Performance! Der Verkäufer meinte, die Leistng sei gefühlt sehr ähnlich…aber gefahren ist den AWD noch keiner…
Ich überlege, ob ich hier eine Testfahrt anfrage…ich muss doch das Auto, was ich kaufe, vorher probefahren!

Sehr lesenswerter Bericht, danke dafür!

Ich hatte ja ohne Probefahrt bestellt, da mein erstes M3 bereits im Februar 2019 ausgeliefert wurde. Da gehen einem auch viele Gedanken durch den Kopf, vor allem wenn man zuvor kein einziges Mal elektrisch gefahren ist.

Jetzt habe ich am Mittwoch ein nagelneues Model 3 abgeholt und bin begeistert, wie viele Details überarbeitet worden sind.
Das Fahrzeug ist und bleibt konkurrenzlos in seiner Klasse.

Hab meinen LongRange seit Ostern. Es ist nach wie vor ein Hammer-Gerät.
Zu E-Autos hat ja jeder eine Meinung und die bekommt man meist auch direkt vor den Latz geknallt.
Eigenartigerweise will trotzdem jeder mal „mitfahren“ :slight_smile:
Was dann meist auch die Meinung ändert.