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Autopilot im Winter

Wie sehr vertraust du dem Autopilot im Winter?

  • Mein Nutzerverhalten ist in allen Jahreszeiten gleich
  • Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt / Glättegefahr nutze ich den Autopilot weniger oft
  • Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt / Glättegefahr verzichte ich auf den Autopilot
  • Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt/ Glättegefahr nutze ich den Autopilot nur bei trockener Straße
  • Ich verzichte auf den Autopilot wenn die Strassenverhältnisse nicht optimal sind (z.B. Nässe)
  • Bei rasch wechselnden Witterungsbedingungen verzichte ich auf den Autopilot

0 Teilnehmer

Wie groß ist euer Vertrauen in den Autopilot? Für mich ist ein verantwortungsbewusster Umgang mit der Technik Grundvoraussetzung. Nutzt ihr den Autopilot wenn die Straße ggf. nicht die ‚normale Haftung‘ bietet?

Einer der Gründe für die Umfrage ist die aktuelle Diskussion zum tödlichen Unfall auf der A1 - War der Autopilot aktiviert? (Nein war er nicht, so zumindest electrek). IMHO muss man bei solchen Witterungsbedingungen auf den AP verzichten.

Wenn der AP aufgrund der Straßenverhältnisse nicht mehr unfallfrei bremsen kann, kann es der Fahrer „manuell“ auch nicht mehr. Das Problem ist dann (wie wohl bei 95 % aller Unfälle) eine zu hohe, nicht angepasste Geschwindigkeit und nicht der AP.

Wohlgemerkt rede ich hier vom Bremsen. Wenn der AP die Spur nur noch schlecht halten kann, weil durch Nässe, Gegenlicht oder sonstwas die Markierungen nicht mehr genügend sicher erkannt werden, deaktiviere ich den Lenkassistenten. TACC bleibt aber an.

Mich wundert, wieviel blindes Vertrauen in den Autopiloten hier herrscht (in Technik, die noch gar nicht dafür ausgelegt ist). Stellenweise glatte Straßen bemerkt man nur an einer leichter gehenden Lenkung - da hat man mit Autopilot an, gar keine Chance.

Klar kann es der Mensch, denn er kann eine viel fundiertere Entscheidung treffen weil die Umgebung viel umfassender erfasst und mit seiner Erfahrung richtig reagieren kann. Wenn ein menschlicher Fahrer merkt dass es glatt wird kann er erst Mal sowieso grundsätzlich das Tempo reduzieren und vor allem auch den Abstand zum voraus Fahrenden deutlich erhöhen. Und wenn es dann zu einer Notsituation hat der Mensch viel mehr Optionen zur Auswahl als der AP oder Notbremsassistent. Die Gefahr mit AP ist einfach groß dass man erst Mal den AP machen lässt und dann viel zu spät reagiert.

Die Ursache bei solchen Witterungsbedingungen kann schon sein überhaupt den AP einzuschalten. Genau hier setzt sich die Verantwortungslosigkeit der Fahrer fort, wie wir sie auch bei der Aktivierung auf Straßen sehen, für die der AP nicht freigegeben ist. Das wird auch noch hier im Forum immer wieder erzählt. Da kann man nur den Kopf schütteln.

Wie schon geschrieben wurde ist dieses blinde Vertrauen in die Technik die größte Gefahr. :unamused:

Das ist ja eine spannende Diskussion. Vertrauen in die Technik! Ich gehe davon aus, dass die Vertreter dieser Meinung selbstverständlich ABS, ESP, Notbremsassistenten usw. alle ausschalten (weils sie der Überzeugung sind, dass sie das alles sehr viel besser selber können). Dass die Sensoren unterschiedliche Haftung an den vier Rädern sehr viel schneller und differenzierter erfassen können als der Durchschnittsautofahrer, wird da wohl bestritten. Und wenn diese unterschiedlichen Haftwerte einmal erfasst sind, kann eine Automatik sehr viel rascher und effizienter darauf reagieren. So habe ich es früher erlebt, dass in solchen Situationen bei eingeschaltetem Tempomat, dieser sofort ausgeschaltet wurde, meist mit einem Warnton verbunden. Und die Automatik kann - im Gegensatz zum Fahrer - jedes einzelne Rad ansprechen (bremsen, ev. beschleunigen), um eine möglichst hohe Stabilisierung zu erreichen. AP muss ja nicht heissen, dass in einer solchen Situation nicht allenfalls solche Eingriffe (Temporeduktion - Stabilisierung) erfolgen können.

Und selbst diese „größte Gefahr“ wird oft übertroffen von der Gefahr des blinden Vertrauens in die eigenen Fähigkeiten…

ESP und die ASR dürften schon viele Unfälle bei Glätte verhindert haben, ABS sowieso bei allen Straßenverhältnissen.

Ich erinnere mich noch, dass Audi in den 80er einen Knopf zum Deaktivieren des ABS eingebaut hat. Damit der Fahrer immer noch die Möglichkeit hat die Technik zu deaktivieren. Damals waren noch viele Leute der Meinung mit Stotterbremse sicherer zu fahren als mit ABS.

Momentan würde ich auf potentiell glatten Straßen auch kein Autosteer nutzen, TACC mit hohem Abstand vielleicht je nach Situation. Werde beim Training in Linthe mal schauen, ob ich in kontrollierter Umgebung mit den verschiedenen AP-Features spielen kann.

Erfahrung und grundlegende Physikkenntnisse statt blindes Vertrauen in Technik oder Mensch tragen sicherlich zur Verkehrssicherheit bei.

Gruß Mathie

Vielleicht muss ich mich etwas präzisieren. Von blindem Vertrauen habe ich nichts geschrieben und das trifft für mich auch nicht zu. Auf Schnee oder gar Glatteis würde ich den AP/TACC nicht aktivieren. Wenn ich aber entscheide, im Winter bei Nässe mit 100+ km/h über die Autobahn zu fahren, dann nutze ich durchaus auch den AP. Wobei ich ihn immer als Redundanz zu mir nutze. Will heißen, ich habe die Hände am Lenkrad, die Augen nach vorne und bin jederzeit aufmerksam, einzugreifen. Ich lasse den AP nicht einfach mal machen. Und wenn man dennoch mal unaufmerksam ist (was vorkommt, sonst gäbe es keine Auffahrunfälle; möglicherweise ist man selbst aber auch der beste Fahrer der Welt, dem das nicht passiert, für den gilt das dann natürlich nicht) und voraus gibt es eine Vollbremsung o. ä., so habe ich für mich entschieden, dass der AP bzw. speziell das Frontradar eine zusätzliche Sicherheit darstellt und möglicherweise noch innerhalb meiner Reaktionszeit schon zu bremsen beginnt, was entscheidend sein kann. Natürlich ist das keine absolute Sicherheit.

Aber ich klink mich jetzt hier aus, diese Grundsatzdiskussionen gibt es schon zu Hauf und die wollte ich eigentlich meiden. Bereue es auch schon, hier was gepostet zu haben. Dass ich kein verantwortungsloser Fahrer bin, das weiß ich. Und ich spreche jeden hier im Forum ab, darüber eine Einschätzung abzugeben, bevor er nicht 1000 km mit mir gefahren ist.

Es ist für 99+% der Autofahrer völlig hirnrissig ESP auszuschalten. ABS geht ohnehin quasi in keinem Auto aus. Wer genau weiß was er tut und zu dem >1% gehört ist besser dran mit ESP aus auf Eis und Schnee. Problem ist das sich viele aus den 99% in das 1% definieren. Wer nicht schon ein paar Wochen nix anderes gemacht hat als ohne ESP auf Schnee und Eis rumfahren kann sich sicher sein zu den 99% zu gehören und sich dem ESP anvertrauen.

Aber wichtig ist auch das ESP zu verstehen, da es anderes Lenken erfordert als ohne. Jeder sollte mal ein Fahrertraining auf der Gleitfläche machen um zumindest das zu verstehen. Allerdings ist 3x probieren etwas wenig um es dann abzurufen wenn es erforderlich ist.

Ich weiß dass ich mich mit diesem Beitrag gegen die überwiegende AP Euphorie im Forum wende, und wahrscheinlich ein ganze Menge Leute in der Folge auf mich einschlagen werden. Aber für mich ist das Thema einfach zu wichtig um den einfacheren Weg des Schweigens zu gehen.

Im Vergleich zu ABS, ASR, ESP, usw liegen für den AP keinerlei Erfahrung für solche Umweltsituationen vor. Nicht nennt Tesla den AP nur ein Assistenzsystem das vom Fahrer jederzeit überwacht werden muss. Erstere sind auch teilweise redundant implementiert und erfüllen die Anforderungen nach ASIL D.

AP und die genannten Systeme befinden sich auch auf zwei total verschiedenen Aktionsebenen, die in Fahrzeugen in der Regel völlig getrennt sind. Während die erstgenannten die Regelung der Fahrdynamik zur Stabilisierung des Fahrzeugs vornehmen, befindet sich der AP auf der Ebene der Trajektorenplanung (Detect - Plan - Act) und gibt dann nur vor wohin und wie schnell das Fahrzeug fahren soll. In wie weit Daten aus der Fahrdynamik in diese Planung beim AP einbezogen wird ist unbekannt, und entsprechende Aussagen reine Spekulation.

Er funktioniert ja nicht mal bei guten Witterungsbedingungen fehlerfrei sondern führt immer wieder zu gefährlichen Situation, wie man in diesem Forum häufig lesen kann.

Der AP ist ein jederzeit vom Fahrer überwachendes Assistenzsystem mit sehr beschränkten Fähigkeiten. Im die Fähigkeit zuzusprechen in einer entsprechenden Verkehrssituation die richtige Entscheidung zu treffen ist blindes Vertrauen, und das in unzähligen Versuchen nachgewiesene gefährliche Übervertrauen.

Auch die bekannten System zur Fahrzeugstabilisierung und auch Allrad haben zu ähnlichem Übervertrauen geführt, und haben deshalb auch erst Mal zu höheren Unfallzahlen geführt, bis die Leute gelernt haben damit umzugehen. Und trotzdem diese mittlerweile überall eingesetzt werden, gibt es immer noch genügend Unfälle, die überwiegend durch menschliche Fehler, insbesondere nicht der Verkehrs- und Umweltsituation angepasste Geschwindigkeit, verursacht werden. Diese gleichen Fehler macht sicher auch ein gewisser Anteil der AP Fahrer. Jetzt anzunehmen dass der AP diese Fehler im Falle eines Falles wieder ausbügeln kann ist auch eine gefährliche Überschätzung der Fähigkeiten, die auch durch keinerlei Aussagen von Tesla unterstützt wird.

Ich kann nur an euer Veranwortungsbewusstsein appelieren, den AP wirklich nur unter den Bedingungen einzusetzen, die Tesla explizit freigegeben hat. Selbst dann ist ständige Aufmerksamkeit gefragt, anstatt sich Einlullen zu lassen, wie man an den Berichten zu immer wieder vorkommenden zu teilweise gefährlichem Fehlverhalten sieht. Ich denke wir wollen alle nicht von Unfällen der Forenmitglieder und anderer Tesla-Fahrern lesen. Danke.

+1
Ich glaube, dass Du recht hast und insbesondere der Vergleich zu den ersten Allradautos passt sehr gut.
Aber warum so provozierend: „… und wahrscheinlich ein ganze Menge Leute in der Folge auf mich einschlagen werden. …“ :question:

Dies ist entscheidend: Wir wissen es nicht und TESLA hat dazu auch keine Aussagen gemacht. Aber wenn der AP irgendwann in der lage sein sollte, selbständig, allenfalls noch beaufsichtigt, das Fahrzeug von A nach B zu bringen, dann wird dies eine Frage sein, die zwingend beantwortet werden muss. Meine Frage zielte nur dahingehend ab, ob es bereits heute Anzeichen gibt, dass der AP solche Situationen erkennt und wenn ja, wir er damit umgeht. Das hat nichts mit blindem Vertrauen zu tun, sondern ist reine Neugier. Aber einfach zu spekulieren, mag ich auch nicht.