Autogipfel 8.9.20: Autonomes Fahren in D Führungsrolle

Ich bin so überascht von einem Ergebnis der Videokonferenz zum Autogipfel mit Merkel und den Ministerpräsidenten das ich das hier unbedingt weitergeben möchte. Bisher habe ich immer geglaubt das in Deutschland die Mühlen so langsam mahlen und auch das zuerst geklärt werden muss ob die künstliche Intelligenz die Beiden kleinen Kinder oder die Oma tot fahren möchte:
Zitat:
Mit dem in Vorbereitung befindlichen Gesetz zum autonomen Fahren wolle Deutschland das erste Land weltweit sein, das fahrerlose Kraftfahrzeuge im Regelbetrieb sowie im gesamten nationalen Geltungsbereich erlaubt.
Hier die Quelle dazu:

Dann kann Elon ja der Kanzlerin bald die Frage stellen: Wie sicher müssen unsere Autos sein wie viele neunen brauchen sie ? 99,9% oder 99,99% oder gar 99,999% ?

1 „Gefällt mir“

Habe ich auch in den Nachrichten gesehen und mir die Augen gerieben.
Das ist doch wirklich eine Sache, die die Presse in der Öffentlichkeit gerade rücken kann.
Vielleicht gibt es ja über den TOC USA einen Einblick, was in den USA oder auch in Californien geht und eben hier in D aufgrund von $$$ nicht geht.
Bei den Fahrassistenzsystemen bis zum FSD geht doch technisch einiges, was wir in D derzeit leider nicht erleben dürfen.
Kann ja auch sein, daß VW in China schon wesentlich weiter ist. Die gute Aufstellung des Wolfsburger Konzerns im Reich der Mitte kann uns da evtl doch noch wohlstandssichernd in die Karten spielen.
Bin gespannt und kann mir einfach nicht vorstellen, daß es da keine konkrete Vorlage für Berlin gab.

2 „Gefällt mir“

…auch beim Spiegel:

Ziel sei es, bis zum Jahr 2022 Fahrzeuge mit autonomen Fahrfunktionen in den Regelbetrieb zu bringen.

Autogipfel - Vorerst keine Kaufprämien für Autos mit Verbrennungsmotoren

2 „Gefällt mir“

Andreas Scheuer: Die Autos werden „auf Halde“ produziert.
Meine Meinung: Dann muss man das Geschäftsmodel überdenken und die Produktion sofort anhalten.
Elon Musk (sinngemäß): Wenn ich etwas produziere für das ich Werbung machen muss, muss ich etwas anderes produzieren.

Mein Tipp: Fahrt mal zu einem BMW Autohaus. Es ist einfach unvorstellbar wie vollgeparkt jede Wiese, jeder Parkplatz, jede Einfahrt und auch mittlerweise Werkstattbereich mit Tageszulassungen steht. Zahlungsziel von BMW mit dem Händler sind angeblich drei Monate.

4 „Gefällt mir“

Wie immer tolle Argumente von Andreas Scheuer.

Ist so, wie wenn ein Metzger auf Teufel komm raus Bratwürste macht und sie nicht verkaufen kann. Ey… die liegen auf Halde, die müssen weg.

Die nächste Wahl befreie uns von dieser Flasche.

8 „Gefällt mir“

Das ist nicht nur bei BMW so. Mercedes, Volvo, Nissan… Die Höfe der Autohäuser sind voll. Das sind vor allem auch Leasingfahrzeug die da stehen. Billig in den Markt gedrückt und jetzt werden sie die nicht los.

1 „Gefällt mir“

Scheuer, das Sprachrohr der bayrischen Autoindustrie, hat natürlich große Sorgen, weil BMW mit Elektroautos nicht so weit ist wie VW.

7 „Gefällt mir“

Wenn die Autobauer so unvernünftig waren, die Verbrenner in Größenordnungen auf Halde zu produzieren, ist das einfach eine große Fehlleistung. Da haben sie dann Händlerverträge, die einen vermeintlichen Absatz vorgaukeln, der jetzt zurückschlägt.
Ich sehe da eigentlich nur eine Möglichkeit, da mit Einbußen und natürlich Verzicht auf Dividenden herauszukommen: Die Produktion von Verbrennern muß stark gedrosselt und die Halden durch marktkonforme Preise (deutlich nach unten!) abgebaut werden.
Der Steuerzahler hat da ja eigentlich keine Aktien drin, die Industrie sollte mit den Betteleien aufhören. Das Steueraufkommen wird ja wesentlich getragen durch die Arbeitnehmer (Lohnsteuer) und die Konsumenten (Umsatzsteuer).
Etwas anders verhält es sich schon, wenn neue Industrien aufgebaut werden. Da werden Arbeitsplätze geschaffen und die Grundlage für eine Wohlstandssicherung gesetzt. Hierfür gibt es ein breites Förderspektrum durch die öffentliche Hand und die KfW. Diese Förderungen sind eher zielgerichtet und volkswirtschaftlich sinnvoll. Die Intrumentarien stehen allen, die investieren, gleichermaßen zur Verfügung, ob nun Tesla, VW, Mercedes, BMW oder sonstwer investiert.
Da ist auch Platz für echte Innovationen wie das Autonome Fahren. Die Entwicklungen kosten schließlich mehr, als in der Portokasse steckt.
Hoffentlich hören und lesen wir in Zukunft mehr von solchen Förderungen.

3 „Gefällt mir“

Ob wohl jedes (teil-)autonome System, das von dem neuen Gesetz profitieren will, geprüft und zugelassen werden muss?

Nach den Interviews der letzten Tage mit BMW Führungspersonal (der Verbrenner ist noch lange nicht tot) haut mich folgende Aussage um: Wir produzieren auf einer Montagelinie gleichzeitig Verbrenner, Hybrid und Elektro. Dadurch können wir spontan auf Nachfrageschwankungen Reagieren.
Realität sieht so aus…

Halde mit Verbrennern: Übervoll
Wartezeit Lieferung E-Auto: bis zu 15 Monaten

Ich bitte um Erklärung !

10 „Gefällt mir“

Darum finde ich: Die Regierung sollte statt Geld für Verbrenner zu verschwenden lieber den Bau von Batteriefabriken fördern. Das wäre klimaschonend, würde die Lieferzeiten für E-Autos endlich verkürzen und die deutsche Autoindustrie auch international stärken.

Ich bin noch immer der Meinung dass ein Unternehmen für sein Wohl selbst verantwortlich ist. Wann ist es eigentlich in Mode gekommen seine Managementfehler an den Steuerzahler auszulagern? Wir können nicht jeden Mist, der irgendwo in einer Chefetage produziert wird, mit Steuergeldern wieder geraderücken. Kaufprämie für Autos mit Verbrennungsmotor? Wann gab es denn Kaufprämien für alte Fotoapparate oder Klapphandys? Wie sieht es mit Kaufprämien für Solarmodule aus deutscher Fertigung aus? Gegen eine Förderung würde ich mir auch noch schnell ein Windrad in den Garten stellen. Aber nein, sobald es um einen Industriezweig neben Energie und Automobilfertigung geht, ist man sich ja selbst überlassen. Das ist auch richtig so, das nennt man Marktwirtschaft. Natürlich hat Herr Gabriel damals negativ in unsere Solarbranche eingegriffen und so zigtausende Arbeitsplätze vernichtet, da waren aber einfach auch nicht genug Lobbyisten in Berlin unterwegs.

EDIT: Energiebranche durch Solarbranche ersetzt, nicht dass es da zu einer Verwechslung kommt.

6 „Gefällt mir“

Viel Text und Theorie! Zusätzlich muss die Technologie und Infrastruktur (z.B. 5G) vorhanden sein.

Praxis aus einem anderen Land - da sind komplette Stadtteile bereits im Testbetrieb.
https://www.asiafundmanagers.com/de/china-autonomes-fahren-mirae/#:~:text=China%20ist%20in%20Punkto%20autonomes,von%20Mirae%20Asset%20Global%20Investments.&text=In%20China%20arbeiten%20die%20nationalen,auf%20den%20Markt%20zu%20bringen.

OT: DHL Express startet Drohnen-Lieferservice in China - 16.05.2019

https://www.dpdhl.com/de/presse/mediathek/videos/20190516-drone-delivery-service-china.html

Gewinne privatisieren und Kosten solidarisieren, ist doch ein gern genommene Modell in der aktuellen Situation. Frag mal die AKW Betreiber, Laufzeitverlängerung, nach Fukushima Beschluss zur Laufzeitverkürzung, Klage wegen entgangenen Gewinnen, aber wer trägt die Kosten für Rückbau und Endlagerung?

1 „Gefällt mir“

Es braucht aber kein 5G um Tesla zu erlauben den Stand der USA hierzulande zu aktivieren.

2 „Gefällt mir“

Es geht um die Führungsrolle.
Autonomes Fahren = „zuverlässiges Fahren“. Das wird z.B. ein Tesla mit FSD niemals können - Stand heute.

Beispiel aus der Praxis:
An der Kreuzung hat es gestaut. Ich stand bereits drin. Die Kamera konnte die roten Ampeln (vorher grün) nicht mehr erkennen.

Zu wenig Informationen. Ein Krankenwagen „um die Ecke“ an einer Kreuzung kann nicht frühzeitig von der Kamera erkannt werden (Sirene hat Vorrang). Informationsaustausch per „Funk in Echtzeit“ schon.

Ohne Infrastruktur kann ein Tesla auch nicht online softwaremäßig aktualisiert werden oder Features per Smartphone nachträglich kaufen/freischalten?

Warum ist der Routenplaner von Google deutlich besser?
Datenmaterial + Echtzeit-Informationen (Smartphones) + Infrastruktur (LTE)

Natürlich hilft 5G. Aber LTE ist jetzt schon da, und Echtheit-Datenaustausch ist imho nicht zwingend erforderlich.

Ein Mikrofon wäre hier schon sinnvoll, das stimmt. Allerdings reagieren 90% der normalen Autofahrer auch erst frühestens wenn sie den RTW sehen. Ansonsten kann man sowas anhand der Reflektion des Blaulichts sicherlich gut (genug) vorausahnen.

Das verstehe ich nicht. Die Ampel war grün, du fährst auf die Kreuzung, dort staut es sich sodass du bei rot immernoch auf der Kreuzung stehst? Dann ist ja sowieso die einzige Option zu fahren, egal ob rot oder grün.

Leider nein, der Gegenverkehr hatte bereits grün. Losfahren erst möglich, wenn jemand nicht auf sein „Vorfahrt“ besteht, da ich Linksabbieger war.

Die Information „grüner Ampel“ war in meinem Fall veraltet.
Deswegen ist der „Datenaustausch“ so wichtig. Das Auto sollte nur im Notfall interpretieren. Es wäre besser, wenn die explizite Information vorliegt, Du darfst jetzt (Echtzeit) fahren.

Oder an einer Kreuzung ohne Ampel. Rechts vor Links = Informationsaustausch notwendig.

4 Teslas mit FSD. Welcher fährt zuerst los? Wie kann/muss FSD mit einer reinen Kameraauswertung reagieren?
Hier sind viele aus der IT unterwegs. Hier hätten wir eine Deadlock-Situation. :wink:
Lösungsvorschläge?

image

Ich gehe davon aus das in einem Model 3 ein Mikrofon verbaut ist, so wie in allen anderen Fahrzeuge, die auch über eine Freisprecheinrichtung verfügen.

Ok, ich sehe was du meinst. Dass es schwer lösbare Aufgaben gibt ist klar, ich glaube auch nicht wirklich an Level 5 mit Teslas aktueller Hardware. Aber es gibt aus meiner Sicht nichts was eine hochautomatisierte Fahrt nach Level 3 verhindern würde. Wenn der Fahrer in schwierigen Situationen eingreifen kann, macht das natürlich vieles einfacher.

Rechts vor Links sollte auch ohne Kommunikation gehen. Patt-Situationen sind natürlich blöd, aber auch nicht unlösbar.
Du hast die ITler erwähnt, mir als Informatiker fallen hier spontan Lösungen aus dem Bereich des Medium Access Controls ein, beispielsweise eine Random-Backoff Strategie:

Jedes Auto wartet eine zufällige Zeit, bspw. zwischen 0 und 3 Sekunden. Nach Ablauf der gewählten Zeit fährt es entweder einfach drauf los, oder signalisiert per Lichthupe/Blinker/whatever. Das Auto mit der kleinsten gewählten Zeit gewinnt also. Sollte zweimal (annähernd) die gleiche Zeit gewählt worden sein, wird das erkannt und man begibt sich wieder an den Ausgangspunkt (eventuell sind die beiden Autos ein paar Zentimeter gefahren und setzen die dann einfach wieder zurück, wenn man die Lichtzeichen verwendet entfällt dieser Punkt).