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Aspekte der Kernenergie (Teil 2)

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Installierte Leistung sagt nichts aus. Wichtig ist, wie viel raus kommt:

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Und die Folgekosten?

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Folgekosten (wie auch immer du oder man das definiert) gibt es bei jedem Kraftwerk.
Seien es die Entsorgungskosten des Atommülls, die Folgeschäden der Abgase bei den fossilen Kraftwerken, Entsorgungskosten der Anlagen selbst, den evtl. nötigen Netzausbau und Speicher, etc.

Während diese Punkte bei der Kernkraft recht gut gesetzlich geregelt sind (zahlt alles der Betreiber) ist es bei den fossilen Kraftwerken oft die Allgemeinheit (vor allem für die gesundheitlichen Folgeschäden) die zahlt.
Bei den EEs zahlt die Entsorgung zwar auch der Betreiber, aber den durch sie nötigen Netzausbau und die nötigen Speicher wird wohl die Allgemeinheit bezahlen müssen.

Alles in allem eine ziemlich komplizierte Rechnung. Hier wurde mal versucht alles zu berücksichtigen:

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Aha:
4,0 €Cent/kWh AKW neu

Fragt man sich, warum die Briten in Hinkley Point 11 Cents bezahlen müssen zzgl. Inflationsausgleich.

Sicher nur schlecht verhandelt.

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Da muss mir was entgangen sein…

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Ja, dann ist dir das wohl entgangen:

Seite 25:
„Während den Betreibern der Kernkraftwerke auch zukünftig die gesamte Abwicklung und Finanzierung der Bereiche Stilllegung, Rückbau und fachgerechte Verpackung der radioaktiven Abfälle obliegt, steht der Bund in der Verantwortung für die Finanzierung der Zwischenlagerung radioaktiver Abfälle aus Errichtungen, Betrieb und Stilllegung der Kernkraftwerke (Leistungsreaktoren) und der Endlagerung aller radioaktiven Abfälle. Die Finanzierungslast für die radioaktiven Abfälle aus Leistungsreaktoren ist von den Betreibern auf den Bund übergegangen. Hierzu sind die Betreiber verpflichtet in den Fonds zur Finanzierung der kerntechnischen Entsorgung einzuzahlen.“

Aber ich möchte jetzt nicht, dass dieser Thread sich zu einem für oder gegen Kernenergie Schlachtfeld entwickelt… So wie sich die Moderatoren zu dem Thema bisher verhalten haben ist da eine offene Diskussion hier nicht erwünscht.

Hier geht es ja hauptsächlich um die EEs in Form von Wind und PV und nicht um klimafreundliche Kraftwerke allgemein.
Also back to topic!

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Die hohen Umweltkosten bei PV kommen - tada - aus den hohen CO2-Anteilen des Strommixes aus dem sie (derzeit) hergestellt werden, Tendenz sinkend.

Die Kosten für die Brennstoffbereitstellung und Entsorgung scheinen hingegen (auch wenn wir zig tausende zusätzliche AKW weltweit hinstellen) auf Dauer nicht zu steigen.

Edit: Ich denke allerdings auch, das wir langfristig so auf 8Ct/kwh Gestehungskosten zulaufen da höhere Systemkosten zu erwarten sind, finde ich jetzt aber nicht so schlimm ob jetzt 3 (AKW) oder 8Ct und dafür ruhig schlafen können.

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Der Trick liegt wie immer in den Annahmen. Nur die Baukosten betrachten z.B. und für den Betrieb dann 60 Jahre ansetzen…

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In der Grafik sind seltsame Werte zur Berechnung der PV enthalten:

181 € / kWp ist schon ein sehr günstiger Wert. Das sollten aktuell in etwa die reinen Modulkosten sein. Auf die schnelle konnte ich keine plausiblen Daten finden.

Ein Ertrag von 2.829 kWh / kWp ist schon ein SEHR hoher Wert, der meines Wissens nirgends auf der Erde erreicht wird. Ich glaube die Atacama Wüste liegt knapp über 2.000. In DE liegt der Ertrag in etwa bei 1.000 kWh / kWp. Mit Nachführung bei 1.400 kWh / kWp.

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Super Trick:
Einerseits davon ausgehen, dass ein Kernkraftwerk 60 Jahre ohne irgendwelche Reparaturen durchhält, die Kosten für die Endlagerung der Brennstäbe komplett ignorieren, ignorieren, dass in den (wieviele waren es mittlerweile 13 Jahre und counting?) Jahren bis das Ding wirklich was erzeugt, die Solarmodule längst Strom erzeugen, andererseits davon ausgehen, dass ein Solarmodul nur 25 Jahre hält und das noch ein bißchen schlecht rechnen, und schon ist die Polemik in die andere Richtung da.

Die Wahrheit liegt irgendwo in der Mitte (bei den Zahlen für die Solarmodule fehlt definitiv die Installation), unter dem Strich bleibt aber der Atommüll, den aber dann am Ende keiner haben will.

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Das dürfte aber noch etwas dauern, oder? Solarmodule kommen im Wesentlichen aus China und China baut neben Erneuerbaren ja auch weiter Kohlekraft aus. Erst 2060 will China CO2-neutral sein, 15 Jahre nach Deutschland.

Der Autor Florian Blümm schreibt u.a. Artikel für die Webseite des Nuclearia e.V.
Hätte mich jetzt auch gewundert wenn dieser eine andere Aussage als „AKW sind die Besten“ treffen würde… :slight_smile:

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Die Kernkraftwerke/Atomkraftwerke lassen sich nicht versichern, da im Schadensfall keine Versicherung die Höhe des Schadens stemmen könnte. Daher ist der gesellschaftliche Konsens dahingehend seit Jahrzehnten so, daß eben der Staat/Steuerzahler/wir alle diese Kosten tragen. Natürlich steht zunächst die Betreibergesellschaft in der Pflicht, zumindest die wenigen Tage bis zur Insolvenz.
Daß das ein reales Risiko ist, haben wir ja nunmal in den letzten Jahrzehnten wiederholt erlebt.
Die ereuerbaren Energien sind völlig frei von diesen vernichtenden Risiken und können daher sehr genau kalkuliert werden. Natürlich gehören auch die Rückstellungen für den Abbau der Anlage zu den Betriebskosten. Das sollte bei allen Energieerzeugern vollständig ab dem ersten Betriebsjahr in die Rechnung einfließen.

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Das ist Fakt und Wahnsinn zugleich.
Ein Risiko, das so hoch ist, dass keine Versicherung es trägt, darf man nicht eingehen.
Dass man es doch macht, liegt daran, dass durch die Verstaatlichung der Verluste die Gewinne so hoch werden, dass man locker davon die politische Zustimmung kaufen kann und sogar versucht, die gesellschaftliche Zustimmung mit alternativen Fakten (siehe oben) zu beeinflussen.

Abgesehen von dem Risiko, ganze Landstriche über Jahrtausende unbewohnbar zu machen, bleiben ja auch die Kosten der Endlagerung über Jahrmillionen, die, wenn man es fair rechnet, eine Kilowattstunde Atomstrom völlig unbezahlbar machen.

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Das ist ja auch nicht verboten. Wäre ja überraschend, wenn er im Vorstand des BUND wäre.

Und ich würde ihm erstmal unterstellen, dass er dort ist, weil ihn die Argumente pro AKW überzeugt haben. Sind nicht meine, aber er könnte ja auch recht haben.

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…minimaler off topic noch zu den AKWs und damit dann auch zu den EE…
AKWs sind deshalb so unwahrscheinlich „günstig“ da die Versicherung die notwendig wäre faktisch nicht existent ist…

72 Mrd. Euro p.a. die natürlich niemand zahlt. Das ist der Trick mit den AKWs und genau DESHALB sind die so günstig.

Das wäre wie wenn man die EE mit -20 fachen des aktuellen Strompreises setzen würde (!!!). Deshalb sind die EE unschlagbar günstig!

„Derzeit ist die Haftpflicht nach Angaben der „Deutschen Kernreaktor Versicherungsgemeinschaft“ auf knapp 250 Millionen Euro begrenzt. Die Versicherungsprämien für die 17 deutschen AKW lägen dafür jährlich unter 20 Millionen Euro. Weitere bis zu 2,25 Milliarden Euro stellten die vier AKW-Betreiber bei einem Unfall im Rahmen einer gegenseitigen Absicherung zur Verfügung. Für Schäden darüber hinaus muss der Verursacher mit eigenem Kapital komplett haften.“

Also notorisch unterversichert die Kisten…weltweit…

P.S. Die Brennstäbe sind theoretisch erneuerbar aber das Risiko bleibt (und die schnellen Brüter sind eher nicht aus den Kinderschuhen raus…). Und wieso hat nun eine Industrie das Recht keinen vernünftigen Versicherungsschutz zu zahlen?

Also ist eine faire Bewertung:
AKW 20 x aktueller Preis oder EE - 20x aktueller Preis!

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Ähm - da bist Du nicht ganz up-to-date :wink: (Leider.)

Dass das verboten ist habe ich ja auch nicht behauptet, man sollte seine Quellen aber schon einordnen können.
Die deutlichen Defizite bei seinen Annahmen bzgl. der Kosten von Atomkraft vs. EEG wurden bereits von anderen Foristen aufgeführt…

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Man muss halt nur die beiden Spaltprodukte wieder ganz fest zusammendrücken.

Weder Kernspaltung noch Kernfusion sind Kreislauffähige Energieträgersysteme. Da ist es ralistischer, die Abgase aus fossilen Kraftwerken wieder zu Brennstoff zu machen.

Also wenn wir bei Nahchaltigkeit von geschlossenen Kreisläufen reden, dann sind AKW so ziemlich das einzige Energieträgersystem, welches nicht kreislauffähig ist und damit endlich.

Edit: Der Fehler ist ja auch dass es „erneuerbare Energien“ heisst, ohne „-träger“.

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