Anfängerfragen zu Ladekosten (Österreich)

Hi Leute, ich bin in Österreich und werde hoffentlich im Sommer ein Model Y LR erhalten. Zurzeit habe ich überhaupt kein Auto. Ich rechne gerade alle Kosten durch, die mit einem Auto verbunden sind, und die Kosten, die in der Zukunft anfallen könnten, damit ich richtig budgetieren kann - ich hasse es, wenn ich nicht weiß, wie meine Ausgaben sein werden.
Ich brauche hauptsächlich bei zwei Themen Hilfe:

Erstens wohnen wir in einer Mietwohnung im Erdgeschoss und dürfen keine Wallbox in der Garage installieren. Da ich jedoch direkt vor unserem Fenster parken werde, kann ich theoretisch ein Kabel zum Auto werfen und über die Steckdose aufladen (wir wohnen in einer Seitenstraße und es gibt keinen Fußgängerweg, so dass das Kabel keinen stören wird). Kann ich irgendwie herausfinden, was die maximale, sichere Leistung der Wandsteckdose ist? Ist es sicher, dies zu tun? Worauf sollte ich achten/vorsichtig sein?

Zweitens versuche ich zu verstehen, was es kosten würde, an einer öffentlichen Ladestation zu laden. Da das Aufladen zu Hause für mich wahrscheinlich nicht möglich wäre, muss ich die Wien Energie und die Energie Burgenland Ladestationen nutzen. Wie bei den meisten Ladenetzen in Österreich ist auch hier ein völlig behindertes Abrechnungssystem nach Zeit statt nach Verbrauch üblich:


Ich kann nicht berechnen, wieviel ich eventuell bezahlen muss, wenn ich mein Auto an einer dieser Stationen auflade. Beispiel: Ich bin bei 10 % und möchte auf 80 % aufladen. Ich gehe zu einer normalen 11-kW-Ladestation und stecke ein. Wie lange braucht das Auto, um 80 % aufzuladen? Ich weiß, dass Faktoren wie die Temperatur Einfluss haben, aber kann man dies irgendwie abschätzen? Kann ich bei diesen Wien Energie-Ladegeräten zwischen 11 kW und 22 kW wählen? Wenn ich nur 10 Minuten lade, berechnen sie mir dann trotzdem 1 Stunde?

Bei Energie Burgenland ist die Sache noch seltsamer: Sie haben ähnliche AC- und DC-Leistungen, aber zu unterschiedlichen Preisen:


Wenn ich bei 10 % bin und auf 80 % aufladen möchte, was braucht dann weniger Zeit? AC 22 kW oder DC 20 kW? Wie kann ich abschätzen, wie viel Zeit jede davon braucht?

Kennt jemand einen guten Rechner, mit dem ich das alles ausrechnen kann? Ich habe ein paar Links im Internet gefunden, aber bei keinem davon kann ich zwischen AC und DC wählen, daher weiß ich nicht, wie präzise sie sind.

Ich bin ein absoluter Anfänger bei diesem Thema. Ich weiß, dass viele Leute sagen, „mach dir keine Sorgen, es ist sowieso billiger als Benzin, fahr einfach, wie du willst, und lade, wann immer du willst“. Aber generell möchte ich einen finanziellen Überblick haben, und ich möchte alles, was ich kann, richtig budgetieren. Diese verrückte Preisstruktur macht es schwierig herauszufinden, was ich einplanen soll.

Habt ihr noch andere Tipps für einen absoluten Noob? Gibt es noch etwas, das ich berechnen und berücksichtigen sollte?

Vielen Dank im Voraus!

Mit https://www.chargeprice.app/ kann für jeweilige auto, gewünschte Lademenge und Ladestation der Preis verglichen werden. Wie exakt der Vergleich ist, kann ich „noch“ nicht ausprobieren…

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Das Auto kann AC nur mit maximal 11kW laden, also werden pro Stunde ~11kWh ins Auto geladen. Der Akku hat ca. 77kWh Kapazität, heißt er ist bei 10% auf knapp 8kWh und bei 80% auf knapp 62kWh. Somit brauchst du dafür an AC etwa 5,5 Std.
DC geht es theoretisch bis 250kW hoch, wobei das meist nur ein Peak-Wert ist. Hierzu kannst du über die Suche im Forum schon ein paar Ladekurven finden, wie lange das dann dauert (irgendwo so ca. 30-40min, je nach Randbedingungen). Hängt aber auch von der Leistungsfähigkeit der Ladesäule ab. Die gibt es DC-mäßig auch von 20kW bis 350kW. Wenn du nur eine mit maximal 20kW nutzt, dann brauchst du eben auch hier knapp 3 Std für die o.g. Werte.

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Hallo, zu deiner Frage, wieviel du an deiner Schukoteckdose 230V in der Wohnung kW anstecken kannst.
Im Auto und an der Tesla app kannst du den Strom einstellen, der fließen soll.
Bei einer Schukosteckdose in der Wohnung, die über Stunden Strom zum Auto gibt, würde ich ca. 9A, das sind ca. 2kW, einstellen um die Leitung und die Kontakte nicht zu gefährden.
Diese 2kW sind dann in der Stunde 2kWh und sind in 10h dann 20kWh.
20kWh sind so ca. 100km Reichweite.
Ich hoffe ich konnte dir weiterhelfen.

ich könnte dir zu all deinen Fragen antworten, muss aber gestehen, habe gerade nicht die Zeit
ABER
zwei Sachen kurz

wenn du schon einen Garagenplatz dein eigen nennen kannst, „dürfen“ sie dir die Wallbox nicht verwehren !! dazu gibt es Unterlagen, muss aber gestehen, finde ich gerade nicht

zum Thema Kosten: ich wohne in einer Wohnung, 3.OG … lade ausschliesslich mittlerweile über Nacht bei Wien Energie Säule um 0,7 euro die h (ladet mit 11 kW)

Kostet mich pro Ladung ca 5-7 euro… abhängig wie lange er steht ! voll ist er immer nach kürzerer Zeit - also versuch ich mit 8-10% anzukommen und lade auf 90-95 auf … stelle sogar die Ladeleistung herunter, weil er sonst um 2 in der früh schon fertig ist, und ich das auto erst um 7.00 hole

Ansonsten SuC laden - von 15-85% kostet ca 17 euro

ich fahre 60% Autobahn (meist so um die 120-140) 20% landstr. und 20% stadt

ich würde von 5-95% ca 460-580 km kommen, wenn ich die Autobahn nicht hätte bzw. nur 80 auf der tangente in wien fahren würde…
vl hilft dir das alles mal was zum rechnen …

Dein Idealfall wäre direkt aus deinem Wohnungssicherungskasten ein Kabel zu ziehen.
Im Idealfall 3 phasig mit 2,5mm², dann kannst mit vollen 11 kW laden.
Wenn du vom Kasten bis zur Schukodose ein durchgängiges Kabel (nicht gestückelt, abgezweigt, was auch immer) hast, würde ich die Schuko gegen eine blaue Campingsteckdose wechseln, die ist wesentlich dauerstromsicherer.
Was ich sagen will: Ziehe wirklich das Heimladen, wenn auch nur einphasig, in Erwägung, bis 9A wie tesla2015 empfohlen, sollte alles ziemlich sorgenfrei sein. Bis zu 16A geht auch, aber nur wenn vorher ein Fachmann die Installation fachgerecht überprüft hat.
Ja und sobald die Verordnung durch ist, sollte die Wallbox in der Garage ja kein Thema mehr sein.

Hallo,

Habe mir vor einem Jahr die selben Fragen gestellt. Da ich Laternenparker in Wien bin, werde ich versuchen deine Fragen ab 2) zu beantworten.

Grundsätzlich würde ich dir in deinem Fall zu der Ladekarte vom EMC raten (https://www.emcaustria.at/). Da hast du bis auf den Mitgliedschaftsbeitrag von 40 Euro keine monatlichen Kosten und lädst am Tag sogar günstiger als mir der Tanke Wien-Karte. Letztere habe ich mir in der Basisversion ebenfalls zugelegt, damit ich ab 22 Uhr günstig laden kann (wie @chris_v schon angemerkt hat). Wenn du über 1000 Kilometer im Monat ohne Supercharger fährst, kann sich auch Mobiflat der Stadtwerke Judenburg auszahlen.

Ich hab letztere, fahr lokal relativ viel und komm auf Energiekosten von ziemlich genau 2,50 Euro netto pro 100 Kilometer für mein M3LR 2020.

https://www.ladepreise.at/ ist eine super Website, auf der du Ladepreise und Ladedauer vergleichen - und auch den genauen Ladepunkt (AC/DC) wählen kannst.

Die 22kw an den Wiener Ladesäulen bekommst du nur, wenn dein Auto das unterstützt und du alleine dranhängst. Für dich heißt das, dass immer der 11kw-Tarif abgerechnet wird. Stehst du allerdings an einem Spot-Ladeplatz zB in einer Tiefgarage, kann das anders aussehen. Am besten immer mit Ladenpreise.at gegenchecken. Abgerechnet wird minutengenau!

Da dein Auto nur mit 11kw AC laden kann, kannst du die 22kw AC nicht nützen. 20kw DC wär also fast doppelt so schnell.

Mit 11kw schaffst du etwa 15% in der Stunde.

Gerne kannst du mir auch eine PN schreiben, wenn du weitere Infos von einem Wiener Laternenparker brauchst.

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In Ö sind seit letztem Jahr immerhin 3,7 kW auch bei Wohnungen möglich, ohne dass man eine (mehrheitliche Zustimmung) braucht!!!

Natürlich wären 11 kW wünschenswert - aber das wird ja vielleicht nächstes Jahr etwas …

So wie ich das interpretiere gilt das nur für Eigentumswohnungen.
Dort müssen keine Miteigentümer gefragt werden.
Mieter sind hier nicht erwähnt.

Die WEG Novelle ab 1.1.2022 sieht das aber anders vor. Die Miteigentümer müssen weiterhin informiert werden, es gilt aber Zustimmungsfiktion, d.h. wer nicht widerspricht, stimmt zu.
Es kann aber weiterhin Einsprüche der Nachbarn geben, und die Einleitung eines Ausserstreitverfahrens notwendig werden.
Soweit ich mich erinnere, gibt es auch eine Rückbaupflicht falls innerhalb von 2 Jahren nach Errichtung die Eigentümergemeinschaft die Schaffung einer gemeinsamen Lademöglichkeit beschließt.
Noch ist die Novelle nicht durch den Nationalrat, sondern noch in Begutachtung, also mal schauen, was dann im Jänner wirklich ins Gesetz kommt. Derzeit klingt das aber wieder nach einer österreichischen Lösung, die nicht Fisch und nicht Fleisch ist.

Vielen Dank euch für eure Antworten. Das war sehr hilfreich. Ich habe diese Apps installiert und die Websites gespeichert. Ich werde EMC- und andere Ladekarten beantragen, sobald ich weiß, wann wir das Auto erhalten werden.

Mit diesen Apps muss ich gar nicht über AC/DC, kW usw. nachdenken! Ich gebe einfach das Automodell ein und klicke auf verschiedene Ladestationen und sehe sofort die Preise. Bisher habe ich geschätzt, dass es zwischen 2,5 und 30 € für 10% bis 80% kosten kann. Ich hatte es schon irgendwie erwartet, aber es ist echt Wahnsinn zu sehen, dass ein fast „voller Tank“ für dieses 60k-Auto weniger kostet als für meinen 2010er Hyundai i10 :joy:

Ich weiß, dass das Home Charging der beste Weg ist, aber ich will es momentan überhaupt nicht (für unsere Wohnung) einkalkulieren, weil viele Dinge unsicher sind. Ich bin sehr froh, dass Österreich an Gesetzen für Wallboxen in Gemeinschaftsgaragen arbeitet. Allerdings sind wir weder Eigentümer der Wohnung noch des Garagenplatzes. Wir sind Mieter. Die erste Hürde ist den Vermieter zu überzeugen. Und selbst wenn der Vermieter zustimmt, ist es immer eine Frage, ob es sinnvoll ist, Hunderte (vielleicht sogar Tausende) Euro für ein Home Charger auszugeben, wenn wir in ein paar Jahren vielleicht gar nicht mehr in dieser Wohnung wohnen werden. Ja, wir können beim Umzug die Wallbox immer mitnehmen und theoretisch steigert die Installation der Ladeinfrastruktur den Wert der Wohnung, aber es ist wieder mal die Frage, ob der Vermieter das auch so sieht.

Dazu kommen die Mietkosten für die Garage selbst. Meistens kosten die Garagen zwischen 80 und 120 € pro Monat. Dagegen kostet ein Parkpickerl für den gesamten Bezirk weniger als 150 € für ein Jahr. Da wir hier mehrere öffentliche Ladestationen haben, würde ich lieber keinen Garagenplatz mieten, sondern einfach auf der Straße parken und über 800 € pro Jahr sparen.

Wir werden jedoch eine Wallbox im Haus meiner Partners Mutter installieren lassen. Wir sind jedes Wochenende dort - ich bin mir relativ sicher, wenn wir dort vor der Rückreise nach Wien zu 100% aufladen, sollten wir die Woche gut durchkommen. Falls nötig, gibt es die öffentliche Ladeinfrastruktur sowie einige Ladegeräte in meinem Büro :slight_smile:

Ich kann sogar meine Einkaufsgewohnheiten ein bisschen ändern und etwas öfter bei Lidl einkaufen :wink:

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Wenn Du eine 380er CEE Dose installierst ist, der Rückbauaufwand sehr gering wahrscheinlich aber gar nicht gegeben, denn wer will den schon eine Steckdose rückbauen wenn man sie schon hat.

Danach nimmst Du eine mobile Ladelösung und gut ist, wie z.B.: intelligente Ladekabel
Diese kannst Du Dir überall hin mitnehmen.
Diese Ladelösung wird auch gefördert, zumindest bei mir in NÖ mit 500€

Wohne auch zur Miete, aber in einem Haus.

… sind 600 Euro in (N)Ö, zumindest wenn die Förderung gleichzeitig mit dem Auto abgerechnet wird - sonst auch mit 50 % limitiert

Der Vollständigkeit halber: 900 Euro in Ö bei OCPP-Wallbox im Mehrparteienhaus

https://www.umweltfoerderung.at/privatpersonen/foerderungsaktion-e-mobilitaet-fuer-private-2020-2021.html

Ja @PV-Stromer kann gut sein, ich kann mich ehrlich gesagt nicht erinnern wie hoch der Förderbeitrag exakt bei mir war.
Die Einreichung war 564 Euro damals, jedenfalls.

…und wenn du schon beim sparen bist, dann spar dir auch die 40 eier pro jahr für die emc ladekarte. die preise bekommst du nämlich ohne grundgebühr auch zusammen.

Das ist mein Plan :smile:

Die Mobiflat der Stadtwerke Judenburg hat nur den Nachteil, dass nach Zeit abgerechnet wird die auf Basis einer 22kW Ladesäule berechnet und begrenzt wurde.
→ bedeutet dass du mit dem ModelY in dieser Flat ca. 1400kW für 329,- bzw 299,- laden kannst.

Sind somit im Besten Fall, wenn das komplett ausgenutzt wurde 23,5 cent oder 21,35 cent je kWh.
Die Zeit zählt aber auch weiter wenn das Auto schon voll ist und nicht abgesteckt wurde…
Wenn mal angenommen 10% der Ladezeit nicht genutzt werden kann steigt der Preis schon auf 26,11 cent bzw. 23,73 cent

Meistens ist es sehr attraktiv sich bei seinem Stromanbieter direkt zu informieren
die Innsbruck Kommunalbetriebe bieten z.B. auf ihren 26 cent Tarif 10% Nachlass an wenn man Kunde bei ihnen ist → ergibt 23,4 cent

bei Energieburgenland, wie oben erwähnt ist interessant ob die Abrechnung nach Leistung des Ladepunktes oder der genommenen Leistung verrechnet wird.
→ 22kW Säule vs. 11kW Auto (ich hab da auf ersten Blick keine Antwort gefunden)
→ bei 22kW Abrechnung sind sogar als Energiekunde die 36 cent uninteressant

allerdings bin ich gespannt ob solche Ladeflatrates wie JUCR oder ELVAH mal nach Österreich kommen oder nicht.
Ich fahre zwischen 20.000 und 30.000 km im Jahr und dort könnte sich eine solche Flat durchaus rechnen

kann ein langes Thema werden das beste da rauszuholen :smiley:

Hallo,

11kW-Ladestellen werden auf Basis 11kW abgerechnet - du kommst damit in Wien auf 2.800 kW/h. Zumindest, wenn ich meiner Abrechnung trauen darf :slight_smile:

Meinst du bei der Mobiflat oder?

weißt du wie das abgerechnet wird, wenn du mit 11kW an einer 22kW Säule ladest?