Änderung am WEG Gesetz quasi wirkungslos/ Lademanagementsystem

Ah, ok. DANKE !!!
Unsere Eigentümerversammlung steht bald an, da schreibe ich schnell ne eMail und lass’ es auf die TOP-Liste setzen.

Bei uns sind es „Carports“ die der jeweiligen Partei gehört.

Grundsätzlich gibt es ja das OK für wallboxen, das haben wir beschlossen.
Aber wenn sich das wieder 2 Jahre zieht, lass ich mir eben selbst ein Kabel ziehen, und nutze erstmal Die blaue. leerrohre sind ja da.

Du musst dir aber vorher eine Strategie und Argumente zurecht legen. Sicher gibt es auch in eurer WEG Gegner der Elektromobilität. Ich würde mehrere Anträge zur Abstimmung stellen lassen die man von oben nach unten abarbeiten kann. Wenn dann die große Lösung mit Lastmanagement und Wallboxen keine Mehrheit findet (was in der Regel zu erwarten ist) dann sollen sie dir deine kleine Lösung genehmigen, was sie auch müssen. Du musst halt alle Kosten dafür dann selbst tragen und vielleicht auch Nachweise erbringen, dass der Hausanschluss nicht überlastet wird, was bei einem ladenden Fahrzeug sicher nicht der Fall sein wird. Auch würde ich dann den Ladepunkt mit 11 kW melden oder gar mit 22 kW beim Netzbetreiber genehmigen lassen.
Abzuwarten ist, wie die Hausverwaltung auf deinen Antrag reagiert. Die können dir noch jede Menge Steine in den Weg legen.

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Danke dir f die Infos.
Ich habe von Netzbetreiber schon 22KW genehmigt bekommen, allerdings mit Lastmanagement.
Wenn ich jetzt erstmal alleine bin, mach ich den Antrag nochmal mit 1x 11 kw.
Habe auch schon mit dem Sachbearbeiter vom Netzbetreiber laaaange telefoniert…. Anfang des Jahres …. da sagte er: 1x 11 genehmigt er ohne Lastmanagement aber 2 … geht nur mit.
Mal sehen.
Habe schon Infos von Unternehmensberatung eingeholt :+1:t4: Für Argumente.

Aber das muss wohl auch ‚beschlossen‘ Werden; entweder auf der ETV oder mit umlaufbeschluss. SOFERN die carports zum gesamtobjekt gehören und Nutzungsrecht vorliegt, denke ich …

Umlaufbeschluss unbedingt vermeiden, da hier Einstimmigkeit notwendig ist. ETV ist dann ein Mehrheitsbeschluss.

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Bei 11 kW genehmigt der gar nix. Das musst du nur beim Netzbetreiber anmelden. Eine Genehmigung ist nicht erforderlich.

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Hierzu hat @tesla-andi vollkommen recht:

Der Beschluss sollte einen klaren Titel haben bestenfalls formulierst Du einen Beschluaßtext vor.
Mach es kurz und schmerzlos, genau und nur das was Du willst.
Mehrere Varianten oder gar Beschlüsse würde ich nicht bieten.
Da die nicht interessierten Eigentümer natürlich auch nichts zahlen wollen, kommst Du mit ner grossen Lösung wohl nicht weit.
Dein Antrag sollte klar und beschliessbar sein, sonst wartest Du ein Jahr, weil noch etwas unklar ist.

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Hast du dazu inzwischen Antworten. Würde mich sehr interessieren!

Das hängt ganz von der Formulierung des Beschlusses ab. Je weniger da drin steht, desto besser für den Antragsteller.
Allerdings gibt es Verwalter welche die Latte sehr hoch hängen und somit die Umsetzung unnötig verteuern. So kann z.B. ein Rückbau unter gewissen Umständen auf Kosten des Antragstellers gefordert werden. Gutachten zur Anschlusskapazität. Zusätzliche Eindeckung der Gebäudeversicherung wegen erhöhter Brandgefahr und weiteren Blödsinn hat man schon gehört. Manche Verwalter werden plötzlich sehr kreativ.
Anbei ein Leitfaden aus dem man sich einige Infos ziehen kann aber aus meiner Sicht nicht alles so übernehmen sollte gerade aus dem Punkt Beschlussfassung.

ERFA Impuls_06-2021_ANLAGE_VDIV_Beschlussvorlagensammlung_E-Mobilität (1).pdf (1,3 MB)

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Bei uns gab es auf Initiative des Verwalters letzte Woche eine interessante Entscheidung. Wir haben 49 Stellplätze, die erstrecken sich über vier Adressen, und deshalb haben wir vier Hausanschlüsse. Es darf jetzt jeder in Rücksprache mit Verwalter und Beirat hinter den eigenen Zähler eine Wallbox anschließen und die nötigen Kabel verlegen lassen, solange nicht insgesamt für Wallboxen mehr als 16A aus dem Anschluss gezogen werden. Wenn sich zwei an demselben Abschluss nicht einigen können, muss jeder der beiden auf 8A begrenzen. Sobald mit dieser Regel jemand nicht mehr bedient werden kann, entscheidet die Versammlung neu. Dazu wird es wohl erst in vielen Jahren kommen.

Was man sich nach dieser Methode installiert, hat Bestandsschutz. Wenn mal eine allgemeine Lösung für alle kommt, muss sich aber jeder daran finanziell beteiligen und darf (muss nicht) davon profitieren.

Die Idee hinter dem Allen ist, die allgemeine Lösung herauszögern. Denn es gibt noch keinen wirklich brauchbaren herstellerübergreifenden Standard für das Lastmanagement. Und vielleicht kommt ja etwas ganz anderes für V2G. Man will dann nicht eine teure Lösung für alle einstampfen müssen. Finde ich gut!

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Das lief bei uns ganz ähnlich, zwei Gebäude über einer Tiefgarage.
Als Erster Antragsteller habe ich vorgeschlagen, Wallboxen zu nehmen, die das Lastmanagement unter sich ausmachen - hier die Heidelberg Wallbox Energy Control 11 kW.

Heidelberg Wallboxen gehen jeweils bis zu 15 Stück zusammen, bei 4 Hausanschlüssen kommt Ihr da schon recht weit für die nächsten Jahre

Da ich hier zwei Stellplätze (von 26) habe, habe ich mir dann 2xHeidelberg montieren lassen, diese hängen zwar an verschiedenen Wohnungszählern, sind jedoch direkt mit einem Netzwerkkabel verbunden und handeln unter sich die maximale Netzlast aus.
Beim Netzbetreiber wurden zwei Ladestellen mit insgesamt 11 kW angemeldet. hat funktioniert, wir können in Zukunft noch zwei Mal 11 kW anmelden bis die Lastgrenze am Hausanschluss erreicht ist.
Ich hatte vorher mit Beirat und Verwalter abgesprochen, wie man das machen könnte.
Beschlossen wurde bei mir erst nach Einbau meinerseits wie folgt:

Beschluss zur Genehmigung der Installation von Ladepunkten (Wallbox) durch einzelne Wohnungseigentümer am Stellplatz der Tiefgarage.

Anmerkung: Gesetzliche Grundlage zur Lademöglichkeit für Elektrofahrzeuge
Laut § 20 Abs. 2 WEMoG hat jeder Wohnungseigentümer hat einen Anspruch darauf, auf eigene Kosten eine Lademöglichkeit für ein Elektrofahrzeug einzubauen

Es wird folgender Beschluss gefasst:
„Die WEG stimmt der Installation von Ladevorrichtungen an den Stellplätzen durch einzelne Miteigentümer / Mieter aufgrund des o.g. Rechtsanspruchs grundsätzlich zu.
Die Bedingungen zur Installation (Leitungsführung, Beachtung Normen, evtl. Kostenteilung etc.) müssen zwingend mit der Verwaltung vorab geklärt werden.
Für den Fall besonderer Dringlichkeit kann eine Installation gesondert per Umlaufbeschluss mehrheitlich beschlossen werden.“
Abstimmungsergebnis: …

Auf eigene Kosten bedeutet, niemand ausser mir hat bisher was zahlen müssen.
Weitere Nachzügler sollen eben mit Verwaltung (und mir) die Details besprechen und dies kann dann schnell und einfach per Umlaufbeschluss erledigt werden.

Anspruch besteht nur auf eine „Lademöglichkeit“, die ist nicht weiter im Gesetz definiert:

Jede:r Wohnungseigentümer:in kann angemessene bauliche Veränderungen verlangen, die […] dem Laden elektrisch betriebener Fahrzeuge […] dienen. Über die Durchführung ist im Rahmen ordnungsmäßiger Verwaltung zu beschließen.

Das bezieht sich nicht nur auf Elektro-PKW, sondern z. B. auch auf E-Bikes. Viele haben ja inzwischen fest installierte Akkus, die man nicht so einfach mit in die Wohnung nehmen kann. Vielleicht ist das ja auch ein Ansatz, um auf der Eigentümerversammlung einen Antrag durchzubekommen: 230V-Steckdosen für alle Stellplätze, angeschlossen am jeweiligen Wohnungszähler. Da braucht man kein Lastmanagement, keine Erweiterung des Hausanschlusses, keine Berechnungen, das ist einfach eine zusätzliche Steckdose. Und es profitieren davon nicht nur die Besitzer:innen von BEV und PHEV, sondern auch die Besitzer:innen von E-Bikes.

Die 230V-Dose (egal, ob blau oder Schuko) muss nicht gemeldet werden. Sie muss erst dann gemeldet werden, wenn ein Ladegerät für ein Elektroauto in Betrieb genommen werden. D. h. man kann alle Parkplätze verkabeln, ohne Meldung.

Denn Achtung: Wenn man mehrere Wallboxen gleichzeitig installiert, die zusammen über 11 kW ziehen können, dann müssen diese genehmigt (und nicht nur gemeldet) werden.

Also: Das installieren von z. B. 50 230V-Steckdosen (je 16 A entspricht 3,7 kW) mit zusammen also (theoretische) 185 kW ist nicht melde- oder genehmigungspflichtig. Die gleichzeitige Inbetriebnahme von fünf UMC à 10A (2300W), damit zusammen 11,5 kW ist hingegen sogar genehmigungspflichtig.

Die Hausverwaltung (besser: WEG-Verwaltung) muss aber den Antrag auf die Tagesordnung nehmen und darf ihn auch nicht verändern! Die kann höchstens einen Änderungsvorschlag machen und diesen dann abstimmen lassen.

1x11 kW muss nicht genehmigt werden, nur gemeldet.

Das ist zwar richtig, aber manchmal kann die vorherige Ablehnung der großen Lösung die Chancen der kleinen Lösung verbessern. Das ist dann sozusagen der Kompromiss. Das kommt auf die Eigentümerversammlung an. Am besten vorher schon mal die Stimmung bei möglichst vielen Miteigentümern herausfinden.

Deine „Kernfrage“ sollte im Beschluss für die Individuallösung schon beantwortet worden sein. Anträge, die dabei vorsehen, dass der Eigentümer mit der Individuallösung ohne Entschädigung zurückbauen muss, haben dabei die beste Chance, angenommen zu werden.

Ich empfehle, in dem Beschlusstext immer möglichst allgemein zu formulieren, und niemandem zu erlauben, die Umsetzung zu torpedieren, also:

statt: … in Abstimmung mit der Hausverwaltung zu installieren…
besser: … in Übereinstimmung mit den anerkannten Regeln der Technik zu installieren…

statt: … durch den Hauselektriker XY installieren zu lassen …
besser: … durch einen vom Netzbetreiber zugelassenen Elektro-Fachbetrieb installieren zu lassen…

statt: … Prüfung der Kapazität des Hausanschlusses durch den Netzbetreiber…
besser: … stellt sicher, dass der Hausanschluss über ausreichend Kapazität für die zu installierende Wallbox verfügt…

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Das ist korrekt, bedeutet aber nicht automatisch, dass die WEG anstelle einer beantragen Wallbox einfach eine Schuko-Dose vorsehen kann. Es gibt zwar Leute, denen das reicht. Aber wenn man die Dose sicher betreibt (10A), dauert das Laden schon arg lange. Selbst einen halbleeren Akku bekommt man damit nicht über Nacht wieder voll, je nach Auto und konkreter Anwendung kann das unzumutbar sein.

Da ja nicht das „ob“ verhandelt wird, sondern das „wie“, habe ich damals gleich drei Vorschläge zur Ausführung vorgelegt (lange vorher schon zur Info verteilt), die in der Versammlung durchdiskutiert und abgestimmt wurden.
Das sollte klar machen, dass nur noch abgestimmt wird, wie ich an eine Lademöglichkeit komme. - Hat funktioniert.

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Das ist Deine Meinung, die ich gerne teilen würde, weil ich das auch für unzumutbar halte. Allerdings gibt es dazu noch keine Rechtsprechung, d. h. es ist noch nicht passiert, dass das eine Eigentümergemeinschaft gemacht hätte und ein Eigentümer dagegen geklagt hätte. Statt der Schuko-Dose kann man ja auch eine CEE blau (Campingdose) installieren, die hält dauerhaft 16A aus und es gibt für Alles Adapter (auch Schuko für’s E-Bike, für einen Juice Booster oder den Tesla UMC).

Du weißt, wie viele Diskussionen es gibt und da muss man Kompromisse eingehen.

Stell Dir vor, der Hausanschluss kann 45 kW für das Laden erübrigen und es werden jetzt 50 Wallboxen mit Lastmanagement installiert. Solange da nur 10 Leute ein BEV haben, funktioniert das sicherlich noch richtig gut, es laden ja nicht alle gleichzeitig. Wenn aber in 10 Jahren 40 Leute ein BEV haben, die alle täglich zur Arbeit pendeln und von denen ab 19.00 Uhr 30 gleichzeitig laden, dann kommen nur noch 1,5 kW bei jedem an. Klar, mit jedem Fahrzeug, das voll ist, bekommen die anderen mehr, so dass dann hoffentlich morgens um 5.00 Uhr auch der mit dem längsten Arbeitsweg fertig geladen hat.

Und du glaubst dass es dann keine Lösung gibt wenn 40 Leute laden wollen? Es ist doch derzeit nur ein Problem da diejenigen, die JETZT eine Lademöglichkeit brauchen in der Minderheit sind. Sobald aber viele Nutzer das brauchen wird auch eine Lösung gefunden werden.
Es werden in der Zukunft viele Hausanschlüsse aufgerüstet werden müssen, wenn die Kapazitäten nicht mehr ausreichen. Aber das wird dann gemacht und auch bezahlt werden, einfach weil man es braucht.
Solange es die Mehrheit nicht braucht wird das halt vor sich her geschoben weil es ja nur Geld kostet und man vorerst keinen Nutzen davon hat.

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Ja, das ist richtig, aber eben das andere Konzept: Es werden jetzt nur einzelne Wallboxen von denen installiert (und bezahlt), die sie brauchen. Das habe ich ja auch so gemacht. Dann, wenn die Mehrheit sie braucht, kommt die große Lösung.

Dazwischen wird aber noch eine Phase kommen, in der die Elektroautofahrer immer noch in der Minderheit sind, trotzdem aber die Kapazität des Hausanschlusses für Wallboxen ohne Lastmanagement nicht ausreicht. Das Thema wird uns also noch lange verfolgen.

Genau das wollte ich zum Ausdruck bringen. Es ist erst mal nicht direkt aus dem Gesetz klar, ob man mit Schuko-Dose abgespeist werden darf. Wobei ich persönlich glaube, dass die Chance vor Gericht gut wäre, wenn man nachweisen kann, dass man wirklich mehr braucht.

Ja, das wäre wesentlich besser. Gegen die würde ich persönlich mich auch nicht wehren. Schuko-Dosen sehe ich dagegen schon aus Sicherheitsgründen sehr kritisch. Ich würde keinen Beschluss meiner ETV mittragen, der Schuko-Dosen fordert. Erlauben: von mir aus. Fordern: nein.

Wollen Die Dich mit einer Schuko-Dose ‚abspeisen‘? Mein Elektriker würde mir die nicht mit gutem Gewissen installieren.
Grundsätzlich ist doch eigentlich wichtiger, welche Kabel da verlegt werden. Ich würde überall auf ein dreiphasiges Kabel bestehen, da kann man dann eine Schukodose, ne Blaue oder ne Rote oder eben eine echte Wallbox dranhängen. Dann liegt wenigstens die Leitung…
Wallboxen kann man übrigens auch in der Ladeleistung begrenzen - etwa soviel wie der Ladeziegel braucht. (Ist sicher abhängig von der WP)
Ach, was rede ich denn, hatte Dir das kürzlich schon erläutert.

Da Du ja schon so weit bist: Mach’ das umgehend, ist doch toll.