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5000 km zu fünft mit Hund im Model S

OK, ok. Ist vermutlich die dreitausendste Tesla-Reisebeschreibung im Forum. Aber ich schätze mal, die hier beschriebene Kombination könnte dennoch für den einen oder anderen ganz interessant sein. Außerdem schreibe ich gerne und hab’ grad’ Zeit. Wenn Du also Interesse und 5 Minuten Zeit hast - bitteschön - hier mein Dänemark-Reisebericht aus Teslasicht.

HINFAHRT

Wir starteten am 13. August im Landkreis Reutlingen bei Stuttgart zu einem 4-Wochen Dänemarkurlaub. Ziel war - wie schon die Jahre zuvor – ein Ferienhaus an der Nordseeküste in Westjütland (Vedersø Klit, wer es genau wissen will).

Nebenbeibemerkt: Die Miete für so ein modernisiertes, komplett ausgestattetes, reetgedecktes, 150 qm großes Haus auf mehr als 2000 qm hundegerecht eingezäuntem Grundstück (ja, die haben richtig Platz dort) liegt bei rund 100 €/Tag, wenn man nicht komplett in der teuersten Zeit landet. Bei unserem nicht unerheblichen Platzbedarf finde ich das ausgesprochen günstig. Wir haben jedenfalls bisher nix Vergleichbares in D oder A gefunden.

Aber zurück zum Thema: Eigentlich sind das 1.100 km einfache Fahrt, aber im Gegensatz zu den vergangenen Jahren haben wir uns entschieden, auf dem Wege noch die Verwandtschaft im Sauerland zu besuchen und damit eher 1.250 km zu fahren. Mit randvoller Beladung bis unters Dach und großer Dachbox ging es los. (Bild zeigt nicht die volle Beladung :wink: )

So starteten wir den ersten „Stint“ mit der Wunsch-/Zielgeschwindigkeit (wo immer möglich) von 135 km/h aber leider sehr viel Stau und Umfahrungen.

BTW: Die 104,1 kWh, die Teslalogger hier angibt, sind als Nettoverbrauch natürlich nicht möglich, da ist bei mir entweder irgendetwas falsch eingestellt oder es ist die nötige Ladeenergie incl. Verluste? Oder beides? Freue mich über nen Tip :).

Auf jeden Fall sind 92% Soc Diff eher 87 - 88 kWh (= ca. 95 kWh netto * 0,92). Demnach schätze ich im Nachhinein einen Verbrauch von rund 23 kWh / 100 km. Das halte ich bei voller Beladung plus unserer großen, grauen Dachbox für ganz gut und das passt auch zu den Folgeverbräuchen mit dieser Befüllung zwischen < 20 (Landstraße Dänemark) und rund 24 kWh / 100 km (Autobahn) auf unserer Strecke.

Was wir dabei aber schnell gemerkt haben: Die Fahrzeit war viel zu lange für die Kiddies. Zu Dieselzeiten sind wir immer spät abends losgefahren (wobei das nix mit dem Diesel zu tun hatte). Da waren 4.5 Stunden ohne Stau kein Problem, weil alle geschlafen hatten – außer dem Fahrer natürlich. Tagsüber war das für uns das keine gute Idee. Folgerichtig haben wir ausreichend gepaust:

Danach ging‘s nochmals 50 km weiter zur Übernachtung bei der Verwandtschaft und 6A/230V Schnarchladung; und am Folgemorgen dann sehr früh weiter zum nächsten SuC bei Lohne mit rund 24 kWh / 100 km aber diesmal flotter mit 145 als Zielgeschwindigkeit und glücklicherweise fast ohne Staus. Wir wollten sicherheitshalber vor 09:00 an Hamburg vorbei sein.

Nach weiteren 3h Fahrt und einem halbstündigen Stop am SuC Bussdorf nördlich von Hamburg (59 kWh + Bio-IO) ging es direkt zum SuC Ikast in Dänemark zum Mittagessen beim Mäckes (ca. ne Stunde)

… und von dort die letzten 80 km zur Schlüsselübernahme am Urlaubsort (seufz). OK, die Fotos hat meine Frau gemacht, ich bin nur gefahren :innocent:




… aber zurück zum Thema!

Was bedeutet das nun im VERGLEICH ZUM ALTEN FORD DIESEL?

  • Wir hatten diesmal 4 Ladepipifutterstops (die Schnarchladung mal ausgenommen, aber die hätten wir uns auch sparen können) und kamen mit 78% SoC am Urlaubsort an – das sind auf der Strecke und mit der Beladung ein Stop mehr als mit dem alten S-Max, der so beladen über 11 l / km geschluckt hatte und mit dem man so auch nur 500 km fahren konnte.

  • Die Stops waren in etwa so lange oder kurz wie bei den Dieselfahrten der letzten Jahre. Entscheidende Faktoren für die Rast- und Ladezeit waren die Bedürfnisse der Passagiere.

  • Ja, es gibt weniger Platz als im Ford S-Max, aber der Unterschied ist nicht so groß, wie man vielleicht vermuten würde: Gerade mal zwei Dinge konnten wir diesmal nicht mitnehmen, die sonst noch gerade so in den S-Max gepasst hatten: Ein ferngesteuertes Modellauto im Maßstab 1:10 und die kleine, grüne, elektrische Kühlbox mit 15 Litern Inhalt. Alles andere passte auch ins MS. Und wir haben immer wirklich viel dabei! Diesmal sogar ein leidlich komprimiertes, 70 cm langes Plüscheinhorn in der Dachbox (sonst wäre die Fahrt unerträglich geworden, hatte unsere Jüngste gedroht).

  • Drei Kindersitze hätten wir nicht reinbekommen – wie es im S-MAX dank dreier Vollsitze noch möglich war. Aber für einen in der Mitte für die Jüngste hat’s gereicht. Die Kinder waren zufrieden. Nur die Größte hätte gerne ihre Beine ein bisschen weiter unter den Vordersitz gestreckt.

FAHREN IN DÄNEMARK

In Westjütland fährt man meist und lange konstant 80 km/h (OK, 85, … OK, 90) und vorwiegend geradeaus (bspw. auch mal 6.5 km ohne Kurve Nähe Skjern). Ab und zu etwas langsamer bei Ortsdurchfahrten. Das merkt man am Verbrauch! Mit ausgepacktem, dachboxbefreitem MS und eingeschaltetem AP waren die Überlandfahrten im Urlaub daher extrem entspannend. Rund 2.500 weitere km zu diversen Sport-, Beruhigungs- und Sehenswürdigkeiten kamen so in 4 Wochen zusammen. Und das mit im Schnitt unter 15 kWh / 100 km. Hier ein typischer Trip dieser Art (und nein, es sind nicht 18,2 kWh s.o.):

LADEN IN DÄNEMARK

Ein wesentlicher Punkt im Vorfeld war das Laden vor Ort. Die Ferienhäuser haben heute üblicherweise noch keine Wallbox. Was viele aber haben, sind Außensteckdosen oder Schuppen mit Stromanschluss. Dort lächelt einen dann meist eine freundliche, dänische Steckdose mit Schutzkontakt an.

image

Ein passender Schuko-Adapter kostet rund 5 EUR. Damit steht einer Schnarchladung nichts mehr im Wege. Wir sind nach drei Nächten 6A dann noch auf 8A hoch – ohne sichtbaren Spannungsverlust und ohne spürbare Erwärmung der Dose auch nach 12h Laden. Mehr haben wir uns nicht getraut und mehr war auch gar nicht nötig, denn das hat uns über ne ausgeschlafene Nacht ohne Sentry Mode 20 kWh eingebracht. Und obwohl wir hin und wieder auch mal 150 – 250 km am Tag gefahren sind, hat das völlig ausgereicht und war vier Wochen lang unsere einzige Lademethode. Bei einem Energiepreis von 34 Cent / kWh im Ferienhaus auch noch ganz OK, wie ich finde. Aber klar, bei häufigen Ausflügen dieser Art hätten wir auch mal woanders laden müssen. Dafür bieten sich, wie zu erwarten, an vielen Stellen AC Ladesäulen bis 22 kW direkt an den Freizeitaktivitäten an (bspw. Givskud Zoo oder dem Naturkraft-Center in Ringköbing). Die Preise hab ich nur für Ringköbing mal nachgeschaut: 34 Cent/kWh (2.50 Kronen) – na, OK.

Ein anderer Punkt sind die langen, leeren Landstraßen. Hier kann man auch ohne Gefahr nen kleinen Beschleunigungstest fahren und bspw. mit einer Dragy Box die Beschleunigungswerte testen. Wen es interessiert: MS LR 2020 mit 58% SoC und warmer Batterie waren es exakt 4.00 sec von 0-100 ohne Rollout oder anderes Geraffel (natürlich waren an der Stelle die 100 auch erlaubt!!!). Muss das bei Gelegenheit nächstes Jahr mal mit 90% SoC testen :slight_smile:

RÜCKFAHRT

Nach 4 kurzen Wochen dann die Rückfahrt mit ein wenig weiterem zusätzlichem Gepäck (Muscheln, vor allem Muscheln. Und Schneckenhäuser. Und Klamotten. Und Whisky aus Stauning – sehr empfehlenswert übrigens! Und noch weitere Mitbringsel). Keine Ahnung, wie die auch noch hineingepasst haben, aber sie haben!

Jedenfalls gleiches Spiel wie auf der Hinfahrt – nur haben wir diesmal auf einen viereinhalb Stunden Stint verzichtet und sind mit abermaliger Übernachtung im Sauerland über die SuCs Busdorf, Posthausen, Kamen und Weiterstadt wieder heil in Reutlingen angekommen.

RESÜMEE

In Summe rund 5000 km bei 1000 kWh Verbrauch und sehr entspannter Fahrt.

Negativpunkte: Es gab auch einen Reboot der MCU auf der Autobahn (was wegen der fehlenden Geschwindigkeitsanzeige ein klein wenig nervte) und eine richtige Phantombremsung auf vollständig verkehrsfreier freier Strecke in Dänemark.

Fairerweise muss man sagen: Die Dieselvorgänger hatten auch keine besseren Urlaubsmanieren (12 V Batterie bei neuem Auto platt, andauernde Abschaltung des ACC, mehrfache Abschaltung der Turbolader, ACC erkennt keine LKW mit weißen Containern usw.).

Alles in allem waren wir aber durchweg zufrieden - und sogar meine Frau ist jetzt von der Urlaubstauglichkeit überzeugt. Der nächste Zweitwagen wird also sehr wahrscheinlich ein MY :joy:

Hier noch die Verbrauchswerte der gesamten Fahrt und dann ist auch gut:

Nächstes Jahr dann wieder :vulcan_salute:
Peter

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Macht Laune, Danke! - Und so als kleiner Nachdenkmoment: 5 Mann+Hund+Dachbox fahren > 5k km mit einem Schnittäquivalent von rd. 2L/100km Diesel. Klasse!

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Das mit dem Rentier in der Dachbox ist sehr lustig und herzallerliebst.

madmax

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Toller Reisebericht, tolle Fotos, würde auch den 3001 Reisebericht lesen, finde ich immer spannend und informativ

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Um Himmels Willen! Es ist ein Einhorn, ein Einhorn! Kein Rentier! Darf ich meiner Jüngsten nicht erzählen, sonst gibt’s richtig Ärger :rofl:

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Hammer-Bericht und Hammer-Fotos!
Vielen Dank dafür!
Und einen Hammer-Urlaub habt ihr ja auch erlebt! :laughing:

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