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5. Schmalohr-Alpentreffen in Lermoos

ich habe eine Mail von einer Truppe Cabriofreunde erhalten, die bislang KEINE elektroerfahrung haben.
aber vieleicht hat ja einer von Euch Lust und Zeit seinen Roadster den Freunden dachloser Autos vorzustellen…

kontaktdaten auf der homepage oder per PN bei mir!

gruss
mischa

Distanzmäßig sieht es ja mit 200/ 220 km pro Etappe erstmal ganz gut aus, aber wenn ich das richtig sehe, sind da auch heftige Höhenmeter dabei. Da ich meinen Roadster noch nicht habe und daher auch noch keine Erfahrung, würde mich interessieren, ob ihr denkt, dass die Distanzen im Gebirge zu schaffen sind?

ich kenne zwar nicht die genaue Strecke aber müsste gehen. Ich würde für die Etappen im Range Modus laden und etwas verhaltener fahren bist Du ein Gefühl dafür hast.
Wenn Du in den Mittagspausen mit 32 A nachladen kannst ist auch ein flotteres Fahren möglich.
Wichtiger Hinweis : Im Range Modus werden Dir ca. 40 km mehr Reichweite angezeigt als im Standardmodus, diese 40 km sind Deine letzte, absolute Reserve, die tatsächliche Reichweite kann stark schwanken, daher wird Dir beim Erreichen dieser Reserve auch keine Reichweite mehr angezeigt (range unknown) Du solltest vermeiden diese Reserve jemals zu verwenden. schadet der Batterie.

Ein wichtiger Punkt : große Anstiege vor dem Ende der Etappe sind kritisch. Jetzt noch etwas Physik ( ohne Corioliskraft, versprochen :smiley: ) :

Die Mindestenergie die Du für eine Steigung benötigst ist die sogenannte potentielle Energie, wenn Du diese nicht mehr in der Batterie hast, kommst Du oben nicht an, egal wie Du fährst.

Wie man das ausrechnen kann erkläre ich an einem Beispiel :

Annahmen : Der Roadster wiegt mit allem 1450 kg, zu überwindende Höhenmeter 2000 m. Verbrauch auf ebener Strecke 160 Wh/km (hängt vom Reifendruck, Fahrstil, Wetterbedingungen ab)
, die Fahrstrecke zum Gipfel sei 10 km

W(pot. Energie) = Masse x Höhe x Erdbeschleunigung = 1450 kg x 2000 m x 9,81 m/s² = 28 449 000 Ws
Umrechnung in kWh : geteilt durch 1000 geteilt durch 3600 = 7,9025 kWh
Verbrauch für die Fahrstrecke : 160Wh/km x 10 km = 1,6 kW

Du brauchst also am Start der Strecke mindestens 9,5025 kWh Kapazität in der Batterie
Für die Umrechnung kWh in km Reichweite würde ich annehmen 320 km = 50 kWh => vor dem Beginn der Steigung solltest Du mindestens 60,8 km Reichweite im Standardmodus haben.
Wenn nicht kommst Du oben nicht an.

Eberhards Faustformel : pro 1000 Höhenmeter 30 km Reichweite passt meistens gut.

Einen Teil der pot. Energie bekommst Du beim runterfahren wieder zurück Auch hier das Beispiel : ( wir nehmen einen Wirkungsgrad von 70 % beim Rekuperieren an)

verbrauchte Energie für die Fahrstrecke : 1,6 kW
zurückgewonnene Energie : 0,7 * 7,9025 kW = -5,531 kWh

Wenn der Ladezustand zu Beginn 9,5025 kWh betrug, war er auf dem Gipfel 0 kWh und zurück im Tal wieder 3,931 kWh
Der tatsächliche Verbrauch beträgt nur 5,57 kW, viele übersehen aber, dass man die 9,5025 kWh vorher drin haben muss um überhaupt oben anzukommen.
Deswegen sind Steigungen vor dem Ende der Reise, wenn die Batterie schon relativ leer ist, so blöd… :wink:
In einer solchen Situation kann es ogar sinnvoll sein eine längere Strecke ohne Steigung zu wählen …

Hausaufgabe : Rechne aus wie lang diese Strecke sein darf :smiley: :smiley:

Perfekt erklärt, da kann ich nichts mehr hinzufügen.

lg

Eberhard

Sehr informativ, vielen Dank!
Besonders die Faustformel ist gut zu merken.

So und jetzt weißt du weshalb ich beim Routing-Algorithmus mir fast die Finger abbrechen (natürlich der Rechner). Zudem kannst du davon ausgehen, dass du bis zu 20 Grad Celsius Temperaturunterschied hast, die sich ebenfalls negativ auswirken können.
Geert