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220 V 16A Sicherung wird warm in der UV

Hallo,

habe eben gemerkt, dass beim Laden über die CEE rot die drei Sicherungsautomaten in der Unterverteilung warm werden und es ist ein leichtes Summen zu hören. Eine Prüfung mit einem Trotec TP6 Infrarotthermometer ergab bei den Sicherungen 4 bis 6 eine Oberflächentemperatur von 58° C. Ist das unbedenklich oder muss der Fachmann dran?

Danke für Ratschläge.

Hallo Chris,

ich nehme mal an du hast an den drei Sicherungen eine CEE Steckdose oder eine Wallbox hängen. In dem Fall gehört der Elektriker ohnehin her und sollte einen dreiphasigen LS statt drei einphasige einbauen.

58° sind ziemlich viel, es sollte geprüft werden ob alle Anschlüsse fest sind.

Was ist ein LS?

Das ist ein Leitungsschutzschalter, oft auch LSS. (Nicht Leistungs- sondern Leitungs-, denn er schützt die Leitung)

Danke. Gibt es eine Empfehlung für einen bestimmten Hersteller / Modellbezeichnung? Draussen an der CEE ist ein IP44 Hensel Kasten mit einem Fehlerstromschutzschalter von hager, Typ CDA440D und einem digitalem Zwischenzähler installiert.

Mein Elektriker hat mir für die Wallbox Keramiksicherungen eingebaut. Diese werden bei 32A Dauerlast natürlich auch ordentlich warm.
Sollte man generell lieber einen dreiphasigen LSS-Automaten verbauen?

Bei uns das Gleiche. 3polig abschaltender LS, wird fühlbar warm bei Laden mit 16A. Schrauben sind alle fest angezogen, Leitungen nicht warm.

Sicherungen werden warm, das ist in gewissen Grenzen normal.
Der Ladevorgang eines Autos ist ein einzigartiger Belastungsfall, denn kein anderer Verbraucher nimmt über Stunden ununterbrochen den Nennstrom seines Anschlusses auf.

Für dreiphasige Anschlüsse ist immer ein dreiphasiger LS zu verwenden. Phasen dürfen nicht einzeln abschalten.
Angenommen ein Elektromotor wird (ohne Motorschutzschalter, zum Beispiel eine Bandschleifmaschine) direkt dort angeschlossen und ordentlich belastet. Dabei fliegt plötzlich eine Sicherung (bei drei separaten geht immer eine zuerst, oder es kann eine Fehlauslösung sein) raus und der Motor kriegt nur noch auf zwei Phasen Strom. Da der Motor schon läuft, merkt man das u.U. nicht und belastet normal weiter. Kurz darauf wird der Motor das zeitliche segnen.

Ich habe immer überall die ABB Smissline LSS verbaut. Es sollte aber keine Rolle spielen, solange sie den Normen entsprechen.
ABB gibt eine Umgebungstemperatur von maximal 55 Grad an. Knapp 60 Grad sollten also kein Problem darstellen. Bei 55 Grad Umgebungstemperatur dürfte ein belasteter LSS deutlich wärmer werden. Wie gesagt, da geht stundenlang der Nennstrom durch.

Noch ein technisches Detail:
In den LSS ist neben der elektromagnetischen Kursschlussauslösung auch eine thermische Auslösung verbaut. Das ist die, die verzögert reagiert. Aufgebaut ist das ganze mit einem Bimetall, das entweder direkt vom Strom durchflossen wird, oder von einer Heizspirale erwärmt wird. Wird das Bimetall zu heiss, betätigt es die Mechanik, die den Strom unterbricht. Diese Heizung trägt vermutlich zu der Erwärmung bei. Der Nennstrom ist schliesslich schon fast kritisch. Bei ein paar Ampère mehr würde es nach einer bestimmten Zeit heiss genug um auszulösen. In deinem Fall wird aber noch nicht ausgelöst, also heizt es einfach vor sich hin und das Gehäuse wird auch heiss.

Vielen Dank! Ich werde das entsprechend umsetzen.

Noch ein kurzer Hinweis zu Deinem Threadtitel:
Die Netzspannung wurde vor fast 30 Jahren (1987) auf 230 Volt erhöht :wink:

Erkennt man auch an der Beschriftung auf den von Dir fotografierten Sicherungen :laughing:

Ist nicht bös gemeint aber ich wundere mich immer wieder, dass viele auch noch nach fast 30 Jahren 220 V schreiben…

In China ist die Netzspannung immer noch 220 V, deshalb sieht man im Internet immer mal wieder Geräte, auf deren Typenschilder oder in der Beschreibung von 220 V die Rede ist. Vielleicht trägt dies, Zusammen mit der Gewohnheit, dazu bei.