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15 neue Ladesäulen in Halle

Grün, grüner, SWH: Stadtwerke Halle nehmen 15 neue Elektro-Ladesäulen in Betrieb

Für ungeduldige, die anschließend nicht den Artikel gelesen haben, könnte es dann vor Ort eine Überraschung geben. Es ist nämlich eine Karte der Stadtwerke notwendig. Pech für Touristen, die es zufällig mit einem E-Auto nach Halle an der Saale verschlägt und die spontan eine der schicken neuen Säulen nutzen wollen.

So langsam wird mir schwindelig. Nicht vom Ausbautempo der E-Mobilität in Deutschland, sondern vom Kopfschütteln über die seltsamen Entscheidungen, die vor Ort getroffen werden. :frowning:

Die Pressemeldung wurde wohl 10 Jahre zu spät versandt. Ich zitiere mal:
Damit sind die Stadtwerke Halle bundesweit das erste Unternehmen, das einen Ladevorgang nicht nach Zeit abrechnet.

Die Stadt ist ideal gelegen… zum Drumherumfahren. Gleich vier Autobahnen führen zum Glück dran vorbei.

Bei den günstigen Energiekosten von 50ct je kWh trotz Förderung ist natürlich jeder davon begeistert.

Und kein Roaming… Ich habe die angeschrieben, es gab lediglich einen Antrag für ein Ladekärtchen zurück.

VG
Ralf

EVs brauchen demnach eine AHK für den Transport aller Ladekarten, wenn jedes Kack Dorf was eigenes hin zaubert um sich mit Öko und so zu schmücken. Aber vermutlich wird eh gehofft, das das keiner nutzt und man dann sagen kann, will doch eh keiner. :angry:

Das ist schon ärgerlich, eine solche Politik auf Kosten der Bürger.

War gerade in Halle… Hab 2 Ladestationen gesehen - beide zugeparkt mit Verbrennern! Gut dass ich locker mit 120km/h von berlin nach Halle und zurück fahren kann und den Scheiß mit den Ladesäulen in Halle nicht brauche :mrgreen:

die sind zugeparkt, weil bei 50ct/kWh keiner, außer in absoluter Notlage, an diesen Stationen laden wird

Vergleichbar müsste ein Liter Diesel 5€ kosten.

Ganz ruhig… alles wird gut!
Ich stehe seit einem halben Jahr in Kontakt mit einem der Projektverantwortlichen, es ist definitiv noch eine andere Zugangsmöglichkeit geplant, wobei momentan das StromTicket favorisiert wird, welches bereits von DREWAG, ENSO, Stadtwerke Elbtal und Stadtwerke Rostock genutzt wird. Leipzig soll ja irgendwann - wieder einmal - mit dem StromTicket funktionieren. Insofern passt das schon. Für die Hallenser selbst ist die bisherige Lösung schon ganz gut.

Der Preis muss ja nicht auf ewig in Stein gemeißelt sein. Aber Fakt ist, dass die gewählte Hardware zwar elegant aussieht, aber viel zu teuer ist, als dass es sich jemals rechnen wird. Davon abgesehen sind 50 ct / kWh bei öffentlicher Ladeinfrastruktur nicht unüblich. Dafür erwarte ich als Kunde aber eine entsprechende Zuverlässigkeit.

Die Parkplatzbeschilderung entspricht den Vorgaben des Bundesrats zur Privilegierung von Elektroautos. Abfetten von Falschparkern erlaubt, das wird schon erziehen.

Damit ich aber nicht alles doppelt schreiben muss, findet ihr alle Infos hier zum nachlesen: goingelectric.de/forum/oeffe … t9727.html

Gruß
Micha

Lieber Micha,
In welcher Welt lebst du und für wen arbeitest du?
50 ct je kW?? Bist du Millionär oder Teilhaber des Anbieters?

VG
Neon

Hallo neon,

nein Millionär bin ich nicht, selbst ein Model S liegt finanziell in ungreifbarer Ferne. Ich sehe das nur realistisch. Zu Hause zahle ich meine 26 ct / kWh und in den relativ seltenen Fällen bei denen ich auf öffentliche Ladeinfrastruktur angewiesen bin, kann ich mit 6-7 Euro je 100 km einigermaßen leben. OK, beim Model S werden es wohl eher 10 Euro je 100 km sein, aber selbst das entspricht noch einem durchschnittlichen Benziner mit 7 liter Verbrauch. Wenn wir den Ausbau öffentlicher und funktionierender *1) Ladeinfrastruktur fordern, dafür aber kein oder zumindest weniger Geld ausgeben wollen als für den Betreiber aus wirtschaftlicher Sicht notwendig, dann wird das eben nichts und es bleibt nur der Aufbau einer privaten Ladeinfrastruktur, die man aber wohl kaum in dem Maßstab betreiben können wird, dass wir damit eine flächendeckende Elektrifizierung des Individualverkehrs erreichen.

Die DREWAG hat zum Thema „Wirtschaftliche Sicht auf den Betrieb von
öffentlich zugänglicher Ladeinfrastruktur“ eine interessante Präsentation veröffentlicht. Sollte man mal gelesen haben.

Dass es für den Nutzer billiger gehen kann zeigt Aldi Süd. Das ist aber lediglich Werbung für den Laden und für Stadtwerke ein eher unbrauchbares Geschäftsmodell. Viel Invest und null bis wenig Ertrag sind ganz schlechte Argumente, um die Geschäftsführung zu überzeugen. Dazu kommt dann noch berechtigter Protest der Kunden, warum sie den sicher nicht armen Elektroautofahrern auch noch den Fahrstrom subventionieren sollen. Siehe dazu den Zeitungsartikel im Anhang. Stadtwerke sind eben nicht die Wohlfahrt.

Alternativ dazu könnten wir in den Genuss eines großzügigen Netzes an kostenlosen Bürgermeistersäulen kommen. Da gibt’s dann zwei Schukodosen, die während der Öffnungszeiten der Gemeindeverwaltung genutzt werden dürfen. Paradiesische Zustände!

Wahrscheinlich sieht man die Welt ein wenig anders, wenn man von SuperChargern verwöhnt ist. :wink: Das kann ich durchaus nachvollziehen. Aber auch hier immer daran denken, dass ihr die anfallenden Strom- und Infrastrukturkosten beim Kauf des Autos pauschal bezahlt habt.

Natürlich ist die Kritik gerechtfertigt, aber wie sieht denn deiner Meinung nach die Alternative aus Sicht der Stadtwerke Halle aus? Ein berechtigter Kritikpunkt wäre, dass der Invest je Ladesäule >10.000 Euro + Standbyverbrauch + Backend- und Wartungskosten liegt. Bei AC bekommt man diese Kosten vermutlich nie wieder rein. Ich gehe davon aus, dass die Stadtwerke sich ohne diese hohen Fördergelder für ein anderes Ladesäulenmodell entschieden hätten. Wie der Ladesäulenhersteller allerdings mit dem Geschäftsmodell „Vertrieb durch Fördergelder“ auf Dauer erfolgreich sein will, ist mir ein Rätsel.

Für die Leute vor Ort ist der Preis mit 35 ct / kWh ok (Kunden von EVH + HAVAG), falls sie keine eigene Lademöglichkeit zu Hause haben.

Gruß
Micha

*1) Die Stadtwerke Halle haben zwei Jahre lang kostenlose Ladeinfrastruktur betrieben. Von den fünf Ladesäulen an drei Standorten war die in Kröllwitz (2x Schuko und 2x CEE 16) quasi dauerdefekt, beim Verwaltungssitz der Stadtwerke (2x Schuko) durfte der Haustechniker regelmäßig den FI wieder einschalten und die leistungsfähigen Ladesäulen am Campus (3x Typ2 22 kW) waren falsch programmiert und haben bei entsprechendem Anschluss eines 63 A Ladekabels in Verbindung mit dem ZOE tatsächlich 43 kW frei gegeben, um sich keine 5 Minuten später tot zu stellen. Prima. Das kommt dabei raus, wenn ein Betreiber keine sinnvollen Einnahmen generiert und sich so nicht in der Pflicht sieht, seine Ladesäulen in gutem Zustand zu halten. Sie wurden nun alle zurück gebaut und gegen den neuen Einheitstyp von Hartmann ersetzt.