100% Erneuerbare Energie als Zukunftsperspektive

In der Industrie muß man häufig gar nicht viel machen, ausser die Prozesssteuerung minimal anpassen.

Gab mal vor einigen Jahren einen Artikel über eine Kühllogistikfirma in NL, die einfach bei günstigem Strom die Lagerhallen um 2-3 K tiefer kühlen, und wenn Strom teurer wird, die Solltemperatur (ab der das Kühlaggregat wieder einschaltet) etwas höher stellen - also -22°C zu -20 °C. Und dadurch Faktor 2 oder 3 Stromkosten gespart haben, ohne irgendwas anders zu machen…

Aluschmelzen und Lichtbogenöfen können oft ebenfalls an dem Strompreis entlang geregelt werden - früher oder später macht es bei letzteren dann auch Sinn, einen Schwungradspeicher in Betrieb zu nehmen. (Weiß eigentich irgendwer, was mit den Schwungradspeichern von JET in UK passiert ist?)

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Das mit dem Kühlen gleicht maximal wenige Tage aus, aber Aluöfen sind Höchstverbraucher und können mit schwankenden, aber überwiegend sehr niedrigen, Strompreisen bestens umgehen. Und das gilt letzten Endes für den Großteil der Industrie (Ausnahme Glas, Stahl) : Über den Preis läßt sich die Produktion nahezu beliebig steuern.

du musst ja nicht mehrere Tage überbrücken, sondern voraussichtlich nur einige Stunden. Fürs Netz reicht es ja schon, wenn man die Lastspitzen auf diese Weise „glättet“.

Aber allein daran scheitern ja viele schon - und es wird direkt Panik geschoben, lieber direkt mehrere Kraftwerke „in Reserve“ gehalten.

Wir diskutieren die ganze Zeit das krasse EE-Leistungsdefizit bei Dunkelflaute und das können bis zu zwei Wochen sein. Dafür brauchen wir Lösungen und die werden IMMER darin bestehen, über den Ausbau von Sonne und Wind hinaus vollflexible Reserven vorzuhalten. Reine Grundlastkraftwerke mit Netzvorrang wie Braunkohle oder Akws bremsen hier den Ausbau Erneuerbarer. Über Wochen taugen nach derzeitigem Stand übergangsweise Steinkohle-, Öl- und Gaskraftwerke und langfristig ausschließlich Wasserstoffkraftwerke. Bei der Wärme dürfte H2 viel zu kostbar sein, aber Geothermie kann sicher zweistellig beitragen. Dass für alle Lösungen eine Vervielfachung auch der einheimischen EEs Voraussetzung ist, scheint in dieser Runde Konsens.

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Die langfristigen Betrachtungen sind mE. sehr schwer einzuschätzen. Mich wundert aber, dass die Kosten der AKWs so ignoriert werden. Die sind geradezu unplanbar. Wenn im April die AKWs abgeschaltet werden, werden die Anlagen noch Jahrzehnte Geld kosten. Ohne jeden Beitrag. Es gibt eine Menge Experten die sicher sind das da noch Milliarden Beträge auf den Steuerzahler zukommen. Niemand traut sich die Kosten für die Verlängerung zu benennen. ENBW will nicht verlängern. Die kann man nur mit Geld zwingen. Alleine das Asse Desaster kostet Milliarden. Und da geht es nur um kleine Mengen Abfall. Das zahlt kein Energieversorger.

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Solange Akws kaum regelfähig sind, bremsen sie methodisch EEs aus (kann man in F sehr gut beobachten, wo die vielen derzeit defekten Akws den Ausbau von Wind und Sonne weitgehend unterbunden haben). Für die Energiewende benötigen wir ausnahmslos regelfähige Kraftwerke, weil ausschließlich grundlastfähige Netzvorrang genießen.

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Es sind nicht nur die Kosten. Wer sich mal ein wenig genauer mit der Sicherheit dieser Kraftwerke befasst hat, würde nicht daneben wohnen wollen. Schon die Sicherheitsanforderungen beim Bau waren abenteuerlich, durch die absehbare Stilllegung hat das endgültig keinen mehr gekümmert. Selbst bekannte Mängel wurden doch schon seit Jahren nicht mehr behoben.
Nur mal ein Beispiel: Das Hauptproblem der französischen AKW ist Korrosion an riskanten Teilen, insbesondere Schweissnähten, die jetzt aufwendig geprüft und instandgesetzt werden mussten. Die Österreicher haben ihr AKW unter anderem deswegen nicht in Betrieb genommen, weil Schweissnähte unzugänglich waren und nach Inbetriebnahme nicht mehr geprüft werden konnten.

Jetzt einfach mal 1+1 zusammenzählen.

Es ist eigentlich nur eine Frage der Zeit, wann die zwei Bedingungen zusammen kommen, die man nicht mehr ausgeglichen bekommt.

Falsch. Wir Österreicher haben unser AKW nicht in Betrieb genommen, um den damals regierenden Kanzler aus dem Amt zu bekommen. Hat ihn aber nach der Volksabstimmung dann doch nicht mehr interessiert (formal war die Abstimmung nur über den Betriebsbeginn des fertig gebauten AKWs, wo nun noch die Beschickung mit Kernbrennstoff ausständig war).

Inzwischen wurde das mit der Abwahl von Kanzler Kreisky aber vergessen (Retrospektiv war das einer der besseren Kanzler), und wir sind enorm stolz darauf, nie einen Kernreaktor betrieben zu haben.

Was aber auch falsch ist, da zumindest 4 Forschungsreaktoren zwischen 10 kW und 10 MW mit hoch angereichertem Uran (Atoms for Peace) in Österreich betrieben wurden (Parterreaktor mitten in Wien, Seibersdorf, Graz und Innsbruck). Bis vor wenigen Jahren war ausreichend hoch angereichertes Uran vor Ort, um theoretisch 2 Uran-Atombomben zusammen MacGyvern zu können (wie auch in allen anderen Ländern, die bei Atoms for Peace mit dabei waren).

Absprung kam dann, als das US Energy Department ein Sonderangebot zur Rücknahme des Urans gemacht hat - sonst muss jeder sein (hochangereichertes, aber teilweise abgebranntes) Uran als hochaktives Material selbst endlagern…

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Niemand ignoriert die Kosten der AKWs, mir brauchst Du das nicht erklären was externe Kosten der AKWs sind… ABER… diese werden nun nicht wesentlich höher wenn man sie noch ein paar Jahre laufen lässt, der Vorteil wir sichern unsere Versorgung mit Strom und zahlen nicht so einen hohen Preis durch Klimagase. Wie gesagt… was kann man aktuell schon richtig machen?

@NorbertHetz das ist ein guter Punkt der aber erst in ein paar Jahren zum Tragen kommen wird. Aktuell haben wir wenige Tage im Jahr wo wir zu viel Strom haben, gerade wenn wir schnell auf E-Umstellen wollen und unsere Wirtschaft weiter wachsen wird.

Nein - der Netzvorrang für Akws und Braunkohle führt zu konkreten Minderinvestitionen in Speicher, Verbund, Wind und Sonne. Grundlast ist der Feind der Energiewende.

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Das ist unser Problem, ein Lager links, ein Lager rechts und jeder hat Recht. Warum werden gerade keine Gaskraftwerke gebaut? Denn die Energiewende ist der Feind von Backuplösungen. Energiewende wird nur nach kWh aber nicht nach Verfügbarkeit ausgeschrieben und aufgebaut.

Aber wir drehen uns im Kreis… Ein Speicher für die Dunkelflaute gibt es nicht. Wenn AKWs und Grundlast Braunkohle vom Netz gehen sehen wir alt aus. Das kann jeder an den aktuellen Zahlen und auch an den Wochen 48-51 2022 anschauen.

Und diese Situation ist noch ohne die Koppelung der Sektoren.

Die Doktrin der Gaskraftwerke als ideale Backuplösung (langfristig mit H2) wird ja durch Putins Krieg nicht obsolet. Die Fehler waren die einseitige Abhängigkeit von Rußland und viel zu niedrige Gaspreise, die Gas von der Reserve- zur Grundlast gemacht haben. Für die Energiewende braucht es einen starken Ausbau flexibler Kraftwerke ( da kommen auch Öl, Steinkohle, Biogas in Frage), die durchaus hohe Brennstoffkosten haben dürfen und dafür am Spotmarkt bei Dunkelflaute sehr teuer abgerechnet werden

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Eigentlich wollte ich nichts mehr zu der massiven Schwarzmalerei schreiben.
also Anhand von den 3 wochen in 2022 weißt du genau was in Zukunft das Problem ist und was die Lösung? Wow bist schon sehr überzeugt von dir Selbst kann das sein?
Solltes bei TransnetBW anfangen die suchen immer fähige Leute die in die Zunkuft sehen können.

Das sind alles nur Annahmne und Vermutungen aus der Vergangenheit die du für die Zukunft in Stein meißelst.

Frage, hast du eine Ahnung wie das hier in Deutschland läuft? Wie das bei TransnetBW läuft und was die dort machen? und die anderen ÜNB?

Du kennst die Vergangheit und den Stand jetzt, dass reicht für dich Vermutungen anzustellen und willst sie hier als Lösung verkaufen.

Einen Speicher jetzt gibt es nicht, weißt du wie das nächstes Jahr ist oder in zwei?

Dein Standpunkt ist AKWs laufen weiter weil ohne geht es nicht, Braunkohle auch weil es eh da ist. Erinnert mich an die Börse nie von Verganheit auf die Zukunft schließen.

Wart es doch erstmal ab was kommt, was für Speicher es geben könnte oder auch andere Lösungen im Verbundsystem in Europa. Bei 750 mio sind vllt ein paar dabei die eine Lösung finden oder schon haben.

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Aber warum sehe ich dann keine Projekte? Darum geht es… Niemand weiß, wie viel Dunkelflaute es gibt und wie das dann gehandhabt wird. Wenn ein Kraftwerk wirklich nur für ein paar Tage im Jahr arbeitet und dafür dann aber mehr als 100GW bereit stehen wird das nicht so einfach sein.

Wenn das alles so einfach wäre, hätten wir es schon… Ich denke nicht, dass der Markt dies lösen kann, solange EEs über kWh am Markt arbeiten.

In denn nächsten drei Jahren sehe ich auf jeden Fall den Weiterbetrieb der AKWs und das Hochfahren der bereits stillgelegten AKWs als essenziell notwendig.

@sascha86

Schwarzmalerei? Ich fände es besser was konstruktives beizutragen als so ein persönlichen Rundumschlag ohne jeglichen Inhalt. Ich würde mich freuen wenn Du was inhaltlich zur Diskussion beitragen würdest.

Im Gegenteil… ich verlasse mich auf die Leute vom ZSW und ISE. Es sind doch Menschen wie Du, die glauben dass das alles so vom Himmel fällt und man auf Profis nicht hören müsse und sich das irgendwie von selber regelt.

Nein ich schließe nicht von drei Wochen in die Zukunft sondern Profis haben mal einen groben Fahrplan gemacht.

Wir brauchen uns ja auch nicht um 10GW hin oder her zu streiten sondern sollten uns halt die Frage stellen wo denn der Strom in den drei Wochen herkommen soll und welche Kraftwerke das liefern.

Transnet ist ja ein Übertragungsnetzbetreiber und kein Erzeuger. Und als ich deren Warnung zu Engpässen hier gepostet hatte wurde ich mit Steinen beworfen, von daher verstehe ich Deinen Rant nicht so recht.

Die Erneuerbaren haben Vorrang, das ist gesetzlich so geregelt. Sie bekommen Vergütung, selbst wenn Strom nicht benötigt wird.

Dadurch besteht keine Gefahr von Minderinvestitionen.

Grundlast ist sehr wertvoll, weil sie nicht durch Gaskraftwerke abgesichert werden muss.

Das einzig sinnvolle bzw. notwendige ist ein Ausbau der Gaskraftwerke um sie dann mit Wasserstoff oder E-Methan zu betreiben. Öl und Kohle sind CO2-Schleudern.

Das Ziel sollte CO2-Freiheit sein, nicht einfach nur so möglichst viel Strom aus Erneuerbaren zu produzieren.

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https://de.wikipedia.org/wiki/Pumpspeicherkraftwerk_Riedl

. . . oder in 10 oder nie? So lange die Regionalpotitik unterstützt und Bürgerinitiativen dagegen sind, scheiden Pumpkraftwerke schon mal als Speicher aus.

https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Pumpspeicherkraftwerken#Planungen

Vielversprechend ist das auf alle Fälle nicht.

Meine PV hat übrigens letzte Woche - wie fast alle in der Gegend - tagsüber an der „Hellflaute“ teilgenommen. Auch eine Vervielfachung der Kapazität kann hier keine Lösung sein, denn wenn Schnee auf den Modulen liegt, kann man die Erzeugung auch nicht durch Vergrößerung der Anlage verbessern.

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Schade eigentlich. Es wäre in dem Fall genügend Strom da um die Module zu beheizen, und gar nicht erst zuschneien zu lassen. Aber das wäre ja zu einfach, deshalb wird es nicht gemacht. :wink:

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Wie willst du bewerten, dass die Kosten der AKWs nicht höher sind? Die Kosten sind nicht bekannt. Deswegen versichert keiner die Anlagen und gibt es auch diesen wunderbaren Fond der für die Versorger gedeckelt ist. Der Fond ist übrigens an Bedingungen gebunden und muss vermutlich neu verhandelt werden. Was kostet das dann? Wer übernimmt die Kosten der Sicherheitsüberprüfungen? Wie bewertest du das Kostenrisiko der Findings? Wie bewertest du die Kosten des fehlenden Personals? Wer will sich denn da ausbilden lassen? Kennst Du auch nur eine belastbare Quelle, die darauf Antworten hat? Wenn ja, bin ich still :wink:

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An dem Thema haben sich einige versucht, aber soweit ich das damals beim Bau der PV verfolgt habe, kam da nicht viel dabei rum. OSE kennt sich damit aber besser aus - der war früher im PV-Forum ja sehr aktiv (wie es heute ist, weiß ich nicht).
. . hat aber jetzt mit dem Thema nicht mehr viel zu tun.

da bin ich ja mal gespannt, sobald es ans geld geht werden manche sachen schnell umgesetzt^^

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