10 Länder Tour durch West Europa

Mit diesem kleinen Beitrag möchte ich mich auch in den Kreis derer einreihen, die hier im Forum schon Reiseberichte oder andere Langstreckenerfahrungen gepostet haben. Unsere diesjährige Frühjahrstour mit unserem 2021er M3 SR+ (EAP) MiC hat uns durch 10 Länder und den ganzen Westen Europas geführt.

Von Potsdam aus gestartet ging es durch Belgien, Frankreich, Spanien, Portugal, (wieder) Spanien, Gibraltar, Andorra, (wieder) Frankreich, die Schweiz, Liechtenstein und Österreich zurück nach Deutschland. Insgesamt waren es genau 8.001 km. Das war natürlich nicht geplant, aber wir haben uns trotzdem ein klein wenig geärgert, als der Km-Zähler kurz vor der Haustür dann doch noch auf die 1 umgesprungen ist. Lausiges Pech, aber was soll man machen?

Vielleicht eine kurze Liste mit Eckdaten vorweg:
Gesamtweg: 8.001 km
Ladungen: 39
kWh: 1.322
Verbrauch: 165 Wh/km
Stromkosten insgesamt: 528,-
Mautkosten insgesamt: 274,- (davon 39,- € für die Schweizer Vignette)
Kosten FeWo/Hotel: ca. 2.000
Kosten Restaurants: ca. 1.000

Das alles mit einem Elektroauto zu bewältigen war überhaupt kein Problem; lediglich einmal wäre es fast ein wenig knapp geworden. Dank des wirklich guten SuC Netzes und zahlreicher anderer Lademöglichkeiten konnten wir ansonsten aber immer mit genügend Strom unsere Route so fahren, wie wir wollten. Als Ladekarten hatten wir Freshmile und Plugsurfing dabei, die beide jeweils mit Kreditkarte hinterlegt waren. Freshmile funktionierte in Frankreich ohne Probleme an jeder AC-Säule (ca. 25 ct/kWh), die wir ausprobiert haben. Oft auch in Spanien, dort funktionierte aber zusätzlich Plugsurfing (teurer). Zwei Ladungen von zusammen rd. 30 kWh hat Freshmile indessen bis heute nicht berechnet.
Kabelmäßig waren wir mit dem Mennekes Typ 2 Kabel und dem Tesla Ladeziegel ausgestattet, die beide seinerzeit noch im Lieferumfang des Autos enthalten waren. Dazugekauft hatten wir nur noch den blauen CEE Adapter und ein normales 10 m Verlängerungskabel. Die eigentlich vorsichtshalber eingeplante 50 m Kabeltrommel ist hingegen einem der zahlreichen anderen Gepäckstücke zum Opfer gefallen und musste zu Hause bleiben. Diese Ausstattung hat vollkommen ausgereicht. Wir haben aber auch alles davon mal gebraucht. Selbst den blauen CEE Stecker, der oftmals in Frankreich oder Spanien in den Parkhäusern größerer Einkaufszentren für die dortigen kostenlosen 3,5 kW Anschlüsse gut war.

Ach ja – außerdem hatten wir uns zuvor noch einen Maut-Transponder von Bip&Go zugelegt, was wir jedem nur wärmstens ans Herz legen können, der Frankreich, Spanien, Portugal oder Italien bereisen möchte. Überall einfach durch die Mautstationen zu flitzen, ohne sich um Tickets oder Bargeld kümmern zu müssen, oder eine Kreditkarte in den Tiefen der Tesla Mittelkonsole zu suchen, um sie am Ende doch unter dem beifälligen Hupkonzert der nachfolgenden Fahrer in der linken Gesäßtasche zu finden, war ein echtes Asset.

Wo wir bei Assets sind: Kriminelle Freunde haben uns zuvor zum Einsatz einer Blitzer App geraten. So etwas würden wir natürlich nie tun – aber angesichts der Tatsache, dass in Frankreich und Spanien gefühlt an jeder Milchkanne eine Radarfalle steht, gewinnt die Idee doch etwas an Reiz.

Für die eigentliche Reise vorgeplant hatten wir nur die ersten drei Übernachtungen, und dafür schon im Vorfeld eine Unterkunft gebucht. Wir wollten am Anfang halt einfach Kilometer machen und uns dabei nicht lange mit der Suche nach einer passenden Bleibe aufhalten.

So war denn die erste Etappe Potsdam – Valenciennes mit 840 km gleich die längste, dicht gefolgt von den beiden nächsten zur Ile d’Oléron und nach St. Jean de Luz kurz vor der spanischen Grenze. Hier sind wir recht vornehm im Hotel Parc Victoria abgestiegen, welches über eine Garage mit 4 (kostenlosen) Tesla Wallboxen und einem beheizten Pool mitten in einem schloßparkverdächtigen Garten verfügt. So haben unser Auto und wir uns also nach drei langen Reisetagen erholt, bevor wir dann wesentlich gemächlicher 4 Tage lang zusammen Nordspanien erkundet haben. Nach einer letzten Nacht im obligatorischen Santiago de Compostela ging es dann weiter nach Portugal.

Und hier mussten wir feststellen, dass das Land über a) sehr nette Tankstellenbetreiberinnen und b) jede Menge Ladesäulen verfügt, welche mit unseren Karten aber so hartnäckig den Dienst verweigert haben, dass es einem korsischen Lastenesel zur Ehre gereicht hätte. Selbst die Dame zu a), die unseretwegen extra ihre Benzintankstelle abgeschlossen und uns zur Ladesäule begleitet hat, konnte weder bei der Säule, noch bei der Hotline etwas ausrichten. Vielleicht sollte ich erwähnen, dass uns diese Erkenntnisse bei einem SoC von 16% gekommen sind und wir noch 40 km bis zu unserer FeWo in Vila do Conde vor uns hatten. Dort mit einem gesunden Gottvertrauen und 6% SoC angekommen, zerplatzte allerdings die Idee von einer Steckdose recht schnell angesichts der Tatsache, dass die Wohnung im 3. Stock und der Parkplatz auf der gegenüber liegenden Straßenseite lag. Was mussten wir auch Seeblick buchen! Jetzt war guter Rat doch langsam teuer.

Zum Glück verfügt Portugal aber auch noch über c) klasse Wirte. Unser lieber Vermieter, dem wir die Misere am Telefon geschildert hatten, riet uns, zum 300 m entfernten Lidl zu fahren, der zwei 50 kW Säulen habe. Als diese mit unseren Karten auch nicht wollten (Lidl Ladesäulen sind wohl nur in Deutschland kostenlos) erbot er sich, persönlich vorbei zu kommen und sich die Sache einmal anzusehen. Und siehe da – er kommt mit einem Model 3 auf den Hof gefahren, hält seine eigene Ladekarte an die störrische Säule und zack! Sie lädt. Sein etwa 1 m breites Grinsen wurde nur noch von unserem übertroffen.

Die Ladekarte (von Mobilidade Elétrica; unbedingt dabei haben in Portugal!) hat er uns auch gleich noch für die 3 Tage dagelassen, die wir bei ihm gebucht hatten und gesagt, er schicke uns die Rechnung, wenn er sie selber habe. Das ist bis heute nicht passiert, aber wir behalten ein Auge darauf. Lieber Paulo, 1000 Dank und mögen Dir das Bier und der Strom niemals ausgehen.

Nach unserer glücklichen Rettung und drei spannenden Tagen in Porto und Umgebung mit ganz viel Portwein probieren und ausgiebigen Restaurantbesuchen ging es dann weiter nach Fatima, wo wir unser eigenes kleines Sonnenwunder erleben durften (Sonnenwunder – Wikipedia). Ja, ich habe schon früher einmal einen Halo gesehen. Aber an diesem Ort mit seinem besonderen Zauber war es doch ein ganz eigentümliches Gefühl, das wir, wie so vieles auf dieser Reise, nicht so schnell vergessen werden.

Die nächste Etappe führte uns nach Nazare. Der Wellen wegen, die hier besonders hoch sein sollen, und die ich mir als alter Surfer (lang ist’s her) gern einmal ansehen wollte. Sie waren dann aber anstatt 30 m nur 3 m hoch. Egal – es ist dennoch ein schöner Ort.

Lademäßig sind wir nach dem kleinen Abenteuer in Porto natürlich etwas vorsichtiger geworden und haben darauf geachtet, immer mit so viel SoC an einem Ort anzukommen, dass es sicher bis zum nächsten SuC reicht. Komischerweise gab es ab da aber fast immer eine kostenlose Lademöglichkeit an der Unterkunft. So auch an dem wunderschönen Hotel Quinta do Campo, einem 900 Jahre alten Landsitz, den bis heute ein Nachkomme der Familie bewirtschaftet, die das Gut einst im 12. Jahrhundert von König Weiß-nicht-Wem übertragen bekommen hat. Charmanterweise ist fast alles, einschließlich des Mobilars original erhalten und zudem für Gäste zugänglich, selbst in seine Bibliothek hat uns der freundliche Gutsherr eingeladen. Toll.

Nach so viel Stadt und Kultur war es dann aber Zeit für etwas Baden an der Algarve und natürlich einen Ausflug an die äußerste Südwestspitze Europas bei Sagres. Stilecht begangen mit Bratwurst bei der letzten Bratwurst vor Amerika, wo wir sonst doch eher die örtlichen Fischbestände aufgefuttert haben.

Ja, und wenn man schon mal in der Gegend ist, dürfen Tarifa und Gibraltar wohl nicht fehlen. Größte Schwierigkeit auf dem Weg dorthin ist es, den SuC in Sevilla zu finden, der sich in einer verwinkelten Tiefgarage verbirgt. Wer das aber einmal geschafft hat, wird es nicht nur zu Meisterehren beim Geocaching oder Pokémon-Go bringen, sondern wird auch mit einer schicken Umgebung zum Bummeln und Einkaufen belohnt.

Tarifa war dann so windig, dass die Kite-Surfer fast zum Mond geflogen wären; Leute wie wir aber außer beißendem Sand im Gesicht nicht so viel davon hatten. So haben wir uns beizeiten nach Gibraltar aufgemacht, wo man einen Flughafen und eine Grenzstation überqueren muss, um ins Land zu gelangen. Beides erfordert jeweils eine gehörige Wartezeit und viel Toleranz gegenüber den drängelnden Moppet-Fahrern.

Hat man alles fluchend hinter sich gebracht, darf man auf britischem Gebiet rechts fahren und hat noch einmal eine schöne Aussicht auf das Meer und die vielen Schiffe in der Straße von… wie hieß sie noch? Auf den Felsen von Gibraltar darf man allerdings nicht fahren. Naturschutz. Gut so – aber auch etwas schade.

Tja, was soll man die britische Küche nehmen, wenn man die spanische haben kann? (Sorry, folks). Deshalb haben wir uns aus Gibraltar verkrümelt und sind nach Granada weitergefahren. Schöne Stadt, besonders natürlich die Alhambra, die wir anderntags ausgiebig besichtigt haben.

Das nächste Etappenziel war dann zwei Tage später Andorra, der zweite Kleinstaat auf der Liste. Und hiervon waren wir zunächst einmal recht enttäuscht. Ich weiß nicht genau, was wir erwartet hatten, aber irgendwie etwas anderes, als die bedrückend enge Schlucht, in die sich die Stadt mit ihren straßenköterfarbenen Häusern im 70er Jahre Betonklotz-Stil zwängt. Der kräftige Dauerregen und die Bookin com Wegbeschreibung, die einen entgegen der Fahrtrichtung durch den Busbahnhof in die Fußgängerzone vor den Hoteleingang führt, machten die Sache nicht besser.

Nachdem wir uns also den andorranischen Busfahrern und Fußgängern gestenreich vorgestellt hatten und wenig später triefend vor der Hotelrezeption standen, wurde es aber rasch besser. Denn es gab tatsächliche eine Hotelgarage (natürlich mit kostenloser Ladestation), die man auch legal erreichen konnte und obendrein ein tolles Zimmer und ein noch tolleres Restaurant. Später am Abend klarte sogar das Wetter auf und alles war wieder gut.

Auch die Abfahrt am nächsten Morgen vom Paß hinunter nach Frankreich war ein Erlebnis. Es geht da in Serpentinen einige 100, wenn nicht 1000 Höhenmeter den Berg hinab. Wir sind mit 81% SoC an der höchsten Stelle losgefahren und mit 96% im Tal angekommen. Verrückt. Bei der Fahrt volltanken. Das werde ich jedem Petrolhead erzählen, der mir nochmal mit Ladeweile kommt.

Nach Südfrankreich und Zwischenstopps in Grenoble (heruntergekommen, aber gute Restaurants, besonders das La Ferme a Dede) und Genf hatten wir ganz zuletzt noch einen Kleinstaat auf der Uhr. Und so ging es nach Liechtenstein. Wir waren zu früh dort und hielten es für eine gute Idee, uns die Wartezeit in der fürstlichen Weinkellerei zu vertreiben.

Interessante Location mit wahnsinnig freundlichen und sachkundigen Angestellten. Wir haben jedenfalls die Wartezeit aufs angenehmste überbrückt und sind hernach mit zwei neuen überteuerten Weinflaschen und bestens gelaunt dank des Autopiloten zu unserem Berggasthof gelangt. Bevor aber nun die besorgten Foristen erschrocken die Kinder ins Bett schicken – ganz so viel Wein war es dann doch nicht.

Von hier oben in dem charmanten Örtchen Triesenberg gab es ein letztes Mal eine wunderbare Aussicht und ein ganz passables Restaurant, bevor es anderntags nach 3 Wochen Rundreise knapp 800 km am Stück zurück nach Hause ging.


Da noch einmal eine Übernachtung einzulegen schien uns überflüssig, zumal es uns doch schon ein bisschen heimwärts gezogen hat. Und es ist nun auch wirklich keine Strecke, die man in einem Tesla nicht gut in einem Rutsch zurücklegen kann. Ich muss aber sagen, dass von all den Fahrten die in Deutschland am anstrengendsten waren. Dank des Tempolimits in den anderen Ländern konnte man den EAP immer gut auf 130 km/h stellen und alles Weitere einfach dem Auto überlassen. Spurwechsel waren da selten nötig und klappten auch mit dem eher gemächlichen Assistenten stets wunderbar. Es gab auch keine einzige Phantombremsung.

Ganz anders in Deutschland. Tempomat auf 145? Da läuft man Mitte und rechts auf LKW oder Gespanne auf und links wird man von der Spur geblinkt. Langsamer? Dann erst recht. Schneller? Tja, das ist es eben. Es geht dank der Leistung selbst unseres Kassenmodells schon ganz gut, aber man muss eben manuell fahren und dabei viel aufmerksamer sein, als beim gemütlichen Dahingleiten in den anderen Ländern, wo außerdem die Autobahnen viel leerer sind. Vielleicht wegen der Maut?

Versteht mich nicht falsch. Ich bin weder für die Einführung einer Maut, noch eines generellen Tempolimits in Deutschland, denn gelegentlich schätze ich es schon, mal etwas zügiger voran zu kommen. Entspannter ist es woanders trotzdem.

Soweit also zu unserem Ausflug durchs westliche Europa. Ich hoffe, die Lektüre hat etwas Spaß gemacht und dass Reisende, die etwas Ähnliches vorhaben, hier und da eine nützliche Information darin gefunden haben. Besonders die Tipps bezüglich Bip&Go und portugiesischer Ladekarte seien noch einmal betont.

Uns hat es dank des tollen Autos, der unzähligen schönen Eindrücke und der wahnsinnig netten Menschen einen Riesenspaß gemacht und wir haben noch lange nicht genug vom Umherreisen mit unserem Tesla. Deshalb geht es ab Mitte August noch einmal für gut 2 Wochen durch Norwegen, wo wir dann auch mal das Übernachten im Auto mit Hilfe der Produkte des Hauses Tesmat ausprobieren wollen. Aber das wird eine neue Geschichte…

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Schöner Bericht. Ich bin gerade vor einer Woche von der ähnlichen Tour zurückgekommen.

In Portugal gibt es staatlich geführte Unterkünfte, oft in alten Schlössern oder Herrenhäusern. Dort findet man teilweise echte Kleinode.

Andorra muss man sich erwandern. Das Haupttal ist nicht hübsch. Es ist hauptsächlich eine Steueroase.

Autobahnen spare ich mir meistens in Frankreich. Irgendwie fährt man an der schönen Landschaft vorbei und die Alternativen sind gut ausgebaut, mittlerweile oft auch Autobahn-ähnlich mit 110er Beschränkung. Da verliert man auf der Strecke nur wenig Zeit und die schlimmsten Ecken (San Sebastian) kann man zur Not auf der AB überbrücken. Achtung auf die Sektionskontrolle auf der AB: Durch die lange Messstrecke ist die Messtoleranz sehr gering und die Kosten bereits bei geringer Übertretung hoch. Bei „Raserei“ wird übrigens mittlerweile das Fahrzeug eingezogen.

Die Costa de la Luz und Galizien halte ich noch für den schönsten Teil der spanischen Küste. Der Rest fällt gegenüber Frankreich und Italien doch stark ab. Vorallem die fortschreitenden Bausünden sind teilweise brutal. Tiefpunkt ist da Benidorm.

Lohnend ist dagegen das Hinterland, z.B. die Straße der weißen Dörfer, das umliegende Grazalema-Gebirge mit seinen Geiern in Dutzenden und generell Andalusien. Auch die Picos de Europa warten mit mächtigen Gipfeln und tollen Wanderungen auf. Viele vermeintlich unbekannte Städte verbergen tolle alte Architektur und schöne Restaurants und Bars, die hauptsächlich von Einheimischen bevölkert werden. Ein Beispiel dafür ist Plasencia.

In Südspanien wird auf der Autovia und größeren Landstraßen häufig versucht, Touristen zum Anhalten zu zwingen und unbemerkt auszurauben. Wir haben es gerade erst wieder erlebt. Wildes Hupen, Winken und das Zeigen auf vermeintliche Defekte am eigenen Fahrzeug sind die Taktik. Möglichst niemals Rastplätze oder -stätten anfahren. Dort werden unbeaufsichtigte Fahrzeuge manipuliert, meistens an den Reifen, damit sie kurze Zeit später liegenbleiben.

In Gibraltar kostet der Upper Rock nun seit einigen Jahren einen ordentlichen Eintritt, aber die Besichtigung der Tropfsteinhöhle und der Kriegsbunkeranlagen mit Balkonen im senkrechten Fels lohnt den Preis. Die Hauptstraße ist eine lustige englische Insel am Mittelmeer und obendrei kann man alkoholische Schnäppchen machen bzw. günstige Zigaretten kaufen. Auch der Spritpreis ist mit 1,22 Pfund pro Liter E10 ganz interessant, wobei dies in einem E-Autoforum natürlich eine Randnotiz darstellt :wink:
Dies erklärt aber auch den dauernden Stau an der Grenze. Einfach entspannt durchfahren. Die Roller finden den Weg und kümmern sich nicht um die Autos.

Nazaré wartet nur an wenigen Tagen im Jahr bei bestimmten Gezeiten und Winden mit den Wellen auf. Die Besichtigung des alten Forts, das man in jedem Foto sieht, ist mitsamt der dort gezeigten Ausstellung ganz interessant. Ansonsten ist der Ort aber ein schreckliches Touri-Puff ohne jeden Reiz außer den gigantischen Stränden, das seit der Entdeckung durch den Mainstream vor allem von dauerfilmenden Jung-Instagramern aus aller Welt verstopft wird.

Trotzdem ein schönes Stück Europa, diese Reise. Es war mein viertes Mal und wird nicht das letzte Mal gewesen sein. Nummer Eins bleibt aber für mich Frankreich mit seinen unermesslichen Natur-, Kultur und kulinarischen Schätzen sowie einer Bevölkerung, deren Gelassenheit, Freundlichkeit und Lebenslust eine wahre Freude ist.

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Vielen Dank für diesen grandios geschrieben und bebilderten Reisebericht! Den lege ich mir auf Wiedervorlage in zwei bis drei Jahren, wenn wir selber erstmals nach Spanien/Portugal fahren (wofür ich allerdings noch die Beste Ehefrau von Allen überzeugen muss).

Danke für die netten Worte und die vielen Tipps. Würde mich freuen, mehr von Deiner Tour zu erfahren.
Wir selbst haben vor mehr als 25 Jahren schon einmal eine ähnliche Reise gemacht. Damals noch mit einem 123er Benz ohne Klimaanlage, aber dafür mit Kassettenrekorder und Fenstern zum runterkurbeln :slight_smile: . Insofern waren unsere jetzigen Erfahrungen praktisch neu. Was Du zu Nazaré und Galizien schreibst, passt da gut zu unseren Eindrücken.
Die Sache mit den weißen Dörfern werden wir uns gewiss irgendwann einmal anschauen. Denn bestimmt kommen wir noch einmal nach Spanien, wenngleich vielleicht nicht noch einmal zu einer so weitläufigen Tour.
Die Masche mit den Autobahnräubern gibt es übrigens wohl schon seitdem es Autobahnen gibt. Wir sind aber diesmal auf keine gestoßen. Vielleicht machen sie auch noch schnell Urlaub, bevor die Hauptsaison losgeht. Wenn man aber doch auf welche trifft, kann man zu Unterhaltungszwecken eine Polizeikelle im Auto hochhalten und die Reaktionen beobachten.
Dir allzeit Strom und gute Fahrt ohne Räuber.

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Danke für die Blumen. Wenn es ein klein wenig dazu beigetragen hat, die beste Ehefrau zu überzeugen, ist ja schon viel geschafft :slight_smile:

Da gibt es garnicht so viel von zu berichten. Wir sind diesmal andersherum gefahren, da ich vor drei Jahren gegen den Uhrzeigersinn gefahren bin und mich auf Nordspanien und Galizien konzentriert hatte. Diesmal war dann Südspanien und vorallem Andalusien dran. Galizien und die Nordküste habe ich dann ausgelassen, weil es mir weitgehend nicht so sehr gefallen hat bzw. Galizien dann doch ein guter Haken gewesen wäre. Dort gefallen mir die wilden Landschaften und die alte Industrie, die teilweise im Verfall befindlich ist. Mag zwar komisch klingen, aber sowas hat für mich seinen Reiz und unser Reichtum hat in solchen Stätten ihren Ursprung. Ich bin auch immer auf der Suche nach einem Ort für den Altersruhesitz, aber das hatte mich da an den meisten Orten nicht überzeugt.
Durch die ganzen Instagramer natürlich sehr bekannt ist auch Ronda, aber es lohnte sich wirklich, weil die meisten dieser Vertreter nach 18 Uhr abgezogen sind.
Ansonsten war es wieder eine schöne Tour.

Übrigens wie für Deine Norwegentour geplant immer mit Übernachtung im Auto, wie wir das schon seit zwanzig Jahren meistens machen. Nach ein paar Versuchen mit Transit, VW Transporter und California bin ich immer wieder zurück zum PKW, da es für uns doch Vorteile bringt. Mit Kindern natürlich eher in der FeWo oder einem geliehenen WoMo, aber zu zweit ist das einfach klasse.

Letztes Jahr im August waren wir mehrere Wochen in Norwegen unterwegs und sind bis auf die Höhe Narvik rauf. Beim 12V-Duschen braucht es da aber schon die Mittagssonne bei Tageshöchstwerten von 13 Grad C…da wäre manchmal ein WoMo die komfortablere Variante gewesen. Auch kommen dann die anderen Vorteile des Pkws nicht so sehr zum Tragen.

Die Herauszieh-Aktionen sind teilweise schon sehr forsch. Diesmal hat uns einer von rechts auf dem Standstreifen überholt, hat wild herumgefuchtelt, auf unser rechtes Hinterrad gezeigt und dann eine Vollbremsung eingelegt. Einfach immer freundlich mit dem Opinel winken und weiterfahren.

Super Urlaubs Bericht, vielen Dank dafür. Da bekommt man gleich Lust in den Tesla zu springen :sunglasses:

Wie schlaft ihr denn eigentlich alle im Auto? Sitze zurück oder hinten umklappen (wo bleibt dann das Gepäck was hinten liegt) ? Kann ich mir nicht mehr vorstellen, wobei die Fläche im Y schon gross ist. Allerdings liegt da ja dann meistens das Reisegepäck. :thinking:

Ich habe es erst einmal mit Tesmat ausprobiert und habe nicht so große Erfahrung wie Kollege @Blindleistung. Obwohl ich früher auch mit allerhand Vehikeln Gott-weiß-wohin gefahren bin und dann darin geschlafen habe…
Der Trick mit Tesla ist aber wirklich der, nur soviel Gepäck dabei zu haben, wie auf die Vordersitze, in den Frunk oder den Trunk unter dem Trunk passt und das dann eben vor dem Schlafengehen umzuverteilen.
Tesmat hat eine 3-teilige Matratze mit einem verstärkten Kopfteil, mit dem sich eine gute ebene Liegefläche herstellen lässt. Ein Rundum-Vorhang zur Abdunkelung / Sichtschutz ist auch dabei. Zusammen mit Campmode eine durchaus praktikable Lösung.

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