Konzept für öffentliche Ladestellen

Öffentliche und private Lademöglichkeiten...

Re: Konzept für öffentliche Ladestellen

von inspirED » 20. Aug 2017, 10:21

Mir fehlt bei dem Ansatz, den Netzbetreiber zum Infrastrukturbau zu "verdonnern" jeglicher natürlicher Motivationsdruck.

Wenn da nur eine Verordnung zwangsfüllt werden muss und kein wirtschaftliches Interesse geweckt werden kann haben wir am Ende irgendwelche Säulen an Orten, wo sie garantiert am wenigsten gebraucht werden und eine Nutzbarkeitshalbwertszeit von vielleicht einem Jahr. (Bis irgendein Ersatzteil mal bis St. Nimmerlein nicht lieferbar ist o.ä. Szenario)

Andererseits hat OS natürlich recht, dass ein tragfähiges Geschäftsmodell sauschwer darzustellen ist.
Das Parkticketmodell hat den smarten Vorteil, auch die Verbrennerfahrer nach und nach an der Finanzierung zu beteiligen und damit gleichzeitig eine sanfte Umstiegsmotivation zu bieten.
Gleichzeitig kann simpelste, billige Ladetechnik ohne Eichamts- und Abrechnungsirrsinn zum Einsatz kommen.

Hab mal eine interessante Parkraumbewirtschaftungsstudie aus Berlin gefunden, da lassen sich einige Kennzahlen für zumindest überschlägig positive Prognosen ableiten.
smartED - einfach, wie für mich gemacht.
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Re: Konzept für öffentliche Ladestellen

von OS Electric Drive » 20. Aug 2017, 19:49

Heute von Berlin mit dem X90D nach Hause gefahren und dabei habe ich vielleicht drei E-Autos gesehen. Aber tausende von Verbrennern. Ich werde meine Meinung sogar nochmals drastisch ändern müssen denn der X90D ist ein echter Krampf... Bin ich froh einen 100D zu haben der ist wirklich gut!
Mit dem 90er steht man so gut wie an jedem SUC und da SUV gerade im Trend sind ist klar... Unter 100kWh wird der Markt nicht los brechen... Dazu muss eine Ladeinfrastruktur her die mit 350kW lädt... 100kW sind auch viel zu zäh! 350kW bis 80% und dann wird da ein Schuh draus...

Ich bin meistens mit 140 unterwegs gewesen da rasten die anderen alle total aus.. Da fliegen Land Rover, ML, X5 X6 Q5 und Co mit 180 bis 200 und mehr über die Autobahn, selbst Skodas und Familien Autos sind mit >150 unterwegs... Da frisst das MX >300Wh dafür ist selbst ein 100kWh viel zu klein.

Zudem habe ich sehr sehr viele Kleinwagen gesehen Golf und Co... die sind auch auf Langstrecke unterwegs... Das ist noch ein ganz weiter weg ... Aber mit Destination Charging wird das nichts..

Es braucht einfach schnelle Ladesäulen die das Auftanken in 5 Minuten erledigen von mir aus auch 7... Alles andere wird nicht passieren! Da kann man warten wie bei den ÖPNV im ländlichen Bereich... Oder Taxi..

Wir können ja wetten wann hier in Bönnigheim die erste ECHTE Ladesäule errichtet wird ... Jeder der hier ein EV hat fragt mich ob er bei mir laden kann.
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Re: Konzept für öffentliche Ladestellen

von Volker.Berlin » 20. Aug 2017, 20:15

OS Electric Drive hat geschrieben:Zudem habe ich sehr sehr viele Kleinwagen gesehen Golf und Co... die sind auch auf Langstrecke unterwegs...

An der Stelle bin ich ausgestiegen. Was genau möchtest Du uns sagen?
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Re: Konzept für öffentliche Ladestellen

von M3-CH » 20. Aug 2017, 20:24

elrond hat geschrieben:
segwayi2 hat geschrieben:ich halte den Ansatz aus Holland für sehr praktikabel. Jedes Auto bekommt eine Säule im öffentlichen Bereich. Das geht auf und funktioniert.


Hast Du dazu nähere Infos? Link?


Ab ca. 4:50 geht es um die Situation in Amsterdam. Die machen es richtig.

https://youtu.be/RC7qmATCn7Y
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Re: Konzept für öffentliche Ladestellen

von UTs » 20. Aug 2017, 20:37

Volker.Berlin hat geschrieben:
OS Electric Drive hat geschrieben:Zudem habe ich sehr sehr viele Kleinwagen gesehen Golf und Co... die sind auch auf Langstrecke unterwegs...

An der Stelle bin ich ausgestiegen. Was genau möchtest Du uns sagen?

Ich war heute auch zwischen Aachen und Frankfurt unterwegs und zwar teilweise mit für mich sehr schnellen 130km/h.
Da gehörte ich schon zu den schnelleren Fahrzeugen. Überraschenderweise auch auf der A3 zwischen Frankfurt und Köln. Vielleicht lag es auch an dem starken Urlaubsverkehr.
Empfehlungslink: http://ts.la/ulrich4718
 
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Re: Konzept für öffentliche Ladestellen

von OS Electric Drive » 20. Aug 2017, 20:49

Volker.Berlin hat geschrieben:An der Stelle bin ich ausgestiegen. Was genau möchtest Du uns sagen?


Dass diese Autos eben nicht nur für Strecken von 50km genutzt werden sondern für lange Strecken ebenso wie größere Autos.

Daher muss auch in jedes Auto ein ordentlicher Akku.

Es wird nicht über tausende von Punkten kommen können denn dazu bräuchte man eine deutschlandweite Koordination.

Es braucht in erster Linie 350kW Lader bis 80%. Dann erübrigt sich der Rest von alleine
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Re: Konzept für öffentliche Ladestellen

von olbea » 20. Aug 2017, 21:03

Ohne DeC wäre ich dieses Wochenende gestrandet.
Mal eben im Kino (Ruhrpark) den Akku von 6% auf 60% gebracht.
Dann bei der Familie mit 45% angekommen und an der öffentlichen Ladestation* heute morgen auf 100% geladen. So konnte ich bequem nach hause fahren.
Es braucht SuC, gerne schneller und viel mehr DeC.

*Die liegt nur 5 Minuten zu Fuß entfernt, machbar, aber das reicht nicht um die Leute zu begeistern.
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Re: Konzept für öffentliche Ladestellen

von egn » 21. Aug 2017, 10:53

OS Electric Drive hat geschrieben:Es braucht in erster Linie 350kW Lader bis 80%. Dann erübrigt sich der Rest von alleine


Du hast vergessen dazu zu schreiben dass es auch der passenden Autos mit Akkus die dies vertragen, dazu bedarf.

Weiter oben hast Du gefordert in 5 Minuten zu laden, gleichzeitig willst Du mindestens 150 kWh Akku im Auto haben.

Wie weit kommst Du da mit 350 kW Laden?

Für mich ist dieses Wettrüsten mit dem Verbrenner mit der aktuell verfügbaren Technologie sinnlos. Ein elektrischer SUV der bei 250 km/h seine 500 Wh/km verbraucht und dann noch eine Reichweite von 500 km hat braucht mindestens 300 kWh an Batterie. Das ist derzeit weder technisch möglich noch bezahlbar.

Wir brauchen ein ganz anderes technisches Konzept für Langstreckenfahrten, und entsprechende administrative Maßnahmen um den Energieverbrauch einzudämmen.

Ein mögliches technisches Konzept für die Langstrecke ist der E-Highway der es ermöglicht während der Fahrt zu Laden und ohne Verbrauch aus der Batterie zu fahren. Man könnte eine Spur auf der Autobahn auch nur für den E-Highway freigeben und alle Fahrzeuge müssten mit der gleichen Geschwindigkeit dort fahren, ob autonom oder gesteuert ist dabei egal. Damit ließe sich der Durchsatz auf der Autobahn und der Fahrkomfort erheblich verbessern.

Die mögliche administrative Maßnahme ist ein Tempolimit und ein durchgehendes Überholverbot für LKW um die Geschwindigkeit auf der Autobahn zu vergleichmäßigen. Dazu muss das Tempolimit auch flächendeckend überwacht, und wie in vielen anderen Ländern hart bestraft werden. Da darf es keine Toleranz von mehr als 3 km/h geben, und wenn man darüber ist kostet es nicht 15 Euro sondern 150 Euro.

Der Hauptgrund warum viele auf dreispurigen Autobahnen auf der linken Spur schneller als 130 km/h fahren ist meiner Meinung nach, dass man auf der linken Spur mit höherer Geschwindigkeit viel gleichmäßiger fahren kann als auf der mittleren Spur, wo ständig LKWs ausscheren und ihr Elefantenrennen veranstalten. Es kommt ständig zu starken Geschwindigkeitsänderungen und das macht keinen Spaß.

Beides zusammen führt dazu dass die Batteriekapazität und die Ladeleistung nicht ins unermessliche wachsen muss.
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Re: Konzept für öffentliche Ladestellen

von Volker.Berlin » 21. Aug 2017, 10:57

Danke, egn. Generell gilt: Die Welt lässt sich nicht dadurch retten, dass wir 1:1 Verbrennungsmaschinen gegen E-Maschinen tauschen. Das ist ein Teil des Gesamtkonzepts, aber eben nur ein Teil.
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Re: Konzept für öffentliche Ladestellen

von Eberhard » 21. Aug 2017, 11:34

OS Electric Drive hat geschrieben:der VNB ist Netzbetreiber und sonst nichts. Warum er lade Stationen unterhalten soll erschliesst sich mir nicht. Zudem ist es kein tragfähiges Modell für 20kWh eine Abrechnung zu machen. Sehr schwierig diese Aufgabe

Der VNB unterhält das Verteilnetz und baut es nach Bedarf aus und organisiert in der Regel den Meßstellenbetrieb. Daher sollte er froh sein wenn er Ladepunkte in Absprache mit der jeweiligen Kommune errichten kann, den diese Kosten und auch deren Unterhalt gehen in die Berechnung der Netzentgelte und damit in sein Ertrag ein. Das ist grob einfach das Businessmodel des VNB. Das Ganze steht unter der Aufsicht der BNA.
Dabei hat der VNB die Grundversorgung sicherzustellen. Das dabei nicht jeder Ladepunkt wirtschaftlich sein muss ist damit auch ersichtlich, muss aber der Grundversorgung d.h. die Mindestversorung sicherstellen. Wie diese aussehen soll wird vom Gesetzgeber via EnWG oder Verordnung siehe LSV festgelegt.
Das reicht dann wenn bestimmt wird das eine bestimmte Anzahl von Ladepunkten pro Einwohner etc. festgelegt wird. Eine Kommune kann da ein ähnliches Konzept wie in Amsterdam umsetzen ohne das der Kommune große Kosten entstehen.
Alle notwendigen Technologie und Verfahren stehen zur Verfügung muss nur auch gesetzlich umgesetzt werden. Es ist letztendlich egal ob ich mein Auto zu Hause oder an einem öffentlichen Netzzugang lade.
Der VNB übermittelt eh die Daten aus dem Meßstellenbetrieb an die EVUs.
Daher stehe ich voll hinter dem Ansatz von Lichtblick.

https://www.lichtblick.de/unternehmen/p ... oft-teuer/


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