Konzept für öffentliche Ladestellen

Öffentliche und private Lademöglichkeiten...

Re: Konzept für öffentliche Ladestellen

von Volker.Berlin » 9. Okt 2017, 10:31

Südstromer MS85 hat geschrieben:Ohne Vorwürfe geht es nicht? Die vorhandenen Säulen funktionieren doch im Betrieb. Wo ist das Geschäftsmodell einer Tankstelle, die pro 50 Euro Umsatz einen Euro verdient?

Welchen Vorwurf meinst Du? Tankstellen verdienen ihr Geld mit Kaugummi, Zigaretten und Zeitschriften, aber ich vermute, das wusstest Du bereits. Wo ist die Analogie beim AC-Laden?

Tatsächlich betreiben die Inselwerke einige AC-Ladestationen nach einem ähnlichen Prinzip: Die Abschreibung verschwindet in den Werbungskosten eines Gewerbetreibenden am Ort der Ladestation. Ob das tatsächlich tragfähig ist, muss sich allerdings noch erweisen. OS Electric Drive glaubt offenbar nicht daran, dass dieses Prinzip im großen Stil skaliert werden könnte.
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Re: Konzept für öffentliche Ladestellen

von Südstromer MS85 » 9. Okt 2017, 10:32

Ralf Wagner hat geschrieben:Unser Kino (Cinemaxx in Stuttgart Möhringen) hat zwei Newmotion Ladestationen mit 11 kW, Kosten 0,3€/kWh. Das ist ein Konzept das aus meiner Sicht vernünftig ist. Im Kino ist man 2 - 3h, da gehen dann ein paar kWh rein. Mit 0,3€/kWh bleibt auch etwas für den Betreiber hängen am Strom.



Ein wunderschönes Beispiel das die These vom 350 kW eindrucksvoll widerlegt!

10 KM weiter ist der Supercharger von Tesla, wo es Strom umsonst gibt. Aber der Umweg wäre selbst mit 350 kW Ladeleistung völlig sinnbefreit, wenn man doch 3 Std. parkt. Das Parkhaus gehört dem Betreiber, und der wird schon etwas Geld verdienen, wenn man ins Kino geht, womöglich mit der gesamten family, dazu noch was Essen und so weiter. Wie da der business Plan für 10x Doppel Lolo aussehen soll, ist doch garnicht das Thema hier. my2cents.
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Re: Konzept für öffentliche Ladestellen

von Südstromer MS85 » 9. Okt 2017, 10:52

Volker.Berlin hat geschrieben:Welchen Vorwurf meinst Du? Tankstellen verdienen ihr Geld mit Kaugummi, Zigaretten und Zeitschriften, aber ich vermute, das wusstest Du bereits. Wo ist die Analogie beim AC-Laden?

Tatsächlich betreiben die Inselwerke einige AC-Ladestationen nach einem ähnlichen Prinzip: Die Abschreibung verschwindet in den Werbungskosten eines Gewerbetreibenden am Ort der Ladestation. Ob das tatsächlich tragfähig ist, muss sich allerdings noch erweisen. OS Electric Drive glaubt offenbar nicht daran, dass dieses Prinzip im großen Stil skaliert werden könnte.


Bleiben wir einfach mal beim Beispiel Tiefgarage oder Parkhaus. 50 Cents von jedem Parker und die Sache mit 10 Ladeplätzen hat ein solides Fundament. Wenn man das ganze natürlich mit Mittellandstromleitungen umsetzen möchte, nur damit man noch 5 Min. 350 KM im Akku hat, sehe ich wirklich schwarz mit einem business Plan. Die Frage muss man auch stellen dürfen, ob das der Betreiber der Parkflächen eigentlich allein machen muss und nicht ob da Städte Kommune oder gar der Bund mithelfen. Schliesslich haben wir ja bischer auch das Diesel Schweinchen Jahr für Jahr mit fast 10Mrd. Euro subventioniert. Geld ist mehr als genug da.

Schneller geht es aber, wenn Geschäftsleute diese Möglichkeit für sich nutzen und es selber umsetzen um die Leute anzulocken. Ich denke ab 2 bis 4 Prozent der Zulassungen werden sich Betreiber wie Breuniger IKEA Kinocenter etc. die Frage nach Ladesäulen kaum noch erlauben können. Und dort laufen Betriebskosten von 10.000 Euro pro Jahr direkt aus dem Werbeetat.
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Re: Konzept für öffentliche Ladestellen

von harlem24 » 9. Okt 2017, 12:01

Ich denke auch, dass es bei den meisten Destinationladepunkten auf ein quersubventioniertes langsames AC hinauslaufen wird.
Und dann werden die Ladepunkte da aufgestellt, wo es attraktiv ist und nicht 3km entfernt. Oder wir sind irgendwann mal so weit, dass jeder Parkhaustellplatz mit einer lademöglichkeit ausgestattet ist, aber damit rechne ich in den kommenden 10 Jahren eher nicht.
Deswegen verstehe ich ja auch den aktuellen Wahn nicht, überall 22kW Säulen aufzustellen.
Trotzdem wird es und muss es auch, HPC geben, aber eben nur an zentralen Punkten.
Auch kann ich mir in den nächsten 10 Jahren nicht vorstellen, dass die internen AC Lader wegfallen werden.
Es sei denn, es gelingt den Ladesäulenherstellern die langsamen DC Säulen so günstig anzubieten, wie aktuell AC Säulen.
 
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Re: Konzept für öffentliche Ladestellen

von Eberhard » 9. Okt 2017, 12:56

Betrachten wir die ganze Sache mal von der volkswirtschaftlichen Seite aus, setzen aber noch einige Parameter richtig.
Ein PFC-Lader ist kein einfaches Schaltnetzteil sondern mit der Komplexität und der geforderten Netzverträglichkeit eher mit einem WR vergleichbar.
Jeder weiß, was ein 3,6kW WR bzw ein 4,6kW WR kostet, auch die Größenklassen 10-50kW sollten einem bekannt sein. Viel billiger wird das auch ein Großkonzern wie VW einkaufen können.
Dann nehmen wir doch mal an, 10.000 Ladepunkte bis 22kW zu 1Mio eAutos.
Da macht es mehr Sinn 1DC Ladesäule aufzustellen anstatt 100DC Lader in Autos zu verbauen.
Auch für die private Garage wäre es sinnvoller einmal €3000 für 10kW DC auszugeben anstatt 2x€2500 für 11kW AC bei schon 2 eAutos.
Wenn man ein neues eAuto kauft ist der Lader im altem Auto weg und ein neues im neuem eAuto muss gekauft werden. Aber der DC-Lader in der Garage bleibt.
Hinzu kommt die Kommunikationsfunktionen mit dem DC laden. Das Fahrzeug kann Ladezustand und Lastbedarf übermitteln und das Ladesystem steuert selbst.
Daher hat OSE und JB Straubel Recht.
AC Laden ist nur eine vorübergehende Erscheinung bis die DC-Ladeinfrastruktur eine bestimmte Ausbaustufe erreicht hat.
Die Vorteile überwiegen auf langer Sicht, selbst in der eigenen Garage.
Selbst da wird die Ladeleistung zwischen 1-20kW je Ladepunkt variieren.


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Re: Konzept für öffentliche Ladestellen

von einstern » 9. Okt 2017, 13:05

Als WR Kostenvergleich macht ein Blick auf Solar Edge Sinn, denn ein Teil der Tracker ist hier ausgelagert. Ein 22 kW WR Äquivalente kostet ca. 2000 € inklusive MwSt.
Soll aber nur ein grober Hinweis sein. Die PV WR arbeiten ja verkehrt herum. ;)
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Re: Konzept für öffentliche Ladestellen

von OS Electric Drive » 9. Okt 2017, 13:21

Volker.Berlin hat geschrieben:Welchen Vorwurf meinst Du? Tankstellen verdienen ihr Geld mit Kaugummi, Zigaretten und Zeitschriften, aber ich vermute, das wusstest Du bereits. Wo ist die Analogie beim AC-Laden?

Tatsächlich betreiben die Inselwerke einige AC-Ladestationen nach einem ähnlichen Prinzip: Die Abschreibung verschwindet in den Werbungskosten eines Gewerbetreibenden am Ort der Ladestation. Ob das tatsächlich tragfähig ist, muss sich allerdings noch erweisen. OS Electric Drive glaubt offenbar nicht daran, dass dieses Prinzip im großen Stil skaliert werden könnte.


Danke Volker... Wie Du siehst geht es hier weniger darum konkretes beizutragen sondern eher darum verzweifelt zu versuchen meine Überlegungen. Natürlich hat keiner eine Glaskugel... Man darf aber mir zumindest mal unterstellen, dass ich mit fast 7 Jahren EV Erfahrung grob ein Bild von dem Komfort der DeC machen konnte.

Und natürlich ist es super, wenn ein Kino einen Lader hat... Ja wenn der dann auch verfügbar ist... Die Meisten die hier argumentieren nutzen diese Lader doch aus Komfortgründen weil zuhause die Garage mit Steckdose wartet. Sobald man aber auf diese Station angewiesen ist, dann wird es schwer.

Mein ehemaliger GF hatte keine Möglichkeit zuhause zu laden und mein Mitarbeiter auch nicht. Die sind auf öffentliche Säulen angewiesen und da kann man dann schon ein Paar Erfahrungen zusammen tragen.

Mein ehemaliger GF wollte im Winter in die Schleyerhalle von Leingarten aus. Ist mit dem i3 zu viert ohne Nachzuladen von Bönnigheim aus nicht zu machen. Nun wären an der HMS ja Ladepunkte... Diese waren aber alle zugeparkt, wegen dem Event. Und jetzt? Aldi LB hatte schon zu auf dem Heimweg um 1 Uhr nachts...

Und darum geht es mir doch... Jemand der darauf angewiesen ist hat halt ein anderes Bedürfnis als jemand der das als Nice to Have nutzt.
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Re: Konzept für öffentliche Ladestellen

von OS Electric Drive » 9. Okt 2017, 13:23

Eberhard hat geschrieben:Betrachten wir die ganze Sache mal von der volkswirtschaftlichen Seite aus, setzen aber noch einige Parameter richtig.
Ein PFC-Lader ist kein einfaches Schaltnetzteil sondern mit der Komplexität und der geforderten Netzverträglichkeit eher mit einem WR vergleichbar.
Jeder weiß, was ein 3,6kW WR bzw ein 4,6kW WR kostet, auch die Größenklassen 10-50kW sollten einem bekannt sein. Viel billiger wird das auch ein Großkonzern wie VW einkaufen können.
Dann nehmen wir doch mal an, 10.000 Ladepunkte bis 22kW zu 1Mio eAutos.
Da macht es mehr Sinn 1DC Ladesäule aufzustellen anstatt 100DC Lader in Autos zu verbauen.
Auch für die private Garage wäre es sinnvoller einmal €3000 für 10kW DC auszugeben anstatt 2x€2500 für 11kW AC bei schon 2 eAutos.
Wenn man ein neues eAuto kauft ist der Lader im altem Auto weg und ein neues im neuem eAuto muss gekauft werden. Aber der DC-Lader in der Garage bleibt.
Hinzu kommt die Kommunikationsfunktionen mit dem DC laden. Das Fahrzeug kann Ladezustand und Lastbedarf übermitteln und das Ladesystem steuert selbst.
Daher hat OSE und JB Straubel Recht.
AC Laden ist nur eine vorübergehende Erscheinung bis die DC-Ladeinfrastruktur eine bestimmte Ausbaustufe erreicht hat.
Die Vorteile überwiegen auf langer Sicht, selbst in der eigenen Garage.
Selbst da wird die Ladeleistung zwischen 1-20kW je Ladepunkt variieren.


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So einen Satz habe ich noch nie gesehen...

Daher hat OSE und JB Straubel Recht.
das geht runter wie Öl... Danke Eberhard.
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Re: Konzept für öffentliche Ladestellen

von Dornfelder10 » 9. Okt 2017, 17:39

Erstmal Danke an alle Beteiligten für diese Diskussion! Die Gegenüberstellung der AC/DC-Ladung in all ihren Facetten sehe ich als eines der spannendsten Themen seit langem. Auch wenn es für jede Variante viele Argumente gibt die bei genauerem Hinsehen nicht bis zum Ende durchdacht sind oder auch von falschen Annahmen ausgehen so regt doch jede Idee bzw.jeder Einwand zum Nachdenken an und eröffnet andere Sichtweisen.
Klasse!

Bei mir hat es dazu geführt dass ich den ersatzlosen Entfall der AC-Lademöglichkeit inzwischen deutlich kurzfristiger erwarte als bisher gedacht. Den Treiber dafür sehe ich aber nicht im Geschäftsmodell von externen Ladestellenbetreiber sondern im optimiertem Kosten-Nutzen-Verhältnis der Fahrzeughersteller. Das wird nur funktionieren wenn das Fzg. und die Ladeinfrastruktur "aus einer Hand" kommen und ein nahtloses System bilden.

Um das System ans laufen zu bekommen werden hohe Vorleistungen notwendig sein. Die DC-Infrastruktur muss so "dicke" sein dass es an Lademöglichkeiten nicht mangelt. Das wird in der Anfangsphase bedeuten dass jedem Kunden eine DC-Wallbox für die Garage "geschenkt" wird. Kostenmäßig ist das egal ob das Ladegerät im Auto verbaut ist oder an der Wand hängt (bzw. wird als Wandgerät wegen einfacherer Ausführung sogar billiger). Fahrzeugseitig hat das den Vorteil der reduzierten Komplexität und der Bauraum- und Gewichtseinsparung (z.B. 11kW-Teslaladegerät ca. 18 kg).
Bei (halb)öffentlichen DC-Schnelladestationen wird das selbstfahrende Auto das Ladezeitproblem lösen. Da gibt es dann eine Schnelladestation mit Einsteckroboter und davor 10 Parkplätze. Die Fzg. fahren dann selbständig (im Schneckentempo) der Reihe nach an die Station. Das warten neben dem Fzg. bis es geladen ist entfällt dann. Auch in größeren Tiefgaragen ist das denkbar.

Superspannendes Thema! Bis jetzt war eine "Notlademöglichkeit" mit AC für mich völlig unverzichtbar. Da würde ich die Scheuklappen jetzt nicht mehr so haben ;)

Gruß

Bernhard
 
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Re: Konzept für öffentliche Ladestellen

von trimaransegler » 9. Okt 2017, 18:13

Und bitte nicht vergessen: Auf DC Fahrstrom kann man wunderbar Fahrstromsteuer erheben, was bei AC Schuko bis 22kW nicht so einfach ist :evil:
Viele Grüße aus dem Westerwald

Friedhelm

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