Konzept für öffentliche Ladestellen

Öffentliche und private Lademöglichkeiten...

Re: Konzept für öffentliche Ladestellen

von olbea » 8. Okt 2017, 18:39

Scheinbar willst Du mich nicht verstehen.

Du nennst Kostentreiber, die für JEDE Art von Ladesäule im öffentlichem Raum gelten. Da ist es egal, wieviel Leistung die hat oder ob AC/DC. Stichwort Tiefbau usw.
Das wäre also bei allen Lösungen gleich oder ähnlich.

Ich finde 100€ Wucher. Für was? Für das Monitoring einer Steckdose? Die auch noch remote neu gestartet werden kann. Die Säule muss ja dauernd defekt sein. Vielleicht mal über andere Konstruktionen nachdenken?

Standortsuche trifft auch alle und ist kein Pro oder Contra zu SuC/HPC oder DeC.

Teure SuC als einziges Geschäftsmodell werden nicht funktionieren.
Der muss pro Minute bezahlt werden, damit er schnell frei wird.
Ist mein Aufenthalt länger als der Ladevorgang ist das doof. Ist mein Aufenthalt kürzer als der Ladevorgang ist das auch doof.

Ich habe mich wohl nicht korrekt ausgedrückt. Ich verstehe, warum die Preise so sind, aber ich will zumindest nicht akzeptieren, daß die Preise so sein müssen und so bleiben müssen. Habe zwar keine Lösung, aber ich spreche als potentieller Kunde.

Du gehts nur leider nicht darauf ein, wieso ein Schnellader ein besseres Geschäftsmodell sein soll wie ein langsamlader.

Ich habe ja schon einige Punkte genannt, die angegangen werden sollten. Darauf wird aber nicht reagiert. Weder von Dir, noch von anderen.

Wofür willst Du einen Businesscase?
Nehmen wir mal eine Ladestation in der Stadt. Was ist für Dich öffentlich? Im Parkhaus? An der Strasse? Auf einem Parkplatz?
Wer ist der Betreiber? Soll nur Strom durchgereicht werden? Selbst Tankstellen kommen nur mit Sprit nicht über die Runden.
Strom kann nur dazu genutzt werden, die Kunden zu einem zu bringen. Die Ladeleistung / Kosten usw. müssen dem Aufenthalt angemessen sein. Also kein SuC am Freibad wo man gerne 8h verbringt. Aber einige mittelschnelle Lader an Einkaufszentrum, evtl. Auch verschiedene mit verschiedenen Abrechnungsmodalitäten.
Also ein Mix.
Bei allem, ausser der Langstrecke sind 15-30 Minuten oft zu lang oder zu kurz zum laden.

Tankstellen haben ja schon gut erkannt, daß Sie mehr als Sprit bieten müssen. Nur wer will schon 30 Minuten an einer Tankstelle rumhängen?

Ich glaube deine Suche nach einem Geschäftsmodell werden wir kaum auflösen können.

Ich habe aber vorhin schon ein paar Punkte angesprochen die gelöst werden müssen, damit überhaupt ein Geschäftsmodell funktionieren kann. Ich glaube du versteifst Dich zu sehr auf diese Schnelllader.
Versuche herauszufinden, welche Art von Lader an welcher Lokation Sinnvoll ist.

Eine einsame Typ2 Säule mit 2x22 kW ist z.B. an einem Pendlerparkplatz wie einem S-Bahn Parkplatz überdimensioniert. Dort muss der Parkplatz währen des Parkens das Auto gut voll bekommen. D.h. In ca. 10-12 h sollte der Akku gut gefüllt werden. 100% muss es bei einem 60kWh Akku aber auch nicht sein. 80-90% sollten reichen.
Wenn das laden dort für einen Pendler 80€ am Tag kostet, dann macht das keiner. Wenn der Pendler sein Auto dort in 30 Minuten voll bekommt sind das 30 Minuten zu viel. Wer will am S-Bahnhof 30 Minuten neben dem Auto stehen und auf Vollladung warten?
Dort wäre es bestimmt sinnvoll z.B. 10 Ladeplätze als Premium Parking mit je 22kW zu versorgen, dies aber Lastverteilt, also alle Plätze zusammen weniger als 220kW benötigen. Die Anschlussleistung kann dann im Laufe der Zeit erhöht werden, falls mehr notwendig ist.
Businesscase: Bahn will mehr Kunden gewinnen und Bahnhöfe attraktiver machen.

Aktuell wirst Du nur keinen Businesscase finden der greift, besonders wenn es nur um das verkaufen des Stroms geht. Das liegt einfach daran, daß zu wenig PKW vollelektrisch unterwegs sind.
Jetzt gilt es Claims abzustecken und bekannt zu werden.
Welchen Mehrwert ausser Strom willst Du bieten?

Mehrwert SuC an den Autobahnen = Langstrecke wir überhaupt erst möglich, ist aber noch mit diversen Änderungen von gelernten Verhaltensweisen verbunden. Und Tesla wird es überhaupt erst ermöglicht Autos zu verkaufen.
Mehrwert DeC. Entlastung und Entspannung bei Reisen. Ein letzter langer Stop am SuC kann entfallen.

D.h. Welchen Mehrwert, ausser Strom willst Du liefern?

Geld verdienen geht bestimmt erst in 10 Jahren.

AC Ladepunkte sind zumindest billiger als DC.
Und 150 KW sind halt zu wenig! Da dauert Laden zu lange.
Der Killer für jedes Geschäftsmodell ist. (Nach meiner Meinung) Niemand will länger als 1-2 Minuten nebelten seinem Auto stehen und warten bis es voll ist.
Dauert es länger muss ein alternativprogramm geboten werden.
Reifenluftddruck prüfen, Scheiben reinigen, Wischwasser nachfüllen, Öl nachfüllen (oh, ne doch nicht), usw. Aber mehr als 5 Minuten bekommts du so nicht hin.
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Re: Konzept für öffentliche Ladestellen

von olbea » 8. Okt 2017, 18:44

OS Electric Drive hat geschrieben:Jetzt würfelt wieder einer was durcheinander. Ich habe nicht gesagt, dass wir Millionen von DC Ladern brauchen sondern in Frage gestellt ob wir über haupt noch AC Lader an Bord haben werden. In China ist das längst kein Thema mehr in jedem Auto einen Lader mit sich rum zu schleppen.
Natürlich würde für einen 10kW DC Punkt die Kosten für Abrechnung und Anschluss genauso anfallen wie für einen 10kW AC Punkt ist doch keine Frage! Aber darum geht es doch nicht. Ich bin ja eher der Auffassung, dass es eben viel billiger ist über 150kW und größer DC Lader die Autos zu versorgen als an jeder denkbaren Parkmöglichkeit des Individualverkehrs genau die richtige Anzahl an Säulen zur Verfügung zu stellen.

Von daher halte ich aktuell die Subventionierung in den Aufbau von AC Ladung für nicht Zielführend. Zudem glaube ich, dass man mit einem 150kW Lader eben deutlich mehr Gewinn machen kann und den Strom noch günstiger anbieten kann als bei AC Säulen.

Und wenn Du mir nun noch sagst welche TNM Technik auf öffentlichem Grund eingesetzt wird und was die dort kostet dann wäre ich dankbar.


Doch, genau so kommst Du rüber. Weg mit allen AC Ladern, weg mit allen kleinen Ladern.

Ich würde zumindest mal das Business Future-Proof Paket prüfen.
Das würde ich zumindest als Benchmark sehen.
https://newmotion.com/de_DE/ladestation ... nternehmen
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Re: Konzept für öffentliche Ladestellen

von Dornfelder10 » 8. Okt 2017, 18:45

Hallo OSE,

Danke für Deinen letzten Beitrag. Darüber kann man diskutieren - so stelle ich mir das vor ;)

OS Electric Drive hat geschrieben:Komischerweise nennst auch Du keine konkreten Zahlen und zweifelst aber meine an.

Nein, ich zweifle Deine Zahlen nicht an sondern nur dass Du bei Deinen Vergleichen von den selben Rahmenbedingungen ausgehst.
Das eine 2x22kW-Ladesäule heute 15.000 Euro kostet und kaum genutzt wird das glaube ich Dir. Du hast in Deinem Beitrag aber schon viele Punkte genannt die bei einer größeren Anlage extrem auf die Einzelkosten je Ladepunkt durchschlagen.

Ich habe hier in der Nähe einen "Konsumtempel" mit Baumarkt, Möbelladen, Elektronikmarkt, Einkaufszentrum mit >40 Einzelläden und einiges an Gastronomie. In der Mitte steht ein fettes Parkdeck bzw. Parkplatz mit locker >1000 Plätzen.

Variante1: Schnelladestation mit 350kW Anschlussleistung und 3 Ladesäulen
Damit kann alles was an EVs heute gibt mit max. Ladeleistung versorgt werden, selbst 3 S100D parallel. Heute gibt es aber kein einziges Fzg. das in weniger als 30 min voll wird. Wenn ich jetzt annehme dass es in 5 Jahren Fzg. gibt die in 15 min voll werden ist das schon super optimistisch. Ich glaube es nicht.

Variante 2: Doppelreihe mit 50 Stellplätzen (in der Mitte sind die Ladepunkte und an jeder Seite parkt ein EV)
Mit dem selben Stromanschluss (350 kW) können locker 50 x 11 kW versorgt werden (leere Plätze, zugeparkt, schon vollgeladen, kann nur einphasig laden, usw.).
In der Mitte zwischen den beiden Parkplatzreihen gibt es einen großen "Kabelkanal" an den jeweils links und rechts die Ladeboxen hingeschraubt werden.

Das sind in meinen Augen die beiden Szenarien die man miteinander vergleichen muss. Was das jetzt im Detail kostet? Keine Ahnung aber sicher viel viel weniger als 15.000 EUR je Ladepunkt.
Welche der beiden Varianten mir lieber ist? Das kommt auf die jeweilige Situation an. Wenn ich möglichst schnell weiter will (Autobahn) dann der Schnellader. Wenn ich 3h im Kino oder im Restaurant sitze dann die AC-Variante.

Du hast vor kurzem das Beispiel einer Ladesäule genannt die es seit Jahren gibt und nur minimale kWh abgegeben hat. Glaubst Du das ein DC-Lader an dieser Stelle mehr Umsatz gemacht hätte? Wenn nur 0,1% der Autos EVs sind dann ergibt sich halt kein Geschäftsmodell - egal ob AC oder DC.

Ich arbeite in einer sehr großen Firma die 3 Monsterparkhäuser (und zusätzliche Parkplätze) mit >10.000 Stellplätzen hat. Auch hier reden wir davon dass es auf sehr engem Raum hunderte wenn nicht tausende Ladeplätze geben muss. Dafür werden kostengünstige und skalierbare Systeme entwicklet werden müssen. Auch die werden das Eichamt zufridenstellen müssen. Das kann man dann im kleineren Maßstab auch auf den Supermarktparkplatz anwenden. Keine Ahnung wie das genau aussieht - aber kommen wird es.

Gruß

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Re: Konzept für öffentliche Ladestellen

von egn » 8. Okt 2017, 18:48

Was nützt eine 150 kW Ladestation wenn man warten muss bis die Ladung beendet ist und man den Platz dann gleich wieder frei machen muss?

Das ist unpraktisch und ein erhebliche r Nachteil auch gegenüber der Verbrennertankstelle.

Im Gegensatz dazu hat man einen erheblichen Vorteil wenn man dort laden kann wo das Auto sowieso länger geparkt ist. Man verliert keine Zeit und braucht sich keinen Gedanken darüber machen den Landeplatz wieder freizugeben.

Ich kenne TNM bisher nur im halböffentlichen Bereich bei Firmen. Bei uns im Ort hat eine Firma einen Landepunkt eingerichtet und über TNM für die Öffentlichkeit freigegeben.
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Re: Konzept für öffentliche Ladestellen

von OS Electric Drive » 8. Okt 2017, 19:01

olbea hat geschrieben:Scheinbar willst Du mich nicht verstehen.

das ist eine Unterstellung!
Du nennst Kostentreiber, die für JEDE Art von Ladesäule im öffentlichem Raum gelten. Da ist es egal, wieviel Leistung die hat oder ob AC/DC. Stichwort Tiefbau usw.
Das wäre also bei allen Lösungen gleich oder ähnlich.

auch das ist korrekt und im Übrigen immer wieder mein Ansatz warum ich aktuell davon ausgehe dass es nicht über Millionen von Ladepunkten kommen wird.
Ich finde 100€ Wucher. Für was? Für das Monitoring einer Steckdose? Die auch noch remote neu gestartet werden kann. Die Säule muss ja dauernd defekt sein. Vielleicht mal über andere Konstruktionen nachdenken?

soviel zum Thema verstehen wollen. Eine Säule MUSS einmal im Jahr gewartet werden. Da muss ein Mensch hin fahren und eine Messung machen, das protokollieren etc.... Es muss eine SIM Karte her und ein Zähler der eben Geld kostet. Das als Wucher zu bezechen ist Lachhaft und fern jeglicher Realität.
Standortsuche trifft auch alle und ist kein Pro oder Contra zu SuC/HPC oder DeC.

auch das ist richtig, aber wie schon in weiter vorne beschriebenen Beispielen kann eben über einen SuC das Vielfache an kWh verkauft werden als an einer AC Säule.
Teure SuC als einziges Geschäftsmodell werden nicht funktionieren.
Der muss pro Minute bezahlt werden, damit er schnell frei wird.
Ist mein Aufenthalt länger als der Ladevorgang ist das doof. Ist mein Aufenthalt kürzer als der Ladevorgang ist das auch doof.

Ja tanken ist doof. Aber es ist auch doof wenn man nicht dort parken kann wo man will.. Und wo man dann wieder spezielle Überraschungen erleben kann, wie zum Beispiel die Preise der EnBW und TNM
Ich habe mich wohl nicht korrekt ausgedrückt. Ich verstehe, warum die Preise so sind, aber ich will zumindest nicht akzeptieren, daß die Preise so sein müssen und so bleiben müssen. Habe zwar keine Lösung, aber ich spreche als potentieller Kunde.

Du wir suchen Leute auf dem Bau, die bereit sind bei Wind und Wetter hart zu arbeiten... Dass das noch billiger geht kann ich mir aktuell nicht vorstellen.
Du gehts nur leider nicht darauf ein, wieso ein Schnellader ein besseres Geschäftsmodell sein soll wie ein langsamlader.

Also jetzt schlägt es 13... Ich habe nun schon zig fach gerechnet wie viele kWh ein SuC am Tag durchlassen kann und wie viele kWh über eine öffentliche Ladesäule durch gehen. Ich habe dazu sogar Fotos vom Zähler der Säule in LB gepostet und damit gerechnet. Von Dir kommt was genau an konkreten Informationen ?
Ich habe ja schon einige Punkte genannt, die angegangen werden sollten. Darauf wird aber nicht reagiert. Weder von Dir, noch von anderen.

Jetzt kommen wir zum Punkt.. von wem sollen die angegangen werden?... Das sind die Aussagen wie "wir brauchen" Wer soll das machen für 10.000kWh in 4 Jahren?
Wofür willst Du einen Businesscase?
Nehmen wir mal eine Ladestation in der Stadt. Was ist für Dich öffentlich? Im Parkhaus? An der Strasse? Auf einem Parkplatz?
Wer ist der Betreiber? Soll nur Strom durchgereicht werden? Selbst Tankstellen kommen nur mit Sprit nicht über die Runden.

Und Du glaubst also dass jemand Sprit verkauft wenn man ihm nicht die Möglichkeit gibt einen Shop zu betreiben ? Also an irgendetwas muss man ja wohl verdienen. Man sieht jetzt sehr genau, dass die Preise massiv anziehen und das wird noch weiter gehen. Einfach mal rechnen...
Strom kann nur dazu genutzt werden, die Kunden zu einem zu bringen. Die Ladeleistung / Kosten usw. müssen dem Aufenthalt angemessen sein. Also kein SuC am Freibad wo man gerne 8h verbringt. Aber einige mittelschnelle Lader an Einkaufszentrum, evtl. Auch verschiedene mit verschiedenen Abrechnungsmodalitäten.
Also ein Mix.
Bei allem, ausser der Langstrecke sind 15-30 Minuten oft zu lang oder zu kurz zum laden.

Aber das hatten wir doch nun schon 100x.. Dazu muss dann überall dort wo der Individualverkehr ist genügend Ladekapazität sein. Heute war ich auf dem Canstatter Wasen und dort sind ein paar größere Events.. Der Parkplatz ist sonst leer.. Wie soll das denn gehen? Der eine Wandert, der nächste geht Geo Cashen, der nächste Ski Fahren und der andere sonst wo hin...
Tankstellen haben ja schon gut erkannt, daß Sie mehr als Sprit bieten müssen. Nur wer will schon 30 Minuten an einer Tankstelle rumhängen?

Als ich mit meinem Roadster 2011 nach München gefahren bin habe ich zum ersten mal an einem HPC geladen... 16kW.. Hammer Leistung Ich konnte das nicht glauben wie schnell das ging.. Im Sommer 2013 habe ich dann mein Model S bekommen und konnte mit 22kW laden... Und dann... Endlich der erste SUC... und mein MS konnte mit 100kW laden, wenn auch nur für 15-20%... Die Ladung bis 70% ging so im Schnitt mit 60-70kW über die Bühne... Jetzt mit meinem MX lade ich 70kWh mit >100kW.... Und ich denke dass beim 100er nicht die Batterie die Leistung beschränkt.... Ich denke dass man in Zukunft mit dem E-Auto kaum länger an der Tankstelle braucht als mit einem Verbrenner. Wir können uns dann gerne wegen 5 Minuten Streiten...
Ich glaube deine Suche nach einem Geschäftsmodell werden wir kaum auflösen können.

Ich habe aber vorhin schon ein paar Punkte angesprochen die gelöst werden müssen, damit überhaupt ein Geschäftsmodell funktionieren kann. Ich glaube du versteifst Dich zu sehr auf diese Schnelllader.
Versuche herauszufinden, welche Art von Lader an welcher Lokation Sinnvoll ist.

Eine einsame Typ2 Säule mit 2x22 kW ist z.B. an einem Pendlerparkplatz wie einem S-Bahn Parkplatz überdimensioniert. Dort muss der Parkplatz währen des Parkens das Auto gut voll bekommen. D.h. In ca. 10-12 h sollte der Akku gut gefüllt werden. 100% muss es bei einem 60kWh Akku aber auch nicht sein. 80-90% sollten reichen.
Wenn das laden dort für einen Pendler 80€ am Tag kostet, dann macht das keiner. Wenn der Pendler sein Auto dort in 30 Minuten voll bekommt sind das 30 Minuten zu viel. Wer will am S-Bahnhof 30 Minuten neben dem Auto stehen und auf Vollladung warten?
Dort wäre es bestimmt sinnvoll z.B. 10 Ladeplätze als Premium Parking mit je 22kW zu versorgen, dies aber Lastverteilt, also alle Plätze zusammen weniger als 220kW benötigen. Die Anschlussleistung kann dann im Laufe der Zeit erhöht werden, falls mehr notwendig ist.
Businesscase: Bahn will mehr Kunden gewinnen und Bahnhöfe attraktiver machen.

Aktuell wirst Du nur keinen Businesscase finden der greift, besonders wenn es nur um das verkaufen des Stroms geht. Das liegt einfach daran, daß zu wenig PKW vollelektrisch unterwegs sind.
Jetzt gilt es Claims abzustecken und bekannt zu werden.
Welchen Mehrwert ausser Strom willst Du bieten?

Mehrwert SuC an den Autobahnen = Langstrecke wir überhaupt erst möglich, ist aber noch mit diversen Änderungen von gelernten Verhaltensweisen verbunden. Und Tesla wird es überhaupt erst ermöglicht Autos zu verkaufen.
Mehrwert DeC. Entlastung und Entspannung bei Reisen. Ein letzter langer Stop am SuC kann entfallen.

D.h. Welchen Mehrwert, ausser Strom willst Du liefern?

Geld verdienen geht bestimmt erst in 10 Jahren.

AC Ladepunkte sind zumindest billiger als DC.
Und 150 KW sind halt zu wenig! Da dauert Laden zu lange.
Der Killer für jedes Geschäftsmodell ist. (Nach meiner Meinung) Niemand will länger als 1-2 Minuten nebelten seinem Auto stehen und warten bis es voll ist.
Dauert es länger muss ein alternativprogramm geboten werden.
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Wie schon gesagt... wir sprechen die gleiche Sprache... Aber dann muss halt schnell an tausenden von Standorten was entstehen... Ich denke die Leute wollen mit dem Auto in den Laden hinein fahren und somit nehmen die wenigsten große Fußmärsche in Kauf weil die nächste freie Ladesäule halt 3km entfernt ist.

Vielleicht täusche ich mich ja...
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Re: Konzept für öffentliche Ladestellen

von OS Electric Drive » 8. Okt 2017, 19:03

olbea hat geschrieben:
Doch, genau so kommst Du rüber. Weg mit allen AC Ladern, weg mit allen kleinen Ladern.

Ich würde zumindest mal das Business Future-Proof Paket prüfen.
Das würde ich zumindest als Benchmark sehen.
https://newmotion.com/de_DE/ladestation ... nternehmen


Dann solltest Du vielleicht etwas differenzierter an die Sache ran gehen. Wenn DU das so zickig verstehst ist das ja Dein Problem nicht meines... Ich habe das auf jeden Fall nicht gesagt, dass wir Millionen von DC Mini Ladern brauchen! Und ist dieser Lader nun für den öffentlichen Betrieb auf einem öffentlichen Parkplatz?
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Re: Konzept für öffentliche Ladestellen

von olbea » 8. Okt 2017, 19:32

Du setzt Komplett auf DC Schnelllader. Das habe ich gesagt. Du sagst wir brauchen überhaupt keine AC langsamlader. Das sehe ich anders. Da werden wir uns auch nicht einig.
Ich hoffe nur es kommt nicht so. Denn ein Elektroauto ohne sinnvollen AC Lader ist meiner Meinung eine Fehlentwicklung. Das treibt uns von der Freiheit, an jeder Steckdose laden zu können in die Abhängigkeit von Betreibern von DC Ladern. Ich möchte diese Freiheit nicht aufgeben.

Die Lösung NewMotion wird hier als Benchmark gesehen. Das bedeutet nicht das diese Lösung aktuell 100% passt, zeigt aber wohin es sich entwickeln sollte.

Ich bin übrigens nicht zickig oder angefressen oder sonstiges. Ich vermute auch, Du hast deutlich mehr Erfahrung und Engagement in dem Bereich der Elektromobilität als ich. Das schätze ich sehr. Ich will wirklich verstehen warum Deine Lösung für den öffentlichen Raum nur ein Schnellader sein kann. Da hilft es auch nicht auf bereits gesagtes zu verweisen, denn das habe ich gelesen und das hat mich nicht überzeugt.

Ich nehme mir aber jetzt erst mal von diesem Faden eine Auszeit. Besonders um Deine Länge Antwort durchzuarbeiten.
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Re: Konzept für öffentliche Ladestellen

von Dornfelder10 » 8. Okt 2017, 19:39

OS Electric Drive hat geschrieben:Jetzt würfelt wieder einer was durcheinander. Ich habe nicht gesagt, dass wir Millionen von DC Ladern brauchen sondern in Frage gestellt ob wir über haupt noch AC Lader an Bord haben werden. In China ist das längst kein Thema mehr in jedem Auto einen Lader mit sich rum zu schleppen.


Hast Du da nähere Infos zu den Fzg. ohne AC-Lader? Ehrlich gesagt kenne ich mich mit chinesischen Fzg. nicht aus und müsste da jetzt aufwendig suchen. Wäre super wenn Du da einen Link hättest.
Danke!

Wenn wir darüber reden den DC-Lader komplett entfallen zu lassen ist das übrigens eine ganz andere Diskussion. Ich hatte das so aufgefasst das Du weiterhin einen 3,7 KW-Lader behalten möchtest.
Den kompletten Entfall kann ich mir vorstelllen - allerdings erst in einigen Jahren. Da ist die Reihenfolge eindeutig: Erst wenn die DC-Infrastruktur steht und die Leute tatsächlich sehen es geht auch ohne AC wird das akzeptiert werden.

OS Electric Drive hat geschrieben:Als ich mit meinem Roadster 2011 nach München gefahren bin habe ich zum ersten mal an einem HPC geladen... 16kW.. Hammer Leistung Ich konnte das nicht glauben wie schnell das ging.. Im Sommer 2013 habe ich dann mein Model S bekommen und konnte mit 22kW laden... Und dann... Endlich der erste SUC... und mein MS konnte mit 100kW laden, wenn auch nur für 15-20%... Die Ladung bis 70% ging so im Schnitt mit 60-70kW über die Bühne... Jetzt mit meinem MX lade ich 70kWh mit >100kW.... Und ich denke dass beim 100er nicht die Batterie die Leistung beschränkt.... Ich denke dass man in Zukunft mit dem E-Auto kaum länger an der Tankstelle braucht als mit einem Verbrenner. Wir können uns dann gerne wegen 5 Minuten Streiten...


Vorsicht OSE da bist Du glaube ich auf dem Holzweg. Die 16kWh beim Roadster und die 22 kWh beim Model S waren nie auch nur Ansatzweise die grenze des technisch machbaren. Das war nur die Entscheidung nicht mehr Ladeleistung anzubieten.

Beim DC-Laden mit >100 kW ist man dann schon zumindest in der Nähe dessen was der Akku verträgt. Der 100er-Akku hat ja mehr Zellen parallel geschaltet als der 85er. Das damit mehr Ladeleistung geht ist ja klar. Aber selbst der 100er kann im Durchschnitt einer 0-80%-Ladung nur knapp über 100kW. Der Zielkonflikt zwischen Energiedichte und Leistungsdichte (also Schnelladen) wird sich nicht in Luft auflösen. Eine halbierung der Ladezeit bedeutet den doppelten Strom in der Zelle und die vierfachen Verluste. Die Kühlleistung muss also 8 x so groß sein.

Gruß

Bernhard
 
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Re: Konzept für öffentliche Ladestellen

von OS Electric Drive » 8. Okt 2017, 20:07

Dornfelder10 hat geschrieben:Hallo OSE,

Danke für Deinen letzten Beitrag. Darüber kann man diskutieren - so stelle ich mir das vor ;)


gerne
Nein, ich zweifle Deine Zahlen nicht an sondern nur dass Du bei Deinen Vergleichen von den selben Rahmenbedingungen ausgehst.
Das eine 2x22kW-Ladesäule heute 15.000 Euro kostet und kaum genutzt wird das glaube ich Dir. Du hast in Deinem Beitrag aber schon viele Punkte genannt die bei einer größeren Anlage extrem auf die Einzelkosten je Ladepunkt durchschlagen.

Ich habe hier in der Nähe einen "Konsumtempel" mit Baumarkt, Möbelladen, Elektronikmarkt, Einkaufszentrum mit >40 Einzelläden und einiges an Gastronomie. In der Mitte steht ein fettes Parkdeck bzw. Parkplatz mit locker >1000 Plätzen.

Variante1: Schnelladestation mit 350kW Anschlussleistung und 3 Ladesäulen
Damit kann alles was an EVs heute gibt mit max. Ladeleistung versorgt werden, selbst 3 S100D parallel. Heute gibt es aber kein einziges Fzg. das in weniger als 30 min voll wird. Wenn ich jetzt annehme dass es in 5 Jahren Fzg. gibt die in 15 min voll werden ist das schon super optimistisch. Ich glaube es nicht.

Variante 2: Doppelreihe mit 50 Stellplätzen (in der Mitte sind die Ladepunkte und an jeder Seite parkt ein EV)
Mit dem selben Stromanschluss (350 kW) können locker 50 x 11 kW versorgt werden (leere Plätze, zugeparkt, schon vollgeladen, kann nur einphasig laden, usw.).
In der Mitte zwischen den beiden Parkplatzreihen gibt es einen großen "Kabelkanal" an den jeweils links und rechts die Ladeboxen hingeschraubt werden.
Ich sehe nicht warum ein Baumarkt eine Ladesäule bereitstellen muss / soll.. haben heute keine Tankstellen warum dann Ladeplätze? Zudem bin ich ja keine 3h im Baumarkt. Und bei 11kW gehen halt in 30Min. nur 5-6kWh rein
Das sind in meinen Augen die beiden Szenarien die man miteinander vergleichen muss. Was das jetzt im Detail kostet? Keine Ahnung aber sicher viel viel weniger als 15.000 EUR je Ladepunkt.

Jein... ich sehe das weiterhin nicht so... denn so wird die Säule nur dann genutzt wenn auch Leute in den Markt kommen.
Welche der beiden Varianten mir lieber ist? Das kommt auf die jeweilige Situation an. Wenn ich möglichst schnell weiter will (Autobahn) dann der Schnellader. Wenn ich 3h im Kino oder im Restaurant sitze dann die AC-Variante.

Hier sind wir uns einig... Leider sind die Kinos bei uns in der Gegend in der Regel ohne Ladepunkte. Die kommen so kaum über die Runden und ich denke nicht, dass die hier massiv investieren werden.
Du hast vor kurzem das Beispiel einer Ladesäule genannt die es seit Jahren gibt und nur minimale kWh abgegeben hat. Glaubst Du das ein DC-Lader an dieser Stelle mehr Umsatz gemacht hätte? Wenn nur 0,1% der Autos EVs sind dann ergibt sich halt kein Geschäftsmodell - egal ob AC oder DC.

nein, daher halte ich ja auch den Standort für verkehrt...
Ich arbeite in einer sehr großen Firma die 3 Monsterparkhäuser (und zusätzliche Parkplätze) mit >10.000 Stellplätzen hat. Auch hier reden wir davon dass es auf sehr engem Raum hunderte wenn nicht tausende Ladeplätze geben muss. Dafür werden kostengünstige und skalierbare Systeme entwicklet werden müssen. Auch die werden das Eichamt zufridenstellen müssen. Das kann man dann im kleineren Maßstab auch auf den Supermarktparkplatz anwenden. Keine Ahnung wie das genau aussieht - aber kommen wird es.

Gruß

Bernhard


Ja das ist ein Problem und nicht so einfach zu lösen!
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Re: Konzept für öffentliche Ladestellen

von Ralf Wagner » 8. Okt 2017, 20:23

Unser Kino (Cinemaxx in Stuttgart Möhringen) hat zwei Newmotion Ladestationen mit 11 kW, Kosten 0,3€/kWh. Das ist ein Konzept das aus meiner Sicht vernünftig ist. Im Kino ist man 2 - 3h, da gehen dann ein paar kWh rein. Mit 0,3€/kWh bleibt auch etwas für den Betreiber hängen am Strom.
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