In Bad Rappenau entsteht eine Wasserstoff Tankstelle

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Re: In Bad Rappenau entsteht eine Wasserstoff Tankstelle

von TeeKay » 10. Mai 2017, 17:47

Was denkst du denn, wie viel Bremsenergie zu rekuperieren wäre? Da die Energie bei der anschließenden Beschleunigung wieder verbraucht wird, reichen 1kWh für die Reku aus. Da must du schon aus 200km/h oder dem Hochgebirge runterrekuperieren, damit 1kWh nicht ausreichen.
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Re: In Bad Rappenau entsteht eine Wasserstoff Tankstelle

von k11 » 10. Mai 2017, 18:02

Hä? Wo lebst du? 1 kWh ist nix!
Gruß
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Re: In Bad Rappenau entsteht eine Wasserstoff Tankstelle

von OS Electric Drive » 10. Mai 2017, 18:42

Wieso wo lebst du denn?

(150/3.6)^2*2100*1/2 gibt über den Daumen 0.5kWh
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Re: In Bad Rappenau entsteht eine Wasserstoff Tankstelle

von Sedna » 10. Mai 2017, 19:51

TeeKay hat geschrieben:Was denkst du denn, wie viel Bremsenergie zu rekuperieren wäre? Da die Energie bei der anschließenden Beschleunigung wieder verbraucht wird, reichen 1kWh für die Reku aus. Da must du schon aus 200km/h oder dem Hochgebirge runterrekuperieren, damit 1kWh nicht ausreichen.


Mir geht es nicht um die Energie sondern um die Leistung. Wie geschrieben kannst du nur mit 1,5kW (kW nicht kWh!) in den Akku zurückladen, beim MS sind es 60kW. Eine Bremsleistung von 1,5 kW ist m.E. quasi nichts.
 
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Re: In Bad Rappenau entsteht eine Wasserstoff Tankstelle

von volker » 10. Mai 2017, 21:46

Alle Hybride und Plugin-Hybride muten ihren Akkus wesentlich höhere spezifische Leistungen zu als wir es vom Tesla Akku kennen. Die 1.5C sind völlig aus der Luft gegriffen und ohne Quelle. Wer hat Daten z.B: aus dem Prius-Forum?
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Re: In Bad Rappenau entsteht eine Wasserstoff Tankstelle

von Naheris » 10. Mai 2017, 21:55

Ich kann es nur für den Passat GTE sagen: 40kW Regeneration an der Forderachse in einen 9,9 kWh Brutto Akku, aber erst unterhalb 80% SoC. Die Motorleistung weiß ich nicht auswendig, aber die kann auch nur für ca. 10 Sekunden gehalten werden, dann sinkt sie auf ca. 75%. Je nach Wetter ändert sich dies.
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Re: In Bad Rappenau entsteht eine Wasserstoff Tankstelle

von alupo » 10. Mai 2017, 22:17

Ich hatte kürzlich die Gelegenheit eine dieser H2-Stationen kurz vor der geplanten Inbetriebnahme zu besichtigen.

Da ich beruflich u.a. mit der Kostenseite der Synthesegaserstellung zu tun hatte war diese "Abfüllanlagenbesichtigung" für mich von besonderem Interesse.

Das Trafostation ist in einem separaten Häuschen untergebracht. Der Anschlußwert liegt bei 350 kW. Damit kann man auch 3 Teslas gleichzeitig superchargen.

Der Wasserstoff wird bei 200 bar von LKWs übernommen (d.h. vermutlich so um die 3000 Nm³, genau kann ich es nicht sagen denn ich höre seit Jahren nur von 300 bar LKWs mit bis zu 5000 Nm³, und seit 2-3 Jahren soll es auch ca. 10 LKWs geben die auch bis zu 9400 Nm³ können), d.h. die analogen Eingangsmeßgeräte gehen bis 250 bar. Damit ist die Transportkapazität sehr "begrenzt". Die neuste LKW-Technik kann zu 9400 Nm³ H2 transportieren (war damals die höchste in einen LKW abgefüllte Menge). Im Vergleich zu Benzin/Diesel ist das natürlich immer noch extrem wenig wenn man die transportierte Menge in Personenkilometer umrechnet (über den Verbrauch der Autos). Man braucht locker die 10-fache LKW-Zahl, und jeder ist wesentlich teurer in der Anschaffung (Flüssigkeit versus Druckgas).

Im Inneren fallen neben den 200 bar Wasserstoffflaschen auch die große Zahl der Stickstoffflaschen auf. Diese werden benötigt da die Armaturen mittels Druckgas angesteuert werden. Normalerweise verwendet man lokal, mittels eines mit Strom angetriebenen Kompressors Druckluft. Wenn aber H2 durch die Leitungen geht ist das nicht erlaubt. Daher: ohne Stickstoff (und ohne Strom) gibt es keinen Wasserstoff.

Danach gibt es zwei innere Häuschen. Im ersten ist zum einen die Steuerung verbaut (von Siemens, ich glaube das 7-er System) und der eMotor (110 kW) der den Kompressor betreibt der das Hydrauliköl unter Druck setzt. Oben auf dem Flachdach gibt es noch einen Doppel-Luftkühler. Das sieht man auf den hier eingestellten Bildern.

Das Hydrauliköl geht dann zum zweiten Häuschen in dem 2 gegenläufige Doppelkolbenkompressoren (2 Kompressoren mit je 2 gegenläufigen Kolben in einem Zylinder) verbaut sind. Für deren Antrieb wird das Hydrauliköl benötigt. Die erste Druckstufe komprimiert von den gelieferten 200 bar auf die Zwischenstufe mit 450 bar. Die anfallenden Mengen werden in Stahlflaschen, die sich ebenfalls in diesem Häuschen befinden zwischengelagert. Danach komprimiert der zweite Doppelkolbenkompressor auf die schon genannten 875 bar (entspricht einem Druck wie er 8750 m unter der Meeresoberfläche herrscht). Die für das speichern verwendeten Flaschen sind jetzt zusätzlich mit Carbonfasern ummantelt (sind grau, nicht gelb wie im Mirai ;-)).

Daneben steht noch eine H2-Kühlanlage. Irgendwo müssen die 350 kW Anschlußleistung ja hin ;-).

Die Tankstelle könnte zwar von der Höhe her auch Brennstoffzellen-LKWs befüllen, aber das wird mit dieser Technologie nicht klappen da eine LKW-Befüllung über 20 Minuten dauern soll und das für die Speditionen nicht akzeptabel ist. So zumindest die Aussage eines Ingenieurs der Inbetriebnahmetruppe.

Zu den Kosten: ich hatte schon von einem Bekannten der auch mal als Ingenieur in einer Raffinerie gearbeitet hat gehört dass eine neue Tankstelle ca. 1 Mio. Euro kostet. Eine Tankstelle die auch H2 kann, kostet aber das doppelte. Daher ist auch der H2-Preis so irre hoch. Ich kenne berufsbedingt die Herstellkosten einer worlscale-H2-Anlage, die Preise sind ein Schock. Aber aufgrund der minimalen Menge und der Minichargen über die LKW-Belieferung ist sicher selbst dieser Preis nicht kostendeckend.

Zusätzlich habe ich gelesen dass kürzlich 7 H2-Abfüllstationen in den USA in Betrieb genommen wurde. Die Gesamtkosten wurden sogar mit 28 Mio. USD angegeben, d.h. anstatt 1 Mio. Euro wären das 4 Mio. USD.

Noch etwas zum Wirkungsgrad der mit deutlichem Abstand kostengünstigsten Art der H2-Herstellung (erdgasbasierte Steamreforminganlage mit anschließender CO-Konvertierung mittels Dampf. Das entstehende CO2 geht über Dach oder ins Bier/Cola/Sprudel, evt. wird mittels Ammoniak (NH3) Harnsstoff produziert und auf 25% verdünnt an die Dieselfahrer als AdBlue verkauft ;-)) von einer worldscale-Anlage: es sind nur ca. 65%, und das bei 25 bar Druck. Die Kosten einer Anlage liegen im 3-stelligen Mio. Euro Bereich. Naja, Steamcracker sind teurer ;-).
Zuletzt geändert von alupo am 10. Mai 2017, 23:11, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: In Bad Rappenau entsteht eine Wasserstoff Tankstelle

von Sedna » 10. Mai 2017, 22:18

volker hat geschrieben:Alle Hybride und Plugin-Hybride muten ihren Akkus wesentlich höhere spezifische Leistungen zu als wir es vom Tesla Akku kennen.


Mag sein, ohne Quelle ist das aber auch nur eine Behauptung.

volker hat geschrieben: Die 1.5C sind völlig aus der Luft gegriffen und ohne Quelle.


Na ja, "völlig aus der Luft gegriffen" trifft ja wohl auch nicht so ganz zu. ;-)

volker hat geschrieben:Wer hat Daten z.B: aus dem Prius-Forum?


Genau das war ja meine Frage im ersten Post an den FCV-Besitzer, er könnte ja am meisten darüber wissen.

Vielleicht meldet er sich ja wieder...
 
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Re: In Bad Rappenau entsteht eine Wasserstoff Tankstelle

von Sedna » 10. Mai 2017, 22:20

alupo hat geschrieben:Ich hatte kürzlich die Gelegenheit eine dieser H2-Stationen kurz vor der geplanten Inbetriebnahme zu besichtigen.
..
.


Danke alupo! Super Bericht!

Gruß,
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Re: In Bad Rappenau entsteht eine Wasserstoff Tankstelle

von Sedna » 10. Mai 2017, 22:26

Naheris hat geschrieben:Ich kann es nur für den Passat GTE sagen: 40kW Regeneration an der Forderachse in einen 9,9 kWh Brutto Akku, aber erst unterhalb 80% SoC. Die Motorleistung weiß ich nicht auswendig, aber die kann auch nur für ca. 10 Sekunden gehalten werden, dann sinkt sie auf ca. 75%. Je nach Wetter ändert sich dies.


Ok, danke für die Info! Das wären 4C für 10s.

Gruß,
Sedna.
 
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