Großes Joint Venture der dt Hersteller für 350-kW-Netz!

Öffentliche und private Lademöglichkeiten...

Re: Großes Joint Venture der dt Hersteller für 350-kW-Netz!

von Naheris » 14. Mär 2017, 20:11

Ralf Wagner hat geschrieben:Chademo hat auch eine Option auf 150 / 350 kW.

Chademo plant 2020 einen 350 kW Standard zu haben. Derzeit arbeiten sie aber noch am 150 kW Standard, wofür es aber scheinbar noch keine echten ("zertifizierten") Ladegeräte gibt. Bei CCS ist beides schon da, und das sowohl für 150 kW als auch 350 kW. Autos gibt es aber natürlich bisher weder für die Einen als die Anderen. ;)

Quelle: Chademo.com.

Roadmap "High Power":
https://www.chademo.com/technology/high-power/

Hier die derzeit verfügbaren, zertifizierten Ladegeräte (keines über 100 kW):
https://www.chademo.com/wp2016/wp-content/uploads/pdf/Certified_charger.pdf

Übrigens eine ziemlich coole Seite, auf der man alle (?) Lader ansehen kann, die es so für Chademo gibt.
E-Fahrzeuge: Ladeleistungen, Reichweiten und andere Infos (Link nach Außerhalb).
Fahrzeug: Passat GTE.Bild
I paced (#22).
 
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Re: Großes Joint Venture der dt Hersteller für 350-kW-Netz!

von Nick1 » 14. Mär 2017, 21:31

Hier schreiben sicherlich viele schlaue Leute mit profunden Kenntnissen in Sachen Elektrizität.
Aber wieviele unserer Forumsbrüder- und Schwestern sind tatsächlich versierte Chemiker/Physiker, die professionell in der Akkuforschung tätig sind?
Ein Outing ist willkommen, dann könnten auch die wilden Spekulationen der Laien reduziert werden ;-)

Solange sollten wir die Fakten betrachten:
Das bisherige "Standardmodell" war ein 85er. Als neuer Standard scheint sich gerade der 100er zu etablieren.
Wir haben also in 4 Jahren eine Kapazitätserhöhung ca. um einen Faktor 1,2.
Die Ladeleistung stieg ähnlich.
Ladeleistung um 350Kw wäre allerdings eine Steigerung um Faktor 3!
Bis 2020? Alles klar und an Ostern kommt der Weihnachtsmann!
Faktisch wäre diese Steigerung ja noch deutlich höher, da der momentane SuC zwar knappe 120Kw ausspuckt, diese aber nicht annähernd kontinuierlich vom Akku ertragen werden.
350Kw, die nach wenigen Minuten massiv runtergeregelt werden, bringen außer einem kurzen Showeffekt gar nichts.
Sollten die Akkus "starkstromtoleranter" werden, könnte man noch viele Jahre bei den bisherigen SuC bleiben und diese einfach kontinuierlich mit 120Kw durchpowern lassen. Dann wäre ein 350Kw Lader, der direkt runtergeregelt wird, keinen Deut schneller...

Klar, wenn der Superakku kommt, der permanente 350Kw abkann, guckt die bisherige Chemie und Technik in die Röhre.
Aber wie hier schon ganz richtig beschrieben wurde, jeden Tag steht irgendein bullshit im Netz bzgl. bahnbrechender Elektroerfindung.
Direkt neben der Werbung "Ernährungsberater haben Angst, daß sich herumspricht, wie sie mit diesem Präparat 20Kg in 2 Wochen abnahm."

Tesla als solches ist eine Revolution. Ohne Wenn und Aber.
Die Batteriezellforschung läuft aber bisher nach den Regeln der Evolution.

Wäre sonst auch ziemlich blöd für und von Tesla.
Da geht doch gerade das ganze Taschengeld für die Gigafactory drauf und bevor es richtig los geht, könnten sie ihre insuffizienten LiOn-Kochutensilien bereits wieder bei EBay-Kleinanzeigen verscherbeln.

Was bedeutet die medienwirksame Ankündigung von 350Kw-Ladern in der Realität?:
Mein Nachbar beglückwünschte mich zum tollen Tesla und meinte, seine Entscheidung pro Elektromobilität sei bereits auch gefallen.
Er warte aber noch, weil der Daimler hat da was ganz was Großes in der Pipeline.
Und solange fahre er seinen ML und werde 2018 zur Überbrückung auf einen GLK Hybrid umsteigen.

Da klingen doch die Gläser in den Etagen der Konzernstrategen.
Abgefahren wie diese Bauernfängertaktik aufgeht. Ein paar 350er Lader hingedübelt und schon verkaufen sich die Stinker weiter wie geschnitten Brot.
So läuft der Hase...
 
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Re: Großes Joint Venture der dt Hersteller für 350-kW-Netz!

von Wim » 14. Mär 2017, 21:36

In der Vergangenheit haben unsere großen Verbrennerhersteller immer dann mit viel Getöse innovative Einzelstücke auf die Bühne geschoben (wasserstoff, Brennstoffzelle ...), wenn es galt, Fördertöpfe nicht in "falsche Hände", sprich: innovative kleine Firmen, fallen zu lassen.

Aktuell gibts wohl mal wieder 300 Mio EUR vom Staat für die Elektromobilität. Diese müssen (aus Sicht der Verbrennerhersteller) aber sowas von zügig vom Markt ...

Was das Joint Venture betrifft ist alles, was ich bisher darüber lesen konnte, irgendwas von "planen" und "Absichtserklärungen".

Und die Herren (Damen gibts da wohl nicht) Konzernverantwortlichen für Verbrennermotorenherstellung und Getriebetechnik werden dafür sorgen, dass ihre Budgets (= Macht) noch so lange wie möglich schön groß bleiben. Wie alt sind die Herren? 50...55 Jahre? DIE 10 Jahre bis zur Rente schaffen sie noch.

Und so wird es in 2017 einen medial aufgeblasenen "Ersten Spatenstich" und/oder "Ersteröffnung" geben. Danach sind die Fördermittel verbraucht und es ist wieder Ruhe im Schiff.

Als treibende Kraft für weitere Ladestationen kann ich mir eher die Stromversorger vorstellen. Die haben die Technik dafür und sind am Stromumsatz interessiert. Marktbestimmend könnte hier der werden - und das muss dann kein Versorger sein - der eine einheitliche, einfache, nutzerfreundliche Abrechnungsplattform anbieten kann der sich dann auf Grund der Marktmacht alle Anbieter unterwerfen müssen.

Aber, halt alles Glaskugel ...
Wer e-Auto fährt, macht was für Mutter Erde (Vater Staat ist das egal) und macht das sicherlich auch für die Kinder dieser Welt.
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Re: Großes Joint Venture der dt Hersteller für 350-kW-Netz!

von Elektroniker » 14. Mär 2017, 22:28

Nick1 hat geschrieben:Solange sollten wir die Fakten betrachten:
Das bisherige "Standardmodell" war ein 85er. Als neuer Standard scheint sich gerade der 100er zu etablieren.
Wir haben also in 4 Jahren eine Kapazitätserhöhung ca. um einen Faktor 1,2.
Die Ladeleistung stieg ähnlich.
Ladeleistung um 350Kw wäre allerdings eine Steigerung um Faktor 3!
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Bei Deinen Fakten vergisst Du aber, dass es faktisch auch noch andere Batteriehersteller als Panasonic (und Tesla) gibt, die auch heute schon deutlich höhere relative Ladeleistungen realisieren.
Z. B. hat der Ioniq von Hyundai eine Batterie von 28 kWh und lädt über eine längere Zeitspanne mit rund 70 kW. Der macht 80% Aufladung in 24 min.
Auf eine Batteriegröße von 90 kWh hochgerechnet ergäbe sich eine längerdauernde Ladeleistung von 225 kW :!:
Diese heute schon benutzte Batteriechemie kann also mit 2,5 C laden, und nicht nur mit 1,3 C wie der Tesla. Also ungefähr doppelt so schnell.
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Re: Großes Joint Venture der dt Hersteller für 350-kW-Netz!

von cko » 14. Mär 2017, 22:32

Gibt es denn auf diese 2,5C Akkus auch 8 Jahre Vollgarantie?
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Re: Großes Joint Venture der dt Hersteller für 350-kW-Netz!

von redvienna » 14. Mär 2017, 22:36

Rechenbeispiel:

130 kWh x 2,7 = 351 kW

Das entspricht genau der Samsung Batterie die 2021 auf den Markt kommt.

Ist Tesla schon jetzt soweit ?
Zuletzt geändert von redvienna am 14. Mär 2017, 23:28, insgesamt 2-mal geändert.
Ford Focus Electric 10/2013 +51.000 km
Tesla S70D blue metallic 3/2016 +38.000 km + M3 reserv.
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Re: Großes Joint Venture der dt Hersteller für 350-kW-Netz!

von Elektroniker » 14. Mär 2017, 22:38

cko hat geschrieben:Gibt es denn auf diese 2,5C Akkus auch 8 Jahre Vollgarantie?

Ich glaube, Hyundai gibt 5 Jahre.
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Re: Großes Joint Venture der dt Hersteller für 350-kW-Netz!

von einstern » 14. Mär 2017, 22:54

cko hat geschrieben:Gibt es denn auf diese 2,5C Akkus auch 8 Jahre Vollgarantie?

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Re: Großes Joint Venture der dt Hersteller für 350-kW-Netz!

von volker » 14. Mär 2017, 23:47

Die 350kW Ladetechnik war auch Gegenstand des Porsche-Vortrags in der Mäulesmühle:
viewtopic.php?f=10&t=8566&p=361177#p361177

@Nick1 ja hier gibt es Physiker und Chemiker, ich sehe aber nicht wie das einen qualifiziert diese Entwicklungen zu kommentieren?
P = U * I kommt in der 7. Klasse dran, muss man wirklich Physik studieren damit man das noch weiß?

Die hohen Ladeleistungen will Porsche über einen extrem niedrigen Innenwiderstand der Zelle erreichen, das verringert die Abwärme, die die Klimaanlage aus dem Akku weg schaffen muss.
Einen niedrigen Innenwiderstand und damit eine hohe Leistungsdichte bekommt man mit mehr passiv leitendem Elektrodenmaterial hin, das geht bisher nur auf Kosten einer niedrigeren Energiedichte. Der Ioniq kann mit 2,7C laden, der BMW i3 mit 4C. Beide haben relativ kleine Akkus (28kWh bzw. 20kWh) die aber trotzdem +250kg wiegen. Man kann so einen Akku nicht auf 100kWh aufblasen und ihn trotzdem in ein Auto einbauen, der wird schlichtweg zu schwer.
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Re: Großes Joint Venture der dt Hersteller für 350-kW-Netz!

von Franko30 » 15. Mär 2017, 00:10

Ich weiß nicht, der Porsche Mensch gab ja auch ein Gesamtgewicht des neuen E-Porsche von 2 Tonnen an. Also soviel wie das 5-Sitzer Model S. Ich gehe davon aus, dass eine große Batterie mit niedriger Energiedichte das Auto so schwer wie ein Model S macht.
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