Konzept für öffentliche Ladestellen

Öffentliche und private Lademöglichkeiten...

Re: Konzept für öffentliche Ladestellen

von harlem24 » 14. Nov 2017, 21:27

Es stimmt schon, dass die lolos tausendfach im Einsatz sind und das sogar vergleichsweise zuverlässig.
OS hat aber schon Recht, dass es, im Vergleich zu noch nicht vor all zu langer Zeit, etwas mehr zu beachten ist, wenn man eine öffentliche Ladesäule aufstellt, siehe Eichämter und co.
Und NM ist dafür bekannt, dass sie es sich manchmal etwas einfach machen, gibt einige Threads im GE darüber.
Trotzdem sollte es möglich sein, auch im öffentlichen Bereich ordentliche Ladesäulen auf zustellen, die kein 13000€ kosten.
Muss mal schauen, was enercity für ne Mennekes-Säule aufruft, die vom Eichamt abgenommen ist und im NM-Backend hängt.
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Re: Konzept für öffentliche Ladestellen

von einstern » 14. Nov 2017, 22:03

Um mal das Thema aus einem anderen Blickwinkel zu beleuchten, wir lassen in den Strassen ekektrische Kästen aufstellen. Die Komponente kostet x1000 €. Die notwendige infrastrukturelle Gestaltung kostet dagegen x10000 Euro. Und es geht noch viel doller!

Ladestationen können sicherlich auf einfachere Konzeptgestaltung zurückgreifen und vorhandene Strukturen besser ausnutzen, wie z.B. Gebäudewände und Nähe zu elektrischen Anschlüssen. Aber eine freistehende Säule ist der Harakiri für das Budget.

Dann hört man oft, "so eine kleine Säule aufstellen, na, was kann das denn schon kosten?" Tja, das kostet ein EV! Die Säule selbst kostet nur so viel wie die bereiften Felgen.

Ich fände es vorteilhaft, wenn man Konzepte zusammenstellt, die keine Erdarbeiten benötigen. Dann erspart man sich die schlimmsten Kostenbrocken.

Ich mache mal ein Beispiel: Der Supermarkt montiert auf einer Gebäudeseite an der Wand eine 10fache Typ2 Installation. Der Anschluss hat 43 kW. Die WBs haben max. Je 22kW und sind lastbalanciert.

Bei 22kW Anschlüssen könnte man noch immer eine 5er Gruppe Typ2 installieren.

Es müsste out of the box Equipment angeboten werden, das der einfachste Elektriker anbringen kann.

Die teuren freistehenden Säulen wären aufgrund der Kosten immer nur die Ersatzlösung, wenn Plan A nicht machbar ist.

Wenn in unserem Land die günstigen, naheliegenden Lösungen zuerst umgesetz werden, dann sehnt man sich kaum noch nach den teuren Lösungen.
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Re: Konzept für öffentliche Ladestellen

von harlem24 » 14. Nov 2017, 22:13

Wie gesagt, eine Wallbox, die man normal an die Wand schrauben kann, kann jeder Elektriker anbringen.
Kostet in der Variante wie NM es anbietet, mit zwei Säulen und Lastmanagement 5k€. Installation vielleicht noch mal 1000-2000€.
Heißt für ca. 7k€ hätte man eine funktionierende, lastmanagende, abrechenbare Ladelösung an der Wand hängen.
Wenn, ja wenn es nicht das Problem mit den Eichämtern geben würde.
Wobei es fraglich ist, in wie weit das wirklich ein Problem ist. Bisher habe ich nur aus Hannover gehört, dass enercity damit ein Problem mit hatte.
Natürlich müßte man das klären, damit man nicht nach 1-2 Jahren die Boxen wieder abhängen darf.
 
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Re: Konzept für öffentliche Ladestellen

von einstern » 14. Nov 2017, 22:21

Eichämter? Wenn ich doch den Strom verschenke?
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Re: Konzept für öffentliche Ladestellen

von OS Electric Drive » 14. Nov 2017, 22:25

Das geht nicht so einfach... Genau da fängt es an spannend zu werden. Für ein Event oder eine beschränkte Zeit sicher kein Thema...
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Re: Konzept für öffentliche Ladestellen

von wolfgangP85D » 14. Nov 2017, 23:07

So wie beim "Blumen selber schneiden" auf dem Acker ist das aus politischen Gründen nicht möglich.

Eine Steckdose zur freien Verfügung und dann eine Sammelbüchse aufstellen :mrgreen:
 
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Re: Konzept für öffentliche Ladestellen

von harlem24 » 14. Nov 2017, 23:41

Ich glaube auch, dass es bei Aldi, Lidl und Kaufland in Zukunft kein Problem sein wird.
Wenn jemand allerdings den Strom nicht als Incentive sieht, sondern den Stromverkauf als sein primäres Geschäftsmodell ansieht, dann wird es zugegebenermaßen etwas komolizierter. Aktuell sehe ich nämlich im Stromverkauf an EV-Fahrer kein Geschäftsmodell, auch nicht mit HPC.
 
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Re: Konzept für öffentliche Ladestellen

von Flole » 15. Nov 2017, 00:51

Man muss sich als Stromlieferant übrigens bei der Bundesnetzagentur (war das glaub ich, könnte auch ne andere Behörde sein) Registrieren. Gilt nicht nur für Ladesäulen, sogar wenn man Handwerker im Haus hat und diese eine Steckdose nutzen muss man sich registrieren lassen. Unabhängig ob man Geld dafür verlangt bzw. eine Gegenleistung erwartet. Sogar wenn der Nachbar beim Stromausfall im eigenen Haus ein Verlängerungskabel bei sich anschließt muss das gemeldet werden. Deutschland halt, da gibt's für alles ein Formular.
 
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Re: Konzept für öffentliche Ladestellen

von OS Electric Drive » 15. Nov 2017, 07:09

wolfgangP85D hat geschrieben:So wie beim "Blumen selber schneiden" auf dem Acker ist das aus politischen Gründen nicht möglich.

Eine Steckdose zur freien Verfügung und dann eine Sammelbüchse aufstellen :mrgreen:


Das Problem ist beim Blumen selber schneiden dass es einen Preis für die Blumen gibt und dieser abgerechnet wird. Gewerblich ist das mit dem Verschenken halt nicht so einfach. Was ich immer unterschreiben muss wenn ich mal irgendwo hin eingeladen werde.

Sicher wo kein Kläger da kein Richter, das ist aber für mich kein Konzept. Ein Konzept beruht für mich auf den vorhanden Regeln und einer Konformität mit diesen.

Es sollte auch in die Zukunft gerichtet sein und nicht auf einer Regel basieren die eine zeitliche Beschränkung in sich hat.

Wir haben ja nun gesehen, dass die aufgerufenen Preise von rund 10-15 t€ für eine Ladesäule nicht falsch sind. Ja, man kann es in Parkhäusern an der Wand befestigen aber auch das wird nicht so günstig gehen wie sich das ein paar Conrad Elektronik Bastler vorstellen. Größere Firmen machen nichts ohne Elektroplaner, dann werden die Leistungen ausgeschrieben, da kommen Kosten zustande.

Klar kann ein Betrieb wir meiner das auf kurzem Weg selber entscheiden, das möchte ich aber nicht als Konzept erkennen.
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Re: Konzept für öffentliche Ladestellen

von Joe-EV » 15. Nov 2017, 10:09

OS Electric Drive hat geschrieben:Wir haben ja nun gesehen, dass die aufgerufenen Preise von rund 10-15 t€ für eine Ladesäule nicht falsch sind.

Nein, natürlich sind die nicht falsch! Nach oben hat es preislich für ein Produkt noch nie irgendwelche Grenzen gegeben.
Nach unten gibt es für AC-Ladestellen gewerblich nutzbare "Mastersäulen", die dynamisches Lastmanagement für weitere preiswerte "Slave"-Säulen (<1.000€) beherrschen, ab etwa 3.000€.

Allerdings haben wir aber bisher nicht gesehen, dass Du auch nur einen Preis für eine DC-Ladesäule gepostet hättest, die hier in D erhältlich ist - dafür "irgendwelches dummes Zeugs von Dingen die nicht einsetzbar sind" (Deine Worte), wie bspw. Privileg-Bodenstaubsauger ... :roll:
Ich habe Dir Preise für DC-Ladelösungen mehrmals verlinkt: 10kW ab 4.300€, 20kW ab 18.000€ - noch ganz ohne Zähler /Abrechnung, Nutzeridentifikation oder gar öffentlich einsetzbarem Gehäuse ...

OS Electric Drive hat geschrieben:... das wird nicht so günstig gehen wie sich das ein paar Conrad Elektronik Bastler vorstellen. Größere Firmen machen nichts ohne Elektroplaner, ... das möchte ich aber nicht als Konzept erkennen.

Wolltest Du nicht den Anteil der EV in D erhöhen helfen?
Jemand, der ein Ziel hat, findet Wege! Andere finden Gründe und nutzen dafür auch gern Excel-Milchmädchenrechnungen.

Das "Konzept" hat allenfalls am Rande mit der Art der Ladesäulen zu tun. Weil nämlich wegen der enthaltenen Ladetechnik DC-Ladestellen für den Investor /Betreiber immer teuer in Anschaffung /Unterhalt sein werden als AC-Ladestellen.

Ob Du AC-Typ2-Ladestellen errichtest oder in der Fläche mit 10/20kW-CCS-Ladern die Menscheit beglückst unterscheidet sich in den Nebenkosten (Planung, Erdarbeiten, Installation, ...) wohl kaum.

Die generell höheren Anschaffungs- und Unterhaltskosten für DC-Ladestellen und das europaweit ausgebaute 400V-Drehstromnetz haben mich seit Anbeginn zur Empfehlung eines serienmäßigen 11kW-Drehstrom-Bordladers (optional gern 22kW) in Verbindung mit preiswerter AC-Ladeinfrastruktur für das langsame /beschleunigte Laden in der Fläche gebracht.
Ein Weg, den Tesla mit seinen EV und den DeC erfolgreich geht und den auch andere Autobauer beschreiten ...

Natürlich gehören zu den AC-Ladestellen in der Fläche die (zu überdachenden) DC-HPC an AB, Reiserouten und in Ballungszentren. Diese werden für die Langstrecke benötigt und ich fordere schon immer, dass die dafür notwendige CCS-Ladebuchse serienmäßig bei jedem EV vorhanden sein sollte. DC-HPC sollte dabei über die Strommengen abgerechnet werden und eine Komponente enthalten, die die Räuming des Ladepunktes "anregt" - um den Durchsatz zu verbessern.

Die Beispiele /Konzepte für AC-Laden in der Fläche sind doch in vielen Ländern schon praxiserprobt:

* "Basis"-DC-Schnellladesäule mit kWh-Abrechnung und daran angeschlossen viele "strunzdumme" Typ2-AC-Ladestellen mit pauschaler Abrechnung. Wie bei einem Kassenautomaten im Parkhaus ...
* Viele "strunzdumme" Typ2-AC-Ladestellen auf einem Parkplatz /Parkhaus mit pauschal höherer Parkgebühr. Wer die höhere Parkgebühr zahlt, darf sein Auto dort auch parken - ob er lädt oder nicht.
* einfache AC-Ladepunkte beim Arbeitgeber und an Dauerparkplätzen ohne /mit pauschaler Abrechnung
* einfachste AC-Ladepunkte als Werbeargument /Kundenbindung ganz ohne Einzelabrechnung

Wenn Du auf der schlechteren gesetzlichen Situation in D im Vergleich zu anderen Ländern "herumreitest", dann solltest Du Deine Energie und Kompetenzen dafür einsetzen, dass sich diese gesetzliche Situation verbessert ... Dann klappt es auch noch schneller mit dem Marktanteil EV in D, den Du permanent beweinst.

Seit >50 Seiten nichts Neues /Sinnvolles von OSE mehr ...
Macht doch bitte den Strang dicht und wartet einfach erst einmal ab!
Hotzi der Erste
Stromos der Zweite
Und vieles andere was elektrisch fährt ...
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