Hausspeicher gut oder schlecht für die Energiewende?

Hausakkus und Angebote für Energieversorger/Industrie...

PV-Strom lokal speichern, macht das Sinn?

- Ja macht Sinn, weil dadurch auch Nachts PV-Strom verwendet wird.
60
41%
- Ja macht Sinn, weil dadurch Einspeisespitzen reduziert werden.
46
31%
- Ja macht Sinn, weil man der Strom für die Nacht günstiger ist, als der Strom vom Stromanbieter.
24
16%
- Nein macht keinen Sinn, weil es dadurch die Kohlelobby stärkt, da der PV-Strom im Netz fehlt.
3
2%
- Nein macht keinen Sinn, weil nicht Netzgesteuert.
9
6%
- Nein macht keinen Sinn, weil durch die Ladeverluste kostbarer PV-Strom verschwendet wird.
5
3%
 
Abstimmungen insgesamt : 147

Re: Hausspeicher gut oder schlecht für die Energiewende?

von KaJu74 » 2. Feb 2017, 11:48

egn hat geschrieben:
Eberhard hat geschrieben:p.s. die Brennstoffzelle kann man ohne Wirkungsgradverluste auf 750W drosseln.

Ich habe gelesen dass der Wirkungsgrad bei 750 W nur noch 52 % beträgt.
Also eine Reduzierung von 60% auf 52%. Dramatisch.

So eine Lösung ist nicht für jeden, denn man muss neben einem hohen Wärmebedarf für Warmwasser auch einen hohen elektrischen Strombedarf rund um die Uhr haben. Auch hier ist die Zwischenspeicherung des Stroms nachteilig für die Gesamteffizienz.
Deshalb ist es perfekt für mich, weil alles andere Kinderkram für mich ist. (300W Energie usw.. was soll ich bei einer Dauerbedarf von mindesten 800W im Winter und 1300W im Sommer)
Hinsichtlich Wirtschaftlichkeit für Privathaushalte habe ich große Zweifel, weil einmal die in der Beispielrechnung verwendeten Zahlen alles Nettopreise sind, und weder Abschreibung, Verzinsung, Leistungsverlust, usw. berücksichtigt sind. Es scheint auch ein Fehler in der Summe Gas+Wartung enthalten zu sein, denn alleine für die 24.500 kWh Gas fallen knapp 1000 Euro an. Der Vollwartungsvertrag kommt dann auch noch hinzu, sonst muss man den Stackaustausch noch zusätzlich bezahlen.
Ohne Vollwartungsvertrag kann man das gar nicht kaufen.
KaJu74 hat geschrieben:Jetzt nochmals zur Rechnung:
Ich spare dadurch 13.000kWh zu 21,75 Cent/kWh, kann gleichzeitig 13.000kWh zu 13,85 Cent/kWh mehr verkaufen und bekommen vom BHKW-Gesetz 2012 noch für die 13.000kWh 5,41 Cent/kWh.
Macht 41,01 Cent/kWh und das mal 13.000kWh.
Rund 5330€ Einnahmen. (Plus das, was der Brennwertkessel nicht mehr an Wärme erzeugen muss. Bedeutet Gaseinsparung)

Ausgaben sind die zusätzlichen Gaskosten. Pro Jahr 24.500 kWh. Sind bei der EWE rund 1.500€ pro Jahr.
Der Vollwartungsvertrag kostet 600€.
Macht 2.100€ an Kosten.

Bilanz = 3.230€ Gewinn pro Jahr plus Gasersparnis bei der Heizung.
Und nur das interessiert mich persönlich am Ende.

Habe ich doch alles mit eingerechnet.
Wie auch immer, die Kombination eines BHKWs mit hohem elektrischen Wirkungsgrad und einer Wärmepumpe ist es eine energetische Alternative zur normalen Gasheizung und zur WP alleine, vorausgesetzt man kann die Wärme weitgehend selbst sinnvoll nutzen. Da liegt man dann auch nicht wesentlich schlechter als ein modernes GUD Kraftwerk.
Wenn die Brennwertheizung mal ausgetauscht werden muss, kann ich immer noch eine WP nehmen.

Nur das mit dem Biogas gefällt mir nicht, vor allem wenn es über das Jahr dauerhaft genutzt wird. Denn denn kann das Biogas nicht mehr ausgleichend zum intermittierenden Angebot von Wasser, Wind und Sonne wirken. Der Ersatz der Grundlastkraftwerke ist nicht so sehr das Problem, sondern die ständig wechselnde Erzeugung (täglich, saisonal, zufällig) von den genannten Quellen. Verbraucht man das gesamte Biogas für die Grundlast, kann man diese Schwankungen nicht mehr ausgleichen.
Es gibt doch schon Bestrebungen, überschüssigen EE in Biogas umzuwandeln und zu speichern. Dieser kann dann wieder in dem BHKW genutzt werden.
Gruß Karsten

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Re: Hausspeicher gut oder schlecht für die Energiewende?

von tripleP » 2. Feb 2017, 12:17

KaJu74 hat geschrieben:Es gibt doch schon Bestrebungen, überschüssigen EE in Biogas umzuwandeln und zu speichern. Dieser kann dann wieder in dem BHKW genutzt werden.


Das ist/wäre natürlich ein weiterer, wichtiger Pfeiler einer nachhaltigen Energiewirtschaft. Eine Möglichkeit des Langzeitspeichers. Stauseen sind eine Weitere.

Wird das aber auch wirklich so gemacht?
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Re: Hausspeicher gut oder schlecht für die Energiewende?

von KaJu74 » 2. Feb 2017, 13:20

Gruß Karsten

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Re: Hausspeicher gut oder schlecht für die Energiewende?

von r.wagner » 2. Feb 2017, 14:55

tripleP hat geschrieben:
KaJu74 hat geschrieben:Es gibt doch schon Bestrebungen, überschüssigen EE in Biogas umzuwandeln und zu speichern. Dieser kann dann wieder in dem BHKW genutzt werden.


Das ist/wäre natürlich ein weiterer, wichtiger Pfeiler einer nachhaltigen Energiewirtschaft. Eine Möglichkeit des Langzeitspeichers. Stauseen sind eine Weitere...


und Unterwasserkugeln eine zukünftige:
http://www.ingenieur.de/Themen/Energies ... e-versenkt
http://www.ingenieur.de/Themen/Energies ... -speichern

Zwischenstand nach 4 Wochen problemlos:
http://www.sueddeutsche.de/wissen/strom ... -1.3290867

Eine Kugel könnte 2MWh speichern. Einige solcher Kugeln pro Windparkrad und das Speicherproblem ist (fast) keines mehr.
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Re: Hausspeicher gut oder schlecht für die Energiewende?

von Snuups » 2. Feb 2017, 15:04

KaJu74 hat geschrieben:
OS Electric Drive hat geschrieben:Damit, bei aller Liebe, heize ich meine 170m² ein ganzes Jahr Lang... Klingt schon nach einem sehr ökologischem Ansatz.
Kannst du bitte endlich mal aufhören, dein Haus als Maßstab anzusetzen!

Danke.


Das ist aber genau die wichtige Erkenntnis. Es geht immer nur um ein einziges Projekt. 500 m weiter können Zahlen, Daten usw. schon wieder ganz anders aussehen. In sofern muss man immer nur von seiner Insel berichten, was andere draus machen ist dann eine andere frage. Bei dem kauf meiner Solaranlage habe ich nur meine Möglichkeiten und Wünsche berücksichtigt. Alle anderen Faktoren waren mir egal.
Liebe Grüsse
Snuups
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Re: Hausspeicher gut oder schlecht für die Energiewende?

von egn » 2. Feb 2017, 17:06

KaJu74 hat geschrieben:Also eine Reduzierung von 60% auf 52%. Dramatisch.


Dies sind ja immerhin 14 % weniger Ertrag. Manche Projekte scheitern an der Rentabilität schon bei weniger Differenz. Diese Rechnungen mit Werten die garantiert nicht überschritten werden, sondern während der Laufzeit im Durchschnitt garantiert unterschritten werden, sind halt überhaupt nicht seriös.

Was hier eben nicht eingerechnet ist dass der durchschnittliche Wirkungsgrad bis zum Austausch auf einen neuen Stack bei etwa 50 % liegen soll. Warum dann nicht gleich nur mit 50 % rechnen?

KaJu74 hat geschrieben:...
Habe ich doch alles mit eingerechnet.


Problematisch in der Berechnung:
- Du wirst keine 13.000 kWh Stromerzeugung im Schnitt erreichen.
- Du wirst Deinen Eigenstromverbrauch nicht immer zu 100 % aus BHKW Strom decken können.
- Bei Speicherung im Speicher hast Du die Verluste nicht berücksichtigt
- Du hast die schnellere Alterung des Speichers durch mehr Zyklen nicht berücksichtigt
- Das KWK-G 2012 wurde durch das KWK-G 2016 abgelöst und der Zuschuss ist jetzt nur noch 4 ct/kWh.
- Der Zuschuss läuft nach 60000 Volllaststunden aus (ca. 7 Jahren)
- Während der Gaspreis steigen kann bekommst Du nicht mehr Förderung.
- Die Nutzung der Wärme kannst Du vergessen wenn am Einlauf keine niedrige Temperatur vorhanden ist, da bei 30° C nur eine Anhebung um 3 K erfolgt.
- Du hast die Abschreibung und die Abzinsung der Zahlungsflüsse vergessen.

Es gibt doch schon Bestrebungen, überschüssigen EE in Biogas umzuwandeln und zu speichern. Dieser kann dann wieder in dem BHKW genutzt werden.


Das sind nur hoch geförderte Showprojekte und in der aktuellen Situation, wo es überhaupt keinen Überschuss gibt, völlig sinnlos.
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Re: Hausspeicher gut oder schlecht für die Energiewende?

von egn » 2. Feb 2017, 17:14

Das mit den Kugeln als Druckluftspeicher ist ein alter Hut. Diese erreichen aber auch nur einen ähnlichen Wirkungsgrad wie andere Druckluftspeicher, wenn eine Wärmespeicherung vorhanden ist. Da Problem ist das Absinken der Temperatur beim entspannen. Deshalb werden sie bisher mit einem GUF-Kraftwerk oder einem Wärmespeicher kombiniert. Der Wirkungsgrad ist mit 70 % bescheiden, aber immer noch besser als wenn man Power to Gas macht.
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Re: Hausspeicher gut oder schlecht für die Energiewende?

von Elektroniker » 2. Feb 2017, 18:12

egn hat geschrieben:Das mit den Kugeln als Druckluftspeicher ist ein alter Hut. Diese erreichen aber auch nur einen ähnlichen Wirkungsgrad wie andere Druckluftspeicher, wenn eine Wärmespeicherung vorhanden ist. Da Problem ist das Absinken der Temperatur beim entspannen. Deshalb werden sie bisher mit einem GUF-Kraftwerk oder einem Wärmespeicher kombiniert.

Bei den Unterwasserkugeln besteht der Vorteil, dass der perfekte Wärmespeicher ja um die Kugel herum schon vorhanden ist: Beim Komprimieren kann man kühlen und so die Kompressionsleistung reduzieren, während man beim Entspannen zwischendurch aufwärmen kann, um mehr Leistung wieder rauszuholen.
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Re: Hausspeicher gut oder schlecht für die Energiewende?

von r.wagner » 2. Feb 2017, 20:03

Ihr redet von der Druckluftvariante (Ballons?)
Die zweite Variante mit der Betonkugel könnte doch auch ohne Kompressor auskommen, oder?
Eine volle Kugel wird unter Energieaufwand ausgepumpt. Darin entsteht Vakuum.
Wird Strom benötigt, lässt man Wasser einströmen und verstromt es. Also eher analog einem Pumpspeicherwerk nur eben invers.
Wie hoch wäre solch ein Wirkungsgrad?
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Re: Hausspeicher gut oder schlecht für die Energiewende?

von KaJu74 » 2. Feb 2017, 20:23

egn hat geschrieben:Problematisch in der Berechnung:
- Du wirst keine 13.000 kWh Stromerzeugung im Schnitt erreichen.
Wenn ich weniger Strom/Wärme erzeuge, brauche ich auch weniger Gas.
- Du wirst Deinen Eigenstromverbrauch nicht immer zu 100 % aus BHKW Strom decken können.
Deshalb ja die PV-Anlage, der Speicher und der Netzanschluss.
- Bei Speicherung im Speicher hast Du die Verluste nicht berücksichtigt
Ich habe den Speicher überhaupt nicht mit in die Rechnung integriert.
- Du hast die schnellere Alterung des Speichers durch mehr Zyklen nicht berücksichtigt
Der Speicher wird jetzt auch im Winter geladen und entladen. Hilft ihm also auch.
- Das KWK-G 2012 wurde durch das KWK-G 2016 abgelöst und der Zuschuss ist jetzt nur noch 4 ct/kWh.[/code]Ich habe extra den BHKW Zuschuß noch letztes Jahr beantragt, damit ich noch unter des KWK-G 2012 falle! :mrgreen:
[code]- Der Zuschuss läuft nach 60000 Volllaststunden aus (ca. 7 Jahren)
Also wenn er bereits bezahlt ist.
- Während der Gaspreis steigen kann bekommst Du nicht mehr Förderung.
Während der Strompreis aber steigen kann, brauche ich weiter weniger und ich kann den Gasanbieter weiterhin wechseln.
- Du hast die Abschreibung und die Abzinsung der Zahlungsflüsse vergessen.
Stimmt, ich bekomme die MwSt. ja auch noch wider. :lol:
Das sind nur hoch geförderte Showprojekte und in der aktuellen Situation, wo es überhaupt keinen Überschuss gibt, völlig sinnlos.
Haben so nicht alle Projekte mal angefangen?
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