Die Eigenverbrauchsfalle

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Re: Die Eigenverbrauchsfalle

von Mathie » 26. Nov 2016, 17:04

Snuups hat geschrieben:Zumal das ja einer Doppelversteuerung gleich kommt. Für die Analge wurde ja schon fette 19% kassiert.

Die Besteuerung des Eigenverbrauchs mit USt tritt meines Wissens nur ein, wenn Du Strom einspeist und die USt bei der Errichtung der Anlage als Vorsteuer abgezogen hast. Also genauso wie wenn Du Produkte aus Deinem Betrieb privat unentgeltlich nutzt. Oder täusche ich mich da?

Gruß Mathie
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Re: Die Eigenverbrauchsfalle

von reniswiss » 26. Nov 2016, 18:20

So habe ich das auch verstanden. Wer die USt normal bezahlt hat, der muss für den Strom keine Steuer mehr entrichten.
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Re: Die Eigenverbrauchsfalle

von OS Electric Drive » 26. Nov 2016, 18:44

Achtung... UST und Einkommen nicht vermischen
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Re: Die Eigenverbrauchsfalle

von OS Electric Drive » 26. Nov 2016, 19:08

Mir geht es in erster Linie darum dass man Menschen die wenig technisches Interesse haben nicht überfordern sollte. Was ich hier aber raus lese wundert mich doch immer wieder.

Der eine baut 10kWp und denkt dass er nichts davon einspeist. Da würde mich mal interessieren wie man im Sommer mit 1.600kWh zurecht kommt im Eigenverbrauch und das mit nur 6,4kWh Speicher. Und dann verzichtetet er auf fast 4.000€ USt Rückzahlung wegen einer UST Meldung in den ersten Jahren?

Autarkie ist so oder so ein sehr überschaubares Potential im Markt. Sieht man daran welche Häuser gebaut und welche Autos gekauft werden. Da ist Autarkie ziemlich an letzter stelle.

Von daher will ich diejenigen auch mitnehmen die bereit wären in die EEs zu investieren dies aber weder für die Umwelt noch für die Unabhängigkeit machen.
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Re: Die Eigenverbrauchsfalle

von Solarmobil Verein » 27. Nov 2016, 10:01

OS Electric Drive hat geschrieben:Der eine baut 10kWp und denkt dass er nichts davon einspeist. Da würde mich mal interessieren wie man im Sommer mit 1.600kWh zurecht kommt im Eigenverbrauch und das mit nur 6,4kWh Speicher.
Wie kommst du auf die 1600kWh? Pro welchem Zeitraum?
Die Anlage wird keine 1600kWh im Monat liefern. Niemals. 1000, wenn's hochkommt, das liegt einfach an der Ausrichtung (die ich weiter vorn schon beschrieben habe ;) ).
Der durchschnittliche tägliche Stromverbrauch liegt bei unserem Haus (5 Personen, 365m² Wohnfläche) bei knapp 24kWh - ohne die E-Autos.

Juli und August sind hier in der Gegend die ertragreichsten Monate mit je 120-130kWh pro kWp.
(geschätzte echte Leistung) 7kWp* 125kWh = 875kWh.
24kWh * 30 Tage = 720kWh

monatliche Fahrleistung beider Fahrzeuge zusammen: ~2400km
24* 15kWh = 360kWh Strombedarf der E-Fahrzeuge (deckt sich gut mit meinen Aufzeichnungen)
Also bekomme ich die Differenz auch nur bei 50% Heimladung weg. Ausnutzung des Solarstroms geht gerade im Sommer gut, weil ich da rechtzeitig zu Hause bin (bzw. auch entsprechend spät losfahre), das andere Fahrzeug in aller Regel am Nachmittag ohnehin zu Hause ist usw.

Selbst wenn etwas eingespeist werden sollte, egal, ich bleibe sehr sicher unterhalb der "Bagatellgrenze" (30%, wenn ich mich nicht täusche).

Was die UST betrifft:
Ich weiß nicht, wie es bei euch ist, aber hier erzählt mir jeder (auch FA und Steuerberater), daß monatlich eine Meldung erforderlich ist - und das mindestens 5 Jahre lang, bis man wechseln kann.
Und solange muß ich ja wirklich USt auf den Eigenverbrauch zahlen, wodurch bei meinem Eigenverbrauchsanteil von diesen 4000 Euro auch nicht mehr viel übrig bleibt.
Ne, dieses G'schiß erpare ich mir, das ist es mir echt nicht wert. Nix tun ist in diesem Fall erheblich effizienter.

4000 Euro USt-Rückerstattung hört sich in der Tat erstmal prima an. Aber als "Privater" erkauft man sich das mit langfristigen Nachteilen, auch monetär.
Habe ich ohnehin ein Gewerbe, sieht das schon wieder anders aus. Ich habe aber keins. Von daher ...

Du kannst im kommenden Sommer gerne mal vorbeikommen und deinen Tesla laden. Unter anderem ist auch eine CEE32 rot vorhanden. Wallbox mit Typ2-Dose habe ich nicht (zumindest noch nicht, ergibt sich vielleicht wegen der automatisierten Überschußladung).
Kleine Vorwarnung: Ins Grundstück reinkommen ist leicht. Beim Rausfahren - geht nur rückwärts - ... ja, da könnte man mal testen, wer besser ist, Fahrer oder Autopilot ... beim wem bleiben weniger Kleinteile zurück? :lol:
Geht halt etwas eng zu ...
 
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Re: Die Eigenverbrauchsfalle

von Eberhard » 27. Nov 2016, 12:59

1. auf die untentgeltliche Wertabgabe d.h. Eigenverbrauch zahlt man genau die USt. in genau der Höhe der 5% Abschreibung die man vorher als Vorsteuer in Anrechnung gebracht hat, an das Finanzamt zurück. Also eigentlich nichts anderes als ein zinsloses Darlehen des FA, das innerhalb der Abschreibungsdauer getilgt werden muss.
Etwas anders sieht es aus, wenn man die Anlage finanziert hat. Dann zählen die Zinsen zu den Herstellungskosten und fallen ebenfalls unter die USt.-Berechnung.
Da ein Speicher als eigenständige Anschaffung nur dem EV und damit der privaten Nutzung dient, kann man es nicht als notwendiges Betriebsvermögen abschreiben und das FA auch keine zinsloses Dahrlehen in Höhe der Vorsteuer gewähren.
2. Nur bei Anlagen > 10kW oder EV>10.000kWh muss man 40% der EEG-Umlage zahlen. Das sind bei 5000kWh vielleicht €150 im Jahr, dafür bekomme ich bei einer 20kWp statt 10kWp aber €1.200 EEG-Vergütung mehr im Jahr bei höchstens €10.000 mehr an Investition. Beim Bezug vom Netz zahle ich die EEG.Umlage in voller Höhe, also immer noch 60% gespart.

Also lieber die €10.000 in eine größere PV-Anlage investiert als in einem Speicher. Speicher macht nur als Hobby Sinn, wenn alle Dachflächen für PV (auch Norddach!) ausgenutzt sind und immer noch was Geld herumliegt das man für ein gutes Gewissen ausgeben kann

Also je größer die Anlage umsomehr profitiert man vom EV umso rentabler wird die PV-Anlage insgesamt. Die Elstermeldung ist im ersten Jahr zwar monatlich zu machen, dann aber nur noch jährlich. Nach 5 Jahren kann man in die KUR wechseln und ist die Ganze USt.Sache los.
Zuletzt geändert von Eberhard am 27. Nov 2016, 15:58, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Die Eigenverbrauchsfalle

von OS Electric Drive » 27. Nov 2016, 14:50

Danke Eberhard für die tolle Ausführungen.

Wir haben bei EFH mit 30° Neigung Ost West dennoch bis zu 120kWh/kWp Ertrag im Hochsommer. Zudem wundere ich mich doch sehr für was man im Sommer 24kWh am Tag brauchen kann OHNE EVs. Wir brauchen im Sommer 8kWh am Tag.

Dennoch wird Deine PW mit 6,5kWh UND nur 2,5kW nicht alles so abdecken wie Du Dir das vorstellst. da bin ich mir jetzt schon sicher. Wie sieht es denn am Mittag aus? Da geht die Anlage für längere Zeit auf 6-6,5kW hoch..

Lange Rede und kurzer Sinn... ich bin immer wieder begeistert dass es hier Bastler gibt die das so machen.... Jeder normale Menschen wird sich damit aber ganz sicher nicht angesprochen fühlen! Zum einen weil der Verbrauch rund beim Dreifachen liegt wie in einem normalen Haus und dann noch E-Autos und Co am Start sind... Das ist sicher nicht die Mehrheit der Menschen..

Und wenn das Haus so groß ist, dann müsste da doch 30kWp drauf passen.
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Re: Die Eigenverbrauchsfalle

von Solarmobil Verein » 27. Nov 2016, 15:29

Die Ausführung von Eberhard bestätigen mich im Wesentlichen bei meiner Vorgehensweise für meine Randbedingungen.

Mehr als 10kWp bringe ich ohnehin nicht aufs Dach. Zumindest nicht sinnvoll. Ich könnte natürlich noch ein paar ziemlich nutzlose Module draufpacken. Nordseite oder andere (beinahe) Dauerverschattung.
Es gibt einfach zuviele Erker und Dachflächenfenster. Die größte zusammenhängende Panelfläche besteht aus 2x3 Panels. Dann hier mal 4 im Quadrat, dort 5 nebeneinander, dann mal nur 2 usw.
Ist eben kein langweiliger moderner Neubau mit einem durchgehenden Dach, sondern gewachsen.
Ich schrieb übrigens von Wohnfläche, genau gesagt, meinte ich beheizte Wohnfläche. Da sich das über 2 Stockwerke + teilweise beheizter Keller + Dachstudio verteilt, wird die Dachfläche auch nicht größer.

Wie man soviel Strom brauchen kann?
Ja, wie oben schon angedeutet, es ist ein ungedämmter Altbau aus den 60iger Jahren (nur Dachflächen sind gedämmt), hier mal angebaut, dort mal erweitert. Dämmen rentiert sich hinten und vorne nicht, weil die Arbeitskosten voll reinschlagen, da es durch die verwinkelte Außenstruktur praktisch keine zwei Dämmplatten mit der gleichen Form gibt. Ich habe mir schon mal eine Budget-Abschätzung machen lassen. Da bin ich mit ~80000 Euro dabei. Und das ist nur die Dämmung. So Nebenarbeiten wie gut 30 neue Fensterbänke, Verkürzen oder Verlängern das Dachüberstandes an den Giebelseiten, dem Nachbarn einen halben Meter Streifen (25m lang) vom Grundstück abkaufen, damit unsere Einfahrt auch weiter als eine solche genutzt werden kann und ich auch mit noch was breiterem als einem Twizy da reinkomme (mit einem Model S hast du links und rechts mit ausgeklappten Spiegeln keine 10cm Spielraum), sind da noch nicht berücksichtigt. Und wenn ich da noch eine Förderung von der KfW haben will, sind auch alle Fenster fällig, obwohl die schon einen vergleichweise guten K-Wert von 1.7 und weniger haben (wurden vor ~20 Jahren so nach und nach ausgetauscht; 1.7 war damals halt der Stand der Dinge).
Innendämmung? Ja, wenn es mal was gibt, das maximal 1cm aufträgt, dann denke ich drüber nach.

Interessant aber dabei: Wir brauchen trotzdem "nur" ~3000l Heizöl pro Jahr. Mal etwas mehr, mal etwas weniger, je nach Länge der Heizperiode.
Stromheizung gibt es nicht, auch keine Holzheizung. Einfach klassische Ölzentralheizung mit einem mittlerweile 30 Jahre alten Brenner, der aber noch top in Form ist.

Ein Stromfresser ist der Luftentfeuchter. Der Keller vom Anbau liegt komplett im Boden, nur 2 Lichtschächte. Im Sommer hat es da auch nur 15-20°C, beinahe egal wie die Außentemperatur ist.
Nachteil aber: Luftfeuchtigekeit kondensiert rein. Im Sommer holt der Entfeuchter pro Woche 7-10l Wasser raus (im Winter spürbar weniger) - und das bei nur zweieinhalb Kellerräumen, vom Rest abgetrennt durch eine Tür.
Da ich da drin meine Modellbahn habe, zudem meine Sportwagen- und Oldtimer-Sammlung (ok, in 1:18 :D ) und das auch als Lagerraum für Sitzauflagen der Gartenmöbel und ähnliches dient, ist hohe Luftfeuchtigkeit schlecht.

Wie sieht es Mittags aus?
Ja, da war zum einen die Frage nach der automatisierten Überschußladung.
Dann sind Waschmaschine, Trockner, Spülmaschine programmierbar, daß ich die Betriebszeiten entsprechend legen kann (mache ich jetzt auch schon, aber wegen Niedrigtarif in der Nacht). Vernetzt werden können sie allerdings nicht, dafür sind sie nicht modern genug.
Den Luftentfeuchter lasse ich in Zukunft simpel mit einer Zeitschaltuhr nur noch tagsüber laufen.

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Re: Die Eigenverbrauchsfalle

von OS Electric Drive » 27. Nov 2016, 19:02

Also nun mal ne Frage... Was hat denn den Wärmebedarf / Dämmung mit dem Verbrauch im Sommer zu tun? Ich denke nicht, dass Du im Juni heizen musst....

Also für was brauchst Du 24kWh Strom am Tag?

Wie schon gesagt ich würde erstmal auf der Verbrauchsseite schauen. Dennoch wird die Anlage 45-55kWh an einem Tag erzeugen und ordentlich Power am Mittag liefern...

Solarmobil Verein hat geschrieben:Schaumermal.


klingt für mich nicht sooo überzeugend
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Re: Die Eigenverbrauchsfalle

von Solarmobil Verein » 27. Nov 2016, 19:46

OS Electric Drive hat geschrieben:Also nun mal ne Frage... Was hat denn den Wärmebedarf / Dämmung mit dem Verbrauch im Sommer zu tun? Ich denke nicht, dass Du im Juni heizen musst....
Der Luftentfeuchter ist im Prinzip eine Klimanlage. Bessere Dämmung, weniger Temperaturschwankungen im Haus, weniger Strombedarf für Kühlgeräte.

Der Luftentfeuchter, die beiden Gefriertruhen und der Hausentkalker brauchen zusammen übers Jahr gesehen schon 1300-1500kWh.
Bei den ersten beiden genannten ist der Verbrauch im Sommer sogar höher als im Winter - und ich habe vor 4 Wochen eine Dauermessung durchgeführt, also zu einem Zeitpunkt, an dem die Geräte gar nicht so laufen müssen wie im Sommer. Dem Entkalker dürften Jahreszeiten egal sein. Obwohl ... im Sommer (1.5-2x pro Tag) dusche ich sicherlich öfters als im Winter (1x pro Tag). Also muß der auch öfters laufen ...
Beim Luftentfeuchter kann man davon ausgehen, daß der Strombedarf im Sommer doppelt so hoch ist wie im Winter, einfach wegen der Wassermenge, die so anfällt.
Dann kommt die ganze IT-Landschaft dazu, mehrere Server 24/7, diverse Rechner und pipapo, es läppert sich.

Schaumermal.
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