11kW Steckdose - nach ca 1h bricht Ladung ab...warum ?

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Re: 11kW Steckdose - nach ca 1h bricht Ladung ab...warum ?

von Mathie » 26. Jul 2017, 12:41

AquaAndreas hat geschrieben:Bei @flx ist der LS ganz offensichtlich zu knapp ausgelegt, weil er regelmäßig rausfliegt, wenn er den Ladestrom nicht reduziert.

Nur gibt es dafür keine vorschriftsgemäße Lösung. Vielleicht einen 20er LS und ein großes Schild neben die CEE Dose (Achtung nur für die Ladung von Elektrofahrzeugen geeignet weil abgesichert mit 20A statt 16A). ;)

Doch, die vorschriftsmäßige Lösung ist einen nach Spezifikation funktionierenden LS Typ B zu verwenden.

Dessen Dauerstrom-Auslöseschwelle liegt bei 30°C irgendwo zwischen 18,1 A und 23,2 A. Und auch wenn es im Sicherungskasten wärmer wird, sollte der LS bei 50°C immer noch einen Dauerstrom von 16A abkönnen.

In diesem Dokument auf Seite 8 ist das ganze recht übersichtlich erklärt: https://library.e.abb.com/public/cb55bc ... 2D0104.pdf

Allerdings ist das nicht die Lösung für das Problem des OP sondern, wie Du erwähnt hast für das Problem von @flx.

Gruß Mathie
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Re: 11kW Steckdose - nach ca 1h bricht Ladung ab...warum ?

von AxelM » 26. Jul 2017, 12:45

flx hat geschrieben:@axel
handwarm würde ich sagen


Ich meinte eher die Umgebungstemperatur im Sicherungskasten. Diese hat auch einen Einfluss auf das Auslöseverhalten, siehe z.B. [1]. Dort ist zu sehen, dass der Bemessungsstrom bei 35°C 15 A und bei 45°C nur noch bei 13 A liegt.

[1] https://www.hager.de/files/download/0/8 ... HALTER.PDF
Projekt "Erweiterter Routenplaner": viewtopic.php?f=26&t=16462
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Re: 11kW Steckdose - nach ca 1h bricht Ladung ab...warum ?

von flx » 26. Jul 2017, 13:40

die umgebungstemperatur beträgt 22 Grad. Und wie schon mehrmals geschrieben wurde, muss- bzw sollte ein 16a LS auch 16A aushalten können. die Zuleitung zum Schaltkasten ist unter 1m und mit 6mm2 ausreichend dimensioniert. Der Kabeldurchschnitt vom LS zur Steckdose ist 2,5mm2 und 30cm lang.
mir ist schon bewusst, dass ein 20A LS mein "Problem" lösen würde. Kann jedoch auch mit 14A gut leben.
Zuletzt geändert von flx am 26. Jul 2017, 15:05, insgesamt 1-mal geändert.
 
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Re: 11kW Steckdose - nach ca 1h bricht Ladung ab...warum ?

von TeslaHolic » 27. Jul 2017, 07:46

@flx

Ein LS16A löst bei einem Strom von 16A nicht aus, sofern die Umgebungsbedingungen eingehalten werden, und keine sonstige Störung im Leistungsabgang vorliegt.

Vielleicht hilft die Erläuterung des inneren Aufbaus eines Leitungsschutzschalters, auch umgangssprachlich Automat genannt.

Ein Leitungsschutzschalter soll, wie schon oben erwähnt, die Leitung vor Überlast und vor Schäden durch Kurschluß schützen.
Dazu sind in einem LS-Schalter (Leitungsschutzschalter) zwei Auslöseeinheiten verbaut, eine thermische Auslösung zur Auslösung bei Überlast, und eine magnetische (Schnell-) Auslösung zur Auslösung bei Kurzschluß.

Der Auslöser für Überlast funktioniert üblicherweise über ein Bi-Metall, welches sich bei Wärmeeintrag (erzeugt von dem Strom über den Widerstand des Kontakts) "spannt" und irgendwann, wenn die entsprechende Wärmeenergie zur Auslösung erreicht ist, dann auch auslöst.

Daher wirkt sich auch die Umgebungstemperatur und der mögliche Wärmeeintrag der Nachbar-LS-Schalter auf den Auslösezeitpunkt aus.
Auch können sich "schlechte" Klemmenverbindungen mit Übergangswiderständen auf den Auslösezeitpunkt auswirken. Bekanntlich ist Kupfer ein guter elektr. Leiter, und damit auch ein guter thermischer Leiter. So wird ein Teil der an der schlechten Klemmstelle entstehende Wärme an das Bi-Metall übertragen, und sorgt für einen Wärmeeintrag auf das Bi-Metall.

Mein Lösungsvorschlag wäre, den LS-Schalter gegen den gleichen Typ eines anderen Herstellers zu tauschen. Bei den LS-Schaltern gibt es natürlich auch Fertigungstoleranzen (je nach Auslöser bis +- 20%). Wenn das nicht hilft, mal die Temperatur an der Klemmstelle des LS-Schalters messen. Am besten mit geeignetem Anlegefühler (nur Elektriker bitte), nicht mit einem Infraritthermometer. Odr noch besser mittels Thermographie.

Noch eine Anmerkung: Ein 16A LS-Schalter der dauerhaft mit einem Strom von 16,5 A beaufschlagt wird, wird ,bei einer Umgebungstemperatur von 30°C, auslösen.
Das wird definitiv länger als eine Stunde dauern, aber irgendwann wird er auslösen.
Die angebenden Faktoren aus dem Datenblatt, bzw. der Norm, gelten nur für die angegebenen Zeiten.

Die Aussage des Herrn Professers, falls er diese denn genauso getätigt hat, ist nicht ganz richtig. Der Fachmann würde in dem Zusammenhang den Begriff "Sicherung" sicherlich nicht wählen. Richtiger wäre, man solle einen Leistungsabgang größer dimensionieren als die Last die der Verbraucher aufnimmt, um Reserven zu haben.
 
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Re: 11kW Steckdose - nach ca 1h bricht Ladung ab...warum ?

von flx » 27. Jul 2017, 07:55

danke für die ausführliche Erläuterung, werde jetzt mal den LS tauschen.
 
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Re: 11kW Steckdose - nach ca 1h bricht Ladung ab...warum ?

von Karlchen » 27. Jul 2017, 08:09

Teslaholic, das war eine fundierte Antwort, Respekt. Eine Anmerkung noch: vielleicht einfach mal die Schraub-oder Klemmverbindungen prüfen oder nachziehen, evtl reicht das schon.
 
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Re: 11kW Steckdose - nach ca 1h bricht Ladung ab...warum ?

von Cupra » 28. Jul 2017, 05:36

Welche Maschinen gibt oder gab es denn bisher die an CEE16 so lange konstant Nennleistung fordern? Irgendwie fällt mir da wenig ein.... alle wo ich so kenne brauchen mal Leistung, dann wieder fast nichts, dann wieder 80%, wieder nichts...
Mir fällt keine Anwendung ein wo mehrere Stunden hinweg Vollgas gezogen wird.. das ist dann im er direkt angeschlossen.
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Re: 11kW Steckdose - nach ca 1h bricht Ladung ab...warum ?

von AquaAndreas » 28. Jul 2017, 06:08

AxelM hat geschrieben:
AquaAndreas hat geschrieben:Den Einwand der Fahrlässigkeit von @AxelWi kommentierte er mit: "Dummschwätzer" (das ist saarländisch für Reden-ohne-Nachdenken) ;)


Ich glaube, jetzt hast Du aber ein paar Dinge durcheinander gebracht:

1. AxelWi ist unschuldig, das war ich. :)


Mea culpa für die Verwechslung, und danke für die fundierten Beiträge @TeslaHolic und andere

Der "Dummschwätzer" war offensichtlich ein Missverständnis, denn meine Installation ist wie herausgefunden vorschriftsmäßig und nicht fahrlässig.

Manchmal frage ich mich allerdings ob wir hier in Deutschland bei der Abwägung zwischen Vorschriften/Sicherheit und Praktikabilität noch im gesunden Bereich liegen. Nicht nur auf diesen Fall bezogen.

Grüße, Andreas
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Re: 11kW Steckdose - nach ca 1h bricht Ladung ab...warum ?

von AxelM » 28. Jul 2017, 07:11

AquaAndreas hat geschrieben:Der "Dummschwätzer" war offensichtlich ein Missverständnis, denn meine Installation ist wie herausgefunden vorschriftsmäßig und nicht fahrlässig.


Kein Ding. Dafür haben wir ja zum Glück meist eine gute Kommunkationskultur hier im Forum (was leider selten ist).

AquaAndreas hat geschrieben:Manchmal frage ich mich allerdings ob wir hier in Deutschland bei der Abwägung zwischen Vorschriften/Sicherheit und Praktikabilität noch im gesunden Bereich liegen. Nicht nur auf diesen Fall bezogen.


Würde schon sagen, dass die Normen hier durchweg sinnvoll sind, denn es geht im Extremfall um Menschenleben oder große Schäden. Die Vorschriften sind absichtlich z.T. großzügig ausgelegt und sorgen damit für einen Sicherheitsspielraum für schlecht ausgeführte bzw. alternde Installationen.

Wie Cupra weiter oben meinte: Früher, d.h. vor dem flächendeckenden Laden von E-Autos gab es - vor allem im Privatbereich - kaum Geräte, die CEE-Dosen oder die Hausinstallation über längere Zeiträume voll auslasten (vielleicht Heizlüfter). Das ändert sich gerade, umso wichtiger sind gut ausgeführte, normgerechte Installationen, denn die fließenden Ströme erzeugen schon an kleinen Widerständen beträchliche Verlustleistungen und damit Wärme. Bei allen Verbindungen sind m.E. die Schraub-Anschlussklemmen die Schwachstellen, da das eingequetschte Kupfer mit der Zeit nachgeben kann. Bin dabei, bei mir alle Dosen auf Klemmtechnik umzurüsten deshalb.

Und vor allem bin ich bei TeslaHolic: Lieber den gesamten Zuleitungsstrang größer dimensionieren als die max. Summe aller Verbraucher - dann kann zumindest bei der Zuleitung wenig schiefgehen, denn es bleibt immer genug Spielraum.

Wenn man es übertreibt und wirklich zu große Leitungen verlegt (mein Elektriker meinte es "gut" mit 5x25mm² zur Garage - das Kabel lässt sich kaum gescheit irgendwo durch- bzw. einführen), leidet die Praktikabilität, das stimmt.
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Re: 11kW Steckdose - nach ca 1h bricht Ladung ab...warum ?

von egn » 28. Jul 2017, 09:26

Wenn man es übertreibt und wirklich zu große Leitungen verlegt (mein Elektriker meinte es "gut" mit 5x25mm² zur Garage - das Kabel lässt sich kaum gescheit irgendwo durch- bzw. einführen), leidet die Praktikabilität, das stimmt.


Vielleicht willst Du ja mal einen SuC in der Garage installieren. ;)
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