Soll man missionieren?

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Re: Soll man missionieren?

von GustavG » 14. Feb 2018, 09:53

tornado7 hat geschrieben:
sdt15749 hat geschrieben:Gerade heute meinte eine Kollegin, dass Sie es nicht akzeptieren kann das sie bei einer Fahrt von Hamburg nach München eine "Ladepause" machen "muss". Mit ihrem neuen Golf kann Sie diese Strecke ganz easy durchfahren. Natürlich würde auch sie Pausen machen, aber das entscheidet allein sie und nicht das Auto.

Ich, ich, ich zuerst! Soll die Dame das ruhig tun. Von mir kriegt sie gratis dazu den Vorwurf, das gemäss UN grösste Problem des aktuellen Jahrunderts bewusst zu verschärfen anstatt ihre Mitverantwortung wahrzunehmen und aktiv zur Lösung beizutragen.

Der Klimawandel ist entgegen der Meinung vieler keine Frage zur Rettung der Natur, sondern eine Frage der sozialen Gerechtigkeit. Ich, ich, ICH will meine Pause selber bestimmen! Soll der indische Kleinbauer doch selber schauen, wie er mit ausbleibendem Niederschlag klarkommt und seine Familie anderweitig ernähren. :roll:

Wer weiss, wenn die Dame dann vielleicht auch noch begreift, dass 300km "nachtanken" auch 10 statt 30 EUR kosten können, ja vielleicht gehört sie zu jenen, die dann ganz plötzlich doch noch umschwenken.


Also diese Argumentation ist ja mal vollkommen Banane...

Ich finde es schon ein Stück weit scheinheilig, anderen etwas von Klimaschutz erzählen zu wollen, aber gleichzeitig ein riesiges Auto zu fahren, das zwei Tonnen wiegt und um die 300 (?) kW Leistung hat.

Wenn es um den Umweltschutzgedanken alleine gehen würde, dann wäre es deutlich sinnvoller, ganz auf das Auto zu verzichten und nur noch den Nahverkehr zu benutzen oder eben ein kleines E-Fahrzeug zu fahren.

(Mir ist klar, dass ein Tesla natürlich deutlich umweltfreundlicher ist, als ein vergleichbarer Verbrenner.)
 
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Re: Soll man missionieren?

von tornado7 » 14. Feb 2018, 12:06

Absolut richtig Gustav, das Fahrrad ist ungeschlagen und gehört zusammen mit ÖV, CarSharing, Ernährung, Heizenergie u.a. eigentlich mit hinein in die Diskussion!

2 Tonnen Metall für sich alleine zu beanspruchen ist ein gewaltiger Luxus und um den eigenen Popo von A nach B zu bewegen an Ineffizienz kaum zu überbieten. (wobei, mehr dazu unten)

zwar OnTopic, aber nur persönlich: Deshalb fahre ich ja auch mit dem ÖV zur Arbeit und teile das Fahrzeug in der erweiterten Familie, was die "Notwendigkeit" für einen Zweit- oder Drittwagen eliminiert und somit die aufgewendete graue Energie in Grenzen hält. Bis vor 3 Jahren bin ich zudem ausschliesslich mit CarSharing unterwegs gewesen. Weil jetzt Nachwuchs ansteht, gönnen wir uns den Nutzen eines eigenen Fahrzeugs, ersetzen damit aber auch z.B. Flugreisen, zuletzt 2016 eine nach Norwegen, durch das E-Auto.

Als Vergleich: Fahrradfahren (20g CO2/km aus der Erinnerung) ist pro km etwa halb so klimaschädlich wie Tesla mit Ökostrom fahren. (Zahlen dazu findest du z.B. im Mythbuster auf Seite 8/9.) Der wichtige Unterschied; mit dem Fahrrad legt man kaum mehr als 10km am Tag zurück. Mit dem Auto locker 100. Absolut gesehen also eine deutlich grössere Umweltbelastung beim Auto und mit dem Verbrenner sowieso. Die korrekte Forderung würde hier also lauten; Wohnort = Arbeitsort nach Möglichkeit, HomeOffice, Freizeitradius eingrenzen, u.a.

Nur ist eine solche Strategie des Verzichts in unserer Gesellschaft kaum zielführend, denn wer ist heute schon noch bereit zu verzichten? Insofern JA, ein Fahrrad ist nachhaltiger als ein Tesla. Aber auch JA, ohne den Fahrspass und die Alltagstauglichkeit des Tesla würde sich im Automobilsektor deutlich weniger bewegen und die Leute würden auch 2030 ihre 100km immernoch mit den Verbrenner fahren.

Dass jedes Mitglied der Gesellschaft seinen ökologischen Fussabdruck auf etwa 2.5 Tonnen CO2-eq pro Jahr und Mensch bzw. 1 Planeten runterbringen muss, sollte vor dem wissenschaftlichen Kontext klar sein. Wie jede/r das tut, kann man getrost dem Individuum überlassen, wenn ihr mich fragt.
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Re: Soll man missionieren?

von plock » 14. Feb 2018, 12:17

CO2 ist aber nicht alles, Umweltschädigung im Betrieb des Fahrzeugs sollte man nicht vernachlässigen und da ist jeder Verbrenner eigentlich einer zu viel.
 
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Re: Soll man missionieren?

von Snuups » 14. Feb 2018, 12:32

Ich empfinge 'Missionierung' grundsätzlich als schädlich und belästigend. Diskussion immer gerne aber so bald mir jemand versucht etwas auf zu schwatzen, genau das ist missionieren, hat man mich schon verloren. Egal ob das für eine Sache oder ein Ding ist. Informieren ist immer gut, missionieren ist immer schlecht.
Liebe Grüsse
Snuups
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Re: Soll man missionieren?

von egn » 14. Feb 2018, 12:34

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Re: Soll man missionieren?

von Südstromer MS85 » 14. Feb 2018, 15:05

danielm hat geschrieben:Liebe Teslafreunde und auch nicht,


Wollen wir uns bei entsprechenden SPON Artikeln mal zu einem virtuellen Foren-Flash-Mob verabreden und dann das Forum fluten?
Viele Grüße,
Daniel

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Re: Soll man missionieren?

von Modulor » 14. Feb 2018, 17:05

Das Forum von Wallstreet Online ist auch der Brüller:
https://www.wallstreet-online.de/diskus ... esla-blase

Da treibt´s einem mitunter Tränen vor Lachen in die Augen...
...und manchmal aber auch einen Schauer über den Rücken weil man weiß daß die Forumsteilnehmer ihre Aussagen wirklich ernst meinen (z.B. "Teslas die ABE entziehen")...:o.
Einige sind sogar so arm daß sie mangels eigener Erfahrung hier im Forum mitlesen und Probleme die User hier mit ihren Fahrzeugen schildern dort posten...
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Re: Soll man missionieren?

von Cupra » 14. Feb 2018, 18:24

Ich bin auch gegen das Missionieren. Zumal, was will ich bei dem Thema beim normalen Volk den missionieren? Die haben schlicht keine Alternative, egal wie toll ich vor denen stehe und sage dass ihr Verbrenner so böse ist. Das bringt gar nichts ausser noch mehr Wiederstand.
Aber ich kann mit gutem Beispiel voran gehen und zeigen dass man auch als kleiner LKW-Fahrer wie ich es jetzt bin durchaus was machen kann für den Wandel. Man muss nicht Manager sein oder ne Firma haben um dann die Kosten so "abwälzen" zu können. Und klar, es geht auch bei mir nicht ohne Verzicht an anderer Stelle (dort würde dann wohl das x-fache an CO2 und anderem Müll produziert werden als selbst mit einem richtig dreckigen Auto :D ) welcher mir zum Glück halt egal ist.
Aber man kann den Leuten zeigen dass es möglich ist und dass es in Zukunft, ich gehe da mal von 4 - 5 Jahren aus, auch für sie Optionen geben wird die brauchbar werden. Wir hier haben uns entschieden den Wandel zu beschleunigen und haben auch die Mittel um ein Statement zu setzen. Ich würde mir aber nie anmassen jemand anderen sein Auto schlecht zu reden. Ein Arbeitskollege hat sich jetzt erst einen neuen Diesel SUV zugelegt, da es derzeit keine E-Autos für 5 Personen mit AHK, genug Reichweite, Vollausstattung für 30.000€ gibt (Und der hat noch jede Menge Ausstattung von denen ein Tesla-Fahrer nicht mal träumen kann :? weil es das nicht mal optional gibt) . Ich finds gut, ein altes Fahrzeug gegen ein Neues getauscht und in paar Jahren kann auch er eventuell schon ein elektrisches SUV kaufen. Ich käme im Leben nicht drauf dem jetzt Vorwürfe zu machen. Im Gegenzug erwarte ich dann aber auch dass er akzeptiert dass ich mich anders entschieden habe. Mit gutem Beispiel voran, nicht die oft vertretene Meinung untermauern dass Tesla-Fahrer sich für was Besseres halten und auch dem keinen Nährboden geben, und dann wird das in den nächsten 10 Jahren auch was. Und die Autos kommen, reden wir da in 5 Jahren noch mal drüber.
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Re: Soll man missionieren?

von Spürmeise » 14. Feb 2018, 22:24

tornado7 hat geschrieben:Als Vergleich: Fahrradfahren (20g CO2/km aus der Erinnerung); 10km am Tag .

Nana. Hier erstmal der Kalorienaufwand für ein paar Bewegungsarten, normiert auf 10 km Stadtverkehr mit typischer urbaner Geschwindigkeit (15 km/h) zu Stop&Go (zur Arbeit Schwimmen jedoch nur bei Hochwasser):
Kcal.jpg

Gegenüber dem aktiven Autofahren ist der (aufzunehmende) Kalorienbedarf für die gleiche Strecke um 103 kcal erhöht. Das entspricht z.B. etwa 120 g Kartoffeln, die einem CO2-Aufwand (nicht dem stets im natürlichen Kreislauf befindlichen Kohlenstoffgehalt der Kartoffeln selbst) von 24 g entsprechen.

Durch die erhöhte Nahrungsaufnahme verursacht der Fahrradfahrer in der Stadt also sagenhafte 2,4 CO2 g/km mehr als der Autofahrer. Mehr ist es aber nur, wenn der Autofahrer nicht irgendeinen anderen Ausgleichssport betreibt z.B. 8 Minuten Schwimmen.

tornado7 hat geschrieben:Fahrradfahren ... ist pro km etwa halb so klimaschädlich wie Tesla mit Ökostrom fahren.

Hmm. Irgendwie scheint mir da bei den 40 g/km der ökologische Rucksack des um den Faktor 175 schwereren Gefährts (2100 kg vs. 12 kg) so gar nicht berücksichtigt zu sein. Wobei man bei vergleichbar schweren Fahrzeugen (Pedelec vs. Trekkingrad) durch den effizienten Elektroantrieb durchaus auf niedrigere Gesamtemmisionen kommen kann.
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Re: Soll man missionieren?

von tornado7 » 14. Feb 2018, 22:36

+1 :D

Doch doch, 37 bis 50g CO2 / km hast du beim Nissan Leaf bzw. Model mit Ökostrom, inklusive Fahrzeugherstellung.

Aber Achtung, atmen darfst du im Fahrzeug sitzend dann nicht mehr :lol:
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