1% Versteuerung Dienstwagen

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1% Versteuerung Dienstwagen

von no_noise » 6. Mär 2017, 20:16

Hallo liebe Elektro-Mitfahrer,

bei allen meinen bisherigen Dienst-Pkw habe ich 1% vom Neuwagenpreis im Monat versteuert. Die waren aber eben auch immer fertig als Sie geliefert wurden (außer dem aktuellen Opel Ampera - der wurde über die Zeit über Updates in der Werkstatt schon noch ein bisschen besser).

Jetzt mal meine Überlegung: Macht es steuertechnisch Sinn, alles wegzulassen was später noch freigeschaltet werden kann und dann das ganze Autoleben nur den günstigeren (na ja das Wort geht einem bei 100 k Euro nicht wirklich leicht über die Tastatur) Anfangspreis zu versteuern? Alle später freigeschalteten Teile (Verbesserter AP, Volles Potential Autonomie) würde dann die Firma zahlen aber nicht mehr zum Neuwagenpreis addiert werden? Wenn ich zum Mercedes Winterräder auf Alus und ein TomTom kaufe, versteuere ich die ja auch nicht extra...

Geht der "Trick"? Hat jemand Erfahrungen damit?

Grüße No_Noise
 
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Re: 1% Versteuerung Dienstwagen

von Quickrider » 6. Mär 2017, 22:01

Sollte so gehen
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1% Versteuerung Dienstwagen

von tuna » 6. Mär 2017, 22:46

Ein Finanzbeamter würde wahrscheinlich "nö" antworten. Die "Nachinvestitionen" werden meiner bisherigen Erfahrung nach aber nicht gezielt geprüft.
Zudem sind Software-Upgrades von Software-Updates für viele auch nur sehr schwer zu unterscheiden.
Viel wichtiger scheint mir aber mit Blick auf die 1% folgende Empfehlung:
Unbedingt Fahrtenbuch statt der Pauschalen-1%!!
Auf der Fahrzeugkostenstelle meines Tesla stehen in 2016 16.800€. Die Summe Pauschaler-1% 2016 wären bei mir 15.264€. Ich würde also über die Pauschale fast das komplette Fahrzeug als geldwerten Vorteil versteuern.
Was viele zum Fahrtenbuch nicht wissen: es muss nur 1 Jahr dokumentiert werden, danach gilt die so ermittelte Privatnutzungsquote für den Rest der Fahrzeugnutzung. Es müssen auf jeden Fall mindestens 50% geschäftliche Nutzung (inkl. Fahrten von und zur Arbeit) nachgewiesen werden.
Teslalog (ja, ich weiß... mit allen Risiken) ist da eine prima Hilfe, wobei ich das Fahrtenbuch 2016 aber manuell geführt habe.
Die Diskussion mit dem FA steht noch aus, deshalb habe ich keine Erfahrung, ob die mir das Ding noch kaputt kriegen. Dann bin ich eben so weit, wie ich mit der 1%-Nummer auch gleich gewesen wäre. Also ein bisschen Schreiberei für mögliche erheblich reduzierte Kosten...
Gruß, tuna
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Re: 1% Versteuerung Dienstwagen

von Eberhard » 6. Mär 2017, 22:57

Am besten ist es, den Tesla im privatbesitz zu belassen und sich jeden km sich mit der Pauschale von 30ct vergüten zu lassen.
Wenn man die Kosten genau nachweist, kann man auch noch eine höhere km-Preis abrechnen.

Das man dann keine Vorsteuer abziehen kann ist kein wirklicher Nachteil. Nach 8 Jahren hätte man mit der 1%-Regel eh schon 96% des Kaufpreises versteuern müssen.

Die Variante geht leider nur, wer für eine juristische Person tätig ist, auch wenns nur die eigene GmbH ist.
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1% Versteuerung Dienstwagen

von Yellow » 6. Mär 2017, 23:44

Ich verwechselt "Versteuern" mit "Bezahlen"!
Wenn man 15.264,- Euro versteuern muss, dann sind das netto ca. 7.000,- Euro, die man real bezahlt hat.
Wenn man in 8 Jahren 96% versteuert hat, dann sind das ca. 40%, die man netto dafür "bezahlt" hat.
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Re: 1% Versteuerung Dienstwagen

von tuna » 7. Mär 2017, 07:38

Privatbesitz finde ich heikel. Ich führe sehr genau Buch und kann sagen, dass ich für 0,39€/km fahre. Da finde ich Fahrtenbuch wg Reparaturrisiko und Wiederverkaufsrisiko besser. Außerdem hätte ich die 100k€ nicht, um mir den Wagen zu kaufen.
Abgesehen davon muss ich dann auch jede einzelne Fahrt dokumentieren und! abrechnen. Wo bleibt der Vorteil zum Fahrtenbuch?
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Re: 1% Versteuerung Dienstwagen

von ddeml » 7. Mär 2017, 07:59

Ich versteuere die Privatnutzung meines Autos auch über die 1%-Regel. Ich habe auch mal durchgerechnet, ob es sich lohnt, die nachrüstbaren Features nachzurüsten. In meinem Fall hat sich das nicht gelohnt: Die Mehrkosten durch die Nachrüstung sind höher als die gesparten Steuern.
Ein auch nicht zu vernachlässigender Faktor war/ist für mich, ob und wieviel von meiner eigenen Lebenszeit ich darin investieren möchte.
 
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Re: 1% Versteuerung Dienstwagen

von Nordlicht » 7. Mär 2017, 11:33

tuna hat geschrieben: ...... Was viele zum Fahrtenbuch nicht wissen: es muss nur 1 Jahr dokumentiert werden, danach gilt die so ermittelte Privatnutzungsquote für den Rest der Fahrzeugnutzung. Es müssen auf jeden Fall mindestens 50% geschäftliche Nutzung (inkl. Fahrten von und zur Arbeit) nachgewiesen werden. .......


Wichtiger Hinweis:

tuna und ich haben uns gerade per PN darüber ausgetauscht und mussten uns beide von unseren Steuerkanzleien eines besseren belehren lassen. Die Rechtslage ist wie folgt (Auszug aus der Mail meines StB/WP:

Sehr geehrter Herr xxxxx,

die Aussage, dass ein Fahrtenbuch nur über einen kürzeren Zeitraum geführt werden muss, gilt lediglich für die Umsatzsteuer und die Beantwortung der Frage, ob ein Fahrzeug grundsätzlich privat oder betrieblich genutzt wird.

Leider verwechseln Laien dies immer wieder mit den Bestimmungen zur Nutzung im Ertragssteuerrecht; hier ist das Fahrtenbuch immer zu führen.


Also bitte beachten: entweder 1%-Regelung oder dauerhaft / permanente Fahrtenbuchführung.
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Re: 1% Versteuerung Dienstwagen

von no_noise » 7. Mär 2017, 18:13

Also Privatbesitz halte ich auch für riskant. Ich habe vor auf 6 Jahre abzuschreiben, da können ja ab Jahr 4 schon ganz ordentliche Kosten anfallen. Wenn ich Preiserhöhungen der letzten Monate sehe und die supergünstigen Wartungspauschalen, habe ich da kein so ganz gutes Gefühl - zumal wir alle nicht die Chance haben, eben mal zu ner freien Werkstatt zu gehen....
 
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Re: 1% Versteuerung Dienstwagen

von Eberhard » 7. Mär 2017, 19:22

Mit versteuern meine ich, das auf den 1% Anteil auch noch die 19% USt. zur berechnen ist. Die USt. zahlt man aus seinem Privateinkommen. Geht das Fahrzeug aus dem Bestand, ist ein möglicher Veräußerungsgewinn beim Unternehmen zu versteuern.
Auch wenn ich das Fahrzeug im Privatbesitz haben, muss ich per Fahrtenbuch meine geschäftlich gefahrenen km nachweisen und mit meinem Arbeitgeber abrechnen.
Wenn ich bei meinen privat gehaltenen MS nach 4 Jahren und 360.000km Gesamtfahrleistung 300.000km geschäftlich abrechnen kann, habe ich schon vom Kaufpreis €90.000 steuerfrei vom Arbeitgeber erhalten.
Meine Kosten: Versicherung €4.000, 4x Wartung €2.800 und neue Antriebswellen hinten, Bremsscheiben vorne €2.500. Reifen 8 Sätze = €6.400
Abschreibung wg. hoher Kilometerleistung auf 4 Jahre, auch dann komme ich kaum auf > 30ct.
Die Folgejahre mache ich sogar Gewinn = nicht zu versteuerndes Einkommen.
Beim (Privat)Verkauf muss ich keinen Veräußerungsgewinn versteuern.
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