Petition für Tempolimit auf deutschen Autobahnen

Sonstige Beiträge...

Re: Petition für Tempolimit auf deutschen Autobahnen

von Captain Future » 20. Mär 2017, 00:08

Seit gestern Abend bin noch mehr für ein Tempolimt, denn ich war unfreiwillig bei folgender Aktion dabei. Wir fuhren mit unserer Familienkutsche auf der Autobahn in der Bodenseeregion. Als ich auf Höhe einer Auffahrt war, fuhren in einer Reihe mehrere große Limousinen auf die Autobahn, allesamt mit Schweizer Kennzeichen. Ich wusste sofort was nun passieren würde, ich wunderte mich also nicht warum nun hinter mir keine Auto mehr fuhren. Ich war auch vorbereitet dass später diese Irren angeflogen kommen, aber wenn sie dann mit V-max vorbeifahren erschrickt man trotzdem. Kennzeichen von zwei Beteiligten habe ich, aber da ich selber nicht ausgebremst wurde, kann ich vermutlich auch keine Anzeige erstatten. Können die Schweizer bitte eine Rennstrecke bauen oder einen Flugplatz für solche Idioten freigeben, damit sie nicht bei uns Rennen fahren müssen und nicht dabei Familien gefährden die nur wohlbehalten zu Hause ankommen wollen. Damit kein falscher Eindruck entsteht, ich bin durchaus technikaffin und mag auch schnelle Autos, ich bin auch schon öfters ein Modell gefahren welches über 270 läuft( bzw laufen würde) aber solch ein Verhalten geht gar nicht.
 
Beiträge: 39
Registriert: 25. Jan 2016, 22:41

Re: Petition für Tempolimit auf deutschen Autobahnen

von BananenBrot » 20. Mär 2017, 05:01

joergen hat geschrieben:Natürlich ist genau das Diskriminierung. Wenn z. B. bei jährlichen medizinischen Untersuchungen herauskommt, dass die Reaktionsfähigkeit nachlässt, könnte man evtl. die freigegebene Geschwindigkeit im Führerschein beschränken. Aber das vom Alter abhängig zu machen ist Diskriminierung.



Mir wäre nicht bekannt dass irgendein ernstzunehmender Jurist bei dem altersabhängigen Automatismus bei den betroffenen C*D* Klassen auf die Idee gekommen wäre das sei Diskriminierung? Und ich sehe auch überhaupt keinen - vernünftigen- Grund wieso man so einen analogen Automatismus der sich bewährt hat nicht auch in den B* Klassen einführen könnte?

Es gibt bereits seit Jahren gesetzliche Regelungen die rein altersabhängig bei der Fahrerlaubnis Grenzen setzen - und bei denen derjenige dann von sich aus aktiv werden muss, um das Gegenteil nachzuweisen.
 
Beiträge: 403
Registriert: 20. Sep 2016, 19:25

Re: Petition für Tempolimit auf deutschen Autobahnen

von joergen » 20. Mär 2017, 06:31

Hast Du da eine Quelle zu? Ich finde nur, dass diese Führerscheine auf 5 Jahre befristet sind und danach erneute ärtzliche Untersuchungen fällig sind. Eine Altersgrenze habe ich nicht gefunden.
Model S75D seit 17.07.2017
 
Beiträge: 750
Registriert: 29. Sep 2016, 09:29
Wohnort: Offenbach

Re: Petition für Tempolimit auf deutschen Autobahnen

von BananenBrot » 20. Mär 2017, 09:39

http://www.tuev-sued.de/fuehrerschein_p ... erlaengern

50 Jahre ist doch eine Altersgrenze?

Ab dem Alter hat der Gesetzgeber gesagt da wird es auf jeden Fall spätestens notwendig, dass man nachweist, dass man noch fähig ist will man die erworbenen FS Klassen weiter nutzen.
 
Beiträge: 403
Registriert: 20. Sep 2016, 19:25

Re: Petition für Tempolimit auf deutschen Autobahnen

von joergen » 20. Mär 2017, 10:13

Naja, man muss den alten Führerschein Klasse 2 auf die neuen Klassen umschreiben lassen, wenn man 50 wird.
Für die neuen Klassen (C, C1, C1E usw.) gilt aber für alle, dass alle 5 Jahre ein ärztlicher Check gemacht werden muss.
Da kann ich keine Diskriminierung erkennen.
Model S75D seit 17.07.2017
 
Beiträge: 750
Registriert: 29. Sep 2016, 09:29
Wohnort: Offenbach

Re: Petition für Tempolimit auf deutschen Autobahnen

von BananenBrot » 20. Mär 2017, 11:12

Ja ich doch auch nicht - ich habe doch gesagt es ist natürlich keine Diskriminierung wenn man ganz konkrete Altersgrenzen in Gesetzen miteinbringt- wie eben hier mit 50.
 
Beiträge: 403
Registriert: 20. Sep 2016, 19:25

Re: Petition für Tempolimit auf deutschen Autobahnen

von joergen » 20. Mär 2017, 11:26

ok, habe Deinen Punkt verstanden. Konkrete Altersgrenzen im Sinne von "ab hier regelmäßiger Medizincheck" sind natürlich ok. Wobei es vermutlich sinnvoller wäre, diese Checks für alle zu etablieren.
Ich dachte Du wolltest Leuten ab einem gewissen Alter das Fahren generell untersagen/beschneiden.
Model S75D seit 17.07.2017
 
Beiträge: 750
Registriert: 29. Sep 2016, 09:29
Wohnort: Offenbach

Re: Petition für Tempolimit auf deutschen Autobahnen

von elrond » 20. Mär 2017, 14:13

Ich bin mittlerweile auch sehr für ein Tempolimit von 130 km/h.

Gründe:

1. Es gibt zu viele Idioten da draußen, die gemeingefährlich fahren. Wenn rechts ein Laster mit 85 km/h fährt, dann habe ich mit 130 km/h jegliches Recht, auf die linke Spur zu wechseln, wenn dort frei ist. Wenn ich dann aber nah kurzer Zeit mal wieder einen Raser im Nacken habe, der mittels geringem Abstand versucht mit klarzumachen, dass ich dort nichts verloren habe, dann finde ich das nicht lustig, sondern sehr anstrengend und gefährlich.

Ich empfehle übrigens mal jedem, so etwas nicht nur mit dem Tesla zu machen, sondern auch mal mit einem Kleinwagen. Meine Frau fährt (noch) einen Mini - und dem gegenüber verhalten sich viele Fahrer schneller Wagen trotz ähnlicher Fahrweise deutlich aggressiver als einem Tesla gegenüber.

Ich möchte bitte mehr entspanntes Fahren. Bei 130 km/h ist das nach meiner Einschätzung möglich - und man kommt trotzdem noch recht zügig vorwärts.

2. Unfallzahlen

Jemand hat ausgerechnet, dass 2% der Verkehrstoten auf zu hohe Geschwindigkeit auf Autobahnen zurückzuführen ist. Ich halte diese Wert für zu niedrig. Denn auch solche Dinge wie zu wenig Abstand, rechts überholen usw. sind oftmals darauf zurückzuführen, dass jemand einfach schneller fahren will.

Außerdem: 2% sind ca. 80 Tote pro Jahr. Da darf man auch mal drüber nachdenken (über die anderen Toten im Straßenverkehr natürlich ebenso). Auf die 80 Toten kann man mit ca. 8.000 Verletzten rechnen - oftmals auch mit dramatischen Einschnitten in deren Leben. Und mit noch mehr Unfällen, die auch viel Schaden anrichten - an Fahrzeugen, Fahrbahnen, wegen Einsatzkosten und volkswirtschaftlichen Kosten für Staus usw.


Ich hätte gern deutlich mehr Kontrollen und deutlich höhere Strafen (analog zur Schweiz oder Norwegen). Früher bin ich selbst sehr häufig zu schnell gefahren. Das hätte ich damals mit Sicherheit nicht in dem Maß gemacht, wenn die angedrohten Strafen höher und realistischer gewesen wären. Ich bin sicher, dass das etwas bringt.

Wirkliches Ziel ist das Vision Zero-Programm der Schweden. DAS würde ich hier gern auch haben!


Ciao,
Gerhard
Model S 85 D
 
Beiträge: 694
Registriert: 28. Feb 2015, 02:26
Wohnort: Timmendorfer Strand

Petition für Tempolimit auf deutschen Autobahnen

von Earlian » 20. Mär 2017, 14:35

Vision klingt sehr ambitioniert. Das gefällt mir.

Neben einem Tempolimit auf der AB ist die sinnvollste Maßnahme eine bauliche Trennung der Fahrspuren auf Landstraßen und ein Fest eingebauter Abstandregler, der zu dichtes Auffahren technisch unterbindet.

Oder aber alle Autos fahren Vollautonom, dann hat sich das Problem Mensch als Unfallursache eh erledigt.

Maschinen wird es wohl kaum erlaubt sein außerhalb der Vorschriften zu fahren.

Das Problem ist doch, dass auch uns Menschen einmal richtiges und sicheres Fahrverhalten gelernt wurde, wir sie jedoch nicht so zuverlässig wie eine Maschine umsetzen.

Dass man auch bei vernünftiger Fahrweise Freude am Reisen haben kann, beweisen die vielen Mehrkilometer die Tesla-Neubesitzer trotz geringerer Reisegeschwindigkeit abspulen.
Model S70D 07/15 - Referral Code:http://ts.la/jrgen9298
Benutzeravatar
 
Beiträge: 2282
Registriert: 19. Apr 2014, 15:42
Wohnort: Fritzlar

Re: Petition für Tempolimit auf deutschen Autobahnen

von Mathie » 20. Mär 2017, 15:17

elrond hat geschrieben:Wenn ich dann aber nah kurzer Zeit mal wieder einen Raser im Nacken habe, der mittels geringem Abstand versucht mit klarzumachen, dass ich dort nichts verloren habe, dann finde ich das nicht lustig, sondern sehr anstrengend und gefährlich.

Die Bußen für Abstandsunterschreitungen sind mit bis zu 400€ in Verbindung mit 3 Monaten Fahrverbot recht hoch, dazu kommt noch eine mögliche strafrechtliche Verfolgung nach §240 StGB oder wenn noch rechts überholt wird evtl. §315c StGB. Glaubst Du, dass jemand, der bereits heute erhebliche Ordnungswidrigkeiten oder gar Straftaten die mit bis zu 5 Jahren Haft bedroht sind begeht, sich zukünftig - nur weil noch ein Limit von 130 km/h dazu kommt - in einen lammfrommen Verkehrsteilnehmer verwandelt?

Wenn Dich jemand gefährdet oder nötigt, dann zeige sie oder ihn an! Die reine Strafandrohung wirkt kaum bis garnicht. Das Entdeckungsrisiko hat dagegen durchaus ein Wirkung auf die Delinquenz.

Jemand hat ausgerechnet, dass 2% der Verkehrstoten auf zu hohe Geschwindigkeit auf Autobahnen zurückzuführen ist. Ich halte diese Wert für zu niedrig.


Du meinst vermutlich meine Überschlagsrechnung. Ich habe habe auf Basis vorliegender statistischer Daten überschlagen, dass die Einführung eines Tempolimits auf der AB die Zahl der Unfalltoten maximal um 2% (vielleicht auch nur 0,7%) verringern würde.

Das ist etwas anderes als die von Dir angeführten 2% der Verkehrstoten, die auf zu hohe Geschwindigkeit auf Autobahnen zurückzuführen sind. Insgesamt ist lt. KBA-Statistik etwa 1/3 der Verkehrstoten auf überhöhte Geschwindigkeit zurückzuführen. Davon sterben allerdings die weitaus meisten Menschen auf Strecken, wo schon ein Tempolimit gilt. Ein Tempolimit ist eben keine Garantie, dass Menschen nicht zu schnell fahren es nicht deshalb Tote gibt!

Denn auch solche Dinge wie zu wenig Abstand, rechts überholen usw. sind oftmals darauf zurückzuführen, dass jemand einfach schneller fahren will.


Zu wenig Abstand und rechts überholen sind bei recht hoher Strafandrohung verboten. Wenn jemand etwas verbotenes tut, weil er oder sie schnell fahren will, dann halte ich es für naiv darauf zu vertrauen, dass diese Person nun ausgerechnet ein Tempolimit einhalten wird.

Es ist leider verbreitet immer neue Gesetzen zu erlassen statt die Probleme anzugehen. Das ist genau das, was ich als Symbolpolitik bezeichne und ablehne.

Wir haben in Deutschland bei vielen Problemen (u.a. rücksichtsloses Verhalten im Verkehr) kein Regelungsdefizit sondern ein Durchsetzungsdefizit. Dieses kann man nicht durch neue Regelungen beseitigen.

Gruß Mathie
Model S 85D, Air, Tech, 19"
 
Beiträge: 5264
Registriert: 10. Apr 2015, 20:47

VorherigeNächste

Wer ist online?
Mitglieder in diesem Forum: dixi, Google Adsense [Bot], kangaroo und 2 Gäste