Erneuerbare Energien allgemein

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Re: Erneuerbare Energien allgemein

von einstern » 6. Jan 2018, 23:47

So wie sich in diesem Thread der rote Faden eines Konsenz bildet, passt dieser Artikel ganz gut.
https://www.pv-magazine.de/2018/01/05/v ... en-sueden/

Die hohen Redispatchkosten fallen weniger durch EE an, sondern sind vorrangig aus Sonderaktionen wie Stützung der AKWs in Frankreich angefallen.

Gerne helfen wir unseren Nachbarn. Über die Kosten darf man sich gerne einigen. Aber mal davon ab, es hat schon eine Portion Unehrlichkeit, wenn einige systematisch die EE als Sündenbock hinstellen wollen.
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Re: Erneuerbare Energien allgemein

von OS Electric Drive » 7. Jan 2018, 06:33

Danke für den Link. Es ist echt spannend wie man mit aller Gewalt versucht alles den EEs zuzuschieben. Spannend finde ich vor allem bei Südstromer, dass er nichtmal den Unterschied zwischen Eigenverbrauch und Netzthemen kennt. Ob der Strom selbst verbraucht wird an Ort und Stelle oder komplett eingespeist wird ändert überhaupt gar nichts für das große Bild, es handelt sich nur um eine kaufmännische Situation.

Und genau da fängt das Problem an, bei E-Autos und Erneuerbaren wird wie bei der Fußball WM auch, viele gerne zum Profi.
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Re: Erneuerbare Energien spezifisch (Mobilität)

von Innovator » 7. Jan 2018, 09:32

Im Rahmen meines Vortrages zum Thema e-Mobilität habe ich auch das Thema erneuerbarer Energie beim Strom genauer beleuchtet. Vielleicht beantwortet das einen Teil der Fragen.... Siehe 23:40 https://www.youtube.com/watch?v=L_IXv8M ... e=youtu.be
 
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Re: Erneuerbare Energien spezifisch (Mobilität)

von founder » 7. Jan 2018, 14:58

Innovator hat geschrieben:Im Rahmen meines Vortrages zum Thema e-Mobilität habe ich auch das Thema erneuerbarer Energie beim Strom genauer beleuchtet. Vielleicht beantwortet das einen Teil der Fragen.... Siehe 23:40 https://www.youtube.com/watch?v=L_IXv8M ... e=youtu.be


Was für eine Überraschung, Dich hier wieder zu treffen!

War übrigens einer meiner Chefs 1982 bis Anfangs 1985 bei der Skidata.
Er weiß was "Produktionshölle" bedeutet, Sonntags 3 Uhr morgens gerade produzierte Skikassensysteme testen,
weil wenn die Systeme vor dem ersten Schnee nicht ausgeliefert werden, stornieren die Kunden und verschieben aufs nächste Jahr.
Erlebt im November 1982.

Er kennt sich auch gut mit Zeitplanung aus.
Auf die Frage "Wie lange brauchst Du für die neue Software", dachte ich lange nach und sagte in 2 Monaten.
Darauf er: "Gut, in 4 Monaten muss die Software fertig sein".
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Re: Erneuerbare Energien allgemein

von Innovator » 7. Jan 2018, 18:06

Hallo Roland, habe mir schon gedacht, dass du auf solchen Foren irgendwo vertreten bist. Freut mich.... Hast dich ja schon der Energiewende verschrieben, zu einer Zeit, wo andere noch nichts davon wussten....

Ja, war damals eine stürmische Zeit....
 
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Re: Erneuerbare Energien allgemein

von SLAM » 7. Jan 2018, 19:31

Meiner bescheidenen Meinung nach müssten nicht die EE gepuffert werden, sondern die fossilen Kraftwerke. Es sollte jedes fossile Kraftwerk einen Speicher vorhalten müssen, welcher eine Tagesproduktion des jeweiligen Kraftwerkes fassen kann. Damit könnte die Trägheit der Fossilen ausgeglichen werden. Und mit entsprechender Regulierung des Strompreises könnte es sogar rentabel sein.


Fossile / Nukleare Kraftwerke sind ausreichend schnell für die Anforderungen der Verbraucher im Stromnetz (diese Regelaufgabe haben sie ja auch jahrzehntelang OHNE EE zur vollsten Zufriedenheit erledigt) (Werte beispielhaft, je nach Maximallast des Kraftwerkes ändern sich die beiden anderen proportional):

Kernkraftwerke:
maximale Leistung ≅ 1.260 MW
minimale Leistung ≅ 630 MW
max. Laständerungs-Gradient ± 63 MW/min

Neue GuD-Kraftwerke:
maximale Leistung ≅ 875 MW
minimale Leistung ≅ 260 MW
max. Laständerungs-Gradient ± 38 MW/min

Neue Kohlekraftwerke:
maximale Leistung ≅ 800 MW
minimale Leistung ≅ 320 MW
max. Laständerungs-Gradient ± 26 MW/min

Alte Kohlekraftwerke:
maximale Leistung ≅ 600 MW
minimale Leistung ≅ 420 MW
max. Laständerungs-Gradient ± 8 MW/min

Wärmekraftwerke, egal ob fossil oder nuklear brauchen daher keine Speicher. Die Pumpspeicher dienten mehr der ökonomischen Optimierung: man muß weniger Kraftwerksleistung installieren, man muß Kraftwerke nicht unnötig mit hohen Lastgradienten quälen (was den Wartungszähler gleich mit dem drei- bis zwanzigfachen Realzeitfaktor laufen läßt) und kann preiswerten Schwachlaststrom in teuren Spitzenlaststrom verwandeln.

EE hingegen brauchen wegen ihrer erratischen Produktion und der fehlenden Lastfolgeproduktion on demand sehr große und leistungsfähige Speicher, insbesondere auch, weil längere Speicherzeiten (Wochen-, Monats- und Jahresausgleich) notwendig werden, wenn diese den Großteil der Versorgung stemmen sollen. Demzufolge sind die Kosten der Speicher auch den EE zuzuschlagen (was im übrigen bei nahezu 100% EE sowieso garnicht anders geht, weil sonst niemand mehr da ist).

Gruß SLAM
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Re: Erneuerbare Energien allgemein

von OS Electric Drive » 7. Jan 2018, 20:01

Sag ich doch schon die ganze Zeit, dass die regeln können, also sollen die es auch machen. Ist aber schon komisch @SLAM wenn Deine ach so tolle AKWs und BKK lieber Geld auf die MWh drauf legen als sie runter zu regeln. Früher haben sie den überschüssigen Strom halt nach Österreich geliefert ,in ineffiziente Straßenbeleuchtung und Nachtspeicher Öfen.
Ist schon komisch wie manche an Realitätsferne leiden. Wenn das so einfach wäre abzuregeln, ja warum machen die das dann nicht?

Dumme BKK und AKW liefern fast immer durchgängig Strom und regeln so gut wie nie. Ab und zu müssen sie halt vom Netz. Geregelt haben immer Steinkohle und Gaskraftwerke und das können die heute auch noch. Dumm halt nur, dass die "Monsterdelle" nun in der Grundlast angekommen ist und es diese Grundlast eben nicht mehr gibt.

PV + Wind + Gas + Steinkohle und alles ist gut.

Ach ja, und in der Vergangenheit lagen die Strompreise wo ohne EEs? Stimmt bei 80-120€/MWh. .. Und heute? Ach ja.. bei 20-30€/MWh... Und was kosten die EEs im Schnitt nochmals? Ach ja 110€ /MWh... inkl alter Anlagen und ab sofort um die 50€ /MWh...
Zuletzt geändert von OS Electric Drive am 7. Jan 2018, 20:06, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Erneuerbare Energien allgemein

von tripleP » 7. Jan 2018, 20:04

ABER aus bekannten Gründen sind diese Kraftwerkstypen wenig erwünscht und nicht zukunftsfähig.

Ich als Unternehmer würde sagen: Voll am Ziel vorbei. Zum Glück bist Du nur ein Troll SLAM.
Model S P85D 04/15. Model X90D 12/16.
PV 23kWp, 12kWh Batterie, Intelligente Steuerung PV/Haus/Heizung/Ladestationen
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Re: Erneuerbare Energien allgemein

von Healey » 7. Jan 2018, 20:11

Das ich ein sehr kritisches Verhältnis gegenüber SLAM habe ist sicher bekannt. Aber er hat Wort gehalten und sich heute hier vorgestellt:
viewtopic.php?f=32&t=20172&p=475517#p475517
Vielleicht hilft dies die Diskussion zu versachlichen.
LGH
glücklicher Besitzer eines Model S85D seit 20.Mai 2015 und 102.000 km, über alles 206 Wh/km, 9 MWh/a mit PV-Anlage, Model III ist reserviert
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Re: Erneuerbare Energien allgemein

von Elektroniker » 7. Jan 2018, 20:19

Ja, Speicher wird es mehr brauchen ... aber erst später.
Jetzt braucht es für den EE-Anteil noch keinerlei Speicher.

Auch bei 100% EE-Strom braucht man nicht so viele Speicher, wie manche das an die Wand malen.
Großräumige (Europa) Vernetzung hilft auch viel.
Zudem wird es billiger sein, bis zu einem gewissen Maß Überkapazitäten an EE-Kraftwerken zu schaffen, und diese müssen dann nicht immer zu 100% einspeisen, wenn grad nicht soviel Strom gebraucht wird, man wird dann auch die EE-Kraftwerke "drosseln" (was bei denen die Wartungskosten nicht erhöht, im Gegensatz zu den Dinosaurierkraftwerken). Bei weniger Wind und Sonne hat man dann mehr Strom verfügbar wegen der höheren Kapazitäten und braucht dann schon etwas weniger Speicher.
Ganz wichtig wird auch die Flexibilisierung des Verbrauchs sein, der sich teilweise an das schwankende Stromangebot anpassen kann. Dabei spielt auch die Sektorenkopplung eine wichtige Rolle, denn wenn z.B. mal der Wärmebedarf zu einem Großteil aus Strom gedeckt wird, dann kann man in Starkwindphasen den momentan nicht benötigten Strom sehr gut an einfache Wärmespeicher (Wassertanks) verkaufen.

Es gibt inzwischen etliche Studien, die immer wieder zum selben Ergebnis kommen:
Eine nachhaltige Stromversorgung aus 100% EE-Strom ist auf lange Sicht keineswegs teurer, eher sogar billiger als die konventionelle, und das schon vor Berücksichtigung der indirekten Schadenskosten für die Volkswirtschaft.
Der Umbau des Systems kostet halt. Es muss darum gehen, den Umbau vernünftig und kostengünstig hinzubekommen. Daran scheitert unsere Politik leider regelmäßig - siehe die ausgeuferten PV-Vergütungen, unsinnige Netzkosten und Redispatchkosten durch überflüssigen Braunkohlestrom etc. pp.
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