Wer muss sich zuerst "umschauen"

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Re: Wer muss sich zuerst "umschauen"

von daydreamer » 13. Sep 2017, 18:00

noch ergänzung: china bzw die dortigen hersteller waren inzwischen ja eigentlich eh so weit auf der lernkurve (und dank übernahmen von westlichen firmen + know-how), dass sie vernünftige verbrennerautos bauen können. tja und e-autos sind ja bekanntlich einfacher zu bauen -man könnte vielleicht sogar behaupten, dass der motor das schwierigste am verbrenner ist/war...
 
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Re: Wer muss sich zuerst "umschauen"

von Südstromer MS85 » 13. Sep 2017, 18:05

KrassesPferd hat geschrieben:Wenn die Chinesen anfangen, dann geht es schnell. Die Chinesen werden auch nicht auf deutsche Hersteller warten. Vorher bauen die sich eine eigene Struktur auf. Die Fahrzeuge haben sie schon. Nebenbei ist dann einer der wichtigsten Märkte der deutschen Hersteller einfach weg.


Genau DAS hab ich schon im Kopf gehabt, als ich mit E-Autos oder Tesla nix am Hut hatte. Die Fokussierung auf einen oder zwei Hauptkunden ist tödlich. Aber was erzähle ich das. Bei VW und Mercedes sitzen absolute Topleute! Ich hab Bosch Automotiv als Kunde. Es ist unfassbar welche absurde Aroganz bei diesen Honks an den Tag gelegt wird. Und das obwohl der Dienstleister mit dem E-Auto ankurvt, während draussen lauter Mausgraudieselmetallickombis parken. Wahnsinn was da abgeht. Wenn das eine Leitindustrie sei soll, dann gute Nacht Deutschland. Mit vollen XXL Bezügen in den Abgrund.
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Re: Wer muss sich zuerst "umschauen"

von George » 13. Sep 2017, 20:04

In China gibt es selbstverständlich Supercharger. Manchmal brennt da sogar ein Auto.
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Re: Wer muss sich zuerst "umschauen"

von Eifel.stromer » 13. Sep 2017, 20:16

Südstromer MS85 hat geschrieben:Ich hab Bosch Automotiv als Kunde. Es ist unfassbar welche absurde Aroganz bei diesen Honks an den Tag gelegt wird. Und das obwohl der Dienstleister mit dem E-Auto ankurvt, während draussen lauter Mausgraudieselmetallickombis parken. Wahnsinn was da abgeht. Wenn das eine Leitindustrie sei soll, dann gute Nacht Deutschland. Mit vollen XXL Bezügen in den Abgrund.


Du weißt schon, dass das hier ein öffentliches Forum ist und deine Brötchengeber hier mitlesen können. Die scheinen ja nicht so viele Dienstleister mit E-Auto zu haben, dementsprechend leicht bist du zu identifizieren…
 
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Re: Wer muss sich zuerst "umschauen"

von Boris » 13. Sep 2017, 20:21

@Leto: leider muss man annehmen dass die deutschen Automobilmanager nicht vorausschauend sind.

Erstes Beispiel: es war doch klar dass der Diesel-Betrug eines Tages auffliegen würde. Man kann doch nicht ernsthaft daran glauben dass man nicht erwischt wird, zumal doch klar war dass sich die Technik, und damit auch die Messmethoden im Realbetrieb, verbessern würden.

Zweites Beispiel: seit Jahren werden die Grenzwerte in den Städten massiv überschritten. Es war doch klar dass das langfristig nicht ohne Konsequenzen bleiben würde. Haben die aber offfenbar gedacht.

Und wer so blöd ist, soll dann ausreichende Voraussicht bei der Elektromobilität haben ? Da fehlt mir doch der Glaube. Ich befürchte es wird nur kurzfristig an Gewinnmaximierung gedacht, eine weite Voraussicht/Planung fehlte, jedenfalls bislang.
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Re: Wer muss sich zuerst "umschauen"

von Naheris » 13. Sep 2017, 20:30

@Boris:
Seit wann fahren nur Deutsche Autos in Innenstädten herum, und ist Renault nicht gerade auch in einem eigenen Diesel-Gate?

Was die Deutschen Hersteller machen, machen andere leider auch. Nur dass es DUH-Zertifizierte Fahrzeuge Deutscher Hersteller mit sauberen Dieseln gibt. Viel Spaß solche bei anderen Herstellern zu suchen. Dieselgate war klar Betrug. Rein Deutsch war es aber nicht.

Und auf Gewinn zu achten ist nicht so dumm. VAG wird seine BEVs 2022 ganz sicher auf dem Markt haben. Wird der Tesla Semi und Pickup kommen, sollte die Börse jetzt crashen und Teslas Aktie einbrechen? Alles auf Pump zu machen ist ein hohes Risiko. Es kann gut gehen, muss aber nicht.
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@China BEV-Quote:
In China haben aber nicht ausschließlich die Deutschen Hersteller an der Quote zu knabbern. Alle anderen Verbrenner-Hersteller haben das auch, übrigens vor allem auch die chinesischen. Weil jede Automarke in China zu 50% chinesisch ist! Wenn China jetzt FAW bestraft, gibt es in China ganz viele Leute, die das auch nicht gut finden.

Und in China gibt es auch viele Automarken, die noch kein BEV oder PHEV anbieten.

Die Deutschen Hersteller haben aber sowohl die Autos auf dem Markt oder im Portfolio. Zudem sind die chinesischen Marken keineswegs so gleichgezogen wie angenommen. Die spielen in Sachen Qualität und Markenwahrnehmung noch nicht auf der Liga von Buick oder VW. Der bald dort gebaute e-Golf wird in China zur BEV-Oberklasse gehören. Einen Denza von Mercedes gibt es auch schon, genauso wie eine Marke von BMW. Audi bietet in China mehr PHEV an als sonstwo. Das wird für die Deutschen Hersteller maximal teurer, weil sie die Autos zum Teil mit merklichen Abschlägen und Verlust in den Markt drängen müssen. Aber sie können es machen.

Und was machen so Marken wie Toyota, Mazda, Honda, Suzuki, Chrysler oder Fiat jetzt, die in China z.T. weder BEV noch PHEV anbieten? Oder chinesische 99,5%-Verbrenner-Marken wie Roewe?

Da braucht es keinen Raketenwissenschaftler um sich ausrechnen zu können, wen es härter treffen wird.
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Re: Wer muss sich zuerst "umschauen"

von Boris » 13. Sep 2017, 20:38

@Naheris: hast Recht, natürlich nicht nur deutsche Hersteller. Und dass Elon Musk mit Tesla von Anfang ein extrem heissen Reifen fährt, ist total klar. Das Wachstum ist wohl nur mit dem hohen Risiko und auf Pump zu realisieren. Ich finde das bewundernswert, denn Automobilmanager anderer Hersteller würden sich das nicht trauen bzw. könnten das nicht im Aufsichtsrat und Aktionären durchsetzen.
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Re: Wer muss sich zuerst "umschauen"

von Naheris » 13. Sep 2017, 20:52

Da stimme ich Dir zu. Ich finde nur, Tesla sollte jetzt so schnell wie möglich auf Profitabilität umschwenken (wenigstens beim Cash Flow), aus reinem Selbstschutz! Tesla nützt niemandem, wenn es Pleite gehen sollte - ganz im Gegenteil. Dann können Bremser-Firmen ohne signifikante eigene Investitionen sehr gut zurück rudern. Tesla ist aber perfekt um andere anzutreiben. Dafür muss es jetzt eigentlich nur noch am Leben bleiben. :mrgreen: ;)

Zum Thema:
Ich denke Tesla muss sich nicht umschauen, nur dabei bleiben. Nissan/Renault, GM, Jaguar sowie VAG und ggf. BMW sehen gut aus. Allen Anderen sehe ich derzeit aber noch keine wirklichen "Durchbruch". Die scheinen mir halbherzig und dürften den o.G. (und natürlich Tesla) hinterher laufen.
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Re: Wer muss sich zuerst "umschauen"

von smartgrid » 13. Sep 2017, 20:59

Boris hat geschrieben:@Leto: leider muss man annehmen dass die deutschen Automobilmanager nicht vorausschauend sind.


Hä?

Vielleicht hilft es, mal abseits der E-Fan-Foren zu recherchieren. Aktuell ist ja auch IAA - praktisch jeder große Hersteller steht mit Langstreckentauglichen EVs in den Startlöchern (Horizont ca. 1 - 2 Jahre).

Aktuell gibt es zumindest in D für alle Nicht-Teslas ein langstreckentaugliches Lade-"Netzle" - siehe z.B. Homepage von Tank&Rast.
Aber wer will schon mit Zoe & Co auf Langstrecke bei 11 bzw. 22KW den Ladeweiletod sterben ;)

Wie war es denn 2012 bei Tesla? Die ersten Autos kamen auf die Straße - von Superchargern war aber noch nix zu sehen. In D kamen die ersten SuC (6 Stück) über den Jahreswechsel 2013/2014, wenn ich mich recht erinnere?

Warum sollten die "Großen" hier anders agieren und in Vorleistung gehen und JETZT schon ein Schnellladenetz aufbauen...das dann von Teslas & Co genutzt wird bis die eigenen BEVs auf den Markt kommen? Das wäre dann wirklich dämlich.

Und Fastned will doch die ersten 25 FCS (FastChargerStations) in D bis Q1/2018 aufbauen:
https://electrek.co/2017/09/13/fastned- ... s-germany/

So what...?

Tesla wird mittelfristig das Rennen gegen die "Großen" und die "Neuen" (aus China) verlieren.
Spätestens wenn Steve Jobs, äh ich meine natürlich Elon Musk den Laden verlassen wird.
Aber bis dahin wünsche ich uns allen noch viel Spaß mit den Teslas :mrgreen:
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Re: Wer muss sich zuerst "umschauen"

von crazyeddie » 13. Sep 2017, 21:25

Da widerspreche ich dir. Die Frage nach den Ladestationen ist kein Henne-Ei-Problem mehr, auch wenn immer noch gerne so getan wird. 2020 wird sich doch niemand mehr erzählen lassen, das Schnellladenetzwerk für den VW ID würde erst in ein zwei Jahren begonnen und in drei vier Jahren so richtig gut sein, da könne man sich doch noch gedulden, schließlich sei es bei Tesla am Anfang auch so gewesen. Das werden die Kunden nicht mitmachen.

Das Schnellladenetzwerk gehört zum Ökosystem des E-Autos untrennbar dazu. Einen Musikstreamingdienst ohne Musik der großen Labels oder ein Smartphone-Betriebssystem ohne prall gefüllten Appstore anzubieten ist genauso massentauglich wie E-Autos anzubieten ohne ab dem ersten Tag schon ein halbwegs engmaschiges Netz von schnellen Ladestationen dafür bereitzustellen.
 
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