Andreas Knie: „Die wollen keinen Neustart“ (brand eins)

Allgemeine Informationen zur automobilen Zukunft...

Andreas Knie: „Die wollen keinen Neustart“ (brand eins)

von emobicon » 3. Jan 2018, 15:26

Die Verkehrswende ist überfällig. Der Mobilitätsforscher Andreas Knie erklärt, wie sie gelingen kann – und was das für die deutsche Automobilindustrie bedeutet, die zurzeit noch auf der Bremse steht.

https://www.brandeins.de/archiv/2018/re ... -neustart/
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Re: Andreas Knie: „Die wollen keinen Neustart“ (brand eins)

von George » 3. Jan 2018, 17:15

emobicon hat geschrieben:Die Verkehrswende ist überfällig. Der Mobilitätsforscher Andreas Knie erklärt, wie sie gelingen kann – und was das für die deutsche Automobilindustrie bedeutet, die zurzeit noch auf der Bremse steht.

https://www.brandeins.de/archiv/2018/re ... -neustart/

Hier steht viel Wahres und Überlegenswertes. Aber dann schreibt Herr Knie:
Für lange Distanzen (...) ist es schlauer und komfortabler, die Bahn zu nehmen. (...) Vielleicht fahren dann auch ein paar Teslas, i3s oder Leafs noch einige Zeit weitere Strecken. Wir gehen aber davon aus, dass die Menschen, vor allem die der jüngeren Generationen, es schnell satthaben werden, sechs, sieben Stunden in einem Auto eingesperrt zu sein.

und
Vor allem aber Autos in Privatbesitz sollten in Städten verboten werden.

So: Auf langen Strecken Bahn, und in der Stadt, wo die meisten Menschen leben, Privatbesitz von Autos "verbieten".

Liebe Mods, bitte verzeiht mir die folgenden groben Worte, die ich aus rein gesundheitlichen Gründen so äußern muss, aber ich kann mit diesem kollektivistischen Dreck in Deutschland einfach nix mehr anfangen. :roll:
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Re: Andreas Knie: „Die wollen keinen Neustart“ (brand eins)

von SLAM » 3. Jan 2018, 17:17

Zitat aus dem Artikel:

Vor allem aber Autos in Privatbesitz sollten in Städten verboten werden.


Wohlgemerkt: er meint ALLE, egal welche Antriebsart.

Die totale Ausmerzung des Individualverkehrs, DAS ist das Ziel dieses Herrn.

Muß man noch mehr wissen ? Mir reicht das jedenfalls....


Gruß SLAM
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Re: Andreas Knie: „Die wollen keinen Neustart“ (brand eins)

von SLAM » 3. Jan 2018, 17:19

@George: Danke ! Ich darf das ja leider nicht so drastisch formulieren.

Gruß SLAM
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Re: Andreas Knie: „Die wollen keinen Neustart“ (brand eins)

von raptorsf » 4. Jan 2018, 14:29

ich finde das Interview sehr gut und ich denke beim meisten (oder fast allem) hat er auch Recht. Nur ist diese Wahrheit wohl etwas unangenehm oder zumindest ungewohnt.

Aber wieso brauche ich überhaupt ein Auto das zu 98 % rumsteht? Wieso brauche ich ein Auto, wenn ich in einer Grossstadt wohne?

Ich würde auf jedes eigene Auto (sogar auf meinen geliebten Tesla) verzichten, wenn das Umfeld stimmt. D.h. also wenn ich easy zur Arbeit komme, Homeoffice machen kann und auch in den Ausgang mit gut ausgebautem öffentliche Verkehr benutzen kann.

Was wir Alten (ich zähle mich langsam auch dazu) auch nicht ganz checken, dass für die meisten Jungen so ein Auto gar kein Prestige-Objekt mehr ist. Da investiert man lieber in einen schönen Urlaub oder jedes Jahr in ein neues Handy...
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Re: Andreas Knie: „Die wollen keinen Neustart“ (brand eins)

von dixi » 4. Jan 2018, 15:07

Guter Artikel mit vielen interessanten Denkansätzen.
raptorsf hat geschrieben:Ich würde auf jedes eigene Auto (sogar auf meinen geliebten Tesla) verzichten, wenn das Umfeld stimmt.
Genau mein Standpunkt. Und ich hoffe, der Herr behält Recht. Dann brauche ich in 10 Jahren kein privates Auto mehr zu unterhalten und ordere mir je nach Bedarf ein autonomes Fahrzeug.
raptorsf hat geschrieben:Was wir Alten (ich zähle mich langsam auch dazu) auch nicht ganz checken, dass für die meisten Jungen so ein Auto gar kein Prestige-Objekt mehr ist.
Nochmals Zustimmung. War mit meinem Schwiegersohn in spe (Wohnort Berlin) neulich zusammen auf dem 34C3. Tesla ist für diese jungen Leute schon interessant, aber nur als IT-technisches Produkt. Privat so ein Auto (oder auch ein anderes) unterhalten, no way. Warum auch? Vor allem, wenn man in Berlin lebt.
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Re: Andreas Knie: „Die wollen keinen Neustart“ (brand eins)

von George » 4. Jan 2018, 15:15

raptorsf hat geschrieben:Aber wieso brauche ich überhaupt ein Auto das zu 98 % rumsteht? Wieso brauche ich ein Auto, wenn ich in einer Grossstadt wohne

Ich würde genau diese Überlegung dem Einzelnen überlassen und nicht - weil für mich persönlich das Fazit "brauch ich nicht" lautet - wildfremden Menschen ihre privaten Autos verbieten. Übrigens ist dieses "braucht man ja gar nicht, also verbieten" meist nur ein öffentlich vorgeschobenes Argument. Die Wahrheit dahinter sieht bitterer aus. Sie lautet nämlich, "weil ich kein Auto haben kann /will / brauche / ein schlechtes Gewissen habe usw usf soll kein anderer eins besitzen". Das ist der Kern der kollektivistischen Ideologie.
raptorsf hat geschrieben:Ich würde auf jedes eigene Auto (sogar auf meinen geliebten Tesla) verzichten, wenn das Umfeld stimmt. D.h. also wenn ich easy zur Arbeit komme, Homeoffice machen kann und auch in den Ausgang mit gut ausgebautem öffentliche Verkehr benutzen kann.

Das ist wirklich sehr schön für dich und vmtl. auch viele andere, aber nicht für jeden, und es ist auch für die absehbare Zukunft für viele Menschen realitätsfern. Wer in München lebt, der weiß wie schön es seit einigen Jahren ist, dort im ÖPV unterwegs zu sein. Meine Frau und ich sind für die meisten Zwecke daher wieder aufs Auto umgestiegen, und meine Frau fährt gezwungenermaßen wirklich nur die letzten 1,5 km ins Büro in die Innenstadt mit der Tram. Und das auch nur höchst ungern wg. (u.a.) häufigem Sauwetter, Winter, Sommerhitze, seltsamen Mitreisenden (mal vorsichtig formuliert), ständigen Ausfällen etc. Eines schönen Tages wird das natürlich in einem privatautofreien Paradies alles ganz anders werden. Dann kann man bestimmt schnell die Kinder zur Schule bringen, abholen und zum Sport fahren, ins Büro fahren oder Home Office machen (klappt bei Handwerkern und Fabrikarbeitern nicht so doll, aber egal), die Einkäufe erledigen, die Oma im Vorort besuchen und dann dort ins Kino gehen. Ich bin also ganz sicher, dass der ÖPV plus vielleicht noch superflexible Car-Sharing-Systeme all das in absehbarer Zukunft unterstützen können, und das bei höchster Bequemlichkeit für die ganze Familie.
raptorsf hat geschrieben: Was wir Alten (ich zähle mich langsam auch dazu) auch nicht ganz checken, dass für die meisten Jungen so ein Auto gar kein Prestige-Objekt mehr ist. Da investiert man lieber in einen schönen Urlaub oder jedes Jahr in ein neues Handy...

Das ist zunächst einmal eine Behauptung. Der Grund warum in Deutschland, vielleicht noch in Teilen Europas, ein Auto bei einigen Menschen nicht mehr ganz den überhöhten Stellenwert genießt, den es eventuell mal hatte, liegt meiner Meinung nach eher in den einerseits hohen Kosten und der andererseits großen Sättigung an Fahrzeugen. Es gibt immer jemanden mit einem Auto, wenn’s drauf ankommt.

Kurz: Ich bin selbstverständlich dafür, dass der ÖPV besser wird. Die Anzahl der Fahrzeuge in Deutschland muss auch nicht weiter steigen, ganz im Gegenteil. Und die ICE müssen eher früher als später von den Straßen. Aber lasst die Finger davon, Leuten Privatbesitz aus im Kern ideologischen Gründen zu verbieten, und macht uns und euch selbst nichts über die dahinter stehende Motivation vor.
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Re: Andreas Knie: „Die wollen keinen Neustart“ (brand eins)

von cer » 4. Jan 2018, 15:20

Oh, will man uns etwa unser goldenes Kalb wegnehmen?

Dass Individualverkehr in seiner heutigen Form in Städten nichts zu suchen hat, das wird dir im Grunde jeder Städteplaner und jeder Mobilitätsforscher bestätigen. Es ist nicht unsozial, so wenig echte Flexibilität bei so viel Platzbedarf in die hochverdichteten Ballungsräume zu holen, es ist einfach dumm und irgendwann auch nicht mehr leistbar.

Soweit ich sehe, hat Herr Knie nicht vorgeschlagen, das diktatorisch durchzusetzen, sondern ein theoretisches "sollten" ausgesprochen. Das kann auch geschehen, indem die Alternativen so attraktiv sind, dass der Privatbesitz an einem Auto eher als Last denn als Lust erlebt wird. Und wir reden hier von einem Zeithorizont von mehreren Dutzend Jahren. Also cool bleiben, Denkverbote vermeiden.

(Kollektivistisch ist ein lustiges Schimpfwort, vor allem vor dem Hintergrund der Idee der Singularität, die wohl unausweichlich ist – apropos langfristiges Denken. :D )
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Re: Andreas Knie: „Die wollen keinen Neustart“ (brand eins)

von raptorsf » 4. Jan 2018, 15:42

@ George: Ich denke, du hast das falsch verstanden. Es wird niemanden verboten, irgend ein Auto zu kaufen oder zu besitzen. Es wird nur einfach unnötig (und da bin ich der Meinung wie cer, wir reden hier von einem Zeithorizont von 10+ Jahren) ein Auto in einer Grossstadt zu besitzen.

Wenn jemand unbedingt ein V8 Diesel SUV haben will kann er ihn sicherlich auch noch in 10 Jahren kaufen, dann aber wohl eher für auf dem Land und nicht für die Grossstadt. Ich erlaube mir das auch zu schreiben, weil ich nicht aus Deutschland komme und das Thema "Auto" etwas unverkrampfter sehe (ich hatte vor 10 Jahren mehr Probleme als unsere Banken unter die Räder kamen, könnte mir vorstellen, dass es in 10 Jahren so geht mit den deutschen Automobilindustrie, nicht das ich das hoffe, aber die Banken in der Schweiz haben auch zu lange am Alten festgehalten... und das war schmerzhaft...)
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Re: Andreas Knie: „Die wollen keinen Neustart“ (brand eins)

von Spürmeise » 4. Jan 2018, 15:50

George hat geschrieben:ein Auto bei einigen Menschen nicht mehr ganz den überhöhten Stellenwert genießt, den es eventuell mal hatte, liegt meiner Meinung nach eher in den einerseits hohen Kosten .

Also von 'hohen Kosten' kann man bei Autos nun wirklich nicht sprechen. Sprit ist billig, gebrauchte Verbrenner bekommt man hinterhergeschmissen.

Zeitkarten für ÖPNV und Bahn sind hier, nicht zuletzt dank der verbrennerfördernden Steuergesetzgebung, wesentlich teurer, von der Unterschicht kaum zu bezahlen: die müssen Auto fahren.

raptorsf hat geschrieben:Wenn jemand unbedingt ein V8 Diesel SUV haben will kann er ihn sicherlich auch noch in 10 Jahren kaufen, dann aber wohl eher für auf dem Land und nicht für die Grossstadt.

Denn für die Großstadt stellt er sich ja auch Autofreie Viertel vor. Und das wäre, was man braucht, um auf das eigenen Auto gut verzichten zu können: um Größenordnungen mehr E-Carsharing, die dank massig freigewordener Flächen auch meist einen Parkplatz finden, und keine "Oberklassefahrer" (eigentlich Unterschichtler), die einen mit ihren Privatautos in der Stadt legal terrorisieren dürfen.
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