Diesel-Fahrverbote in Hamburg

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Re: Diesel-Fahrverbote in Hamburg

von Nordlicht » 3. Mai 2017, 18:46

past_petrol hat geschrieben:Der Hafen ist ein großes Problem. In diesen Bereichen tlw. größer, als der Strassenverkehr. Was da (nicht) unternommen wird, grenzt schon an vorsätzliche Körperverletzung...


Da gebe ich dir uneingeschränkt Recht. Aber auch dafür gäbe es eine simple Lösung, nämlich den bereits vorhanden Tiefwasserhafen endlich mal als Chance statt als Konkurrenz zu betrachten. Das würde sicher nicht alle Emissionen beseitigen, aber einen guten Teil. Aber auch dazu ist in Hamburg längst der Zug abgefahren.... genau wie bei der Realisierung eines Autobahnrings, der die Innenstadt endlich mal vom Durchgangsverkehr entlasten würde. Stattdessen wird die A7 jetzt 8-spurig quer durch die Stadt ausgebaut. Großes Kino.... :evil:

In Sachen Autobahnring habe ich längst aufgegeben und in Sachen Hafen bin ich inzwischen zu der Überzeugung gelangt, dass Hamburg solange die Elbe vertiefen muss, bis entweder Blankenese per Hangrutsch in der Fahrrinne landet, oder die nächste schwere Sturmflut zeigt, was ein Trichter mit extra vergrößertem Querschnitt bewirkt. Vorher werden die Pfeffersäcke dort nicht schlau.
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Re: Diesel-Fahrverbote in Hamburg

von Dirk. » 3. Mai 2017, 23:36

Ich denke die Hamburger sind gar nicht so schlecht. Die Nordumfahrung einschließlich der Elbquerung wird von Schleswig-Holstein blockiert. Selbst wenn es die Elbquerung westlich gäbe gibt es keinen Anschluss in Niedersachsen. Da ist Hamburg der falsche Ansprechpartner.
Ganz im Gegenteil: Ganz Deutschland spricht über deren Fahrverbot für Diesel. Das rüttelt an der richtigen Stelle, auch wenn es in Wirklichkeit nur ein paar Straßen sind. In Stuttgart redet man bei extremer Luftverschmutzung noch darüber wie man Bosch schützen kann und die (Bosch) behaupten, die "Luft" aus dem Auspuff sei sauberer als die eingesogene Dreckluft.
Zudem hat Hamburg ein durchaus funktionierendes Ladesystem, zahlreiche Säulen, gut ausgeschildert, häufig wird abgeschleppt. Daran können sich einige andere Städte durchaus orientieren.
Verbessern kann man fast alles, auch in Hamburg, aber ich sehe eine gute Situation und Entwicklung.
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Re: Diesel-Fahrverbote in Hamburg

von hiTCH-HiKER » 4. Mai 2017, 02:12

Ich finde es gut, denn momentan argumentieren die Bürgermeister mancher Stadt noch damit, dass Fahrverbote nicht möglich sind.
So wird etwa in München und Stuttgart die Verantwortlichkeit für tausende Tote jedes Jahr versucht auf andere Stellen abzuwälzen.
Das wird in Zukunft nicht mehr möglich sein, dann wird für jedes einzelne Todesopfer der Bürgermeister und der Stadtrat mitverantwortlich sein. Vielleicht findet dann mal ein Umdenken statt, ob die menschenunwürdigen Zustände energisch angepackt werden sollten.

Von daher ist Hamburgs Engagement lobenswert und es ist doch wohl jedem klar, dass die Schlinge erst angelegt werden muss, bevor man sie zuziehen kann.
 
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Re: Diesel-Fahrverbote in Hamburg

von Nordlicht » 4. Mai 2017, 14:01

Dirk. hat geschrieben:Ich denke die Hamburger sind gar nicht so schlecht. Die Nordumfahrung einschließlich der Elbquerung wird von Schleswig-Holstein blockiert. Selbst wenn es die Elbquerung westlich gäbe gibt es keinen Anschluss in Niedersachsen. Da ist Hamburg der falsche Ansprechpartner.
Ganz im Gegenteil: Ganz Deutschland spricht über deren Fahrverbot für Diesel. Das rüttelt an der richtigen Stelle, auch wenn es in Wirklichkeit nur ein paar Straßen sind. In Stuttgart redet man bei extremer Luftverschmutzung noch darüber wie man Bosch schützen kann und die (Bosch) behaupten, die "Luft" aus dem Auspuff sei sauberer als die eingesogene Dreckluft.
Zudem hat Hamburg ein durchaus funktionierendes Ladesystem, zahlreiche Säulen, gut ausgeschildert, häufig wird abgeschleppt. Daran können sich einige andere Städte durchaus orientieren.
Verbessern kann man fast alles, auch in Hamburg, aber ich sehe eine gute Situation und Entwicklung.


Was andere Städte tun - oder besser: unterlassen - kann ich nicht als entlastend für Hamburgs Handeln werten, tut mir leid.

Wenn ich die Details zu dieser Regelung lese, kriege ich Krätze. Da werden Straßenzüge gesperrt für alle Fahrzeuge die nicht Euronorm 6 erfüllen. Soweit der Aufmacher, der durch die Presse jagt. Dem gestehe ich bestenfalls Effekthascherei zu, ich kann sogar auch nachvollziehen, wenn jemand sagt "finde ich gut, dass überhaupt was passiert".

Es ist aber absolute Augenwischerei denn wie, bitte, will man das denn effektiv kontrollieren? Da bleibt nämlich im Zweifelsfall nur Anhalten und die Fahrzeugpapiere einsehen. Denn nur in den Fahrzeugpapieren ist die Schadstoffklasse ausgewiesen.

Viel Spaß bei der Kontrolle - wir haben ja auch sooo viele arbeitslose Polizisten, dass wir gar nicht wissen, was wir denen zu tun geben sollen! :evil:

Dann kommen die Ausnahmen: Lieferverkehr frei - aha, na dann sage ich dem freundlichen Polizisten also dass ich zu Haus Nr. xyz muss, weil ich da was anliefern muss. Und der Polizist überprüft das dann wie?

Nächste Ausnahme: Anlieger sind nicht betroffen. Super. Ich besuche meine Tante, die wohnt hier....

Zu guter Letzt: wenn ich auf derlei Diskussionen keine Lust hab, nehm ich halt die Parallelstraße. Bingo!

Und zu aller Letzt - da kann Hamburg zwar nichts dafür, aber es ist nun mal so - pusten die Euronorm-6-Diesel, die dann weiterfahren, nachweislich kaum weniger Dreck raus als ihre Vorgänger (mit wenigen rühmlichen Ausnahmen: ein BMW, zwei Daimlermodelle und ein Audi, soweit ich mich erinnere).


Was die Ladeinfrastrukur angeht nur so viel: da wurden im April 2015 mit viel Tamtam 600 öffentliche Ladestationen bis Herbst 2016 angekündigt. Siehe https://www.hamburg.de/pressearchiv-fhh ... obilitaet/

Irgendwer hat das Anfang 2017 mal nachgezählt. Das Ergebnis war in den Medien, ich finde es aktuell nicht, aber es war meilenweit davon entfernt.

Das rigorose Abschleppen halte ich Hamburg zu Gute, das ist aber nicht vorrangig der Problematik an den Ladeplätzen geschuldet, sondern der Tatsache, dass im Innenstadtbereich grundsätzlich so rotzfrech geparkt wird (wurde) dass teilweise nichts mehr geht (ging). Hat sich echt verbessert und die Elektromobilität hat gleich mit profitiert.

Die Nordumfahrung via A20 ist übrigens keine Entlastung für das Hamburger Stadtgebiet. Schau es dir mal auf der Landkarte an.... Für eine Ringautobahn im eigentlichen Sinne ist die viel zu weit weg von den Stadtgrenzen. Du kommst aus Heide und willst nach Berlin? Viel Spaß auf der (noch nicht gebauten) Strecke, wenn sie denn irgendwann einmal fertig sein sollte.

Ich komme aus dem Kreis Pinneberg. Ich habe noch mehr Spaß dabei, erst mal 30km A23 gen Norden zu fahren, um dann die A20 gen Osten bis nach Lübeck zu fahren und anschließend A1 gen Westen zur Braaker Mühle zum Aufladen (bis dahin ist der Akku leer), bevor ich die A24 Richtung Berlin erreiche.

Na ja.... vielleicht baut Elon ja einen Tunnel geradewegs unter Hamburg durch...
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Re: Diesel-Fahrverbote in Hamburg

von kbrandes » 4. Mai 2017, 14:46

Nordlicht hat geschrieben:Ich komme aus dem Kreis Pinneberg. Ich habe noch mehr Spaß dabei, erst mal 30km A23 gen Norden zu fahren, um dann die A20 gen Osten bis nach Lübeck zu fahren und anschließend A1 gen Westen zur Braaker Mühle zum Aufladen (bis dahin ist der Akku leer), bevor ich die A24 Richtung Berlin erreiche.

Na ja.... vielleicht baut Elon ja einen Tunnel geradewegs unter Hamburg durch...


Ich sag es ja immer wieder, der SuC Lübeck fehlt :roll:
 
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Re: Diesel-Fahrverbote in Hamburg

von volker » 5. Mai 2017, 21:02

Ein Dieselfahrverbot, sei es über explizite Regelung oder über blaue Plakette, wirkt momentan nur durch Reduktion der Zahl der Dieselfahrzeuge auf der Straße. Die Euro 5, die 2/3 des Bestandes an Dieselfahrzeugen in einer existierenden Umweltzone ausmachen, bleiben weg. Sobald die alle durch Euro 6 Fahrzeuge ersetzt oder umgerüstet sind, wäre die Belastung wieder genau so hoch.

Die Politik sollte die bestehenden Fahrzeuge zur Nachbesserung der Software und zur Nachrüstung von wirksamen Katalysatoren zwingen, so dass die NOx-Emissionen in einem weiten Temperaturbereich sinken. Da der schwarze Peter dabei aber bei den Haltern wäre, müssten genauso die Hersteller in die Pflicht genommen werden, die Nachrüstung durchzuführen und, wo nicht möglich, die Fahrzeuge zu wandeln oder einen festzulegenden Teil des Kaufpreises zu erstatten. Der Staat verfügt über die notwendigen Mittel wie Entzug der Typgenehmigung/Betriebserlaubnis, und Feststellung einer Unzulänglichkeit des Fahrzeugs, für die der Hersteller gerade stehen muss. Dazu kann man sich noch Steuererleichterungen oder Fördermaßnahmen für die Umrüstaktion vorstellen.

Unter dem Strich muss es die Hersteller wesentlich teurer kommen, als wenn sie gleich saubere Fahrzeuge gebaut hätten.

Eine Gefährung von Arbeitsplätzen sehe ich nicht. Es hat ja keiner der Marktteilnehmer einen wirtschaftlichen Nachteil gegenüber der Konkurrenz. Und ehrlich gesagt, wenn unsere Wirtschaftskapitäne von Arbeitsplätzen reden, meinen sie ihren eigenen Geldbeutel. Arbeitsplätze sind denen und der Politik egal. Die deutsche Solarindustrie hat man kalt lächelnd vor die Hunde gehen lassen.
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Re: Diesel-Fahrverbote in Hamburg

von TeslaHH » 5. Mai 2017, 23:04

Ziemlich viel Schwarzmalerei hier.
Aaaaalso: in HH hat sich ERHEBLICH was getan in Sachen Ladestationen.
Ob es nun die versprochenen 600 sind, weiß ich nicht. Aber auf all meinen Trampelpfaden finde ich mittlerweile Ladestationen, auch in Premiumpositionen.
Nur Barmbek und Hummelsbüttel sind irgendwie noch leer.

Zum Dieselfahrverbot auf der Max Brauer Allee und Stresemannstr.: klar, kann man madig reden. 1 Strasse weiter...fertig.

Aber Leute: die Presse springt voll drauf an, "das Ende des Dieselmotors ist eingeläutet". "Diesel werden gebraucht auf Ramschniveau sinken".

Ist doch ein Akzent absolut in die richtige Richtung!
 
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Re: Diesel-Fahrverbote in Hamburg

von Dornfelder10 » 5. Mai 2017, 23:54

Hallo,

eine Verbotszone für einzelne Straßen ist ähnlich sinnvoll wie eine Pinkelzone im Schwimmbad :evil:

Gruß

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Re: Diesel-Fahrverbote in Hamburg

von Wim » 6. Mai 2017, 09:27

die aktuelle luftsituation wird sicherlich nur punktuell verändert.

wenn es aber weitere solche punktuellen verbote gibt und diese bestand haben, wird sich das auf den kfz-markt auswirken.
Wer e-Auto fährt, macht was für Mutter Erde (Vater Staat ist das egal) und macht das sicherlich auch für die Kinder dieser Welt.
https://tff-forum.de/viewtopic.php?f=23&t=16618&p=380610&hilit=tschernobyl#p380610
 
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Re: Diesel-Fahrverbote in Hamburg

von conni » 6. Mai 2017, 09:40

Der Hamburger Bürgermeister hat noch auf der Store-Eröffnung in HH geäußert, daß 'ja in Hamburg immer ein frisches Lüftchen weht und er deshalb nicht solche Probleme hat wie Stuttgart oder andernorts' sinngemäß,( hab das Video noch nicht rausgesucht).

Wundert mich also über soviel nichtsnutzigen Aktionismus....

Es hätte mehr für die Dieselfahrer als Anreiz zum Wechsel geben müssen (die jahrelange Kuschelberuhigung, wie sauber doch ein Diesel wäre,
hätte offen eingestanden und ein Kaufanreiz min von 10k€ zu sauberen Fahrzeugen würde den Umstieg beschleunigen.
Abgesehen davon, dass die Benziner noch mehr stinken.
Die E-Autoförderung mit 2k€ ist lächerlich.

Mit teilweisen Strassenfahrverboten werden die Leute nur verärgert, aber ihnen ist nicht geholfen, der Luftqualität auch nicht.

Da gibt's noch viel zu sagen,
Gruß conni
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