Es führt kein Weg am Plug-In-Hybrid vorbei!

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Re: Es führt kein Weg am Plug-In-Hybrid vorbei!

von Naheris » 30. Jan 2017, 23:47

Du hast korrekt gerechnet: mit Stromverbrauch sind es bei mir derzeit eher 6.2 l/100km (gemessen an CO2 von 147 g/km). Aber ich verbrauche das nur rechnerisch. Real sind es derzeit (Winter) 5.0 l/100km Benzin (nach Tankzetteln) mit meiner Fahrweise (Tendenz sinkend, weil Neuwagen, Erfahrung, wärmer). Ich bräuchte ca. 0.5 l/100km mehr, wenn ich mein Tempo bei Weitstrecken steigere (0.7 nur auf die Strecke, aber ich fahre halt nicht nur Weitstrecke).

Bei +20 km/h Vmax sind es eher +0.7 l/100km mehr (also 5.7, nicht 6.0), aber das würde ja nicht auf den Gesamtverbrauch direkt anzurechnen sein. Ich fahre ja nicht nur meine Weitstrecken. Und in der Stadt kann ich nicht schneller fahren - zumindest ohne dass die Rennleitung etwas dagegen hat. ;)

Der Stromverbrauch würde übrigens mit Vmax nicht steigen oder sinken, denn ich fahre meinen Akku entweder leer, oder brauche den Verbrenner nicht (ein Vorteil des PHEV-Konzepts). Meine Netto-Kapazität ist übrigens ca. 7.6 kWh.
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Das mit den 30km ist übrigens genau wie die 10 kWh Kapazität nicht korrekt. Die 10 kWh wären Brutto. Bei einem Passat GTE ist das Brutto 9.9 kWh, beim Golf GTE/A3 8.8 kWh. Mein Netto ist ca. 7.6 kWh (?) mit denen ich realistisch derzeit, also bei -5°C oder schlechter, mit Heizung 35 km weit komme. Ohne Heizung - und das habe ich schon ausprobiert (zitter) - waren es dann 42 km - bei -11°C. Und bei einer Testfahrt im Spätsommer habe ich mit normalem Fahren tatsächlich 46 km geschafft - ohne Training im Stromern!

Klar, es gibt auch PHEVs mit den 30km Reichweite im Sommer - und sogar weniger. Das sind vor allem BMW (~25-30km) und Mercedes (~15-20km). Die sind aber entweder Power-Hybride mit mehr Leistung, oder aber sind effizient, haben aber leider einen winzigen Akku (3er mit 5.7 kWh Netto, oder der alte Prius PHEV mit 25km Zyklus). Über 10 kWh haben eigentlich nur der Volvo V60 (11,6kWh Brutto) und die SuVs von VAG. Und der Q7 e-Tron kommt damit ja auch weiter als 30km, zumindest wenn man ihn nicht im Tiefflug nutzt (siehe Faden von Chris King).

Mal so zum Effizienz-Vergleich der NEFZ-Zyklen: ein BMW 5er soll mit 9.2 kWh Netto nur 45 km (NEFZ) weit kommen. Ein 3er BMW mit 7.6 kWh Netto hat 40 km (NEFZ). Mein Passat mit 7.7 kWh Netto kommt 50 km (NEFZ) weit. VW erreicht übrigens laut GoingElectric seine Zyklen etwas besser als BMW.
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Zu klein finde ich meinen E-Motor übrigens nicht. Der fährt ohne Probleme mit viel Power bis 120 km/h (GPS). Da ich nur sehr selten schneller fahre ist er für mich absolut ausreichend. Andere Marken haben sogar noch mehr Leistung. Der 5er BMW kommt so bis 150km/h rein elektrisch (wenn ich mich recht erinnere). Klar erreicht man dann den Zyklus nicht mehr. Das tut ein Tesla bei 120km/h aber auch nicht. ;)

Die E-Verbräuche sind auf der Autobahn übrigens gar nicht mal so hoch. Das Problem ist hier nur der kleine Akku. Der Motor ist es nicht. Mein Passat braucht ca. 240 Wh/km bei 120 km/h (GPS, ohne Heizung).
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Bleibt zu schreiben, dass PHEVs natürlich eine Übergangslösung sind. Aber sie als "keine Alternative" abzutun halte ich für ein wenig extrem. Welche Alternative hätte ich denn bei BEVs? Für 62k€? Unter 5.9 Meter Garagenmaß (weil ich sonst in Coburg nicht laden kann). Da gibt es keinen. Und ich bin mir nicht sicher, ob es so etwas in drei Jahren (in Europa) geben wird (was für mich aber irrelevant ist, da ich bereit bin für ein BEV 30% mehr zu zahlen als für einen PHEV/Verbrenner. Und da sollte es dann was geben).

Wäre ein PHEV keine Alternative, müsste ich heute einen reinen Verbrenner fahren. Vielleicht einen Diesel? Den kriegt man ja auch 4.5 l/100km. Oder ist Diesel nicht akzeptabel? Dann wäre doch die reine Benzin-Variante meines GTE eine Alternative (1.4 TSI mit 160 PS)? Aber wäre es wirklich besser, wenn ich 6.0 anstatt 5.0 l/100km auf Strecke, und 7.0 anstatt 0.0 l/100km in der Stadt verbrauchen würde?
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Re: Es führt kein Weg am Plug-In-Hybrid vorbei!

von Yellow » 30. Jan 2017, 23:56

Ich kann Deine Überlegungen voll und ganz nachvollziehen, Naheris!
Deshalb habe ich ja auch diesen Thread eröffnet ;-)
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Re: Es führt kein Weg am Plug-In-Hybrid vorbei!

von Adastramos » 30. Jan 2017, 23:59

Als Vergleich weiss ich, dass der alte Opel Vectra D meiner Mutter, bei ca 110-120km/h zwischen 5,8 und 6,5l/100km Benzin verbraucht, mit 100kW, zwar ohne große Zuladung aber mit zwei Personen besetzt. Auch mein früherer Clio B, mit 55kW, hatte einen Verbauch von 5,2l/100km im Sommerhalbjahr, einen halben Liter im Winter mehr.
Also wenn man wirklich konsequent Spritt sparen möchte, dann sehen die Verbräuche der PHEVs nicht so überzeugend hoch aus, im Vergleich zu einem Saugbenziner.

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Es führt kein Weg am Plug-In-Hybrid vorbei!

von Yellow » 31. Jan 2017, 00:21

Adastramos hat geschrieben:Also wenn man wirklich konsequent Spritt sparen möchte, dann sehen die Verbräuche der PHEVs nicht so überzeugend hoch aus, im Vergleich zu einem Saugbenziner.

Das hängt immer vom Fahrprofil ab!
Naheris hat doch schon deutlich mit Zahlen belegt, dass es sehr wohl Einsparungen zu Benzinern gibt!?
Oder liegt die die Betonung wirklich auf "Saug"benziner und Du schließt die Turbo-Benziner aus?

Ein konkretes Beispiel haben ich am Anfang des Threads im April 2016 ebenfalls gegeben:
Einer meiner Mitarbeiter hat vorher einen 2013er Passat Variant mit 200PS Benziner gefahren und eine Durchschnittsverbrauch von 8,8 l gehabt.
Seit März 2016 fährt er einen Passat Variant GTE und liegt aktuell bei 2,5 l.
Das ist doch "überzeugend", oder? ;-)
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Re: Es führt kein Weg am Plug-In-Hybrid vorbei!

von Naheris » 31. Jan 2017, 00:29

Die Opel Vectra C (D gibt es nicht) mit 100 kW Benziner Baujahr 2006ff. fangen auf Spritmonitor bei 6,13 l/100km an und haben im Durchschnitt 8,03 l/100km Verbrauch (37 Fahrzeuge). Das ist schon eine etwas andere Hausnummer als meine realen 5.0 l/100km, die übrigens dank hohem Weitstrecke-Anteil überdurchschnittlich hoch für einen GTE sind (4.49 l/100km. 24 Fahrzeuge).

Das der Vectra C dann auf der Autobahn wirklich weniger verbraucht als meiner (das sind da bei mir so 6.5 l/100km) glaube ich schlicht nicht. Eher glaube ich an einen nicht sonderlich akkuraten Bordcomputer. So akkurat wie mein 2007er Audi z.B.: der hat 0.8 oder mehr l/100km zu optimistisch gerechnet. ;)

Und den Leistungsunterschied von lassen wir dabei dann besser mal komplett aus (Gesamtsystem: 103 kW/175 Nm bei 3600 U/min verglichen mit meinen 165 kW/400 Nm aus dem Stand). ;)

Dein Clio fängt auf Spritmonitor bei 4,86 l/100km an und hat einen Durchschnitt von 6.66 l/100km (116 Fahrzeuge, nur der neuere 55kW Motor). Und es ist ein Kleinwagen! Den mit einem voll ausgestatteten Passat zu vergleichen erscheint mir bei näherer Betrachtung doch ein klein wenig unpassend, findest Du nicht auch? ;)

Und bitte wirklich beachten: ich fahre den Passat PHEV auf einem für ihn unpassenden Profil, nämlich 80-90% Weitstrecke. Das heißt, die Ersparnisse sind geringer als wenn man mit ihm eher kurze Strecken pendelt. Und selbst da habe ich Ersparnisse, die ehrlich gesagt höher sind als ich es gedacht hatte. Ich hatte nicht unter 5.5 l/100km gerechnet, und auf die 5.0 l/100km (oder geringer) gehofft (bzw. eher geträumt). Das ich das wirklich erreiche, im Winter, überrascht mich wirklich ziemlich!

Und meiner Meinung nach spricht es doch für die PHEVs.

Und nur mal um noch eine Zahl zu posten: Durchschnittsverbrauch der 52 Toyota Prius 4 (neu): 4.46 l/100km.
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@Yellow:

Hehe, ich weiß. :) Ich halte es auch für sinnvoll meine Mitarbeiter mittels PHEV an die E-Mobilität heran zu führen. Das es für uns derzeit keine bezahlbaren BEVs gibt ist da natürlich auch ein Grund. ;)

Wobei wir im Winter vielleicht doch einen e-Golf bestellen werden, wenn wir eine Vertragsverlängerung für ein Projekt in München bekommen.
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von Niev » 31. Jan 2017, 07:44

Eike Alternative zum Passat hattest du ja auch schon mal genannt, den Kia Optima. Oder bezog sich deine fehlende Alternative auf reine eautos?
 
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Re: Es führt kein Weg am Plug-In-Hybrid vorbei!

von Adastramos » 31. Jan 2017, 09:52

Entschuldigt, mit dem Vectra D hab ich mich vergriffen, es ist sogar ein B-Modell Caravan. Ja im Kurzstreckenverkehr liegt dieser bei knappen 8l/100km. Der Clio hielt die 5,2l/100km auch im Stadtverkehr recht gut ein. Wie präzise die Bordcomputer sind, habe ich nicht nachrecherchiert, jedoch passten die Tankzyklen doch ganz gut auf die Vorhersage.
Klar Naheris, die Größe ist unterschiedlich zwischen einem Passat und Clio, der leer 970kg wog, da wird der Passat GTE auf eine andere Hausnummer kommen.

Aktuell fahre ich kein Auto, jedoch wird es in knappen 6 Monaten für mich akut und da ich täglich 30km einfach zu fahren habe, über Landstraße oder Autobahn, frage ich mich da schon, ob ein PHEV da Sinn macht oder man tatsächlich mit einem kleinen Benziner sparsamer fährt. Am liebsten wäre mir natürlich ein EV, da sollte sich noch etwas bis zum Model 3 ergeben.

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Re: Es führt kein Weg am Plug-In-Hybrid vorbei!

von Naheris » 31. Jan 2017, 10:50

Der GTE wiegt knapp das doppelte vom Clio. Die meisten Clios dürften auch ein anderes Fahrprofil haben als 30tkm/a. ;)

Mit 30km/Tag auch mit Autobahn wird im Sommer ein 50 km NEFZ PHEV reichen - im Winter nicht. Aber wenn du nach jeweils 30km am Tag laden kannst wirst Du in der Woche kaum mehr als 30km mit Benzin fahren. Worst Case. Wenn Du nur an einem Ende laden kannst wirst Du vielleicht deinen Benzinverbrauch etwas mehr als halbieren. Der Golf GTE braucht sicherlich 0.5 l/100km weniger als mein Passat.

Und zu deinen Fahrten musst Du noch andere Einkaufsfahrten mitrechnen. Mit Zwischenladen habe ich bei ca. -12°C auf 55km geschafft und hatte noch etwas übrig.

Und Du fährst dann mit einem wenigstens teilwarmen Verbrenner. Rechnen wird sich das aber finanziell eher nicht. Aber auch ein PHEV fördert die E-Mobilität... in deinem Fall halt nur 50% der Zeit. ;) Und er fährt sich merklich angenehmer als ein reiner Verbrenner.

Vielleicht solltest Du über einen gebrauchten Ampera nachdenken. Der sollte die 60km schaffen, zumindest größtenteils.

Oder einen BEV bei dem Du eine Zusatzmobilität bekommst (z.B. 30 Tage Leihwagen bei VW in den ersten zwei Jahren, und 15 bei BMW wenn ich mich nicht irre. Andere Hersteller bieten mitunter andere Längen). Zumindest ich würde mir bei täglichem Pendeln unter 150km heute einen BEV mit Zusatzmobilität nehmen (e-Golf Mk-2, i3 Mk-2, Ioniq, Leaf 30, Zoe R400 kriegen das alle sicher hin). Das reicht für mich komplett.
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Niev hat geschrieben:Eike Alternative zum Passat hattest du ja auch schon mal genannt, den Kia Optima. Oder bezog sich deine fehlende Alternative auf reine eautos?

Es bezog sich nur auf BEVs. Tut mir leid, wenn ich das nicht klar genug geschrieben hatte. :)

Und der Optima wird derzeit erst als Plug-In ausgeliefert - und für die Kombi-Fraktion erst ab zweiter Jahreshälfte. Als ich bestellte war er noch keine Alternative. :)
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Re: Es führt kein Weg am Plug-In-Hybrid vorbei!

von Niev » 31. Jan 2017, 10:54

Alles klar. Hatte ich missverstanden. Ich hoffe wir werden dann von dem optima auch mal solche Erfahrungsberichte hier lesen ... ich hoffe yellow oder du holen sich einen in ihre Flotte, damit wir hier eure Berichte "schnorren" dürfen ;)
 
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Re: Es führt kein Weg am Plug-In-Hybrid vorbei!

von Elektroniker » 31. Jan 2017, 12:15

Adastramos hat geschrieben:Aktuell fahre ich kein Auto, jedoch wird es in knappen 6 Monaten für mich akut und da ich täglich 30km einfach zu fahren habe, über Landstraße oder Autobahn, frage ich mich da schon, ob ein PHEV da Sinn macht oder man tatsächlich mit einem kleinen Benziner sparsamer fährt. Am liebsten wäre mir natürlich ein EV, da sollte sich noch etwas bis zum Model 3 ergeben.

Wäre dann nicht der aktuelle Ioniq was für Dich?
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